Das Imperium der Ameisen nach H.G. Wells (Oliver Döring)

Nach dem Zweiteiler „Die Zeitmaschine“ ist „Das Imperium der Ameisen“ das zweite Hörspiel von Oliver Döring nach einer Kurzgeschichte von H. G. Wells. Hören wir einmal genauer hin!


Ein giftiger Trip

Lukas Holroyd (Julien Haggége), seines Zeichens Biologe, reist im Auftrag eines Pharmakonzens nach Südamerika, um dort eine neu entdeckte Ameisenrasse – genauer ihr Gift – unter die Lupe zu nehmen. Der Regenwald am Amazonas bietet dabei den idealen Nährboden für seltene Spezies.

Das Gift ist hochgefährlich und Stadtmensch Holroyd wenig motiviert, seine gewohnten Laborräume zu verlassen. Und doch steht die Entscheidung schnell fest – nicht ohne Druck seitens Lukas Chefs.

Alles für die Karriere

Mit der Aussicht auf schwüle Hitze, faulende und pilzbefallende Biotope und giftige Urwaldviecher macht sich Lukas auf den Weg nach Loreto, die größte und grünste Region Perus. Schon bei Antritt der Reise schleicht sich bei Lukas ein mulmiges Gefühl ein, denn der Kontakt zum vor Ort eingesetzten Forscher John ist schon seit einiger Zeit abgebrochen. Was ist mit John geschehen?

Ameise für Ameise

In Loreto angekommen, wird Lukas von Kapitän Gerilleau (Carlos Lobo) empfangen. Die Reise führt die beiden auf einem Kanonenboot immer tiefer in den Urwald hinein zur Forschungsstation. Und schon bald treffen Lukas und Gerilleau auf die ersten Ameisen, die sich schon sehr weit entwickelt haben. Dabei entpuppt sich das tötliche Gift nicht als einzige Gefahr …


Fazit

Inhalt:

„The Empire of the Ants“ lautet der Titel der Kurzgeschichte von H.G. Wells, die 1905 erschienen ist. Produzent Oliver Döring verschiebt die Geschichte für seine Hörer in die jüngere Vergangenheit. Wer glaubt, dass die Ameisen über das Land herfallen und reihenweise Menschen töten, irrt! Im Hörspiel wird geschickt ein realistisches Bedrohungsszenario aufgebaut, das dem Menschen aufzeigt, wie groß und kraftvoll die Welt wirklich ist.

Hierzu tragen im Wesentlichen die drei Protagonisten bei: Zum einen Holroyd, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Zum anderen hören wir die naturverbundenen Charaktere Gerilleau und Ernest, die einen Kontrast zur Person von Lukas darstellen. Die erste Begegnung mit den Ameisen wird absolut spannend inszeniert. Und doch verzichtet man auf grausame Angriffe, auch wenn es einen Toten gibt. Die Gänsehaut entwickelt sich durch die Bedrohungslage in der Szene. Als die Ameise schließlich im Glas eingefangen wird, erreicht der Spannungsbogen mit Erreichung des Regenwaldes den Siedepunkt. Wie hat sich die Ameise im Glas verhalten?

Sprecherleistung:

Döring setzt in „Das Imperium das Ameisen“ auf renommierte Schauspieler und Hollywood-Synchronsprecher wie Julien Haggége, Carlos Lobo, Douglas Welbat und Oliver Stritzel. Aber auch Größen aus der Hörspielwelt hat Döring im Aufnahmestudio versammelt: Boris Tessmann kennen wir aus „Geisterjäger John Sinclair“ und „TKKG“; Daniel Montoya aus „Mark Brandis“ und „Dorian Hunter“. Auch Synchronsprecherlegende Joachim Kerzel ist mit von der Partie (Dustin Hoffmann, Anthony Hopkins, Jack Nicholson).

Im Wesentlichen tragen die drei erfahrenen Sprecher Julian Haggége als Holroyd, Carlos Lobo in der Rolle des Gerrileau, und Douglas Welbat als Ernest die Handlung. Das Trio macht einen guten Job und gekonnt gelingt es den Akteuren, die jeweiligen Eigenarten der Charaktere an das Ohr des Hörers zu bringen.

Geräusche und Musik:

Musik- und Sounddesign passen perfekt. Dezente Kulissen fügen sich gut in das unaufdringliche Gesamtkonzept.

Cover und Titel:

Das Cover ziert eine düstere Kulisse à la Star Wars. Die beiden abgebildeten Ameisen wirken recht harmlos. Der Titel ist die deutsche Übersetzung des Wells’schen Orginals „The Empire of the Ants“.


Fakten

Genre:

Öko-/Mystery-Thriller

Label:

IMAGA / Folgenreich

Gesamtspiellänge:

ca. 56 Minuten

Produktionsjahr:

VÖ: 24.11.2017


Besetzung:
HolroydJulien Haggége
GerilleauCarlos Lobo
ErnestDouglas Welbat
JohnBoris Tessmann
RichardOliver Stritzel
Da CunhaDaniel Montoya

sowie Julia Kaufmann, Robert Frank, Natascha Geisler, Martin Baden, Marcus Staiger und Joachim Kerzel.


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag hat uns das Team von Folgenreich ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

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