Folge 1: Der Kronkorkenplopp

Wir haben es schon lange angekündigt und lange Zeit ist doch nichts passiert. Jetzt aber haben wir das Ruder herumgerissen. Die kassettenbox macht jetzt auch was mit Audio. In unserer Podcast-Pilotfolge gehen wir darauf ein, warum wir auch noch auf den Podcast-Zug aufspringen, was wir eigentlich gerade für Hörspiele hören und wie man zu Corona-Zeiten vom Online-Angebot profitieren kann. Und zu guter Letzt stellen wir uns eigentlich nur eine Frage: “Was ist denn das für ein Sound?”

Folge 1: Der Kronkorkenplopp


Erwähnte Hörspiele, Hörbücher & Podcasts:

  • “Unter Haien”, Teil 1 von Nele Neuhaus (Audible Original)
  • “Julius und der Melog” von Gabriele Summen (Maritim Verlag)
  • “Ghost: Jede Menge Leben” von Jason Reynolds, gelesen von Jörg Pohl (HörCompany)

Berliner Hörspielfestival vom 21. bis 24. Mai 2020: berliner-hoerspielfestival.de

Die Ferienbande – Live-Shows zur Herbsttour 2020: ferienbande.de/live/

Intro/Outro: Die kassettenbox Vocoder Sample © Jan-Friedrich Conrad

Die drei ??? – Der dunkle Wächter (204)

Wir haben einmal mehr Freitag, den 13. geschrieben und können seitdem die 204. Die drei Fragezeichen Folge “Der dunkle Wächter” im Hörspielregal begrüßen. Bereits am selben Abend haben wir in das neue Hörspiel reingehört und konnten bereits da sagen, dass sich diese Folge zumindest nicht zum Einschlafen eignet. Nichtsdestotrotz haben wir sie natürlich zu Ende gehört. Ein bisschen Tageslicht hilft beim Hörspiel hören doch sehr, um nicht da zu sitzen wie Peter – der Schisser – Shaw: Aber worum geht es in der 204. Folge?


Planänderung für Bob

Justus, Peter und Bob haben einen Wochenendtrip in ein Surfgebiet geplant. Der für Recherchen und Archiv zuständige Detektiv muss dieses Vorhaben kurzerhand absagen, da er sich um seine Cousine aus Seattle, Mary, kümmern muss. Seine Eltern sind leider noch in Europa, sodass er einspringen muss.  Außerdem will er Lesley einen Gefallen tun. Sie hat ihn gebeten, die zwei Katzen eines Kunden aus der Buchhandlung zu füttern. Mr. Pinches ist sein Name, er musste wohl überraschend nach Los Angeles, weshalb jemand anderes die beiden Tiere füttern muss. Für Lesley wäre das kein Problem… hätte sie nicht eine Einladung über das Wochenende bekommen, weshalb sie gar nicht in Rocky Beach ist.

Kurzum: Bob hat mehrere Gründe, nicht mit seinen Detektivkumpels Justus und Peter surfen zu fahren.

Das mystisch angehauchte Anwesen des Mr. Pinches

Aber wer ist eigentlich dieser Mr. Pinches zu dem Bob dann fährt? Es heißt, er sei ein verschrobener älterer Mann, dessen Haus irgendwo in den Canyons liegt und der eine Vorliebe für alte Skulpturen hat, die sein Anwesen schmücken und mystisch erscheinen lassen.

Als Bob das riesige Grundstück betritt, bemerkt er Reifenspuren und Fußabdrücke, die ihn zu einem Auto führen, dessen Hinterreifen zerfetzt sind – vom Fahrer keine Spur. Da Bob zunächst nicht weiß, was er damit nun anfangen soll, geht er erst einmal seinem eigentlichen Auftrag nach, nämlich die Katzen zu füttern.

Gefangen im Dunkeln

Im Haus von Mr. Pinches angekommen, findet Bob die beiden Katzen vor. Eigentlich ist das Füttern keine Schwierigkeit und schnell gemacht. Doch als die eine Katze für die Öffnung eines Geheimgangs (o. ä.) sorgt und anschließend in dem dahinter befindlichen dunklen Spalt verschwindet, folgt Bob ihr grummelnd, um sie wieder herauszulocken. Fatalerweise schließt sich der Geheimgang anschließend und Bob sitzt fest. Ohne Lichtschalter, ohne Handy und damit ohne Möglichkeit, irgendjemandem ein Zeichen zu geben …


Fazit

Inhalt:

[Achtung Spoiler!]

Eine Sache vorweg: Es ist super, dass die drei Fragezeichen auch ein bisschen mit der Zeit gehen. Aber irgendwie wirkt die Tatsache, dass Bob (aus dem Nichts) eine Sprachnachricht für seine Detektivfreunde aufnehmen will doch sehr skurril. Was möchte er damit in diesem Moment bezwecken?

Wie dem auch sei – wie hat uns die Folge ansonsten gefallen?

Kurz: Wir haben uns gut unterhalten gefühlt.

Der dunkle Wächter ist kein spezialgelagerter Sonderfall. Ein Detektiv verschwindet, die anderen beiden ermitteln und finden bestimmt eine Lösung :-). Allerdings ist hier die Rolle von Mary hervorzuheben: Bobs Cousine ist zu Besuch und da dieser nicht mehr aufzufinden ist, fährt sie zum Schrottplatz. Missmutig, da Bob sie wider Erwarten nicht vom Flughafen abgeholt hat. Justus, der sowieso schlecht auf Mary zu sprechen ist, zeigt ihr die kalte Schulter. Er ist nicht erfreut sie zu sehen. Als jedoch die Fronten geklärt sind, wird Mary sogar in die Ermittlungen aufgenommen, bei denen sie aktiv mithelfen kann, das Geheimnis um Bobs Verschwinden zu lüften.

Während Mary nahezu in ihrer Recherchetätigkeit aufblüht, scheint Peter gefrustet über die Tatsache, dass sie von Justus immerzu gelobt wird. Ist da jemand ein bisschen eifersüchtig?

Justus, Peter und Mary – das neue Detektivtrio sozusagen – kommen der Lösung allmählich näher, als sie sich das Umfeld von Mr. Pinches genauer ansehen. Zum einen hat er Probleme in der Nachbarschaft. Zum anderen hat er vor ein paar Jahren jemanden in den Knast gebracht, der “gestern” also am Tag als Bob verschwand, wieder frei gelassen wurde. Zufall? Mitnichten, denken zumindest Justus und Peter …

Die zwischenzeitlichen Einblendungen von Bobs Gedanken helfen dem Hörer, die darauffolgenden Zusammenhänge zu verstehen. Die Umsetzung ist gelungen. Der dunkle Wächter ist ein durchdachter Fall, der die Lösung bis kurz vor Schluss offen hält. Einige Schmunzler zwischendurch und auch die Konfrontation mit Bobs Cousine runden das Hörspiel ab.

Sprecherleistung:

Während wir in dieser Folge viele Sprecher hören, die bei den Die drei Fragezeichen zum Standardinventar gehören, bekommen wir es auch mit einem neuen Charakter zu tun: Mary – gesprochen von Marion Gretchen Schmitz. Mary wird als die seltsame und durchaus nervige Cousine dargestellt. Marion Gretchen Schmitz verleiht Mary daher eine vorwiegend quietschige Stimme, die aufdringlich und markant ist und durchaus dazu beiträgt, den Charakter nervig oder gar unsympathisch zu finden. Zum Glück dreht sich dieses Bild schnell, sodass Schmitz der Figur nicht durchgängig diesen negativen Stempel aufdrücken muss.

Des Weiteren ist uns eine eher zurückhaltende Rolle von Erzähler Axel Milberg aufgefallen. Sicherlich hat er uns wie gewohnt durch das Hörspiel geführt. Aber an der ein oder anderen Stelle wurde bewusst darauf verzichtet. Stattdessen hatte Andreas Fröhlich als Bob die Möglichkeit, seine Gedanken den Hörern direkt mitzugeben. Axel Milberg macht seinen Job als Erzähler gut, aber Hörspiele ohne Erzähler oder zumindest ohne viele Erzähler-Einheiten eröffnen dem Hörer eine ganz andere Perspektive. Wir sind für mehr Experimentierfreude.

Cover und Titel:

Auf dem Cover ist ein Briefkasten vor einem großen Haus zu sehen, auf dem sich ein dreiköpfiger Hund befindet. Einige weitere Skulpturen schmücken den Hintergrund. Der Titel Der dunkle Wächter rundet das mystische Gefühl an dieser Stelle ab.

Der dreiköpfige Hund Cerberus, wie auch Justus natürlich bereits mitgeteilt hat, ist in der griechischen Mythologie der Wächter zum Tor der Unterwelt. Er wacht darüber, dass kein Lebender hineinkommt, aber auch kein Toter herauskommt. Als Hörer versteht man erst später den Zusammenhang zwischen dem Titel und dem Hörspiel selbst. Der dreiköpfige Hund bewacht sozusagen den Geheimgang, in dem Bob festsaß.

Titel und Cover sind vielversprechend und der Hörer dürfte am Ende nicht enttäuscht werden.

Gesamtspiellänge:

ca. 71 Minuten

Erscheinungsdatum:

13. März 2020


Besetzung:

Erzähler | Axel Milberg
Justus Jonas | Oliver Rohrbeck
Peter Shaw | Jens Wawrczeck
Bob Andrews | Andreas Fröhlich
Mary | Marion Gretchen Schmitz
Tante Mathilda
| Karin Lieneweg
Onkel Titus
| Rüdiger Schulzki
Potato-Fred
| Peter Weis
Mr. Pinches
| Jürgen Uter
Carter Bridou
| Peter G. Dirmeier
Inspektor Cotta
| Holger Mahlich

Die Kunst des Synchronsprechens

Wir kennen das Phänomen alle: Wir gucken eine Serie oder einen Film und hören eine Stimme, die wir zum Einschlafen oder beim Putzen oder sonstiger Gelegenheit immer und immer wieder hören. Gute Synchronsprecher haben eine markante Stimme und werden daher auch immerzu eingesetzt. Es fängt damit an, dass Schauspieler in verschiedenen Projekten dieselbe Synchronstimme erhalten. Diese Tatsache ist natürlich nachvollziehbar. Im Original wechselt der Schauspieler schließlich auch nicht ständig seine Stimme. Skurril wird es, wenn verschiedene Schauspieler/Rollen ein- und dieselbe Synchronstimme haben. Verbildlicht hat das zum Beispiel filmstarts. Und genau da liegt wahrscheinlich auch die Kunst des Synchronsprechens.

Diese Stimme kommt mir irgendwie bekannt vor

Je mehr Hörspiele man hört und Filme/Serien man schaut, desto mehr hat man den Eindruck, dass es in Deutschland einen recht kleinen, aber festen Kreis an Synchronsprechern gibt. Wie oft sitzt man da und überlegt, woher man diese Stimme kennt bzw. wo man diese Stimme zuletzt in welcher Rolle gehört hat? Und dann stellt man eben fest (siehe filmstarts), dass die skurrilsten Mixe dabei herauskommen. Die Kunst des Synchronsprechens eben.

Anders kann man sich nicht erklären, wie Sheldon Cooper und Leonardo DiCaprio beispielsweise ein und dieselbe Synchronstimme haben können – übrigens die von Gerrit Schmidt-Foß. Oder wie kann es sein, dass Andreas Fröhlich einmal dem Detektiv Bob Andrews, Gollum aus Herr der Ringe und dem Monster aus Monster1983 die Stimme leiht? Das macht das (Synchron-)Sprechen aus. Die Sprecher müssen in verschiedene Rollen schlüpfen, unterschiedliche Emotionen in ihre Stimmen übertragen – eben wie es ihre “Vorbilder” im Film auch tun.

In Deutschland wird viel synchronisiert

Was in Deutschland an der Tagesordnung ist, ist in manchen Ländern nicht sehr verbreitet oder wird nur geringfügig umgesetzt. Während in Skandinavien kaum synchronisiert wird – Filme und Serien werden eher im Original gezeigt – gibt es in Russland oder in Polen oftmals nur einen Synchronsprecher, der alle Dialoge synchronisiert. In den USA hingegen wurden zuletzt Filme eher neu gedreht, als ausländische Filme zu synchronisieren (Beispiel: Ziemlich beste Freunde), was wiederum auch sehr schade ist.

Was die Qualität des Synchronsprechens angeht, können wir uns in Deutschland wohl glücklich schätzen. Und da nimmt man doch gern in Kauf, dass Luise Helm (Synchronsprecherin von u. a. Scarlett Johansson.) und Tommy Morgenstern (Synchronsprecher von u. a. Ryan Gosling und Chris Hemsworth) gefühlt jede zweite Rolle einnehmen… :-).

Luise Helm treffen wir übrigens auch in VIDAN als Doc Sally Hansen an.

Jordsand

Jordsand ist ein bei Audible erschienener Hörspiel-Thriller, geschrieben von Susanna Mewe und Carola M. Lowitz. Verfügbar ist er seit 31. Oktober 2019 – pünktlich zu Halloween also. Aus unserer Sicht: endlich mal wieder ein Hörspiel, das nach Monster 1983 eine spannende Story verspricht.

Aber worum geht es?

Autorin Ilsa (Daniela Bette) zieht mit ihrer Familie, ihrem Ehemann Lennard (Michael-Che Koch) und ihrem Sohn Jan (Patrick Mölleken) nach Jordsand, auf eine Hallig (laut Wikipedia: kleine, nicht oder nur wenig geschützte Marschinseln vor den Küsten, die bei Sturmfluten überschwemmt werden können). Lennard ist an diesem Ort aufgewachsen, er hat lange Zeit den Hausmann gemimt und war auch für Jan die vordergründige Vertrauensperson. Diese Tatsache soll sich mit dem Umzug von der Hauptstadt nach Jordsand ändern, denn Ilsa möchte sich nun mehr Zeit für die Familie nehmen. Zuletzt hat sie sich als Autorin in Berlin die Nächte um die Ohren geschlagen und wohl nicht viel zur Erziehung des Sohnes beigetragen.

Kurz nachdem Ilsa gemeinsam mit ihrer Familie das Haus bezogen hat, macht sie die Bekanntschaft mit einem 7-jährigen Mädchen aus dem Ort: Estrid. Kurz darauf hört Ilsa, dass Estrid im Meer ertrunken sein soll und das, obwohl sie eigentlich eine gute Schwimmerin war. Ilsa glaubt nicht an einen Unfall. Als sie erfährt, dass Estrids Tod bereits über ein Jahr her sein soll, fängt sie allmählich an, ihren Verstand zu verlieren …

Während Ilsa sehr mit sich und ihren Erinnerungen beschäftigt ist, beginnt ihr Sohn Jan sein wahres Ich zu zeigen, das schlimmer zu sein scheint, als sie sich je hätte vorstellen können …


Blickwinkel Dominique

Nachdem ich schon ein paar Wochen hier und da etwas von Jordsand gehört hatte, musste ich es doch tatsächlich wieder tun: mein Audible-Abo reaktivieren. Und im Großen und Ganzen hat es sich gelohnt. Jordsand war seit Langem mal wieder eine Geschichte, die mich gefesselt hat – um ehrlich zu sein, die Erste nach der letzten Staffel von Monster1983.

 

Ich bin schnell reingekommen, habe mich schnell in Ilsa hinein versetzen können und hatte nahezu Angst, die Wahrheit um Estrids Tod herauszufinden. Die ein oder andere schreckliche – also wirklich grauenhafte (!) – Szene hat dem Hörspiel dann noch das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Gegen Ende jedoch hatte ich das Gefühl, dass die Autorinnen selbst keinen klaren Plan hatten, in welche Richtung das Hörspiel nun gehen soll, weshalb sich die Handlung ziemlich paradox entwickelte.

 

80 % des Hörspiels haben mir sehr gut gefallen. Über die Auflösung lässt sich streiten. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass wir genau solche Hörspiele vermehrt brauchen.

Blickwinkel Laura

Mysteriöse Todesfälle auf einer idyllischen Hallig – was für eine große Hoffnung am Audbile-Hörspiel-Fundament! Jordsand hat es geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Die Sprecherleistung ist durchweg überzeugend, wenngleich das Dreigespann um Ilsa, Lennard und Jan den größten Part einnehmen.

 

Und auch die Story verdient Anerkennung: Eine erfolgreiche Berliner Geschäftsfrau Mitte dreißig, zieht mit ihrer Familie auf die Hallig Jordsand vor der Westküste Schleswig-Holsteins, um dort in Ruhe Romane zu schreiben. Ihr verhaltensauffälliger Sohn Jan kommt damit allerdings gar nicht klar. Und spätestens, als sich herausstellt, dass Jan nicht der nette Großstadtjunge von nebenan ist, nimmt der Mystery-Thriller an Tempo auf. Das Hörspiel ist aufwendig produziert und gut abgemischt. Lasst uns nicht über das Ende sprechen, sondern hört selbst … klare Hörempfehlung!


Hörspielfakten

Drehbuchautorinnen:
Carola M. Lowitz und Susanna Mewe

Gesamtspiellänge:
8 Stunden und 9 Minuten

Erscheinungsdatum:
31. Oktober 2019

Besetzung:
Erzähler | Uve Teschner
Ilsa Holm | Daniela Bette
Lennard Holm | Michael-Che Koch
Jan Holm | Patrick Mölleken
Annika Berg | Mayke Dähn
Tore Holm | Bodo Primus
u. v. m.

Die drei ??? – Das Weiße Grab (202)

Pünktlich zur Wintersaison veröffentlichte EUROPA die 202. Folge der Die drei Fragezeichen – Das Weiße Grab. Thematisch ist das natürlich fantastisch, der Hörer hat gleich Lust, reinzuschnuppern und in die Winterwelt voller Schnee abzutauchen. Dem haben wir uns angeschlossen: Worum geht es in der 202. Folge und wie hat sie uns gefallen?


Ein Kurzurlaub zu dritt

Justus, Peter und Bob haben ein paar Tage frei und fahren in die Berge – um genau zu sein ins Snow Paradise nach Clearwater Springs. Sie haben sich vorgenommen, dort eine Skitour zu unternehmen. In dem kleinen verschneiten Bergdorf, in dem sie übernachten, scheint nicht viel los zu sein. Die Einwohnerzahl kann man – übertrieben gesagt – an einer Hand abzählen, zumindest zählt das Bergdorf nur fünf Häuser.

Eine seltsame Begegnung auf dem Friedhof – Peters Knie schlottern

Was wie ein entspannter Ferientrip klingt, entpuppt sich für die drei Detektive schnell als neuer Fall. Die drei Fragezeichen machen seltsame Entdeckungen auf dem Friedhof von Clearwater Springs: Jemand hat den Schnee von einem Grab weggeschaufelt und versucht, die Erde aufzugraben – dies jedoch erfolglos, denn der Boden ist gefroren. Und Justus fragt sich zu Recht, “warum jemand am späten Abend eine Leiche ausgraben will…”.

Die Four-Hills-Tour endet in einer Hütte im Lawinengebiet

Die drei Detektive lassen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen, checken in ihr Hotel ein und machen sich am nächsten Morgen auf den Weg, um die geplante Tour zu starten. Allerdings kommen sie nicht weit. Der Skifahrer Trevor Tompson (Marek Erhardt) hat sich verletzt und benötigt Hilfe und das mitten im Lawinengebiet. Die drei Detektive helfen ihm hinüber in die Hütte und  treffen dort auf Laurenne Duffy (Heidi Schaffrath), die Schwester vom kürzlich verstorbenen Walt Duffy.

Kurze Zeit später bricht eine Lawine über die Hütte herein, in die sich gerade so noch ein weiterer Skifahrer retten kann: Bruce Osborne (Martin Paas). Sie sind in der Hütte gefangen und haben keinen Kontakt zur Außenwelt.

Was steckt hinter dem Weißen Grab? Die drei Detektive ermitteln

Schon zu Beginn der Folge sind die drei Fragezeichen auf den Begriff “Das Weiße Grab” gestoßen und erst jetzt beginnen sie zu verstehen, was damit gemeint ist. Was aber steckt wirklich dahinter? Und was hat es mit dem Geist von Walt Duffy auf sich, den seine Schwester heraufbeschwören will? Eine auf vier Wände begrenzte Ermittlung der drei Detektive beginnt …


Fazit

Inhalt:

Die 202. Folge beginnt stark, ist spannend und plätschert nach der Hälfte aber leider vor sich hin. Sie ist geprägt von vielen (unmöglichen) Zufällen, mittelguten Scherzen und die Auflösung des Falls wirkt doch sehr weit hergeholt. Nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht, diese Folge zu hören und die drei Fragezeichen bei diesem Abenteuer zu begleiten.

Möglicherweise können wir uns mit dem Ende nicht anfreunden, weil wir uns von der Folge etwas anderes erhofft hatten. Dass “das Weiße Grab” noch die Themen Geister und Sekten aufgreift, ist irgendwie deplatziert.

Aber einiges ändert sich wohl nie: Justus nimmt mal wieder seine Rolle als Besserwisser ein und eckt damit an der ein oder anderen Stelle an … :-).

Sprecherleistung:

Rohrbeck, Wawrczeck und Fröhlich sind gewohnt gut. Heidi Schaffrath ist nach ihrem letzten Besuch in Folge 175 (Schattenwelt) mal wieder in einer größeren Rolle am Start und übernimmt die Rolle der Laurenne Duffy, die einem zu Beginn des Hörspiels sympathisch vorkommt, je länger man sich die Story anhört und hinter ihr Geheimnis rückt, allerdings immer unsympathischer wird. Die Sprecherin, die auch öfter mal bei TKKG und vielen weiteren Hörspielen mitgewirkt hat, überzeugt in ihrer Rolle total.

Cover und Titel:

Warum das Hörspiel so heißt wie es heißt, erfährt man recht zeitnah in der Geschichte. Auf dem Cover sieht man eine Hütte, die gerade von einer großen Schneemasse überschüttet wird. Daher kann man sich natürlich auch schnell denken, was es mit diesem weißen Grab auf sich hat. Trotz dessen, dass es sich auf dem Cover um eine gefährliche Situation handelt, wirkt es so schön winterlich, dass man eigentlich gleich seine Winterklamotten überwerfen möchte und ab auf die Piste will.

Gesamtspiellänge:

ca. 78 Minuten

Erscheinungsdatum:

29. November 2019


Besetzung:

Erzähler | Axel Milberg
Justus Jonas | Oliver Rohrbeck
Peter Shaw | Jens Wawrczeck
Bob Andrews | Andreas Fröhlich
Laurenne Duffy | Heidi Schaffrath
Joe Patwin | Jürgen Uter
Trevor Tompson | Marek Erhardt
Bruce Osborne | Martin Paas
Kelly | Henrike Fehrs
Walt Duffy | Stephan Benson