Jordsand

Jordsand

Jordsand ist ein bei Audible erschienener Hörspiel-Thriller, geschrieben von Susanna Mewe und Carola M. Lowitz. Verfügbar ist er seit 31. Oktober 2019 – pünktlich zu Halloween also. Aus unserer Sicht: endlich mal wieder ein Hörspiel, das nach Monster 1983 eine spannende Story verspricht.

Aber worum geht es?

Autorin Ilsa (Daniela Bette) zieht mit ihrer Familie, ihrem Ehemann Lennard (Michael-Che Koch) und ihrem Sohn Jan (Patrick Mölleken) nach Jordsand, auf eine Hallig (laut Wikipedia: kleine, nicht oder nur wenig geschützte Marschinseln vor den Küsten, die bei Sturmfluten überschwemmt werden können). Lennard ist an diesem Ort aufgewachsen, er hat lange Zeit den Hausmann gemimt und war auch für Jan die vordergründige Vertrauensperson. Diese Tatsache soll sich mit dem Umzug von der Hauptstadt nach Jordsand ändern, denn Ilsa möchte sich nun mehr Zeit für die Familie nehmen. Zuletzt hat sie sich als Autorin in Berlin die Nächte um die Ohren geschlagen und wohl nicht viel zur Erziehung des Sohnes beigetragen.

Kurz nachdem Ilsa gemeinsam mit ihrer Familie das Haus bezogen hat, macht sie die Bekanntschaft mit einem 7-jährigen Mädchen aus dem Ort: Estrid. Kurz darauf hört Ilsa, dass Estrid im Meer ertrunken sein soll und das, obwohl sie eigentlich eine gute Schwimmerin war. Ilsa glaubt nicht an einen Unfall. Als sie erfährt, dass Estrids Tod bereits über ein Jahr her sein soll, fängt sie allmählich an, ihren Verstand zu verlieren …

Während Ilsa sehr mit sich und ihren Erinnerungen beschäftigt ist, beginnt ihr Sohn Jan sein wahres Ich zu zeigen, das schlimmer zu sein scheint, als sie sich je hätte vorstellen können …


Blickwinkel Dominique

Nachdem ich schon ein paar Wochen hier und da etwas von Jordsand gehört hatte, musste ich es doch tatsächlich wieder tun: mein Audible-Abo reaktivieren. Und im Großen und Ganzen hat es sich gelohnt. Jordsand war seit Langem mal wieder eine Geschichte, die mich gefesselt hat – um ehrlich zu sein, die Erste nach der letzten Staffel von Monster1983.

 

Ich bin schnell reingekommen, habe mich schnell in Ilsa hinein versetzen können und hatte nahezu Angst, die Wahrheit um Estrids Tod herauszufinden. Die ein oder andere schreckliche – also wirklich grauenhafte (!) – Szene hat dem Hörspiel dann noch das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Gegen Ende jedoch hatte ich das Gefühl, dass die Autorinnen selbst keinen klaren Plan hatten, in welche Richtung das Hörspiel nun gehen soll, weshalb sich die Handlung ziemlich paradox entwickelte.

 

80 % des Hörspiels haben mir sehr gut gefallen. Über die Auflösung lässt sich streiten. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass wir genau solche Hörspiele vermehrt brauchen.

Blickwinkel Laura

Mysteriöse Todesfälle auf einer idyllischen Hallig – was für eine große Hoffnung am Audbile-Hörspiel-Fundament! Jordsand hat es geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Die Sprecherleistung ist durchweg überzeugend, wenngleich das Dreigespann um Ilsa, Lennard und Jan den größten Part einnehmen.

 

Und auch die Story verdient Anerkennung: Eine erfolgreiche Berliner Geschäftsfrau Mitte dreißig, zieht mit ihrer Familie auf die Hallig Jordsand vor der Westküste Schleswig-Holsteins, um dort in Ruhe Romane zu schreiben. Ihr verhaltensauffälliger Sohn Jan kommt damit allerdings gar nicht klar. Und spätestens, als sich herausstellt, dass Jan nicht der nette Großstadtjunge von nebenan ist, nimmt der Mystery-Thriller an Tempo auf. Das Hörspiel ist aufwendig produziert und gut abgemischt. Lasst uns nicht über das Ende sprechen, sondern hört selbst … klare Hörempfehlung!


Hörspielfakten

Drehbuchautorinnen:
Carola M. Lowitz und Susanna Mewe

Gesamtspiellänge:
8 Stunden und 9 Minuten

Erscheinungsdatum:
31. Oktober 2019

Besetzung:
Erzähler | Uve Teschner
Ilsa Holm | Daniela Bette
Lennard Holm | Michael-Che Koch
Jan Holm | Patrick Mölleken
Annika Berg | Mayke Dähn
Tore Holm | Bodo Primus
u. v. m.

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