Arzu – Ein Hörspiel von Sirius Kestel

Ende November 2020 ist das Hörspieldrama ARZU. von Sirius Kestel erschienen. Wir haben bei Wolfy Office ein Rezensionsexemplar angefragt und erhalten.

Das Hörspiel basiert auf einem wahren Verbrechen. Es wird vorab darauf hingewiesen, dass physische und psychische Gewalt sowie eine Entführung thematisiert werden, weshalb man das Hörspiel entweder gar nicht oder zumindest in Anwesenheit einer vertrauten Person hören sollte, sofern diese Thematik gegebenenfalls traumatische Erlebnisse auslöst.

Worum aber geht es konkret?

Arzu (Rana Farahani) ist zu Besuch bei ihrem Freund Alex (Boris Keil). Sie scheint sich von ihrer Familie abgewandt zu haben und trotzdem überprüft sie, ob sie neue Nachrichten erhalten hat. Und das ist in der Tat so: 13 neue Nachrichten. Ihre Schwester Shirin (Suri Abbassi) schreibt: “Komm zurück, noch ist es nicht zu spät. Egal, wo du bist, wir kriegen dich (…).”

 In Arzus Stimme hört man einerseits Angst, aber auch immer noch die Verbundenheit zu ihrer Familie. Für Alex ist das absolut unverständlich. Arzu hat schließlich ihren Vater angezeigt, hat ihren Namen geändert und wohnt an einem ihrer Familie unbekannten Ort, in einem Frauenhaus, fernab von ihren Freunden.

Was genau vorgefallen ist, erfährt man hier nicht. In der Nacht, in der beide, Arzu und Alex, nicht schlafen können, hören sie auf einmal klirrendes Glas. Eine Fensterscheibe? Arzus Geschwister befinden sich plötzlich in der Wohnung, verprügeln Alex so sehr, dass er Arzu nicht mehr zur Hilfe eilen kann. Arzus Geschwister sind gekommen, um Arzu zu entführen …


Fazit

Inhalt:

[Achtung Spoiler]

Es ist krass, wie 52 Hörspielminuten so gewaltig sein können. Arzu wird von ihren Geschwistern in einem schwarzen Leichenwagen verschleppt, wobei Arzu nicht weiß und versteht, was für ein Unrecht sie begangen hat, dass sie das nun erleben muss. Zwischenzeitlich hegt sie noch Hoffnung, als ihr Bruder Kirir ihr zur Flucht verhilft, doch diese Hoffnung währt nicht lang.

ARZU. ist ein so wichtiges Hörspiel, wenn es darum geht, für Frauenrechte einzustehen. Ist es von Arzu zu viel verlangt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen? Selbst zu entscheiden, wen sie liebt? Für ihre Familie ist das inakzeptabel und eine Rückkehr zur Familie für Arzu ausgeschlossen.

Die Erzählerin An Kuohn fasst es im Hörspiel gut zusammen:

Sie [Arzus Geschwister] mussten ihre Pflicht erfüllen, damit sich ihre Welt wieder dreht. Denn sie sind zu Opfern ihrer Weltanschauung geworden, die sie zu Henkern machte.

Das Hörspiel lässt einen ratlos zurück und dennoch ist es wichtig, aufzuzeigen, dass solche Geschichten auch heute noch zur Realität gehören.

Sprecherleistung:

Die Sprecherleistung ist im Hörspieldrama extrem hoch. Die Stimmen wirken durchweg authentisch, man ist wie gefangen in dieser Geschichte und hängt vor allem Arzu an den Lippen. Die Erzählerin An Kuohn führt einen sehr gut durch die Geschichte und bildet den Rahmen dafür.

Das Besondere am Hörspiel ist, dass es nicht im Studio aufgenommen wurde, sondern – wie Sirius Kestel sagt – “on location”. Die Sprecher*innen hatten so die Möglichkeit, sich noch besser in ihre Rollen hineinzuversetzen und diese zu leben. Interessant ist auch, dass bei ARZU. eben nicht mit klassischen Hörspielsprecher*innen gearbeitet wurde, sondern mit tatsächlichen Schauspieler*innen, bekannt aus Film und Fernsehen.

Geräusche und Musik:

Der Sound der Stimmen ist ganz klar. Es wird wenig mit zusätzlichen Hintergrundgeräuschen gearbeitet, um den Fokus auf das Gesprochene möglicherweise nicht zu verlieren. Klaviermusik ertönt, das Zuschlagen von Autotüren. Und zwischenzeitlich hört man etwa Wettereinflüsse wie Regen und Gewitter, die das Geschehen noch gewaltiger erscheinen lassen.

Cover und Titel:

Auf dem Cover sieht man eine Frau, die drei Mal mit unterschiedlichen Mimiken abgebildet ist, in rot blau und gelb. Zudem sieht man ein dunkles Auto mit Scheinwerferlicht. Viel können wir nicht herauslesen, aber das macht es umso spannender.

Bonustrack:

Auf der Hörspiel-CD befindet sich ein 18-minütiger Bonustrack. Zu hören gibt es das Kurzhörspiel Mordsmäßig (geschrieben von Diddi Meyer), welches inhaltlich nicht mit ARZU. in Zusammenhang steht.

Fakten

Genre:

Drama

Gesamtspiellänge:

52 min.

Erscheinungsjahr:

2020

Verlag:

Wolfy Office

Besetzung:

Arzu | Rana Farahani

Osman | Hasan H. Tasgin

Shirin | Suri Abbassi

Kirir | Doguhan Kabadayi

Alex | Boris Keil

Autofahrer | Damjan Batistic

Arzuz Mutter | Pervin Akyildiz

Junge Arzu | Sury Arndt

Erzählerin | An Kuohn

Ansage | Marc Schülert

 

Autorin / Regisseurin | n. a.

Produzent / Tonmeister / Sounddesigner | Sirius Kestel

Geräuschsynchronartistin | Johanna Roth

Komponistin | Victoria Hillestad

Lektorin | Sabine Stubner

Cover-Illustratorin | Julia Skala

Cover-Layouter | Paul Blechschmidt

Aufnahmelogistiker | Jakob Heuberger


Zum Hörspiel-Trailer

Zum Making-Of


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das Hörspiel von Wolfy Office zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Cornelia Funke – Drachenreiter – Die Vulkan-Mission

Am 20. Oktober 2017 hat Cornelia Funke ihr erstes Hörspiel auf den Markt gebracht. Wir haben ein Rezensionsexemplar von “Drachenreiter – Die Vulkan-Mission” erhalten und uns in die Welt der Fabelwesen begeben.

In einer Welt voller Fabelwesen verschwinden im Laufe der Zeit mehrere Geschöpfe. Die Organisation “FreeFab”, die zum Schutz aller Fabelwesen dient, spricht eine Mission aus. Fliegenbein, seines Zeichens Homunkulus, wird zum Anführer dieser Mission ernannt und von Schwefelfell und Lola, einer Koboldin und einer fliegenden Ratte, begleitet. Zu dritt machen sie sich auf in das Abenteuer, das sie zunächst nach Island führt. Hier machen sie in einem Vulkan eine unglaubliche und zugleich schreckliche Entdeckung …


Fazit

Inhalt:

“Drachenreiter – Die Vulkan-Mission” ist eine schöne Hörspielgeschichte, bei der – gefühlt – unzählige Fabelwesen erscheinen. Bis der Hörer begriffen hat, welches Geschöpf sich hinter welcher Stimme verbirgt, vergeht seine Zeit. Weiß man einmal Bescheid, fängt die Hörspielfreude an. Es ist mit viel Liebe zum Detail produziert. Die Fantasie wird angeregt – das Vorstellungsvermögen des Hörers ist gefragt und genau so soll es ja auch sein. Wenn man fantasievolle Hörspiele mag, fühlt man sich hier gleich zu Hause – die Atmosphäre ist stimmig. Für Witz sorgen vor allem auch die beiden Fabelwesen Schwefelfell und Lola, die sich von Anfang an nicht grün sind. Fliegenbein – als Anführer dieser Rettungsmission – versucht zu schlichten, wo er kann. Allerdings ist er damit nur begrenzt erfolgreich.

Egal, ob für klein oder groß – die Hörspielproduktion von Cornelia Funke ist hörenswert und hat zwischendurch Spannungsstränge, mit denen man zu Beginn möglicherweise nicht gerechnet hat. Alles in allem hat uns das Hörspiel gut gefallen – auch wenn wir natürlich nicht Zielgruppe Nummer 1 sind. ;-)

Sprecherleistung:

Wir haben es hier mit vielen verschiedenen Stimmen und Sprechern zu tun. Eine besonders wichtige Rolle nimmt hier der Erzähler Samuel Weiss ein, der den Hörer durch das Hörspiel führt. Ohne ihn wäre man zumindest zu Beginn verloren. Was wir auch ganz toll finden ist, dass die Autorin selbst eine kleine Rolle übernimmt – so spricht Funke beispielsweise Winnifred – das Fotomeleon. Dabei handelt es sich um eine Art Eidechse, die auf ihren Schuppen Fotos darstellen und so in die Vergangenheit blicken kann. Hundertprozentig überzeugt hat sie uns in dieser Rolle allerdings nicht. Ist aber okay für uns, da sie ja auch keine ausgebildete Synchronsprecherin ist.

Geräusche und Musik:

Eine große Rolle nehmen die Geräusche und die Musik in diesem Hörspiel ein, die für die besondere Atmosphäre in der Welt der Fabelwesen sorgen. Eigens für die Vulkan-Mission komponierte Musik wurde verwendet, was wir als Hörspielhörer natürlich immer ganz groß finden.

Cover und Titel:

Das Cover zeigt die drei Fabelwesen auf der Rettungsmission im Unterwasserboot, wie sie in einen Schwarm schwarzer Fische fahren. Es zeigt, dass es sich hier um ein Hörspiel voller Abenteuer handelt und das vermittelt es auch zurecht. Der Titel “Drachenreiter” wird gold schimmernd dargestellt, was das Cover noch etwas hochwertiger erscheinen lässt. Auch die Fische sind schwarz glänzend dargestellt. Für uns ist das Hörspielcover stimmig. Die Vulkan-Mission kommt hier allerdings etwas zu kurz. Wieso man sich hier wohl für ein Unterwasserbild entschieden hat?


Fakten

Genre:

Fabelwesen / Freundschaft / Fantasy

Label:

Atmende Bücher

Gesamtspiellänge:

ca. 90min

Produktionsjahr:

2017


Besetzung:
Erzähler Samuel Weiss
Fliegenbein Stefan Brönneke
Lola Gala Othero Winter
Schwefelfell Kathrin Angerer
Gilbert Grauschwanz Bjarne Mädel
Winnifred Cornelia Funke
Bilsenkraut Hans Peter Hallwachs
Sandstein-Stern Henning May
Petrosius Gordon Piedesack
Lung Rainer Strecker
Dandelion Achim Buch
Ben Björn Meyer
Möchtegern Mirko Thiele
Freddie Moritz P.G. Katz
Guinever Uta Dänekamp

In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag hat uns das Team von “Atmende Bücher” ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Folge der Woche: Ferdinand Balzac, Privatdetektiv – Das neunte Kind (1)

Neues aus der Hörspielwelt:

SilberZunge Audio

SilberZunge Audio, ein Hörspiel-Startup aus München, betritt mit der Hörspielreihe “Ferdinand Balzac, Privatdetektiv” die Bühne des gesprochenen Wortes. Die neue Produktionsfirma ist im Januar 2017 an den Start gegangen. In Planung sind Hörbücher und Hörspiele, die das junge Unternehmen in Eigenproduktion auf den Markt bringen möchte.

Die Produzenten von SilberZunge Audio sind ausgebildete Sprecher. Das Dreigespann – bestehend aus Stefan H.A. Meichsner, Tinka Kowatsch und Dagi Lilo van Thiel – präsentiert sich stimmlich gleich in der ersten Hörspielproduktion “Ferdinand Balzac, Privatdetektiv”.

Gelange hier zu den Stimmen hinter SilberZunge Audio.

Scharfsinnig & charmant: Privatdetektiv Ferdinand Balzac

Mein Name ist Ferdinand Balzac. Ich bin Privatdetektiv und vergesse nie etwas. Gemeinsam mit meiner rechten Hand Melanie Vincent – ein echtes Recherchegenie und unentbehrlicher Teil meiner Arbeit – betreibe ich eine kleine Detektei in München. Ich übernehme die Fälle, bei denen die Polizei nicht weiter weiß.

Hauptkommissar de la Croix nennt mich einen überheblichen, selbstverliebten, billigen Schnüffler. Nun ja, zumindest billig bin ich nicht. Auch mein Vater war Polizist. Er wurde ermordet. Und wenn mich eines mehr antreibt als das Schicksal meiner Klienten, dann ist [es] der unbändige Wille, seinen Mörder zu überführen – koste es, was es wolle.

(Quelle: Ferdinand-balzac.com/ueber-uns)

Den Anfang macht “Das neunte Kind”, Episode 1 der Hörspielreihe “Ferdinand Balzac, Privatdetektiv”. Das Mystery-Krimi-Hörspiel handelt vom ausgefuchsten Ermittler Ferdinand Balzac, der seinen brillanten Spürsinn nicht nur gegen ganz reale, sondern unheimliche Mächte unter Beweis stellen muss.

Zum Hintergrund

Der inzwischen erblindete Privatdetektiv Ferdinand Balzac möchte seine Biografie schreiben lassen. Diese soll die Fälle so beschreiben, wie sie sich tatsächlich ereignet haben. In dieser Angelegenheit ist Balzac eigen, denn er beansprucht für sich die alleinige Sicht auf die Ereignisse. Den Anfang seiner Biografie macht sein erster Fall, der deutschlandweit bekannt geworden war. Der Fall startet mit dem Verschwinden von Lillie Walther, welche die Presse als das “achte Kind” bezeichnet.

Bevor du unsere Rezension liest, kannst du dir auch hier Trailer und Hörprobe zur ersten Folge “Das neunte Kind” anhören.


Entführungsserie in der bayerischen Landeshauptstadt

In München werden mehrere Kinder vermisst, scheinen spurlos verschwunden. Während sich Lillies Vater Richard Walther (Marc Schülert) hilfesuchend an unseren Privatdetektiv Ferdinand Balzac (Stefan H.A. Meichsner) wendet, gibt sich die Münchner Polizei indes völlig ratlos. Der Ermittler mit dem besonderen Spürsinn findet einen schockierenden Zusammenhang zwischen den auf geheimnisvolle Weise verschwundenen Kindern …

Freitag, der 13.

Alle vermissten Kinder wurden am 13. Tag eines Monats geboren und – zu allem Überfluss – auch noch an einem Freitag. Die Polizei spielt mit verdeckten Ermittlungen, denn Hauptkommissar de la Croix (Konrad Adams) von der Münchner Polizei weiß mehr, als er zugibt, lässt sich von Balzac jedoch nicht in die Karten schauen. Gemeinsam mit seiner persönlichen Recherche-Assistentin Melanie Vincent (Tinka Kowatsch) und der Expertin für satanische Kulte Dr. Elena Mace (Jana C. Schmidt), begibt sich Ferdinand Balzac auf die Suche nach den vermissten Kindern und deren Entführern.

Trotz aller Widerstände

Die Suche entpuppt sich als waghalsiges Unterfangen um Leben und Tod. Während seiner Ermittlungen, bei denen ein sternförmiges Symbol allerhand Rätsel aufgibt, kommt Balzac dunklen Mächten auf die Spur. Schlussendlich führen die Ermittlungen Balzac und seine Begleiter zu einem Versteck in der Nähe von Freyung im Bayerischen Wald. Die Kindesrettung gleicht einem Wettlauf mit der Zeit, einem Kampf gegen die wahnsinnigen Pläne der düsteren Widersacher. Was führen die Kindesentführer im Schilde? Was hat es eigentlich mit dem neunzackigen Sigel eines satanischen Ordens auf sich? Und was ist mit den Zahlen 9 und 13?


Fazit

Inhalt:

Ein gelungener Auftakt von SilberZunge Audio. “Ferdinand Balzac” ist solide Hörspielkost mit Potenzial nach oben. Daumen hoch zum Drehbuch und zur Regiearbeit von Jana C. Schmidt und Tinka Kowatsch. Der Autor Stefan H.A. Meichsner hat viel Herzblut in die Serie gelegt. Leider haben wir es nicht mit thematischen Innovationen zu tun. Schließlich handelt es sich um eine weitere Detektivgeschichte, dessen Stil an Sherlock Holmes erinnern mag.

Warum spielt die erste Folge eigentlich in der bayerischen Metropole München? Akustisch bekommen wir nämlich wenig aus Bayern auf die Ohren. Lediglich der Wirt bringt lokalen Charme durch seinen bayerischen Dialekt hinein. Hier mangelt es ein wenig an Kriterien. Der Fall hätte sich auch in Norddeutschland abspielen können. kassettenbox ist jedenfalls gespannt auf die Fortsetzung und darauf, welche Fäden “der Unbekannte” noch ziehen wird.

Sprecherleistung:

Die Sprecherbank besetzen mehrere, im Mainstream eher unbekanntere Akteure. Die Ausnahme bildern Dirk Hardegen (Der Unbekannte) und Marc Schülert; letzterer übernimmt gleich mehrere Rollen.

Der Erzähler Daniel Werner leistet sehr gute Arbeit, kommt jedoch eher selten zum Einsatz. Hier stellt sich die Frage, ob eine Erzählstimme überhaupt vonnöten ist. Hätte diesen Part nicht auch der Protagonist Ferdinand Balzac höchstselbst übernehmen können? Schließlich erzählt dieser ja aus der Retrospektive von seinen abgeschlossenen Fällen. Die ruhige und sachliche Darstellungweise könnte ein Stefan Meichsner ebenso leisten. Hier zeigt das Skript eine kleine Schwachstelle auf.

Die Interpretation des lässigen Privatdetektivs ist durchweg gelungen. Das Superhirn mit eidetischem Gedächtnis wird stimmlich absolut authentisch rübergebracht. Einzig und allein Klaus Götsch als Lucifers Diener fehlt es an Seriosität. Leider ist seine stimmliche Darbietung eher deplatziert. Schade, denn hier hätte dem Hörspiel ein Schippchen Authentizität gutgetan. Als Fehlbesetzung erweist sich Konrad Adams in der Rolle des Hauptkommissars de la Croix. Stimmlich ist er eine Wucht, agiert als seriöser Kommissar allerdings viel zu schroff und unnahbar. Ihm hätte eine andere Sprecherrolle besser zu Gesicht gestanden. Die Kommissarrolle passt einfach nicht zu ihm.

In weiteren Rollen bekommen wir u. a. Michaela Amler, Linita Reimann, Hülya Önalan, Sebastian Dorn, Dagli Lilo van Thiel, Tinka Kowatsch und Jana Schmidt u.v.m. zu hören. Insgesamt merkt man, dass die beteiligten Sprecher nicht Hörspieler der allerersten Stunde sind. Doch das ist der Charme von “Ferdinand Balzac”. Hier hat sich eine Gruppe formiert, die Spaß an der Arbeit hinter dem Mikrofon hat.

Geräusche und Musik:

Geräusche halten sich in “Das neunte Kind” eher im Hintergrund. Vielmehr hat man auf einen Titelsong wert gelegt. “Schatten auf dem Nebel” von Sophia Grobler bekommen wir gleich nach dem gelungenen Intro zu hören; als Longplay noch einmal am Ende der Geschichte. Der Titelsong aus der Feder der Sängerin Sophie Grobler gefällt. Die musikalische Untermalung zwischen den Sequenzen ebenso, jedoch wäre noch ein Hauch mehr Mystery schön gewesen.

Soundtechnisch hat das Hörspiel eher wenig zu bieten. An der einen oder anderen Stelle sind hier noch Stellschrauben, die nachjustiert werden könnten. Die Geräusche sind insgesamt keine hohe Kunst. Etwa die Szenen aus dem Helikopter am Ende der Geschichte. Das wirkt doch arg blechern. Man bekommt den Eindruck, dass man am falschen Ende, nämlich am Sounddesign gespart hat. Schade, denn die stimmige Musik gefällt so gut, dass die Produktion am Ende ein ambivalentes Gefühl zurücklässt.

Cover und Titel:

“Das neunte Kind” ziert ein schwarzes Cover mit Flammen und dem neunzackigen Siegel. Die Covergestaltung bleibt Geschmackssache. Für die nächsten Folgen wären mehr Farben wünschenswert. Der Titel ist passend gewählt und macht Lust auf mehr.

Am Ende stellt sich die Frage, warum in einer bayerischen Provinz ein Privatdetektiv tätig ist, der den Namen eines berühtem französischen Schriftstellers trägt. Planung oder Zufall? Wir hoffen auf ersteres, aber hier bleibt es abzuwarten. Da wir noch nicht viel über unseren Privatdetektiv wissen, wollen wir nicht spekulieren. Wir sind gespannt auf weitere Detektivgeschichten!


Fakten

Genre:

Mystery / Krimi

Label:

SilberZunge Audio

Gesamtspiellänge:

69min30

Produktionsjahr:

2017


Besetzung:
Erzähler Daniel Werner
Ferdinand Balzac Stefan H.A. Meichsner
Melanie Vincent Tinka Kowatsch
Dr. Elena Mace Jana C. Schmidt
Kriminalhauptkommissar de la Croix Konrad Adams
Michael “K” Kromer Sebastian Dorn
Luzifers Diener Klaus Götsch
Wirt Manfred Abholzer
Richard Walther Marc Schülert
Erika Walther Michaela Amler
Jutta Peters Linita Reimann
Frau Belling Alda Aronsson
Studentin Hülya Önalan
Radiosprecher Jakob Seidel
Der Unbekannte Dirk Hardegen
Dr. Claire Wikström Dagi Lilo van Thiel

& wie geht’s weiter?

Episode 2 (“Der Pakt”) und 3 (“Metamorphose”) kommen laut SilberZunge Audio bis September 2017 auf den Markt. Weitere Informationen zum Hörspiellabel, zu Sprechern und kommenden Live-Events findest du auf der Webseite zur Hörspielreihe “Ferdinand Balzac”. Hier findest du auch Trailer und Hörproben.

Folge der Woche: Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – Entführung auf hoher See (1)

& noch ein weiteres Jules Verne-Abenteuer?

Wenn ihr glaubt, so langsam den Überblick über den Hörspiel-Dschungel zu verlieren, dann geben wir euch an dieser Stelle ein paar Infos zum Klassiker Jules Verne an die Hand.

Alles begann mit einer zündenden Idee beim MARITIM-Verlag (hier gelangt ihr zum Gesamtkatalog), genauer: beim Verleger Sebastian Pobot. Es sollte eine neue Jules Verne-Reihe geben, in der ein altbekannter Charakter als fester Hauptdarsteller fungiert.

Gestatten: Mein Name ist Phileas Fogg, Namensgeber & Held der Hörspielserie

Mit WinterZeit Audiobooks war schnell ein erfahrenes Studio für die Post-Produktion gefunden sowie zwei kreative Autoren – Markus Topf und Marc Freund -, die sich staffelweise abwechseln. 2014 begann man mit der Produktion der Hörspielreihe. Das Konzept, Vernes Geschichten als Eckpfeiler einer neuen Abenteuerserie zu nutzen, kann neue Perspektiven eröffnen.

Jules Verne & Co?

Der ursprüngliche Titel verrät uns ein wenig über die Konzeption der Hörspiel-Serie:

Der Titel sollte anzeigen, dass nicht nur JULES VERNE Charaktere Verwendung finden, sondern auch zahlreiche andere Schöpfungen zeitgenössischer Literatur. Die Idee wurde jedoch wieder verworfen.

(Quelle: WinterZeit Audiobooks)

Jüngst erschien mit “Im Angesicht der Bestien” (VÖ: 27.01.2017) bereits die 8. Folge der neuen Abenteuer des Phileas Fogg.

Doch worum geht’s nun in Folge 1, “Entführung auf hoher See”? Wir haben für euch reingelauscht …


Nach 80 Tagen um die Welt

Seitem der bisweilen eitle, aber äußerst elegant wirkende Abenteurer Phileas Fogg seine 80-tägige Weltreise beendet hat, genießt er von allen Seiten Ruhm und Ehre für seine spektakukäre Mission. Hohe Anerkennung erhält er auch von seiner Frau Aouda (Annina Braunmiller-Jest), die ihm stets den Rücken stärkt.

Ein rastender Weltenbummler?

Doch zum Ausruhen fühlt sich der charismatische Phileas Fogg nicht bereit – denn: Der bekannte Meeresforscher und renommierte Wissenschaftler Professor Aronnax (Michael Pan) wird vermisst. Seine Nichte Louise Aronnax (Marie Bierstedt) ist in großer Sorge um ihren Onkel und wendet sich hilfesuchend und vertrauensvoll an Phileas Fogg.

An Bord der Abraham Lincoln

Eines ist klar: Polizist ist Foggs mitnichten. Er soll nun jedoch mit seiner Erfahrung den verschwundenen Professor wieder aufspüren. Zusammen mit seiner Frau Aouda und seinem treuen Freund und Diener Passepartout (Marius Clarén) besteigt er die „Abraham Lincoln“ – jenes Schiff, das Professor Aronnax kurz zuvor betreten hatte und daraufhin spurlos verschwunden war.

An Bord verdichten sich die Anzeichen für ein Verbrechen. Als die Drei es obendrein noch mit einem Unterseebot und einem rätselhaften und kauzigen Kapitän zutun bekommen, treten die dunklen Geheimnisse aus den Tiefen der Meere langsam an die Oberfläche…


Fazit

Inhalt:

Wie erindet man Jules Verne neu? Gar nicht! Denn Jules Verne ist nicht zuletzt für Liebhaber von Science Fiction und phantastischen Welten ein Heiligtum. Mit einer originalgetreuen Hörspiel-Adaption des Werkes des alten französischen Meisters fährt man also nicht gut. Die sprachliche Eleganz bzw. die narrativen Feinheiten wird man ohnehin nicht nachahmen können.

Daher verstehen wir die Hörspielreihe eher als würdigende Hommage von Geschichten, die viele seit ihrer Kindheit und frühesten Jugend geprägt haben. Als Jules Verne-Kenner hat man es bei der Reihe “Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg” mit bekannten Figuren und Motiven zutun, die jedoch frei interpretiert und durch Betonung bestimmter Facetten neu entdeckt werden. Auch begegnen wir immer wieder anderen literarischen Schöpfungen bzw. berühmten Persönlichkeiten – etwa Dr. Jeckyl alias Mr. Hyde, Frankenstein und Edgar Allan Poe (Folgen 2, 3 und 5).

Handwerklich ist die 1. Folge nicht zu kritisieren. Leider kann die Story an sich nicht durchweg überzeugen. “Entführung auf hoher See” nimmt Motive des Jules Verne-Klassikers “20.000 Meilen unter dem Meer” wieder auf. Daher kommt einem vieles schon bekannt vor. Überraschungs- bzw. die berühmten Aha-Momente bleiben leider aus.

Spoiler! Lediglich der finale Kampf gegen die Krake ist eines der actionreichsten Szenen dieser Folge. Aber was haben das Unterseeboot Nautilus und der Kapitän Nemo mit dem Verschwinden des Professors zutun? Nicht viel. Schade ist, dass das Hauptthema – die vermeintliche Entführung des Professors – sehr schnell abgewickelt wird und es dann eigentlich um etwas ganz anderes geht. Nämlich: um ein schauriges Geheimnis, das sich in den Tiefen des Meeres versteckt hält. Die Ansprechhaltung ist für ein jüngeres und älteres Zielpublikum gleichermaßen gut geeignet.

Die hohe Erwartungshaltung an die 1. Folge kann wegen des hervorragenden Sprechercats und der astreinen klanglichen Umsetzung gestillt weden. Während das Skript stellenweise lahm ist, kann die Folge im Ganzen betrachtet dennoch überzeugen. Kenner von Jules Verne werden an dieser Stelle sicherlich widersprechen, die Serie möglicherweise als würdelose Zusammenstellung diverser Motive empfinden. Hörer, die Jules Verne nur am Rande kennen, könnten aber durchaus auf ihre Kosten kommen. Weiterer Pluspunkt: Am Ende gibt es einen Cliffhanger für die nächste Episode. kassettenbox bleibt also dran! :-)

Sprecherleistung:

Zahlreiche bekannte Stimmen sorgen für eine rundum akustisch überzeugende Umsetzung. Sprecher-Highlights sind Sascha Draeger, den wir bereits als die Figur des Tarzan/Tim aus TKKG kennen. Er gibt dem Globetrotter Phileas Fogg ein glaubwürdiges Stimmprofil. Annika Braunmiller-Jest (Synchronstimme von Kristen Stewart) hingegen verleiht Foggs Frau Aouda ein etwas zu zartes Stimmchen. Die Authentizität kann hier nicht so stark durchgehalten werden wie es bei Phileas Fogg der Fall ist.

Die Verpflichtung von Christian Brückner als Erzählstimme von Jules Verne und Klaus-Dieter Klebsch als argloser Kapitän Nemo sind ein absoluter Ohrenschmaus. Foggs Sidekick Passepartout ist durch Marius Clarén bestens besetzt worden – nebenbei ein herrlicher Name! Betrachtet man die Stimmen für sich, darf man sich auf weitere Abenteuer freuen.

Geräusche und Musik:

“Jules Verne – Die neuen Abenteuer des Phileas Foggs” greift auf ein Repertoire feststehender Themes zurück, die durch den Komponisten Alexander Schiborr vorab arrangiert und produziert worden sind. Diese werden immer wieder eingesetzt, meist am Anfang, zwischen den Szenen und am Ende einer jeden Folge. Zusätzlich zum Rahmen-Soundtrack werden für die einzelnen Hörspiele verschiedene Musikstücke produziert. Geräusche und Musik bereiten viel Freude. Wir empfehlen, die Ohren zu spitzen und die Musik über Kopfhörer und nicht bloß im Hintergrund zu genießen.

Cover und Titel:

Das Cover zur 1. Folge ist detailreich und ästhetisch ansprechend gestaltet worden. Beim Titel zur Folge hingegen wurde jedoch der falsche Fokus gesetzt.


Fakten

Label:

Maritim / Winterzeit Studios

Gesamtspiellänge:

ca. 62min

Produktionsjahr:

2015


Lieblingszitat:

Louise Aronnax: “Nennen Sie mich Louise.”
Phileas Fogg: “Ich bedaure, Madame. Aber ich kenne nur eine einzige Sorte Frau, die man bei der ersten Begegnung mit dem Vornamen anredet. Und wenn Sie zu ebendieser Sorte gehören, dann habe ich mich getäuscht und wünsche einen guten Abend.”
Louise Aronnax: “Ich wollte Sie nicht kränken, Mr Fogg. Der kontinentale Umgang wird Ihnen zu jovial erscheinen …”


Besetzung:
Erzähler / Jules Verne Christian Brückner
Phileas Fogg Sascha Draeger
Aouda Fogg Annina Braunmiller-Jest
Ned Land Manfred Lehmann
Passepartout Marius Clarén
Kapitän Nemo Klaus-Dieter Klebsch
Professor Pierre Aronnax Michael Pan
Louise Aronnax Marie Bierstedt
Joseph (Butler) Bodo Wolf
Matrosen 1-4 Alexander Turrek, Martin Sabel, Leonhard Mahlich, Oliver Baumann
Fregattenkapitän Helmut Krauss
Steuermann Lutz Mackensy
Matrose Nautilus 1 Frank Felicetti
Ausguck 1-4 Rainer Fritzsche, Konrad Bösherz, Sascha Rotermund, Christian Stark
 Maschinist  André Beyer

Folge der Woche: Die drei ??? und der Mann ohne Augen (185)

Ein Wohnungsbrand, ein neuer Nachbar, ein Einbrecher, ein Mann ohne Augen, ein Kidnapper und vieles mehr. Die ganz jüngst erschienene Folge von Die drei Fragezeichen hält für den Hörspielhörer so einiges bereit. Wir haben für euch reingelauscht & und an dieser Stelle unsere Meinung notiert.


Ein Brand in Rocky Beach

Justus, Peter und Bob werden eines Abends auf einen Wohnungsbrand aufmerksam. Als sie sich mit den Bewohnern des Hauses austauschen und sich ein genaueres Bild von der Lage vor Ort machen wollen, beobachten sie einen Einbrecher, der aber gerade so noch die Kurve kriegt und den drei Fragezeichen entwischen kann.

Gesucht wird: der Einbrecher

Die drei Detektive lassen natürlich nicht locker und nehmen sich des Falles an. Wer war der Einbrecher? Was hat er in der Wohnung der Carringtons gesucht und nicht gefunden?

Nur ein harmloser Nachbarschaftsstreit?

Justus und Peter finden in der Wohnung eine Box mit vielen Zeitungsartikeln und Fotos, die auf Kindesentführungen von vor Jahrzehnten schließen lassen. Sie stoßen ebenso auf den Mann ohne Augen. Immer mehr Fragen stehen im Raum. Mit was haben es die drei Detektive hier zu tun? – ein Nachbarschaftsstreit oder ist es doch viel mehr? Justus, Peter und Bob stehen kurz davor, das Geheimnis um den Mann ohne Augen zu lüften. Ob es ihnen gelingt?


Fazit

Inhalt:

Achtung Spoiler!

Die kleine Liza Hawkins (Lucia Angela Mahler) zündelt ein bisschen und setzt dabei versehentlich das Mehrfamilienhaus in Brand. Währenddessen huscht ein Einbrecher in die Wohnung der Carringtons und nutzt die Gunst der Stunde, um etwas ganz Bestimmtes zu stehlen. Die drei Detektive kommen zu spät, wissen aber ganz genau, dass sich soeben ein spannender Fall für sie ergeben hat.

Mit den gängigen Detektivmethoden versuchen sich Justus, Peter und Bob einen Überblick über den neuen Fall zu verschaffen. Übrigens: Der Dritte im Bunde arbeitet aufgrund seiner Fußverletzung ausschließlich von der Zentrale aus und betreibt von dort Recherche und Archiv auf Hochtouren. Die drei Detektive kommen alten Kindesentführungen auf die Spur, erfahren vom Mann ohne Augen, der dafür verantwortlich gemacht wird. Nach und nach setzen sich die Puzzlestücke zusammen.

Das Thema der 185. Folge ist spannend und gruselig zugleich. Umso enttäuschender, dass der Fall am Ende so plötzlich und einfach aufgelöst wird. Mal wieder eine Lösung à la Deus ex machina. An dieser Stelle hätten wir uns noch ein paar Irrungen und Wirrungen gewünscht. Ansonsten gefällt “und der Mann ohne Augen“ aber sehr gut.

Sprecherleistung:

Gewohnt lässige Leistung der einzelnen Sprecher. Keiner der Sprecher sticht allerdings besonders hervor.

Geräusche und Musik:

Die ein oder andere Zwischenszenenmusik verspricht sehr viel Spannung, was sich bis zum Ende durch die Folge zieht. Aber grundsätzlich stehen Geräusche und Musik bei diesem Fall eher im Hintergrund.

Cover und Titel:

Das Cover ist sehr vielversprechend gestaltet worden. Zu sehen ist ein Mann, der eine Sonnenbrille trägt, in der sich wiederum die Flammen aus dem Hintergrund flackernd spiegeln. Hinter seinem Rücken lodern die Flammen.

Der Mann ohne Augen wird mit dem Hausbrand in Verbindung gebracht, auch wenn er am Tatort selbst gar nicht erscheint, da er schon ein paar Jahre tot ist. Dennoch finden wir, dass das Cover durchaus gelungen ist. Der Titel passt gut zum Cover. Ein Glück, dass der Charakter eine Sonnenbrille trägt. Alles andere wäre auch sehr untypisch für unsere Die drei Fragezeichen gewesen. Cover und Titel sind unserer Meinung nach sehr gelungen.


Fakten

Label:

EUROPA

Gesamtspiellänge:

61min16

Produktionsjahr:

2017


Besetzung:
Erzähler  Thomas Fritsch
Justus Jonas  Oliver Rohrbeck
Peter Shaw  Jens Wawrczeck
Bob Andrews  Andreas Fröhlich
Inspektor Cotta  Holger Mahlich
Adam Quinn  Romanus Fuhrmann
Mr. Carrington  Martin May
Mrs. Carrington  Manuela Dahm-Mauerhofer
Liza Hawkins  Lucia Angela Mahler
Mr. Hawkins  Achim Schülke
Mrs. Hawkins  Birte Kretschmer
Leslie Logue – Smith  Uschi Hugo
Schauspieler  Erik Schäffler
Britney Rogers  Theresa Berlage
Sanitäter  Oliver Böttcher
Mr. Sisko  Daniel Welbat