Krieg der Welten nach H. G. Wells Teil 1

Im Juni 2018 ist der 1. Teil der Hörspielreihe Krieg der Welten nach H. G. Wells bei Folgenreich erschienen. Ursprung der Geschichte ist natürlich Der Krieg der Welten von H. G. Wells aus dem Jahr 1898, es zählt noch heute als grundlegendes Werk für die Science-Fiction-Literatur. Schon 1938 hatte man eine Hörspielfassung umgesetzt, 80 Jahre später haben Christian Gailus und Oliver Döring den Krieg der Welten noch einmal aufleben lassen und inzwischen in drei Teilen zu einem Hörerlebnis gemacht.  Wir haben bei Folgenreich um ein Rezensionsexemplar gebeten und dieses für diese Woche gleich mal als Folge der Woche deklariert.


Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte im Vereinigten Königreich ein euphorischer Zukunftsoptimismus, der technische Fortschritt war im vollen Gange. Simon Schuster, seines Zeichens Journalist, war in Paris auf der Weltaustellung, als es auf der Oberfläche des Mars einen Gasausstoß gegeben hatte. Es handele sich wohl größtenteils um Wasserstoff, das sich mit großer Geschwindigkeit auf die Erde zubewegte. Leider war es nicht bei einem Gasausstoß geblieben. Ob es sich dabei um einen gezielten Angriff handelte? Aber das würde gleichzeitig bedeuten, dass es auf dem Mars intelligentes Leben gäbe … Die Gasausstöße ließen irgendwann nach, als eines Tages ein erstes Geschoss die Erde erreichte und Teile des Vereinigten Königreiches in Schutt und Asche legte. Das hingegen war aber leider erst der Anfang …


Fazit

Inhalt:

[Achtung Spoiler]

Im Grunde hat der 1. Teil der Hörspielreihe nicht viel Handlung. Simon Schuster kehrt an seinen Wohnort zurück und praktisch im nächsten Moment sind die Marsmenschen da. Der Krieg hat sozusagen begonnen. Aber wir wissen ja, dass die Handlung bei einem Hörspiel nicht immer die ausgereifteste sein muss. Bei einem Hörspiel muss das Zusammenspiel zwischen Handlung, Sprechern und Geräuschen passen. Und das ist auf jeden Fall gelungen.

Simon Schuster ist Journalist und scheint ein recht tougher Typ zu sein. Immer mittendrin oder zumindest in der Nähe des Geschehens. Als er auf den Professor Ogilvy (Peter Groeger) stößt, scheint das zunächst ein gutes Zweiergespann zu werden. Doch das währt nicht lange, auch wenn das Verhalten von Ogilvy wirklich vorbildlich ist. Allerdings ist es vielleicht nicht seine klügste Entscheidung, mit den Marsmenschen reden zu wollen. Naja – im Nachhinein hat man selbst immer gut reden. :) Schade ist der Ausgang jedenfalls doch – da wir uns an den Professor durchaus als Charakter hätten gewöhnen können.

Etwas negativ oder zumindest dümmlich ist uns Schusters Ehefrau , Cathy (Marieke Oeffinger) aufgefallen, als sie versucht, Möbelteile für die Flucht vor den Marsmenschen einzupacken. Mal ganz ehrlich: Wer braucht Lampenschirme zum Überleben? Aber anscheinend hat sie nicht gut einschätzen können, wie groß die Gefahr tatsächlich ist … :).

Zusammengefasst: Das Hörspiel geht gut rein und hat mit 58 Minuten eine angenehme Länge. Wir hören gleich mal in  Teil 2 rein und hoffen aber gleichzeitig, dass handlungstechnisch etwas mehr drin ist.

Sprecherleistung:

Von Adam Sandler sind wir ja gar kein großer Fan, aber Dietmar Wunder ist ja sooooo viel mehr. Zum Glück. Bei Krieg der Welten ist er sowohl Erzähler als auch aktiver Charakter, was uns positiv aufgefallen ist. In der Regel haben wir es mit externen Erzählern zu tun, die von oben auf die Geschichte herabschauen und die Geschehnisse beschreiben. Hier ist der Erzähler selbst Teil der Geschichte. Dietmar Wunder ist ein großartiger Sprecher. Seine tiefe Stimme in Kombination mit der richtigen Hintergrundmusik … in unseren Ohren unbeschreiblich gut. Manch einer mag bemängeln, dass man möglicherweise direkt in eine andere Hörspielreihe katapultiert wird, nämlich keiner anderen als John Sinclair.

Aber nicht nur Dietmar Wunder ist hier positiv hervorzuheben. Auch Peter Groeger, leider im Januar 2018 verstorben, hat in Krieg der Welten Teil 1 einen Sprecherpart übernommen, nämlich den des Professor Ogilvy. Es handelt sich zwar um eine kleinere Rolle, aber dafür schließt man den Professor gleich ins Herz. Er scheint einer dieser guten Menschen zu sein, die nicht sofort auf Krawall aus sind, sondern, die Kommunikation vorziehen. Peter Groeger setzt das in unseren Ohren perfekt um. Groeger war u. a. Synchronsprecher für Stan Lee in diversen Marvel Filmen, Sprecher des Watson in der Hörspielreihe Sherlock Holmes von maritim sowie Sherlock Holmes – Die neuen Fälle von Romantruhe. Er war außerdem Schauspieler und Regisseur. Ruhe in Frieden!

Geräusche und Musik:

“Was ist denn das für ein Sound?” (Bob Andrews in Die drei Fragezeichen – Die Musikpiraten) – aber dieses Mal ist es sehr positiv gemeint. Die Erzählerstimme in Kombination mit diesem Sound ist wahrlich ein Ohrenschmaus. Als Hörer ist man mittendrin (statt nur dabei), die Explosionen gehen tiefer als unter die Haut … wenn man dieses Hörspiel mit Kopfhörern hört, zuckt man hier und da, weil man sich jetzt fragt, ob das tatsächlich passiert oder ob man hier gerade nur ein Hörspiel hört. Also wir sind Geräusche-technisch überzeugt, denn hier wurde ein echtes Hörerlebnis geschaffen, so wie man es sich bei Hörspielen wünscht: Echtes Kino im Kopf.

Cover und Titel:

Beim Titel hätte man jetzt nicht groß etwas ändern können, von daher lassen wir das bei der Bewertung jetzt einfach einmal außen vor. Das Cover zeigt, worum es größtenteils im Hörspiel geht. Es kracht ordentlich und die Menschen fliehen. Aus unserer Sicht ist das Cover daher wahrheißtsgemäß umgesetzt. Ob es jetzt unbedingt ansprechend ist, sei einmal dahin gestellt.


Fakten

Genre:

Science Fiction

Label:

Folgenreich

Gesamtspiellänge:

ca. 58 Minuten

Erscheinungsdatum:

01.06.2018


Besetzung:

Simon | Dietmar Wunder
Ogilvy
| Peter Groeger
Soldat
| Reinhard Kuhnert
Gregg
| Oliver Stritzel
Gryson
| Hans Bayer
Stuart
| Nico Sablik
Cathy |
Marieke Oeffinger


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das Rezensionsexemplar von Folgenreich zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Die Weisse Lilie – Zeitenwende – Kapitel 1

Nach Tödliche Stille und Krieg in Boston haben wir es bei Die Weisse Lilie jetzt mit der Zeitenwende zu tun. Wir haben uns Kapitel 1 angehört und können leider nicht spoilerfrei kommentieren – daher … auf eigene Gefahr: #spoiler


Wir starten quasi mit dem Ende der zweiten Staffel “Krieg in Boston” – also mit dem Aufeinandertreffen von Porter (Martin Sabel) und Howard (André Beyer). Es geht um Porters Frau Lynn (Jennifer Böttcher), die wohl nicht mehr am Leben ist. Howard versucht Porter in die Enge  zu treiben und macht Andeutungen, dass Porter wohl die ganze Zeit an der Nase herumgeführt wurde. Zeitenwende Kapitel 1 befasst sich vorwiegend mit einem Flashback, der bis ins Jahr 1999 und in den Westkosowo reicht.

Jerry Finnigan (Tim Knauer) und Daniel Porter sind zu dieser Zeit Teil der Friedensmission für die US-Armee, als Daniel auf Lynn trifft und die beide ein Paar werden. Kurz vor Ende des Einsatzes ist Lynn – ihres Zeichens OSZE-Mitarbeiterin – schwanger, weshalb die beiden eigentlich – zum Schutze des Kindes – kürzer treten wollen. Doch Lynn hat ein Geheimnis vor Daniel, welches sie letzten Endes in den Tod führt …


Fazit

Inhalt:

[Achtung, weiterhin Spoiler-Gefahr]

Etwas enttäuscht, dass Kapitel 1 der Zeitenwende nicht (direkt) nahtlos an Kapitel 3 von Krieg in Boston anschließt, haben wir uns dennoch auf die Reise in den Kosowo eingelassen. Wir erfahren einiges über die Vergangenheit von Daniel Porter, der wohl gar nicht so tough ist, wie er bislang immer getan hat.

Besonders gut hat uns in dieser Folge die Atmosphäre der Abschlussszene gefallen, in der Lynn erschossen wird. Das klingt jetzt sehr makaber, aber diese Szene ist so schauerhaft und geht einem wirklich an die Nieren. Man hat die Szene genau vor sich – wie im Film. Musik und Sprecher passen hier perfekt zusammen und erzeugen so ein perfektes Kapitelfinale.

Sprecherleistung:

Im Fokus dieser Folge steht Daniel Porter, gesprochen von Martin Sabel. Wir tauchen in die Vergangenheit von Porter ab und bekommen auch sprechertechnisch einen ganz anderen Porter zu hören, als wir ihn bislang in Staffel 1 und Staffel 2 kennen gelernt haben. Sehr spannend – wie wir finden. Ansonsten haben wir es in Kapitel 1 der Zeitenwende wieder einmal mit sehr vielen neuen Charakteren und Sprechern zu tun, sodass man hier in jedem Fall genau hinhören muss, um keinen bereits aus den Staffeln zuvor bekannten Charakter zu verpassen. Die Lauscher müssen hier weit aufgesperrt sein.

Geräusche und Musik:

Auch die Zeitenwende glänzt in Sachen Geräusche und Musik. Wir sind ja aus den beiden ersten Staffeln schon sehr verwöhnt, was das angeht. Aber auch in Staffel 3 lassen sich die Macher nicht lumpen und legen sich richtig ins Zeug.


Fakten

Genre:

Actionthriller / Politkrimi

Label:

Folgenreich

Gesamtspiellänge:

ca. 74 Minuten

Erscheinungsdatum:

2018


Besetzung:

Erzähler | Mark Bremer

Daniel Porter | Martin Sabel

Lynn Adams | Jennifer Böttcher

Jerry Finnigan | Tim Knauer

Sean Mitchell | Achim Buch

Michael Howard | André Beyer

Botschaftsmitarbeiterin | Ulrike Johannson

General Jones | Erich Räuker

Pavli Bakaj | Jacob Weigert

Robert Welsh | Peter Lontzek

Fatmir Beqiri | Uve Teschner

Adnan Beqiri | Erik Schäffler

Mergim Beqiri | Marc Schülert

Major Lynch | Christian Rudolf

Harjid Suresh | Fabian Harloff

Boško | Constantin von Westphalen

Goran | Dirk Hardegen

Ansager | Robert Levin

Fußball-Fan 1 | Wolfgang Riehm

Fußball-Fan 2 | Wolfgang Berger

Stadionbesucher | Nico Klaukien

Soldat | Ron Matz

Funkgerät | Benjamin Oechsle


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Die Weisse Lilie – Krieg in Boston – Kapitel 3

Das Finale der Staffel 2 steht uns bevor – mit einem mehr als dramatischen Anfang und einem spannenden Ende befinden wir uns also nun in Kapitel 3 – Krieg in Boston. Besser hätte man diese Staffel wohl nicht nennen können und das sagen wir, wo wir doch die letzte Folge hier noch gar nicht besprochen haben. Umso mehr waren wir gespannt auf das große Finale in Boston …


Wir haben es mit einem Sprengsatz auf der internationalen Sicherheitskonferenz in München zu tun. Es gab eine riesige Explosion. Die Terroristen sind noch auf freiem Fuß. Es gab viele Verletzte, darunter ebenfalls Carol (Sonja Szylowicki). Ihr wurde ein USB-Stick zugesteckt, der aller Voraussicht nach nichts Gutes bedeutet. Samira Barzani (in dieser Folge hat sie keinen Sprechteil) ist weiterhin auf der Flucht. Miles (Stephan Benson) und sein Partner Sam Haden (Timo Kinzel) müssen Howard (André Beyer) schützen, trotz dessen, dass sie ihn verdächtigen, selbst an der ganzen Geschichte beteiligt zu sein. Derweil ist Daniel Porter (Martin Sabel) immer noch dran, Howard ausfindig zu machen. Nachdem die Cops auf Howards Wahlkampfauftritt hereingelegt wurden, ist Howard in großer Gefahr. Die Folge: Ein Blutbad und ein Aufeinandertreffen von Porter und Howard …


Fazit

Inhalt:

Drei Mal versucht, drei Mal gescheitert. Die Weisse Lilie ist einfach nichts zum Einschlafen. So bekommt man auch bei der dritten Folge der zweiten Staffel immer wieder Herzrasen, weil es plötzlich so spannend wird. Es bleiben weiterhin viele Fragen offen, einige werden sicherlich auch beantwortet. Die Frage ist nur: Wie geht es weiter? Was passiert mit Howard? Was passiert mit Porter? Was passiert mit Barzani? Es bleibt spannend und wir sind heiß auf Staffel 3, die ja zum Glück gerade in Produktion ist.

Im Vergleich zu Folge 1 und 2 war die letzte Folge aus “Krieg in Boston” unserer Meinung nach inhaltsmäßig die Schwächste. Die Handlung wird nicht allzu sehr vorangetrieben – allerdings lernt man (abermals ;)) neue Charaktere kennen und trotzdem bleibt es mitreißend.

Sprecherleistung:

Was uns bei Folge 2 noch gar nicht aufgefallen ist, dass wir es hier mit der Stimme von Daredevil zu tun haben. Jerry Finnigan wird von Tim Knauer gesprochen. Das kam uns doch des nachts, als wir ganz genau hingehört haben und der Superheld mit den super Sinnen aus New York vor unseren Augen erschien. Solche Momente hat man als Hörspielhörer wohl immer wieder. ;)

Sonja Szylowicki, aber natürlich auch die Polizistensprecher Stephan Benson und Timo Kinzel geben wieder eine 1A Performance ab. Über die Sprecherleistung müsste man bei dieser Serie wohl kaum noch diskutieren – oder was meinst du?

Geräusche und Musik:

Geräusche und Musik, die Spannung versprechen. Wenn der Herzschlag mithört, dann hat man wohl alles richtig gemacht. Zwar könnte man meinen, dass der Handlungsstrang in Folge 3 nicht wirklich weitergeführt wird, allerdings machen das Geräusche und Musik wieder wett.

Cover und Titel:

Cover und Titel sind bei der Reihe “Die Weisse Lilie” nicht so relevant. Jede Staffel folgt einem Titel und einer Farbe, in der die Lilie auf dem Cover erscheint. Nahezu mystisch, aber düster und spannend trifft es auch.


Fakten

Genre:

Actionthriller / Politkrimi

Label:

Folgenreich

Gesamtspiellänge:

66min

Produktionsjahr:

2018


Besetzung:
Erzähler Mark Bremer
Michael Howard André Beyer
Daniel Porter Martin Sabel
Henry Miles Stephan Benson
Jerry Finnigan Tim Knauer
Samuel Haden Timo Kinzel
Iris Fairchild Ulrike Johannson
Sean Mitchell Achim Buch
Craig Austin Johannes Berenz
Nancy Reedman Katrin Decker
Frank Monroe Holger Mahlich
Carol Nolasco Sonja Szylowicki
Marcus Calmond Norman Matt
Nick Nicolas König
Russell Joachim Kretzer
Dylan Marios Gavrilis
Tom Olaf Reichmann
Charles Bané Clemens Gerhard
Nachrichtensprecherin Susanne Sternberg
US-Präsident Robin Brosch
Scott Sven Matthias
Aufsicht Dirk Hardegen
Techniker Henning Sund
Mike Benjamin Oechsle

In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag hat uns das Team von Folgenreich ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Folge der Woche: Die Weisse Lilie – Krieg in Boston – Kapitel 1

Krieg in Boston – die neue Sequenz der Reihe “Die Weisse Lilie” geht in die erste Runde. Kapitel 1 ist am 31. Januar 2017 erschienen. Wir wollten natürlich nicht lange warten und haben für dich reingehört. Trommelwirbel: Hiermit präsentieren wir Die Weisse Lilie – Krieg in Boston – Kapitel 1 als unsere Folge der Woche.

Der folgende Text kann Spuren von Spoilern enthalten!


Ein Maulwurf im Team

Samira Barzani (Céline Fontanges) telefoniert mit einer ihr vertrauten Person namens Chloe (Vanida Karun). Sie weiß, dass Michael Howard (André Beyer) Dreck am Stecken hat. Sie hat alle Puzzleteile zusammen und kann beweisen, dass es tatsächlich so ist: Korruption, illegale Waffendeals, kriminelle Firmenübernahmen – und das ist längst nicht alles. Howard schrecke auch nicht vor Mord zurück. Barzani sieht eine Verbindung zum Kongo.

Michael Howard ist Abgeordneter und Barzani gehört zu seinem Wahlkampfteam. Wie im Gespräch mit Chloe angedeutet, scheint er Verdacht zu schöpfen. Kurze Zeit später wird klar, dass Howard nicht nur vermutet, sondern ganz genau weiß, dass Barzani der Maulwurf ist …

Porter finden, bevor er Howard findet

Auf dem Revier kommen Henry Miles (Stephan Benson) und Sam Haden (Timo Kinzel) Daniel Porter (Martin Sabel) immer näher. Er befindet sich inzwischen in Südafrika und will weiter nach Boston, um den Abgeordneten Michael Howard umzubringen. Das nächste Ziel: Personenschutz für Michael Howard, auch wenn dies Miles sauer aufstößt. Die Mission für Miles und Haden lautet: Findet Porter, bevor er Howard findet.

Wer wird auf wen angesetzt?

Während sich Porter in Kapstadt befindet und mit Jerry (Tim Knauer) per Telefon die weiteren Schritte plant, hören Iris Fairchild (Ulrike Johannson), Lamar Johnson (Sascha Rotermund) sowie Sean Mitchell (Achim Buch) das Gespräch ab. Porter lebt – das ist gut und schlecht. Die drei versuchen diese Tatsache für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Es wird bekannt, wer die zwei Kongolesen in Boston auf dem Gewissen hat und letztlich überlassen sie Porter den Fall Howard, der – wie geplant – in die USA einreist.


Fazit

Inhalt:

Die vierte Folge und damit das erste Kapitel von “Krieg in Boston” beantwortet einige Fragen, wobei auch hier wieder neue aufgeworfen werden. Terrorismus, Cyberattacken und organisierte Kriminalität stehen im Fokus. Viele verschiedene Handlungsstränge werden hier aufgeführt und wenn der Hörer nicht ganz bei der Sache ist, kann er schnell den Faden verlieren.

Anders als bei den Kapiteln zuvor, bleibt in dieser Folge die Spannung ein bisschen auf der Strecke. Aber das ist gar nicht weiter schlimm, weil dafür der Handlungs-Overload aus den vorherigen Folgen etwas abgebaut wird. Auf ein paar Fragen findet man Antworten, sodass man einige Verflechtungen zu verstehen beginnt. Barzani rückt in den Fokus der Ermittlungen durch Miles und Haden. Es bleibt abzuwarten, ob sie noch lange eine Rolle spielt oder ob sie demnächst auch umgelegt wird.

Wir selbst fiebern richtig mit und hoffen natürlich, dass Miles und Haden dem ganzen Konstrukt um Die Weisse Lilie sowie Howard und Porter auf die Schliche kommen.

“Krieg in Boston – Kapitel 1” ist der Beginn von etwas noch Größerem. Wir sind definitiv gespannt auf die Fortsetzung.

Sprecherleistung:

Die Sprecherliste ist irrsinnig lang, was darauf schließen lässt, wie vielschichtig und tiefgründig die ganze Hörspielserie ist: vom Erzähler über die Nachrichtensprecherin bis hin zu einem der Hauptcharaktere Henry Miles. Die Sprecher sind mit Bedacht ausgewählt und machen auch die vierte Folge der Hörspielserie “Die Weisse Lilie” zu einer ganz besonderen. Egal ob sachlich, aufgebracht, wütend, ängstlich oder arrogant – die Sprecher dieser Serie machen ihren Job großartig.

Geräusche und Musik:

Die dramatische Musik untermalt den Ernst der Lage. Nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch die Musik trägt dazu bei. “Die Weisse Lilie” ist keinesfalls ein Hörspiel zum Nebenbeihören. Wir wiederholen uns gerne, da man es nicht oft genug sagen kann: Kopfhörer auf und die Serie erwacht zum Leben.

Cover und Titel:

Anders als die drei Folgen zuvor ist das Cover in ein dunkles Blau getaucht. Der Krieg in Boston beginnt und das nicht zuletzt auf dem Cover. Die Dramatik wird auch hier deutlich.


Fakten

Label:

Lily Sound GbR

Gesamtspiellänge:

54min31

Produktionsjahr:

2017


Besetzung:
Erzähler Mark Bremer
Daniel Porter Martin Sabel
Henry Miles Stephan Benson
Samuel Haden Timo Kinzel
Frank Monroe Holger Mahlich
Carol Nolasco Sonja Szylowicki
Sean Mitchell Achim Buch
Lamar Johnson Sascha Rotermund
Iris Fairchild Ulrike Johannson
Michael Howard André Beyer
Jerry Finnigan Tim Knauer
Samira Barzani Céline Fontanges
Peter Flemming Volker Hanisch
Neil Bennet Konstantin Graudus
Chloe Farell Vanida Karun
Ansager Robert Levin
Yusuf Browning  Martin May
Dr. Irvine Michael Bideller
Ean Kai Henrik Möller
Sekretärin Manuela Bäcker
Pilot Achim Schülke
Chris Jens Wendland
Kellner Marc Bargmann
Nachrichten Manuela Bäcker

Folge der Woche: Die Weisse Lilie – Tödliche Stille – Kapitel 2

Nachdem wir kürzlich ein neues Hörspiel in die kassettenbox aufgenommen haben, widmen wir uns nun – aus Gründen persönlicher Neugierde – der Fortsetzung. Lauscher auf für: “Die Weisse Lilie – Tödliche Stille – Kapitel 2”. Der Übergang zwischen den beiden Kapiteln wird geschickt gelöst, sodass der Spannungsbogen gehalten werden kann.

Das als Eigenproduktion von Benjamin Oechsle und Timo Kinzel produzierte Hörspiel ist eine höchst komplexe Mischung aus Krimi, Polit- und Verschwörungsthriller. Die beiden Parallelwelten in Afrika und Boston halten eine besondere spannungsgeladene Atmosphäre aufrecht. Die Handlungsstränge scheinen nicht viel miteinander gemein zu haben und dennoch drängt sich einem der Eindruck auf, dass der Bruch zwischen den Geschichten einer inneren (noch unerkannten) Logik folgt. Das Tempo ist schnell, jedoch angemessen.

Hört & lest selbst …


Rückblende & Fahrt nach Birere

In einem spannungsgeladenen Rückblick wird uns Daniels Weg (Martin Sabel) durch Goma in Erinnerung gerufen. Die Drohung eines anonymen Anrufers verschafft ihm ein äußerst mulmiges Gefühl, das er während der Fahrt zu seinem Mittelsmann nicht ablegen kann. Kaum in der Stadt angekommen, scheinen sich seine bösen Vorahnungen zu bestätigen. Ehe er sich’s versieht, wird der Auftragskiller vom Jäger zum Gejagten und tappt in eine möderische Falle, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint …

Eine Prise Kryptologie &  Carols Hilfe

Szenenwechsel nach Boston: Während seiner Ermittlungen im Mordfall fasst Detective Miles (Stephan Benson) den Entschluss, eine alte Freundin namens Carol Nolasco (Sonja Szylowicki) zu Rate zu ziehen. Miles erreicht sie kurz vor ihrem Rückflug von einer Dienstreise.

Carol ist Kryptologin, setzt für Miles alles auf eine Karte, um eine verschlüsselte Botschaft zu knacken. Kurz darauf bringt sie ein wenig Licht ins Dunkel, sodass Miles und Sam (Timo Einzel) drauf und dran sind, eine brandheiße Spur zu verfolgen. Fehlanzeige! Die als Zielperson ausgemachte Person führt das Duo auf eine falsche Fährte.


Kurzfazit

Inhalt:

“Die Weisse Lilie – Tödliche Stille – Kapitel 2” setzt da an, wo Kapitel 1 endete: von Langeweile keine Spur. Kapitel 2 ist eine grandiose Fortsetzung, die das hohe Niveau des ersten Teils mühelos halten kann. Der Hörer wird gefesselt, weil die Geschichte kaum Informationen preisgibt. Die Fortsetzung lässt uns mit ebenso vielen Fragezeichen zurück wie Kapitel 1. Die relativ kurze Spielzeit kreiert wahrlich ein Cliffhanger-Universum.

Sieht man einmal von den Szenen im Kongo ab ist Kapitel 2 durchweg in der Art eines Krimis konzipiert: Miles und sein neuer Partner Haden, die – nebenbei bemerkt – einen enormen Sympathie-Status innehaben, sammeln Hinweise, sprechen mit Personen und gehen einem Rätsel nach. Die Szenen mit Auftragskiller Daniel Porter sind weniger spektakulär, da sie nicht den Unterhaltungsfaktor besitzen wie die anderen Szenen. Nervenkitzel bleibt jedoch auch hier bestehen, weil wir nach wie vor nicht erfahren, wer der Auftraggeber von Porter ist.

Wir finden: intelligentes Konzept & spannende Handlungsstränge!

Sprecherleistung:

Die Sprecher katapultieren uns regelrecht von Szene zu Szene. Sie agieren allesamt realistisch und lebendig hinter ihren Mikrophonen. Auch die Interaktion zwischen den einzelnen Sprechern gefällt uns. Besonders herausstellen wollen wir Frank Monroe alias Holger Mahlich, der bestens als Inspector Cotta bekannt sein dürfte. Ein toller akustischer Wiedererkennungseffekt für Die drei Fragezeichen-Fans!

Geräusche-Umsetzung:

Spannung und Atmosphäre von “Die Weisse Lilie” werden von einem einzigartigen Sounddesign und einer prägnanten Geräuschkulisse getragen. Dazu passende Begleitmusik. Wir erinnern an den Tipp von den Machern:

Um den besten Eindruck zu bekommen, empfehlen wir dir, das Hörspiel auf Kopfhörern zu hören. So tauchst du am besten in die Welt der Weissen Lilie ein.

Gesamtspiellänge:

37min49

kassettenbox stößt an auf eine sehnsüchtige Wartezeit, die von großen Fragezeichen geprägt sein wird. Wie werden sich die Handlungsstränge wohl ineinander fügen?


Besetzung:
Erzähler Mark Bremer
Daniel Porter Martin Sabel
Henry Miles Stephan Benson
Samuel Haden Timo Kinzel
Frank Monroe Holger Mahlich
Carol Nolasco Sonja Szylowicki
Safi Jan David Rönfeldt
Joseph A.S.
Kingsani Dela Dabulamanzi
Ansager Robert Levin
Rezeptionsdame Annika Tenter
Soldat 1 Eugene Boateng
Soldat 2 David Debrah
Carols Begleiter Wolfgang Riehm
Busfahrer Fabian Monasterios
Kellnerin Laura Büssing
Weitere Rollen Doumbia Mandjou
Moussa Issiaka
Zur Soundcloud-Hörprobe