Und auf Erden Stille – Staffel 1 – Folgenreich

Am 29. Januar 2021 ist die erste Staffel der Hörspielserie “Und auf Erden Stille” bei Folgenreich / Universal Music erschienen. Buch und Regie stammen aus der Feder von Balthasar von Weymarn, für Sounddesign, Musik und Produktion ist Jochim-C. Redeker verantwortlich. Jede der zehn Episoden hat eine Spieldauer zwischen 20 und 30 Minuten.

Der Klappentext

Die 16jährige Rhiannon lebt mit 200 anderen Überlebenden der Großen Katastrophe tief unter der Erde in einem verlassenen Bergwerk. Mit ihrer Armbrust geht sie tagsüber auf die Jagd nach Luchsen, Rentieren und Hunden. Als ein Bericht des Informationstrupps Rhiannons verschollen geglaubten Vater anklagt, ein für die Große Katastrophe verantwortliches Virus geschaffen zu haben, wird sie verbannt. Sie darf nur zurückkehren, wenn sie ein Gegenmittel findet. Und so macht Rhiannon sich auf den gefahrvollen Weg zu dem Ort, der einmal Manhattan hieß …

Die Endzeit-Hörspielserie »Und auf Erden Stille« ist das neue Meisterwerk von Jochim-C.Redeker und Balthasar von Weymarn (INTERPLANAR Produktion GbR), den beiden Machern der erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten MARK BRANDIS-Hörspielserie. In zehn dicht gewebten Episoden begleiten wir die junge Heldin durch eine veränderte Welt, die sowohl vertraut als auch erschreckend fremd ist. Auf einer großen akustischen Leinwand erwarten die Hörer lebensnahe Figuren, intensive Dialoge, spektakuläres Sounddesign, epische Musik und die Antwort auf die Frage, warum »auf Erden Stille« ist …

Cover zur Hörspielserie “Und auf Erden Stille”

Zum Audiotrailer geht es >>> hier <<< entlang!
Hörprobe zur 1. Staffel

Unser Eindruck

Erzählt in zehn Episoden, erfahren wir immer mehr von dieser ungewöhnlichen Welt und wie sie so geworden ist — ohne Autos, Flugzeuge, Elektrizität und mit viel weniger Menschen auf dem Planeten. Gemeinsam mit der Heldin erleben wir die Gefahren, die auf dem Weg zu Fuß nach New York City auf Rhiannon lauern.

Die Endzeit-Hörspielserie ist das neue Werk der beiden Macher hinter der MARK BRANDIS-Serie. Die akustische Leinwand, die wir schon in Episode 1 kredenzt bekommen, hat es in sich. Die Figuren agieren lebensnah, die Dialoge sind intensiv, das Sounddesign ist beeindruckend und nicht zuletzt die Musik kommt episch ziemlich daher.

Die Hörspielserie behandelt ein Thema, das aktueller denn je ist: ein gefährliches Virus. Anfänglich waren wir etwas skeptisch, allerdings ist die Parallele zur aktuellen Krise auch spannend. Die Zukunft im Hörspiel ist jedoch weitaus düsterer und erzählt die Geschichte der jungen Rhiannon, die nach der Apokalypse als Waisenkind in einer Menschenkolonie aufgewachsen ist und nun, Jahre später, in die große weite Welt aufbricht, um die Spuren ihres Vaters zu suchen.

Klare Empfehlung unsererseits, allerdings muss man das Genre Science-Fiction mögen und sich auf dystopische Szenarien einlassen können. Übrigens: Folgenreich hat bereits verkündet, dass es eine zweite Staffel garantiert geben wird.

Besetzung:

Erzählerin | Vera Teltz
Rhiannon | Sarah Alles
Ranger | Björn Schalla
Max Bucerius | Konrad Bösherz
Jerome Beaucarte | Oliver Stritzel
Lisa | Derya Flechtner
Finn | Richard Barenberg
Anna | Ulrike Kapfer
Krzysztof |Detlef Bierstedt
Miguel | Daniel Montoya
Ben | Tilmar Kuhn
Lennart | Benno Lehmann
José | Tanya Kahana
Luke | Wolfgang Rositzka
Martinus | Uve Teschner
Malcolm | Dirc Simpson
Jeff | Arne Kapfer
Bud | Rene Otto
Garlef Roth | Daniel Claus
Kommissarin Bülker | Sabine Ehlers
Colonel Grech | Carlo Kitzlinger
Vanusa Schmidt | Luisa Wietzorek

u.v.m.

Weitere Informationen: www.folgenreich.de


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das CD-Boxset von Glücksstern-PR zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Folge der Woche: Foster – Prolog: Die Seele eines Dämons (1)

Das Böse wartet nicht. Es wird ein Loch in unsere Welt stoßen und über uns kommen. Man kann es nicht aufhalten. Die Macht des Dämons ist größer als alles, was wir ihm an Waffen entgegensetzen könnten. Agent Blunt, 22. August 1944

© IMAGA – aus: Foster, Hörspielserie


1944

Während des Zweiten Weltkriegs wird eine alliierte Spezialeinheit nach Österreich geschickt, um einen ihrer Agenten aus den Fängen der Nazis zu befreien. Vor Ort müssen die Soldaten jedoch feststellen, dass ihre Mission umfangreicher ist, als ursprünglich angenommen. Der gesuchte Agent berichtet von unglaublichen Vorgängen in einem Kloster. Seltsame Rituale und der Vorhof zur Hölle warten auf die Alliierten …

Ein gefährlicher Dämon

Als ein Dämon seine Sphäre verlässt, bringt er Unheil über alle Personen im näheren Umkreis. Durch den Angriff sterben einige der Alliierten. Schließlich gelingt es dem Anführer, den Dämon mithilfe eines magischen Schwertes zu bezwingen. Fortan ist dieser in einem Edelstein gefangen.

Ein Fluch, der Zeiten überdauert

Etliche Jahre später – die meisten Mitglieder scheinen den Vorfall inzwischen überwunden zu haben – melden verschiedene Gruppen aus unerfindlichen Gründen Interesse am Edelstein an und versuchen, ihn in ihren Besitz zu nehmen. Nach und nach werden sämtliche Mitglieder der Spezialeinheit von einst ausgelöscht und der Stein wechselt seinen Besitzer – mit unabsehbaren Folgen.

Das unfassbar Böse trifft Vorbereitungen, die Erde fortan in Angst und Schrecken zu versetzen. Zahlreiche, scheinbar unzusammenhängende Ereignisse fädeln sich zu Vorboten einer unabwendbaren Apokalypse zusammen. Bedeutet dies das Ende der menschlichen Zivilisation, wie wir sie kennen?


Fazit

Inhalt:

Eines vorweg: “Foster” ist dreckig und blutig. Wer auf actiongeladenen und kurzweiligen Thriller-Content steht, wird mit “Foster” akustisch bestens unterhalten. “Foster” ist jedoch keine Serie für zarte Gemüter, denn: Die Leichtigkeit einer John Sinclair-Folge wird definitiv nicht dargeboten.

Bei der ersten Folge der “Foster”-Reihe von Oliver Döring handelt es sich um einen Prolog – das merkt man auch ganz deutlich. Mehrere Handlungsstränge werden zunächst unabhängig voneinander eingebettet und verdichtet. Das narrative Muster ist geprägt von etlichen Zeitsprüngen (vom Zweiten Weltkrieg bis in die 70er-Jahre) und schnellen Schnitten, die dem Hörer die Geschehnisse greifbar machen sollen, teilweise aber konfus sind. Durch die Hektik kommt die Handlung nicht so recht in Fahrt – viel Action und Kino für die Ohren, aber wenig Inhalt!

Mit der abwechslungsreichen Hörspielreihe “Foster” ebnet der bekannte Regisseur und Autor Oliver Döring (“John Sinclair” 1-70, “End of Time”) den Weg für einen Horror-Krimi, der eine dunkle Bedrohung aus der Vergangenheit kreiert, die wie ein Damoklesschwert über der unwissenden Menschheit schwebt. Daneben Agenten und Geheimbünde. Ein Dämonenjäger soll dieses Unheil nun abwenden. Der Plot splittet sich in viele, stellenweise unübersichtliche Einzelteile, die erst noch in ein stimmiges Ganzes gefügt werden müssen.

Das ungewöhnlich Spannende dabei: Hauptcharakter Foster wird erst gegen Ende der Folge dem Hörer vorgestellt. Entgegen der Hörgewohnheiten spielt der Titelheld bis hierhin keine große Rolle. Wir haben es also mit einer Folge ohne Helden zutun und es funktioniert. Anders als “die üblichen Dämonenjäger” aus der Hörpielwelt, wirkt Foster resoluter, aber auch unheimlich und mysteriös.

Die Pilotfolge “Die Seele eines Dämons” ist recht vielversprechend und bietet einen spannenden Einstieg in die Serie, die entweder Lust auf mehr macht oder man merkt bereits nach der ersten Folge, dass dieses Genre nicht für einen gemacht ist. Letztlich überwiegen jedoch Spannung und eine gewisse Erwartungshaltung auf die nächste Folge, die sicherlich aus der Frage resultiert, wer denn dieser Foster nun eigentlich ist. Sensationell Neues liefert die Serie jedoch nicht, sondern hält sich mit Ingredienzen über Wasser, die der Hörspielwelt bekannt sind.

Sprecherleistung:

Der Sprechercast zu “Die Seele eines Dämons” besteht aus der Crème de la Crème der deutschen Synchronszene. Die Stimmen sind bis in die kleinste Tonspur perfekt abgestimmt. In puncto Regieleistung ist anzumerken, dass die Schauspieler in Gruppen und nicht etwa jeder einzeln aufgenommen wurde. Das liefert einen Funken mehr Glaubwürdigkeit.

Schade ist die teils arg gekünstelte bzw. affektierte Sprachverwendung. Die Schimpftiraden wirken stellenweise aufgesetzt und unnatürlich. Das sorgt leider dafür, dass man hin und wieder schmunzeln muss, weil man das Gesagte als albern – und fernab der Realität – empfindet.

Auf einen Erzähler wird in “Foster” durchweg verzichtet – schade! Denn: Die vielen Cuts würden durch einen Erzähler sicherlich mehr Futter erhalten. Ohne erzählerischen Hintergrund ist man als Hörer mitunter orientierunglos, wenn man nicht ganz genau hinhört. Hintergrundberieselung Fehlanzeige!

Geräusche und Musik:

IMAGA steht für stimmige und atemberaubende Soundeffekte, die die passende Action durch die Kopfhörer transportieren. Die vielen Effekte und düsteren Klänge erschaffen in “Prolog: Die Seele eines Dämons” ein stellenweise beeindruckendes Ambiente, das an Thriller und Horror-Krimi erinnert.

Musik spielt bei “Foster” keine große Rolle – das ist schade! Diese wird nur unterschwellig eingesetzt. Monotone und zur bedrohlichen Stimmung passende Samples sorgen für eine noch düstere Stimmung, die ohnehin schon durch die wuchtigen Geräusche und Stimmen erzeugt wird.

Cover und Titel:

Das Cover zur ersten “Foster”-Folge bildet ein gruseliges Motiv: ein blutiger Totenkopf, umringt von Kabeln und Schläuchen, durchlöchert mit spitzen Eisenstäben. Visuell gibt es keinen Zusammenhang zur Geschichte. Der Titel ist passend gewählt und gibt einen Vorgeschmack auf die Geschichte.


Fakten

Label:

IMAGA Hörspiele / WortArt

Gesamtspiellänge:

ca. 53 min.

Produktionsjahr:

2016

Buch und Regie: 

Oliver Döring

Produktion:

Oliver Döring
Alex Stelkens


Besetzung:

u.a. mit Jörg Hengstler, Martin Keßler, Frank Schaff, Gerrit Schmidt-Foß, Dana Friedrich, Liane Rudolph, Thomas Nero Wolff, Bernd Rumpf, Susanna Bonaséwicz, Marion von Stengel, Kathrin Fröhlich, Bernd Vollbrecht, Marco Göllner, Jaron Löwenberg, Bernd Vollbrecht und Thomas Nero Wolff als Foster*

*Aufgrund der groß angelegten ersten Episode, hat das Label im Booklet auf eine direkte Zuweisung der einzelnen Sprecherrollen verzichtet.