Peter Lundt und die Tränen der Elefanten (12)

Kennst du das, wenn du Serien erst lieben lernst, wenn bereits klar ist, dass es keine Fortsetzung geben wird? Das passiert immer mal wieder und genau das ist uns mit der Hörspielserie um den blinden Detektiven Peter Lundt geschehen. Lediglich zwölf Folgen wurden von der Hörspielserie produziert, als beschlossen wurde, dass sie aufgrund mangelnder Absatzzahlen nicht fortgeführt wird. Nichtsdestotrotz haben zumindest wir Spaß an der Serie, weshalb wir sie dir auch nicht vorenthalten möchten. Von 2004 bis 2011 wurde sie produziert, von Arne Sommer geschrieben und in der Lauscherlounge veröffentlicht.

Wir haben uns die zwölfte und letzte Folge “und die Tränen der Elefanten” angehört und zur Folge der Woche erkoren.


Worum geht es?

Peter Lundt (Mark Bremer) erhält einen Auftrag aus Kopenhagen und bittet zunächst seine Assistentin Anna Schmidt (Elena Wilms), ihn zu begleiten. Die hingegen hat gerade ihren Doktor gemacht und möchte erst einmal Überstunden abbauen und sowieso Abstand zur Arbeit bei Lundt gewinnen. Nach einem etwas lästigen Hin und Her reist Lundt allein nach Dänemark, wo Jesper Jensen (Achim Buch) auf ihn wartet – dieser sammelt diamantene Elefantenorden, die bewacht werden sollen, während sie ausgestellt werden.

Unterdessen macht Anna Schmidt einen Trip nach Dänemark, um sich selbst zu finden. Dort macht sie die Bekannschaft mit Margarete Nielsen (Isabella Grothe), bei der erst kürzlich eingebrochen und zwei Porzellanhunde entwendet wurden.

Es entstehen zwei Handlungsstränge, die wie durch ein Wunder am Ende zusammenfinden. Peter Lundt trifft auf einen alten Bekannten, der ggf. doch mehr Dreck am Stecken hat, als zunächst vermutet und Anna Schmidt bietet Margarete Nielsen ihre Detektivarbeit an.

Eine unterhaltsame Suche nach der Wahrheit beginnt.


Fazit

Inhalt:

[Achtung Spoiler]

Bei Peter Lundt und die Tränen der Elefanten (12) haben wir es oft mit Momenten zu tun, die sehr einfach und “zu zufällig” erscheinen. Wieso macht Anna Schmidt einen Trip nach Dänemark, wo sie weiß, dass ihr Chef auch gerade in Kopenhagen ist? Es gibt ja nicht genug andere Länder, die man bereisen kann … :) Alles andere als verwunderlich ist dann natürlich, dass Peter Lundt am Ende doch noch auf seine Assistentin trifft.

Nichtsdestotrotz kann man sich die Folge guten Gewissens anhören. Man wird gut unterhalten und spannend ist sie mitunter auch. Schade, dass es aber schon die letzte Folge der Serie sein soll.

Sprecherleistung:

Mark Bremer und Elena Wilms als Peter Lundt und Anna Schmidt geben ein gutes Kollegenpaar ab. Ein bisschen erinnern die Beiden an das Detektivduo Cormoran Strike und Robin Ellacott (Cormoran-Strike-Krimireihe von Robert Galbraith, wer es nicht gelesen hat). In der 12. Folge treffen wir dazu noch auf einen alten Bekannten. Oliver Rohrbeck ist als Taxifahrer Cazim Rasmussen am Start. Mit osteuropäischem Akzent führt er seine Dialoge, den sicherlich einige auch aus den “Ich – Einfach unverbesserlich”-Filmen noch kennen – ziemlich unterhaltsam.

Cover und Titel:

Ganz im Stile der anderen Cover haben wir es mit einem dunkel gehaltenen Cover zu tun, auf dem der Titel in Blindenschrift zu lesen ist – außerdem sehen wir drei Bilder, auf dem eine Elefantenskulptur abgebildet ist. Klassisch, nicht sonderlich ansprechend, aber auch nicht negativ auffallend. Den Titel “Die Tränen der Elefanten” fanden wir zunächst nicht wirklich ansprechend. Aber, da wir alle Folgen einmal gehört haben wollten, führte auch an diesem Hörspiel kein Weg vorbei. ;)

Gesamtspiellänge:

ca. 57 Minuten

Produktionsjahr:

2011


Besetzung:

Peter Lundt | Mark Bremer

Anna Schmidt | Elena Wilms

Oliver Zornvogel | Tetje Mierendorf

Sally Vation | Angela Quast

Sebastian | Martin Lohmann

Cazim Rasmussen | Oliver Rohrbeck

Margarete Nielsen | Isabella Grothe

Iben Rasmussen | Marion von Stengel

Jesper Jensen | Achim Buch

u. v. m.

Die drei Fragezeichen – Eine Ära für sich!

Nein – hier handelt es sich nicht um eine weitere Hörspielrezension der “Die drei Fragezeichen”! Wir möchten an dieser Stelle mal ein bisschen zurückblicken und schauen, womit wir es hier eigentlich genau zu tun haben.

Drei Fagezeichen – Bücher als Grundstein

Der erste Buchband des ursprünglich aus Amerika stammenden Detektivtrios feiert in diesem Jahr nämlich sein 50. Jubiläum. “Die drei Fragezeichen und das Gespensterschloss” erschien 1968 erstmals in deutscher Sprache und die Begeisterung für jeden weiteren Fall sollte auch 50 Jahre später nicht abnehmen. Ziemlich verrückt eigentlich! Im Jahr 1979 war dann auch die Geburtsstunde der ersten sechs Drei Fragezeichen Hörspiele. Wie wir alle wissen, hat sich das Hörspiellabel EUROPA mit Heikedine Körting und ihrem inzwischen leider verstorbenen Ehemann Andreas Beurmann dem Thema angenommen und bislang 191 Fälle für die drei Detektive veröffentlicht.

Justus, Peter und Bob sind nicht einfach nur Detektive

Aber das “Drei Fragezeichen”-Universum macht viel mehr aus. Es sind nicht nur die Bücher oder die Hörspiele – es ist auch nicht der Toaster oder das Detektiv-Duschgel. Es ist die Nostalgie. Es geht darum, alte Freunde zu treffen, mit ihnen gemeinsam zu rätseln und Fälle verschiedenster Art zu lösen. Es geht um Tradition. Es geht darum, dass man gemeinsam mit den drei Detektiven aufgewachsen ist  und Tag für Tag bzw. Nacht für Nacht gemeinsam eingeschlafen ist. Es geht um Freundschaft. Es geht darum, in eine Welt einzutauchen, in der man Justus, Peter und Bob als Kumpels trifft und es geht darum, dass am Ende (gefühlt) alles gut wird. Es sind – weder für dich noch für uns – nicht nur Bücher und schon lange nicht nur Hörspiele.

Aus diesem Grund sind die Live-Veranstaltungen der Drei Fragezeichen so sehr beliebt und sicherlich ist auch deswegen die Zahnbürste oder auch das Waffeleisen ein Dauerbrenner.

Danke Robert Arthur

Wir sind zwar nicht so auf die Bücher gepolt, aber da sie den Grundstein für alles Weitere gelegt haben, müssen wir hier selbstverständlich dankbar sein! Ohne die drei Fragezeichen würde es die kassettenbox nämlich auch gar nicht geben. So ganz nebenbei gesagt.

Einen schönen Artikel zum Thema findest du auch aktuell im Tagesspiegel: Die drei ??? – Aus Raum und Zeit gefallene Detektive. Hier erfährst du vor allem mehr zur Geschichte der Die drei Fragezeichen – Bücher. In jedem Fall lesenswert!

Ed Gate – Die Mutter aller Hörspiele

Der Rutsch in das Jahr 2018 hat uns eine neue Kategorie – nämlich den kb-tipp – beschert. Hier möchten wir dir Hörspieltipps, Hörnews, Buchtipps oder ähnliches präsentieren – im Grunde also alles, das wir lesens- und/oder hörenswert finden. Anfangen möchten wir an dieser Stelle mit dem Hörspielprojekt “Ed Gate” – der Mutter aller Hörspiele – wie es so schön heißt! Es geht um zwei absolut unerfolgreiche Privatdetektive, die sich jedem Fall in den Weg stellen, gewollt oder nicht – wir sprechen von Ed Gate und Shawn Gooth!

Was das Hörspiel ganz besonders macht, sind die hochkarätigen Sprecher. Mit David Nathan als Ed Gate und Simon Jäger als Shawn Gooth in den Hauptrollen, hat das Hörspiel noch folgende Sprecher zu bieten:

  • Torsten Michaelis als “Dr. Eck”
  • Matthias Koeberlin als „Inspector Tathergang“
  • Jochen Malmsheimer als „Sir Mc Mac of Off“
  • Tobias Klickert als „Cragganmoore“
  • Sascha Rotermund als „Don Rösschen“
  • Tanja Geke als „Ellen Bogen“
  • Ché-Michael Koch als „Colonel Vasco da Gama Robusta Bolivar Corazon Fonseca Hoyo Imperiales“
  • Dana Geissler als “Wiesn Liesl”

ED Gate – All the Voices

Autor und Produzent Dennis Kassel schreibt bei Facebook, dass alle “Ed Gate”-Folgen bei Audio Lübbe erscheinen werden. Wir sagen Glückwunsch und sind gespannt! :)

Ein Fall für die 3 Herren – Das Diamantenamulett (1)

Auf der HÖRMICH sprachen wir mit den sympathischen Hörspielern von RoKoSt Hörspiele: Ingo Rotkowsky, Christian Kock und Kai-Peter Boysen (bis 2016 Jan Hendrik Steinfeldt). 2005 wagten die drei Ermittler den Sprung ins Kriminalgenre und lernten sich in der Erzählung “Das Diamantenamulett” kennen. Hauptspielort ist das New York der 1930er Jahre, aber es verschlägt Jefferson, Weinstein und Steinberg auch auf ferne Kontinente, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Seit 2011 hat das Trio auch die Bühne für sich entdeckt. Vor allem in ihrer Heimat Kiel, aber auch über die Stadtgrenze Kiels hinaus, ist die Live-Lesung elementarer Bestandteil des Labels.

Den Stoff für die “3 Herren” liefert der kreative Kopf Christian Kocks; geschrieben und produziert werden die meist klassisch arrangierten Whodunnit-Stories (Hä?) daraufhin gemeinsam, um am Ende unter dem Label “RoKoSt” für die Hörspielreihe “Ein Fall für die 3 Herren” veröffentlicht zu werden. Im Laufe der Jahre haben sich Textarbeit und Produktion beständig professionalisiert – und das hört man auch.

Ein neuer Fall für die kassettenbox: “Ein Fall für die drei Herren – Das Diamantenamulett” (1).


Die 3 Herren

Eines rauen englischen Herbstes im Jahre 1925 treffen die 3 Herren das erste Mal aufeinander. Das Ermittlertrio besteht fortan aus Detektiv Isaak Weinstein, Inspektor Walther Jefferson sowie dem renommierten Physiker Julius Steinberg.

Eine ausweglose Gefangenschaft

Ihr gemeinsames Schicksal schweißt die drei Ermittler schließlich zusammen. Die schier verzwickte Lage in einer Friedhofskatakombe ist weder Zufall, noch eine Verkettung unglücklicher Umstände …

Der 1. Fall

Weinstein, Jefferson und Steinberg sind – ohne es zu Wissen – Opfer eines perfiden Planes geworden. Ein Verbrechen führt die Wege des Detektivs, des Inspektors und des Physikers zusammen. In ihrem 1. Fall geht es um Gut und Böse, einen alten Land­sitz, eine adlige Cou­sine, ein kost­ba­res Juwel, einen per­fide kon­stru­ier­ten Zufall. Die drei mit kri­mi­na­lis­ti­schem Spür­sinn ver­an­lagten Typen, tun sich schließlich zusammen, um ihren ers­ten gemein­sa­men Fall zu lösen – ein möderisches Unterfangen!


Fazit

Inhalt:

Wir befinden uns akustisch im New York der 1930-er Jahre: Mordlüsterne Verbrecher, unerklärliche Leichen, bizarre Wirrungen, die die Polizei ratlos zurücklässt. Die 3 Herren, Wahl-New Yorker mit harter Schale und weichem Kern, haben noch jedes unlösbare Rätsel geknackt – mit ihrer nonchalanten Art, ihrem bissigen Humor und ihrem großen Hunger begeben sie sich auf Verbrecherjagd im verwobenen New Yorker Untergrundmilieu. “Das Diamantenamulett” bietet vom Erzählstoff eine insgesamt runde Dar­bie­tung, dichte Atmo­sphäre und eine anspruchs­volle Kriminalgeschichte.

Sprecherleistung:

Beim Erstlingswerk haben wir es sprecherseitig eindeutig mit einer Low-Budget-Produktion zutun. Die Stimmen sind schwer zu unterscheiden, es mangelt ihnen hier und da an Klangfarbe und Tiefe. Und dennoch ist das Ermittler-Trio stimmliches Highlight, verkörpert von den drei “Label-Herren”:

  • W a l t h e r  J e f f e r s o n, amerikanischer Inspektor der New Yorker Polizei, wird von Christian Kock als brummbäriger und scharfsinniger Analytiker repräsentiert. Die stimmliche Adaption gelingt, denn Jefferson gewinnt man lieb mit seinem harten linken Haken und seinem Faible für kalten Kakao.
  • Ingo Rot­kow­sky verleiht dem Engländer und gewitzten Detektiv I s a a k  W e i n s t e i n seine Stimme. Bei seinem Erscheinen schlagen Herzen höher und auch die Kneipenwirte in seinem Viertel sind entzückt.
  • J u l i u s  S t e i n b e r g, deutscher Physiker und Mathematiker, ist ein formelschwerer Naturwissenschaftler mit einer ziemlich rationalen Sicht auf die Dinge. Sein Ruf als Klugscheißer eilt ihm voraus. Und doch weiß er tatsächlich vieles besser. Jan Hendrick Stein­feldt mimt ihn perfekt nach!
Geräusche und Musik:

„Ein Fall für die 3 Herren“ ist eine Mischung aus szenischer Lesung, Krimi-Hörspiel und Comedy. Die drei Kieler beherrschen ihre Rollen sehr gut und dennoch merkt man, dass das Hörspiel wohl eher live funktioniert. Denn die Stimmen der anderen Sprecher, Geräusche und Atmo werden lediglich dazugemischt. Dabei liegt die gesamte Produktion – von der Idee zum Skript, über Sprecheraufnahmen bis hin zur Post-Produktion und Musik in den Händen der drei Herren. Der Stil erinnert an Sherlock Holmes. Und dennoch haben wir es beim Erstlingswerk eher mit einer Hobbyproduktion zutun.

Cover und Titel:

Cover und Titel bilden eine perfekte Symbiose. Das Coverbild ist mit viel kreativem Spürsinn illustriert worden. Der Titel macht Lust auf mehr. Wir sind gespannt auf Folge 2!


Fakten

Genre:

Krimi

Label:

RoKoSt Hörspiele

Gesamtspiellänge:

25min + Bonus

Produktionsjahr:

2005 | Neuaufnahme 2013/2015


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag haben wir ein Rezensionsexemplar von RoKoSt Hörspiele erhalten. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.