#8 Monster-Woche: Wer hat Angst vor dem Monster?

Wer hat Angst vor dem Monster?

Noch … 1 Tag!

FAZ: "Wer hat Angst vor dem Monster?" (2015
FAZ: „Wer hat Angst vor dem Monster?“ (2015)

„Menschen brauchen Monster“, so titelte die Fankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) im Sommer 2015 auf ihren Politik-Seiten. Und in der Tat ist die Beschäftigung mit Monstern aus kulturgeschichtlicher Sicht kein neues Phänomen. Schon seit Urzeiten entwickelt der Mensch Ungeheuer, Fabelwesen, groteske Figuren und hässliche Fratzen. Er braucht sie, um sich selbst zu verstehen und davon abzugrenzen. Denn über Monster kann man vieles lernen. Wieso? Das verraten wir dir heute!

Eine Reise ins Mittelalter

Um sich das Monster, das in Amy Cody (Helen Blaschke) schlummert, besser vorzustellen, wagen wir eine kleine Reise in Mittelalter. Denn hier sind die ersten Monster bildlich dokumentiert. Auch ohne Experte für mittelalterliche Monster zu sein, fällt uns eines sofort ins Auge: Die ersten Monster sahen aus wie unser Alf: Alf kann sprechen, hat einen ähnlichen Körperbau wie ein Mensch, obwohl die Nase bedeutend größer ist als bei einem „Durchschnittsmenschen“. Was ist anders? Er ist super haarig, verspeist liebend gerne Katzen und ist vergleichsweise klein.

Mit wenigen Ausnahmen waren mittelalterliche Monster in vielerlei Hinsicht dem Menschen unterlegen. Sei es durch ihre Kleidung, ihre Zivilisation, ihr Hab und Gut oder ihr Dach über dem Kopf. Und überhaupt nahmen sie ganz komische Nahrung zu sich, ihre Körper waren auf die eine oder andere Art beeinträchtigt. Monster waren deshalb auch nicht bedrohlich, eher bemitleidenswert, hatten aber stets etwas Menschliches an sich. Aus diesem Grund wurden Drachen oder andere monströse Tiere auch nicht als Monster bezeichnet. Monster brauchte man damals zur identitätsstiftenden Abgrenzung, um sich als Europäer zu definieren und vom Fremden, Nebulösen abzugrenzen.

Ist Alf wirklich ein Monster?

Stellt ihr euch so ein echtes Monster vor? Wie Alf? Wir nicht! Heutzutage denken wir bei Monstern eher an fiese Zähne und fette Krallen, kurzum: an das zutiefst Böse! Die Menschengestalt ist heute vollkommen verschwunden. Heißt das, wir haben zu wenig Kontakt mit dem Monströsen an uns selbst? Uns behagt die Vorstellung von Alf auf jeden Fall um einiges mehr, als die Vorstellung, dass die Tochter des Sheriffs von einem gruseligen Monster befallen ist. Denn: Auch wenn Alfs Verhalten zweifelsohne in vielerlei Hinsicht vom „normalen Menschen“ abweicht, hat er dennoch eine hochentwickelte Intelligenz und ist dazu eigentlich noch liebenswert. Nur sein Umgang mit anderer Leute Kreditkarten kann uns allen als abschreckendes Beispiel dienen! 🙂


kb-Tipp: Möchtest du mehr über die Ursprünge von Monstern erfahren? Dann empfehlen wir dir das Interview mit Rudolf Simek, dem Experten für mittelalterliche Monster. Wir haben es oben für dich verlinkt.

Übrigens: Andreas Fröhlich spricht das Monster in „Monster 1983“ und fühlt sich damit ganz wohl, wie folgendes Statement zeigt:

Das Monster in 1983 zu sprechen, ist natürlich eine tolle Herausforderung, weil „Das Böse“ an sich liegt mir sehr – stimmlich auf jeden Fall.

Andreas Fröhlich, Monster 1983 – Staffel 2: Ein Blick ins Studio, YouTube-Video vom 04.11.2016

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.