Die drei ??? – Schrecken aus der Tiefe (193)

Am 11. Mai hat nicht nur die halbe kassettenbox Geburtstag gefeiert – es war auch das Release für die 193. Folge der Drei Fragezeichen Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen, unseren Kassettenrekorder ausgepackt und die neue Folge angehört.


Justus, Peter und Bob werden ungewollt Augenzeugen einer gefährlichen Szenerie: Ein Angler (Stephan Chrzescinski) kämpft in seinem kleinen Fischerboot mit einem Fang. Als er über Bord geht und unter Wasser gezogen wird, eilen die drei Detektiv prompt zu Hilfe. Zurück an Land und in Sicherheit, stammelt der Angler schreckensbleich und immerzu dieselben Worte: “Im See ist ein Monster!” Doch Monster existieren nicht – das wissen die drei Detektive … Oder etwa doch?


Fazit

Inhalt:

Die drei Detektive sind außerhalb von Rocky Beach unterwegs und stoßen unerwartet auf einen neuen Fall. So weit, so gut.

Nüchterne Detektivarbeit bekommen wir in Folge 193 auf die Ohren. Die Folge ist hörenswert, da die Handlung geradlinig verläuft und wenig konstruiert. Ein zunächst abstruses Thema – ein unbekanntes Monster in einem See – wird durch einen stringenten und nachvollziehbaren Handlungsrahmen aufgefangen. Die Story ist eine gelungene Mischung aus Mystik, Rätsel und Action. Einzig die Gruseleffekte fehlen. Nachdem die Geschichte ordentlich Fahrt aufnimmt, verflacht sie gegen Ende des Hörspiels. Nicht nur, dass die Auflösung fast das gesamte letzte Viertel des Hörspiels einnimmt und die Spannung sich in ellenlangen Erklärungen verliert … es werden auch wichtige Details nicht aufgeklärt und lassen den Hörer mit zu vielen Fragezeichen zurück.

Sprecherleistung:

“Schrecken aus der Tiefe” ist neben Axel Milberg und den drei Detektiven mit einer Riege aus 15 Sprechern besetzt. Die Sprecher sind mit viel Spaß an ihrer Arbeit dabei. Die Sprecherleistung ist insgesamt solide. Leider müssen wir bemängeln, dass man Justus Jonas alias Oliver Rohrbeck inzwischen einen Hauch seiner Routiniertheit anhört. Ein großes Plus dieser Folge: Inspektor Cotta alias Holger Mahlich ist wieder einmal mit von der Partie! Auch Sheriff Rolins alias Tommi Piper bereitet natürlich große Hörfreude!

Geräusche und Musik:

Die musikalische Untermalung ist sehr Tiefsee-like. Daumen hoch!

Cover und Titel:

Das Cover verspricht mehr Mystery als die Folge einlösen kann. Was hängen bleibt: die Realität. Was man sich erhofft: ein Seeungeheuer!


Fakten

Genre:

Mystery / Abenteuer / Detektive

Label:

EUROPA

Gesamtspiellänge:

ca. 70 Minuten

Produktionsjahr:

2018


Besetzung:
Erzähler Axel Milberg
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Inspektor Cotta Holger Mahlich
Angler Stephan Chrzescinski
Mac Anderson Achim Buch
Reporterin Marion Gretchen Schmitz
Mann Sven Dahlem
Grady Werner Wilkening
Pettengill Peter Kirchberger
Sheriff Rolins Tommi Piper
Farragut Hanns Jörg Krumpholz
Leah Antje Birnbaum
Cynthia Wetmore Dorothea Hagena
Hotelier Gordon Piedesack
Frau Maud Ackermann
Junge Tim Heuer
Daniel Jannik Schümann

Folge der Woche: Point Whitmark – Die Bucht der 22 Schreie (1)

“Die Bucht der 22 Schreie” ist der Auftakt der Hörspielreihe “Point Whitmark”. Es geht um einen Radiosender, der in der gleichnamigen Stadt angesiedelt ist und von drei Freunden betrieben wird.


Turn the radio on

Die 1. Folge von Point Whitmark dient hauptsächlich der Vorstellung der drei Hauptcharaktere, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, einen kleinen Radiosender namens Point Whitmark zu betreiben und nach der Schule mysteriöse Fälle zu lösen.

Untergang der Albacore

Vor etlichen Zeiten ist vor der Küste Point Whitmarks ein Schiff untergegangen. Dieser Vorfall ist bis heute nie ganz aufgeklärt worden. Viele Mythen ranken sich um den Untergang der Albacore. Nachdem der Frachter vor 30 Jahren auf Grund gelaufen war, verloren 22 Seeleute ihr Leben.

Die drei Schüler Jay Lawrence (Sven Plate), Tom Cole (Kim Hasper) und Derek Ashby (Gerrit Schmidt-Foss) glauben, in den Untergangsgeschichten eine Themenreihe für ihren Radiosender gefunden zu haben. Schließlich liegt das Wrack des geheimnisvollen Frachters versunken vor der nordamerikanischen Küste. In den Tiefen des Atlantiks droht den Freunden ein furchtbares Schicksal …

Briefe aus dem Jenseits

Die drei Jungs beginnen mit der Recherche und versuchen, die näheren Umstände der Jahrezehnte zurückliegenden Tragödie zu ergründen. Doch damit scheinen sie die Seelen der 22 ertrunkenen Seeleute zur schrecklichen Rückkehr beschworen zu haben. Denn prompt erreichen sie schriftliche Ermahnungen, die die eindringliche Warnung enthalten, nicht weiter zu ermitteln. Das Unheimliche: Die Briefe scheinen aus dem Jenseits zu kommen und von den 22 toten Seeleuten verfasst worden zu sein. Gefahr aus dem Reich der Toten!

Hinzu kommt die anstehende Bürgermeisterwahl von Point Whitmark sowie zahlreiche Beschwerden über die Radio-Berichterstattung der drei Jungen.


Fazit

Inhalt:

Point Whitmark ist eine Hörspielreihe für Jugendliche bzw. Hörspielfreunde, die auf Atmosphäre und Brutalität gut und gerne verzichten können. Die drei Freunde – Jay Lawrence, Tom Cole und Derek Ashby – sind mitnichten ein schlechter Abklatsch von Die drei Fragezeichen – im Gegenteil: Die Serie Point Whitmark bietet an der einen oder anderen Stelle mehr Tiefgang und frische Ideen mit ordentlich Humor.

Kritisch anzumerken ist an dieser Stelle, dass die Zusammensetzung der Hauptdarsteller stark an den drei Detektiven Justus, Peter und Bob angelehnt scheint. Schließlich haben wir es mit drei Jungs zutun, die noch zur Schule gehen – darunter ein Sportler, ein technikaffiner Freak und ein ziemlich schlauer und etwas unsportlicher Dritter im Bunde. Hinzu kommt, dass sich die Geschichten in zwei Kleinstädten – sei es Point Whitmark oder Rocky Beach – mit Sheriff als ausführendem Organ der Justiz abspielen. Zufall oder Absicht?

Nichtsdestotrotz macht die Serie Lust auf mehr. “Die Bucht der 22 Schreie” ist gut durchdacht, die Spannungsbögen stringent aufgebaut und logisch nachvollziehbar. Die erste Folge ist klar ausbaufähig, zum Einstieg aber bestens geeignet. Dranbleiben – es wird spannender!

Sprecherleistung:

Bekannte Hörspiel- und Synchronsprecher machen die Hörspielgeschichte zu einer unterhaltsamen Krimistory. Die Sprecher transportieren das Unheimliche, vermitteln viel Action und machen aus “Die Bucht der 22 Schreie” ein stimmiges Gesamtkonzept.

Extrem störend ist jedoch die Tatsache, dass die drei Hauptprotagonisten stimmlich schwer auseinanderzuhalten sind. Weniger als bei den drei Fragezeichen, haben Jay, Tom und Derek keine expliziten Charaktereigenschaften, die für einen markanten Wiedererkennungswert sorgen würden. Damit verlieren die Figuren ihre Individualität. Durch die Konturlosigkeit werden die Figuren zu einer einzigen. Ziemlich schade!

Geräusche und Musik:

“Die Bucht der 22 Schreie” ist professionell produziert, gespickt mit schönen Effekten und angenehmer Hintergrundmusik. Besonders gefällt uns der Einstieg in die Folge, da wir die drei Jungen direkt hinter ihren Mikros im Radio erleben dürfen.

Cover und Titel:

Die Cover der Point Whitmark-Reihe sind Geschmacksache. Die Farbgebung ist recht grob. Der Zeichenstil ist unserer Meinung nach nicht für das allgemeine Auge gemacht – zu viel 90er-Jahre-Stil für eine Serie aus den 2000ern. Der Titel “Die Bucht der 22 Schreie” ist hingegend sehr mystisch und Spannung verheißend.

Gesamtspiellänge:

63min22

Produktionsjahr:

2001


Besetzung:
Erzähler Jürg Löw
Jay Lawrence Sven Plate
Tom Cole Kim Hasper
Derek Ashby Gerrit Schmidt-Foss
Direktor Reno Jürgen Uter
Matt Stinger Raimon Weber
Bürgermeister Morris Henning Schlüter
Stadtrat Riverdale C.-D. Clausnitzer
Sheriff Baxter Andreas Becker
Cassandra Harris Tanja Kuntze
Deputy Nelson Roger Trash
Mrs Bushland Ines Burkhard
Vater Callahan Heinz Ostermann
Arbeiter Christian Tasche