#2 Monster-Woche: Was bisher geschah (Staffel 1+2)

Noch … 7 Tage!

Seit einem Jahr warten wir auf die 3. Staffel der gigantisch-spannenden Hörspielserie “Monster 1983”. An Halloween ist es soweit und das Warten hat endlich ein Ende. Damit du noch einmal einen Überblick bekommst, haben wir für dich Staffel 1 und 2 noch einmal gehört und wichtige Handlungsstränge zusammengefasst. Damit bist du bestens gewappnet für Staffel 3!

Der folgende Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! ;-)


Staffel 1

Sommer 1983: Ein Neuanfang in Harmony Bay

Tom Cody verschlägt es mit seinen Kindern Amy und Michael in ein kleines Städtchen an der Küste, nach Harmony Bay, Oregon. Der Grund für den Tapetenwechsel von Florida in die Küstenstadt war der plötzliche Tod seiner Frau und der Mutter seiner Kinder. Harmony Bay erscheint auf den ersten Blick (oder eher Lauscher) tatsächlich harmonisch – wie der Name schon sagt. Harmony Bay ist ein Ort, an dem man sich zurückziehen kann und in dem aber dennoch jeder jeden kennt. Cody erhofft sich für seine Familie einen Neuanfang und vor allem ein wenig Ruhe.

Cody fängt in der Polizeistation von Harmony Bay als Sheriff an – in seinem Team die bezaubernde Deputy Taylor Dunford sowie der zunächst etwas miesepetrige Deputy Landers. Landers scheint zunächst ein schwieriger Charakter zu sein, er reagiert trotzig, ganz egal, was sein neuer Vorgesetzter macht und tut. Codys Vorgänger – Sheriff Gibson – hatte wohl nach anderen Regeln gespielt bis zu jenem Zeitpunkt, als er spurlos verschwand. Die junge Taylor hingegen ist von Beginn an gut auf Cody zu sprechen, um nicht zu sagen sehr gut. Zusammen geben die beiden ein gutes Team ab.

Ein Spion verschwindet

Als ein Gefangenentransport am Rande von Harmony Bay von der Straße abkommt und in den Klippen hängt, finden Cody und Taylor lediglich die zwei toten Fahrer auf: Der Laderaum ist zwar voller Blut, aber leer. Kurze Zeit später erscheinen zwei Herren (Bricks und Fisher) in Anzug, die sagen, sie seien von der Regierung und auf der Suche nach dem russichen Spion, der sich im Gefangenentransport hätte befinden müssen. Um die genaue Identität machen die beiden Herren ein großes Geheimnis.

Ein Serienkiller in der Küstenkleinstadt

In kürzester Zeit werden Sheriff Cody und sein Team mit mehreren Toten konfrontiert, die alle eines gemeinsam haben: ein mutmaßlich qualvoller Tod durch einen Einstich im Rücken. In Harmony Bay ist ein Serienkiller am Werk; Doc Schultz attestiert, der Killer sauge seinen Opfern regelrecht die Luft aus der Lunge, bis sie qualvoll ersticken. Sheriff Cody, Deputy Landers und Taylor stehen vor einem mysteriösen Rätsel. Während ihnen allmählich die Zeit davonrennt, sterben immer mehr Bewohner auf jene grauenvolle Art Weise. Derweil sind die Herren von der Regierung auf der Suche nach dem angeblich gefährlichen Spion.

Der Nachtmahr

Nach und nach macht es die Runde, dass ein “Monster” beziehungsweise ein “Nachtmahr” in Harmony Bay sein Unwesen treibt und daher so viele Todesopfer zu beklagen sind. Lange Zeit weiß man aber nicht, wer tatsächlich hinter den Morden steckt. Der sogenannte Nachtmahr kommt, wenn alle schlafen, er sucht sich seine Opfer gezielt aus, denn er bringt nur Menschen um, die besonders böse sind.

Irgendwann kommt für den Hörer ans Licht, dass Amy der Nachtmahr sein soll. Bricks und Fisher sind drauf und dran, Amy und den Nachtmahr zu fangen …

Die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli

Während dieser Grausamkeiten sind die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli 1983 im vollen Gange. Michael trifft sich oft mit seinen Kumpels Bacon und Toby sowie der hübschen Flower und seine kleine Schwester Amy ist viel mit ihrer Babysitterin Susan unterwegs. Die Wahrsagerin Signora Marzini auf dem Jahrmarkt am Hafen beteuert, dass etwas Schlimmes passieren und dass vor allem Amy darin verwickelt sein wird.

Auf der Flucht

Am Tag des Unabhängigkeitstages bekommt Michael Hausarrest auferlegt und soll auf seine Schwester Amy aufpassen. Schließlich kann er der Verlockung jedoch nicht widerstehen, doch zum Feuerwerk mit seiner Freundin Flower zu gehen. Michael beschließt kurzerhand, seine Schwester allein zu Hause zurückzulassen. Sie schläft ja schon, was soll da schon groß passieren …?

Als Bricks und Fisher den russischen Spion erwischt haben, befüllen sie seine Lunge mit einem bestimmten Mittel. Da der Nachtmahr vor allem Menschen umbringt, die im Leben schreckliche Dinge getan haben, ist der russische Spion quasi das perfekte Lockmittel. Auf diese Weise nehmen Bricks und Fisher den Nachtmahr in Beschlag, doch der Trumpf währt nicht lange. Deputy Landers, der sich ebenfalls vor Ort befindet, kann sich von Bricks losreißen. Der Nachtmahr kann entkommen und Amy zu ihrem Elternhaus zurückkehren.

Im Anschluss flieht Cody mit seinen zwei Kindern aus der Stadt …


Staffel 2

Der Versuch, Amy zu retten

Sheriff Cody ist mit seinen Kindern Amy und Michael aus Harmony Bay geflohen. Auch Deputy Taylor befindet sich nicht mehr in der Hafenstadt. Cody ist verzweifelt und will seiner Tochter, in der der Nachtmahr steckt, natürlich helfen. Daher geht er mit ihr zu einem Asiaten, der dafür sorgen kann, dass der Nachtmahr in Amy verschwindet. Drei Jahre lang muss dieser Mann Amy eine Medizin zubereiten, die sie täglich einnehmen muss. Tut sie das nicht, wird der Nachtmahr für immer ein Teil von ihr sein.

Landers wird zum Sheriff

Währenddessen scheint es in Harmony Bay wieder etwas ruhiger zuzugehen. Deputy Landers wird – nach Codys Flucht – kurzerhand zum Sheriff ernannt. Mit dieser Position hatte er ohnehin nach Gibsons Verschwinden schon geliebäugelt; er macht sich auf seiner neuen Position ganz gut.

Ein Ort der Perversion

Der Manila Club ist ein Begriff, der in der 1. Staffel hier und da schon aufgekommen ist. In Staffel 2 findet er noch öfter Verwendung, wenngleich man nicht genau weiß, was sich dahinter verbirgt. Landers macht seltsame Funde und auch die Jugendlichen Toby, Flower und Bacon kommen mit dem Manila Club ungewollt in Berührung. Letztlich kommt ans Licht, dass der Manila Club hauptsächlich in einer Höhle praktiziert wird. Es handelt sich um einen von Bürgermeister White initiierten “Verein”, in dem Menschen ein Bordell erahnen und in dem nicht nur Frauenhandel stattfindet, sondern auch die Freier schwer misshandelt werden. Code-Wort: Haifischplazenta.

Ein versunkenes Auto und Neuigkeiten über Gibson und Taylors Vater

Sheriff Gibson wird derweil in seinem Wagen im Cooper’s Lake gefunden. Allerdings war er schon tot, bevor er mit dem Wagen im See gelandet ist. Daher stellt sich die Frage: Wer hat den alten Sheriff auf dem Gewissen? In der Zwischenzeit erfährt Taylor von Mr Hunter einiges über ihren Vater und sein Verlangen, Amy in die Hände zu bekommen.

Der Nachtmahr übernimmt die Kontrolle

Als Cody eines Abends weg muss und Michael abermals auf seine Schwester aufpassen soll, hat dieser schwer damit zu kämpfen, Amy wachzuhalten. Der Nachtmahr in Amy fordert das Mädchen auf, ins Badezimmer zu gehen und abzuschließen. Michael kann nichts dagegen tun und der Nachtmahr übernimmt die Kontrolle über das Mädchen.

Amy kehrt derweil in ihre Heimatstadt zurück – nach Harmony Bay. Inzwischen hat sich das Grauen herumgesprochen, einige Bewohner wissen, dass Amy sehr gefährlich ist. Der Tag, an dem sie zurückkehrt, ist Halloween. Wie könnte es besser passen? Alle sind verkleidet und in Partystimmung. Das Kindermädchen Susan kehrt ebenfalls zurück nach Harmony Bay. Was Amy nicht weiß, ist, dass inzwischen Sheriff Landers im “Haus des Sheriffs” wohnt, wo Amy zuvor mit ihrem Vater und ihrem Bruder gelebt hatte. Auch Susan wusste dies nicht, als sie bei Sheriff Landers klingelt – mit Amy im Schlepptau, die ganz allein auf der Straße herumgeirrt ist.

Amy – auf der Suche nach ihren Kindern

Susan sagt, Amy erzähle wirres Zeug – sie sei auf der Suche nach ihren Kindern. Das hat nichts, aber auch gar nichts Gutes zu bedeuten. Sie sei voller Blut und stünde neben sich. Landers schickt Susan nach Hause und nimmt Amy mit ins Haus. Bacon ist noch wach und fragt: “Amy – was machst du denn hier?” und das letzte, was man von dem kleinen Mädchen hört, ist: “Amy – wer ist Amy?” – Zack Bumm – aus.


Wie es wohl weitergeht im beschaulichen Harmony Bay… ? :-)

kb-nachgefragt: Interview mit Ivar Leon Menger – Monster 1983

Ivar Leon Menger ist Autor und Regisseur der Audible-Hörspielserie „Monster 1983“. Die zweite Staffel erscheint dieses Jahr pünktlich zu Halloween. Wir haben mit ihm über die gefürchteten Monster unter unseren Betten gesprochen und hinter die Kulissen einer Hörspiel-Produktion geblickt.

Lieber Herr Menger, sind Sie ein Kassettenkind?

Ivar Leon Menger: Ja, auf jeden Fall! Darf ich Ihnen unsere Karte geben? Wie viele aus meiner Generation bin auch ich als Kind zu den Detektivgeschichten von Justus, Peter und Bob eingeschlafen. Und natürlich lief auch tagsüber mein kleiner, schwarzer Kassettenrekorder, während ich mit Lego und Playmobil gespielt habe. Meistens leierten auch noch die Fünf Freunde, TKKG oder EUROPA Gruselgeschichten über den Lautsprecher.

Wie geht es Ihnen kurz vor Veröffentlichung der zweiten Staffel von „Monster 1983“?

I. L. Menger: Offen gestanden bin ich sehr aufgeregt. Über zehn Monate liefen ja jetzt die gesamten Vorbereitungen, inklusive der kompletten Produktion – von der Ideenfindung, über das Schreiben von 10 neuen Folgen, mit den Aufnahmen von über 50 Sprechern, der Schnitt und die Geräusche, die komponierte Musik – da steckt so viel Herzblut und Engagement von so vielen kreativen Menschen drin, dass ich natürlich sehr hoffe, alle HörerInnen mit einer spannenden und überraschenden Fortsetzung glücklich zu machen.

Monster 1983“ ist eine Hörspielserie von Audible. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

I. L. Menger: Als ich vor drei Jahren die Idee zur dieser 80er Jahre-Monster-Serie hatte, sollte sie eigentlich „nur“ als kleine, sechsteilige Miniserie erscheinen. Als eBook und Hörbuch. So hatte ich es zumindest mit meinen Co-Autoren Anette Strohmeyer und Raimon Weber geplant. Für die Frankfurter Buchmesse hatte ich einen kurzen Videotrailer produziert, um drei bekannten Labels/Verlagen vor Ort meine Serien-Idee zu präsentieren. Und dann geschah das große Glück: Kaum war der Trailer zu Ende, wollten alle drei Interessenten die Serie sofort kaufen. Und alle hatten lustigerweise die gleiche Idee: Ich sollte daraus eine 10-teilige Hörspiel-Serie machen.

Die Idee gefiel mir, da ich selbst schon lange nicht mehr geschrieben hatte und entschied mich letztendlich für Audible, weil sie mir für dieses Projekt als der beste Partner erschienen. Heute kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung war, denn Audible lässt mir komplett freie Hand und ich kann die Serie genau so erzählen, wie ich sie mir vorgestellt habe. Eine großartige Partnerschaft mit viel Vertrauen.

Welchem Genre würden Sie „Monster 1983“ zuordnen?

I. L. Menger: Mystery-Thriller-Horror-Teen-Drama. Oder kurz: „Popcorn“-Hörspielserie.

Glauben Sie an das zutiefst Böse im Menschen, das den Einwohnern von Harmony Bay, einer idyllischen Küstenstadt Oregons, in Gestalt des Monsters begegnet?

I. L. Menger: Ich glaube an Gut und Böse, Tag und Nacht, Yin und Yang und an Licht und an Schatten. Auch wenn ich weiß, dass alles im Universum reine Energie ist und deshalb eigentlich als neutral zu bewerten sein sollte, steht zumindest für meine Geschichten fest, dass es das „Böse“ gibt. Mich zieht die dunkle Seite einfach magisch an. Das liegt wahrscheinlich auch an meinem Sternzeichen.

Monster 1983“ ist teilweise schwer verdauliche Hörspielkost. Da läuft es einem in so mancher Szene eiskalt den Rücken hinunter. Überhaupt steht Ihr Name für Mystery und Thrill. Wo sammeln Sie die Ideen für garantierten Gruselfaktor in 80er Jahre-Nostalgie, wie wir es in „Monster 1983“ erleben dürfen?

I. L. Menger: Das ist unterschiedlich. Bei „Monster 1983“ war zuerst die Idee da, mit der Urangst zu spielen, etwas Böses läge unter dem Bett und warte dort auf einen – da, wo man völlig ausgeliefert ist, wenn man tief schläft. Dann hatte ich zur der Zeit viele 80er Jahre Filme gesehen wie z.B. die „Goonies“, „Der weiße Hai“, „The Lost Boys“ und „Stand by me“ und mir hat die Naivität der Filme gefallen. Alles war klischeehafter, es gab mehr Humor und nicht alles war so realistisch und bierernst. Ja, und natürlich war alles irgendwie fantastischer. In diesem Geist und Stil der 80er wollte ich die Serie dann erzählen.

Monster 1983“ entstand gemeinsam durch die Feder ihrer Co-Autoren Raimon Weber und Anette Strohmeyer. Verraten Sie uns die Ingredienzen eines gut funktionierenden Autoren-Trios?

I. L. Menger: Seit „Darkside Park“ und „Porterville“ haben wir als sechsköpfiges Autorenteam schon über 30 Folgen zusammen entwickelt und verstehen uns deshalb fast schon blind. Wichtig ist mir, dass ich als Headwriter jedem Autor seine/ihre künstlerischen Freiheiten lasse und jeder Autor seine eigenen Ideen und seinen Stil in die jeweilige Serie einbringt. Im Team achten wir dann darauf, ob die jeweiligen Ideen für die Serie funktionieren oder nicht. Meine Arbeit dabei kann man gut mit einem Fußballtrainer vergleichen. Wir trainieren alle zusammen, haben ein gemeinsames Ziel, ich gehe mit ihnen vorher die Strategie – den großen Plan – durch, aber wenn das Spiel dann losgeht, dann läuft jeder Mannschafts-Autor für sich alleine auf dem Platz und entscheidet sich, wie er das Tor schießt.

Eine Monster-Staffel – das sind rund 10 Stunden Hörspiel. Das klingt nach einer ‘monstermäßigen’ Aufgabe. Schließlich müssen die vielen Figuren, Handlungsstränge und Wendungen erst einmal erdacht werden. Nehmen Sie uns mal mit in den prototypischen Produktionsprozess eines Hörspiels.

I. L. Menger: Am Beispiel der zweiten Staffel: Anette, Raimon und ich haben uns für drei Tage in einem abgelegenen Hotel im Odenwald zu einer ersten Autorenrunde getroffen, um den groben Ablaufplan der zweiten Staffel zu besprechen. Ich bin mit den beiden dann meine ersten Ideen durchgegangen – für den Anfang, die groben Figurenentwicklungen und das Staffelende. Das haben wir dann untereinander diskutiert und dann die Plots für die einzelnen Folgen entwickelt.

©Audible - Cover zur 2. Staffel von "Monster 1983"

©Audible – Cover zur 2. Staffel von “Monster 1983”

Nach drei Wochen haben wir uns dann wieder für ein Wochenende in einem Hotel getroffen und gemeinsam detailliert jede einzelne Szene von Raimons und Anettes Folgen entwickelt. Danach ist dann jeder von uns nach Hause gegangen und hat seine Manuskripte geschrieben. Gegen Ende Mai, also circa drei Wochen später, haben mir dann Anette und Raimon ihre fertigen Folgen geschickt und ich bin als Headwriter noch einmal über die Dialoge aller Figuren gegangen, um die Sprache, das „Wording“ in allen zehn Folgen anzugleichen. Nach der Freigabe von Audible ging es dann schon fünf Tage später für einen Monat nach Berlin für die Tonaufnahmen …

Mit welcher der Hauptfiguren in „Monster 1983“ würden Sie gerne einen Tag verbringen? Was würden Sie zusammen unternehmen?

I. L. Menger: Das ist aber eine spannende Frage. Mmmh, mal überlegen. Mit Deputy Landers würde ich gerne mal Essen gehen, der weiß auf jeden Fall, wo es die besten Donuts in Harmony Bay gibt. Mit Sheriff Cody würde ich mich auf ein Glas Milch bei Sharky’s treffen und mit Taylor eine Runde in der dunklen Geisterbahn fahren. Aber am wahrscheinlichsten wäre, dass ich zusammen mit Mr Briggs an fremden Türen klingen und Kugelschreiber verteilen würde. Ja, ich glaube, das macht Spaß!

Ivar Leon Menger, wohnhaft in Harmony Bay – eine schaurige Vorstellung?

I. L. Menger: Nun ja, ich könnte mir schlimmere Orte zum Leben vorstellen. Aber warum eigentlich nicht? Ich hab gehört, das Haus von Sheriff Cody ist angeblich wieder frei – vielleicht könnte ich da ja einziehen …

Mit seinen zahlreichen Cliffhangern und der filmischen Erzählweise erinnert „Monster 1983“ an eine Netflix-Serie. Gefällt Ihnen dieser Vergleich?

I. L. Menger: Ja, vielen Dank. Das sehe ich als Kompliment. Ich liebe Netflix-Serien wie z.B. „House of Cards“. Es ist gut möglich, dass sich unsere Sehgewohnheiten durch die neue Art von Serien stark verändert haben und uns Autoren natürlich erzähltechnisch damit prägen. Und Cliffhanger und Geheimnisse wie bei „Lost“ oder „24“ habe ich schon immer geliebt.

Der Hörspielmarkt ist hart umkämpft. Trotz des Erfolges vieler Hörspiele sind manche Produktionen nicht finanzierbar. Streaming-Dienste und On-demand-Mentalität bestimmen die Preise. Befindet sich der Hörspielmarkt noch in der Krise?

I. L. Menger: Das ist eine schwierige Frage. Ich persönlich könnte unter den gegebenen Umständen kein Hörspiel mehr produzieren, um wirtschaftlich davon zu leben. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass es noch Kollegen und Labels gibt, die weiterhin tolle Sachen produzieren.

In der Rolle des Autors und Regisseurs: Wie wichtig ist es, dass man sich mit den Sprechern – hinter den Kulissen im Tonstudio – gut versteht? Schließlich versammelt „Monster 1983“ bekannte Köpfe aus der deutschen Schauspiel- und Synchronsprecherszene …

I. L. Menger: Das ist für mich besonders wichtig, da ich immer Spaß bei der Arbeit haben möchte. Aus diesem Grund versammle ich immer mein „Ensemble“ um mich herum, also alle SprecherInnen mit denen ich seit zehn Jahren einfach gerne zusammenarbeite, wie z.B. Luise Helm, David Nathan, Simon Jäger, Ekki Belle, Patrick Bach, Katja Brügger, Peter Flechtner, Udo Schenk, Gerrit Schmidt-Foß, Nana Spier, Detlef Bierstedt, Florian Halm und einige andere. Besonders schön ist, wenn ich durch neue Produktionen neue Sprecher kennenlernen darf und sie dann in meinen „inneren Kreis“ aufnehme, hehe. Wie z.B. Ozan Ünal, Luisa Wietzorek, Kim Hasper, Yvonne Greitzke, Tim Sander, Florian Krüger-Shantin oder Aaron H. P. Le.

Bleiben Sie auch zukünftig der Hörspielszene treu?

I. L. Menger: Solange ihr rätselhafte und geheimnisvolle Geschichten von mir hören möchtet, solange werde ich dem Hörspiel treu bleiben. Aber so was von.

Herr Menger, wir danken Ihnen herzlich für dieses Gespräch.

I. L. Menger: Gern geschehen. Und vielen Dank für die außergewöhnlichen Fragen. :-)


Wollt ihr mehr über Ivar Leon Menger erfahren? Hier gelangt ihr zu seiner offiziellen Webseite.