Krieg der Welten nach H. G. Wells Teil 1

Im Juni 2018 ist der 1. Teil der Hörspielreihe Krieg der Welten nach H. G. Wells bei Folgenreich erschienen. Ursprung der Geschichte ist natürlich Der Krieg der Welten von H. G. Wells aus dem Jahr 1898, es zählt noch heute als grundlegendes Werk für die Science-Fiction-Literatur. Schon 1938 hatte man eine Hörspielfassung umgesetzt, 80 Jahre später haben Christian Gailus und Oliver Döring den Krieg der Welten noch einmal aufleben lassen und inzwischen in drei Teilen zu einem Hörerlebnis gemacht.  Wir haben bei Folgenreich um ein Rezensionsexemplar gebeten und dieses für diese Woche gleich mal als Folge der Woche deklariert.


Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte im Vereinigten Königreich ein euphorischer Zukunftsoptimismus, der technische Fortschritt war im vollen Gange. Simon Schuster, seines Zeichens Journalist, war in Paris auf der Weltaustellung, als es auf der Oberfläche des Mars einen Gasausstoß gegeben hatte. Es handele sich wohl größtenteils um Wasserstoff, das sich mit großer Geschwindigkeit auf die Erde zubewegte. Leider war es nicht bei einem Gasausstoß geblieben. Ob es sich dabei um einen gezielten Angriff handelte? Aber das würde gleichzeitig bedeuten, dass es auf dem Mars intelligentes Leben gäbe … Die Gasausstöße ließen irgendwann nach, als eines Tages ein erstes Geschoss die Erde erreichte und Teile des Vereinigten Königreiches in Schutt und Asche legte. Das hingegen war aber leider erst der Anfang …


Fazit

Inhalt:

[Achtung Spoiler]

Im Grunde hat der 1. Teil der Hörspielreihe nicht viel Handlung. Simon Schuster kehrt an seinen Wohnort zurück und praktisch im nächsten Moment sind die Marsmenschen da. Der Krieg hat sozusagen begonnen. Aber wir wissen ja, dass die Handlung bei einem Hörspiel nicht immer die ausgereifteste sein muss. Bei einem Hörspiel muss das Zusammenspiel zwischen Handlung, Sprechern und Geräuschen passen. Und das ist auf jeden Fall gelungen.

Simon Schuster ist Journalist und scheint ein recht tougher Typ zu sein. Immer mittendrin oder zumindest in der Nähe des Geschehens. Als er auf den Professor Ogilvy (Peter Groeger) stößt, scheint das zunächst ein gutes Zweiergespann zu werden. Doch das währt nicht lange, auch wenn das Verhalten von Ogilvy wirklich vorbildlich ist. Allerdings ist es vielleicht nicht seine klügste Entscheidung, mit den Marsmenschen reden zu wollen. Naja – im Nachhinein hat man selbst immer gut reden. :) Schade ist der Ausgang jedenfalls doch – da wir uns an den Professor durchaus als Charakter hätten gewöhnen können.

Etwas negativ oder zumindest dümmlich ist uns Schusters Ehefrau , Cathy (Marieke Oeffinger) aufgefallen, als sie versucht, Möbelteile für die Flucht vor den Marsmenschen einzupacken. Mal ganz ehrlich: Wer braucht Lampenschirme zum Überleben? Aber anscheinend hat sie nicht gut einschätzen können, wie groß die Gefahr tatsächlich ist … :).

Zusammengefasst: Das Hörspiel geht gut rein und hat mit 58 Minuten eine angenehme Länge. Wir hören gleich mal in  Teil 2 rein und hoffen aber gleichzeitig, dass handlungstechnisch etwas mehr drin ist.

Sprecherleistung:

Von Adam Sandler sind wir ja gar kein großer Fan, aber Dietmar Wunder ist ja sooooo viel mehr. Zum Glück. Bei Krieg der Welten ist er sowohl Erzähler als auch aktiver Charakter, was uns positiv aufgefallen ist. In der Regel haben wir es mit externen Erzählern zu tun, die von oben auf die Geschichte herabschauen und die Geschehnisse beschreiben. Hier ist der Erzähler selbst Teil der Geschichte. Dietmar Wunder ist ein großartiger Sprecher. Seine tiefe Stimme in Kombination mit der richtigen Hintergrundmusik … in unseren Ohren unbeschreiblich gut. Manch einer mag bemängeln, dass man möglicherweise direkt in eine andere Hörspielreihe katapultiert wird, nämlich keiner anderen als John Sinclair.

Aber nicht nur Dietmar Wunder ist hier positiv hervorzuheben. Auch Peter Groeger, leider im Januar 2018 verstorben, hat in Krieg der Welten Teil 1 einen Sprecherpart übernommen, nämlich den des Professor Ogilvy. Es handelt sich zwar um eine kleinere Rolle, aber dafür schließt man den Professor gleich ins Herz. Er scheint einer dieser guten Menschen zu sein, die nicht sofort auf Krawall aus sind, sondern, die Kommunikation vorziehen. Peter Groeger setzt das in unseren Ohren perfekt um. Groeger war u. a. Synchronsprecher für Stan Lee in diversen Marvel Filmen, Sprecher des Watson in der Hörspielreihe Sherlock Holmes von maritim sowie Sherlock Holmes – Die neuen Fälle von Romantruhe. Er war außerdem Schauspieler und Regisseur. Ruhe in Frieden!

Geräusche und Musik:

“Was ist denn das für ein Sound?” (Bob Andrews in Die drei Fragezeichen – Die Musikpiraten) – aber dieses Mal ist es sehr positiv gemeint. Die Erzählerstimme in Kombination mit diesem Sound ist wahrlich ein Ohrenschmaus. Als Hörer ist man mittendrin (statt nur dabei), die Explosionen gehen tiefer als unter die Haut … wenn man dieses Hörspiel mit Kopfhörern hört, zuckt man hier und da, weil man sich jetzt fragt, ob das tatsächlich passiert oder ob man hier gerade nur ein Hörspiel hört. Also wir sind Geräusche-technisch überzeugt, denn hier wurde ein echtes Hörerlebnis geschaffen, so wie man es sich bei Hörspielen wünscht: Echtes Kino im Kopf.

Cover und Titel:

Beim Titel hätte man jetzt nicht groß etwas ändern können, von daher lassen wir das bei der Bewertung jetzt einfach einmal außen vor. Das Cover zeigt, worum es größtenteils im Hörspiel geht. Es kracht ordentlich und die Menschen fliehen. Aus unserer Sicht ist das Cover daher wahrheißtsgemäß umgesetzt. Ob es jetzt unbedingt ansprechend ist, sei einmal dahin gestellt.


Fakten

Genre:

Science Fiction

Label:

Folgenreich

Gesamtspiellänge:

ca. 58 Minuten

Erscheinungsdatum:

01.06.2018


Besetzung:

Simon | Dietmar Wunder
Ogilvy
| Peter Groeger
Soldat
| Reinhard Kuhnert
Gregg
| Oliver Stritzel
Gryson
| Hans Bayer
Stuart
| Nico Sablik
Cathy |
Marieke Oeffinger


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das Rezensionsexemplar von Folgenreich zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Die Zeitmaschine nach H.G. Wells (Oliver Döring)

Die “Zeitmaschine” bildet den Auftakt zur Hörspielreihe rund um die Kurzgeschichten H.G. Wells. Es folgen “Das Imperium der Ameisen” und der Dreiteiler “Krieg der Welten”. Für die Produktion war Hörspielproduzent Oliver Döring (u.a. “Star Wars”, “John Sinclair”, “End Of Time”) verantwortlich. Hören wir einmal genauer hin, was es mit dem Wells’schen Remake-Debüt auf sich hat!


Zur Romanvorlage:

Die Zeitmaschine (“The Time Machine”) von 1895 ist die erste literarische Beschreibung einer Zeitreise in die Zukunft und gilt heute als Vorreiter für die moderne Science Fiction-Literatur; ohne dabei jedoch die gängigen Klischees zu bedienen.  Im Mittelpunkt der Dystopie steht ein junger Forscher und Erfinder, der mit einer selbstgebauten Zeitmaschine die Gegenwart hinter sich lässt und ferne Zeitebenen bereist. Im Jahr 802.701 angekommen, findet er schließlich eine Erde vor, auf der fast alles menschliche Leben erloschen ist – bis er auf das Volk der freundlich-naiven Eloi trifft, die scheinbar in paradiesischen Zuständen leben. Doch dann entdeckt er, dass die Eloi von den nachtaktiven, monsterartigen Morlocks aus dem Untergrund beherrscht und gewissermaßen als Schlachtvieh gehalten werden. Doch es gibt kein Weg zurück …

Lange vor Einstein

Groß und zeitlos – der Roman von H.G. Wells ist keineswegs veraltet und spannend bis in die heutige Zeit. H.G. Wells war, ebenso wie Jules Verne, seiner Zeit weit voraus. Er machte sich Gedanken über Zeitreisen, die vierte Dimension und die Relativität, lange bevor dies Bestandteil von Einsteins Forschung wurde. Auch überrascht seine Vorstellung der Zukunft, die auf den ersten Blick paradiesisch erscheint, doch dann dystopisch widerspiegelt, wie eine Zivilisation, die wissenschaftlich auf dem höchsten Stand war, langsam verfällt und nur ein paar wenige verfallene Bauten in der Natur zurücklässt. „Die Zeitmaschine“ ist ein nach wie vor spannender Roman, der nicht nur Science Fiction-Fans erfreut, sondern auch der Gesellschaft einen Spiegel vorhält und das aktueller denn je.


Während in dem ersten Teil die Grundsituation vorgestellt und die Entwicklung der Menschheit skizziert wird, konzentriert sich die Handlung im zweiten Teil auf Jacks Erlebnisse in der weit entfernten Zukunft bei den Eloi. Neben all der Spannung wird auch die menschliche Entwicklung von Weena sehr gekonnt dargestellt, die sich langsam an Jacks Neugier ein Beispiel nimmt und selbst anfängt, nachzudenken und zu hinterfragen. Gekrönt wird dies von einigen philosophischen Fragen, die Jack am Ende im Kreise seiner Freunde stellt.

Hier kommt eine kleine Inhaltsangabe:

Auf Zeitreise: Jack Milton

Jack Milton (Hans-Georg Panczak) liebt das Zeitreisen. Sehr zum Leidwesen der Universität, die dem ambitionierten Professor die Unterschlagung von Forschungsgeldern vorwirft. Seine Freunde halten zu ihm, doch der Zeitreisende wird schon bald sichtbare Ergebnisse präsentieren müssen, um Zeit und Geld zu legitimieren.

Bei seinen Zeitreisen nimmt Jack immer einen Kassettenrekorder – ;-) – mit, um seine Berichte aufzuzeichnen. Im Jahr 4000 unternimmt der Zeitreisende einen Zwischenstopp; hier herrscht ein Überwachungsstaat und es gibt kein Geld mehr. Man hält Jack für einen Terroristen und macht Jagd auf ihn. Jack ist in der weit entfernten Zukunft zwar sicher angekommen, doch da seine Zeitmaschine verschwunden ist, hat er keine Chance, zurückzukehren. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als bei den freundlichen Eloi zu bleiben. Doch trotz der Friedlichkeit ihrer Welt wundert sich Jack über den Gleichmut der Erdenbewohner. Dann lernt er die faszinierende Weena  (Luisa Wietzorek) kennen …

Jack führt es ins Jahr 802.701. Die Menschheit hat von 1914 bis dato fünf Weltkriege geführt. Am Schluss des Hörspiels, bevor Jack erneut in die Zukunft reist, zerstört er seine Pläne der Zeitmaschine, damit sie nicht für militärische Zwecke missbraucht werden kann.


Fazit

Inhalt:

Die folgenreiche Hörspieladaption von H.G. Wells “Die Zeitmaschine” ist ein Zweiteiler, der es in sich hat. “Die Zeitmaschine” bietet viel inhaltlichen Freiraum für leise Zwischentöne. Auch kommt immer wieder eingestreut zum Ausdruck, dass die Menschheit, die Politik und die Gesellschaft – selbst mit fortschreitender Erdzeit – keineswegs schlauer oder reifer geworden ist.

Erzählt wird die packende Geschichte eines Mannes, der in eine ferne Zukunft reist und dort das Grauen erlebt. Die Inszenierung ist äußerst aufwendig. Oliver Döring verlässt sich nicht darauf, dass der angestaubte Stoff schon irgendwie durch den Namen des Autors und den Bekanntheitsgrad der Geschichte genug Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird und man mit einer 08/15-Produktion die üblichen Käufer in die Läden bringen kann – im Gegenteil: Oliver Döring belebt die Geschichte neu und verpasst ihr eine Verjügungskur.

Regisseur Oliver Döring versetzt die Erfindung der Zeitmaschine in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts, in die Zeit nach der ersten Mondlandung, der ersten Personal Computer und der Concorde, in der die technologische Entwicklung große Schritte gemacht hat. Ebenso war dies eine Epoche der Angst vor Kriegen, Weltuntergang und unkontrollierbaren neuen Technologien, was den heutigen Hörern den moralischen Hintergrund des Zeitreisenden näher bringt.

Sprecherleistung:

Schon die ersten Augenblicke lassen ein außergewöhnliches Hör-Abenteuer vermuten: Ein immer lauter werdendes Ticken einer alten Uhr empfängt den Hörer, bevor Ex- “John Sinclair”- Mitstreiter Joachim Kerzel die Kurzansage übernimmt, um dann von futuristisch anmutenden Klängen scheinbar hinweggefegt zu werden. Schon befindet sich der Hörer in der vermeintlich guten alten Zeit, im viktorianischen England, im Jahre 1894, inmitten “Filby”- Rufen und dem Getrappel einer Pferdekutsche. Doch auch hier verweilen wir nur sehr kurze Zeit.

“Die Zeitmaschine” versammelt herausragende „Hollywood-Synchronstimmen“, darunter Maximiliane Häcke, Nico Sablik und Joachim Kerzel. Das Sprecherteam ist bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt. Hans-Georg Panczak (u. a. Stimme von Mark Hamill, Richard Thomas, „Harry Shearer“) ist natürlich wieder als Jack zu hören. Er versteht es, die Spannungsbogen der Geschichte gut nachzuzeichnen. Luisa Wietzorek (Emma Roberts, Isabel Lucas, Jenna Coleman) ist mit ihrer sanften Stimme eine sehr gute Besetzung für die Rolle der Weena, wobei sie die voranschreitende Wandlung der Eloi gekonnt darstellt. Auch Marianne Groß kann als Roboterfrau begeistern. Sie passt ihre ausdrucksstarke Stimme gekonnt an die kühle Ausstrahlung der Figur an.

Die Dialoge wirken lebendig, transportieren Spannung und Emotionen und werden in Verbindung mit dem Soundkonzept zu einer authentischen Produktion, die die gesamte Bandbreite der Geschichte deutlich werden lässt und klarmacht, warum dieses Buch zu den Klassikern der Weltliteratur zählt.

Geräusche und Musik:

Durch das fantastische Sounddesign und die filmreife Musik wird Wells visionäres Werk zum Kopfkino. Döring bringt in jeder kleinsten Szene technische Spielereien mit ein, die sehr passend sind und die Wirkung unterstützen. Ansonsten ist die Umsetzung für Döring ungewöhnlich ruhig. Viele Melodien sorgen für einen atmosphärischen Verlauf, während in den Schlusszenen unter der Erde einige passend plazierte Geräusche für den Gruselfaktor sorgen.

Cover und Titel:

Das schwarze Cover mit der riesigen, weißen Uhr springt beim ersten Titel sofort ins Auge. Vor der Uhr steht ein Mann im Anzug, der nur von hinten zu sehen ist. Im Titel-Schriftzug ist ebenfalls eine Uhr zu sehen. Schon auf den ersten Blick erkennt der Betrachter, worum es in diesem Hörspiel geht; ein echter Hingucker. Die Schriftzüge wirken technisch klar und futuristisch. Das eigentliche Motiv auf dem zweiten Cover bildet ein menschliches Gesicht, das in viele technische Symbole eingerahmt ist.

Was macht eigentlich … Oliver Döring?

Produzent Oliver Döring ist ein Urgestein der Hörspielszene und seit den ersten 70er-Folgen der “John Sinclair- Edition 2000”- Hörspielserie (sowie den ersten neun Classic-Folgen) gut bekannt. Döring hat auch bei weiteren Serien den Hut auf: “Don Harris”, “Star Wars”, “End of Time”, “The Border” und “Foster”.


Fakten

Genre:

Science Fiction

Label:

IMAGA / Folgenreich

Gesamtspiellänge:

Teil 1 und 2 je ca. 59 Minuten

Produktionsjahr:

VÖ: 29.09.2017


Besetzung:

– Teil 1 –

Jack Hans-Georg Panczak
Cabbs Bernd Rumpf
Peter Udo Schenk
Mr. Blank Oliver Stritzel
Mr. Chose Reinhard Kuhnert
Mrs. Watchett Susanna Bonaséwicz

sowie Alexander Doering, Sascha Rotermund, Peter Groeger, Roland Wolf, Asad Schwarz, Nico Sablik, Jaron Löwenberg, Christian Puciata, Hans Bayer, Berenice Weichert, Marieke Oeffinger, Matthis Schmidt-Foß, Antje Von Der Ahe und Joachim Kerzel.

– Teil 2 –

Weena Luisa Wietzorek
Mr. Blank Oliver Stritzel

sowie Marianne Groß, Maximiliane Häcke, Juliane Ahlemeier, Nico Sablik, Marcus Staiger, Annika Gausche und Joachim Kerzel.


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag hat uns das Team von Folgenreich ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Das Imperium der Ameisen nach H.G. Wells (Oliver Döring)

Nach dem Zweiteiler “Die Zeitmaschine” ist “Das Imperium der Ameisen” das zweite Hörspiel von Oliver Döring nach einer Kurzgeschichte von H. G. Wells. Hören wir einmal genauer hin!


Ein giftiger Trip

Lukas Holroyd (Julien Haggége), seines Zeichens Biologe, reist im Auftrag eines Pharmakonzens nach Südamerika, um dort eine neu entdeckte Ameisenrasse – genauer ihr Gift – unter die Lupe zu nehmen. Der Regenwald am Amazonas bietet dabei den idealen Nährboden für seltene Spezies.

Das Gift ist hochgefährlich und Stadtmensch Holroyd wenig motiviert, seine gewohnten Laborräume zu verlassen. Und doch steht die Entscheidung schnell fest – nicht ohne Druck seitens Lukas Chefs.

Alles für die Karriere

Mit der Aussicht auf schwüle Hitze, faulende und pilzbefallende Biotope und giftige Urwaldviecher macht sich Lukas auf den Weg nach Loreto, die größte und grünste Region Perus. Schon bei Antritt der Reise schleicht sich bei Lukas ein mulmiges Gefühl ein, denn der Kontakt zum vor Ort eingesetzten Forscher John ist schon seit einiger Zeit abgebrochen. Was ist mit John geschehen?

Ameise für Ameise

In Loreto angekommen, wird Lukas von Kapitän Gerilleau (Carlos Lobo) empfangen. Die Reise führt die beiden auf einem Kanonenboot immer tiefer in den Urwald hinein zur Forschungsstation. Und schon bald treffen Lukas und Gerilleau auf die ersten Ameisen, die sich schon sehr weit entwickelt haben. Dabei entpuppt sich das tötliche Gift nicht als einzige Gefahr …


Fazit

Inhalt:

“The Empire of the Ants” lautet der Titel der Kurzgeschichte von H.G. Wells, die 1905 erschienen ist. Produzent Oliver Döring verschiebt die Geschichte für seine Hörer in die jüngere Vergangenheit. Wer glaubt, dass die Ameisen über das Land herfallen und reihenweise Menschen töten, irrt! Im Hörspiel wird geschickt ein realistisches Bedrohungsszenario aufgebaut, das dem Menschen aufzeigt, wie groß und kraftvoll die Welt wirklich ist.

Hierzu tragen im Wesentlichen die drei Protagonisten bei: Zum einen Holroyd, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Zum anderen hören wir die naturverbundenen Charaktere Gerilleau und Ernest, die einen Kontrast zur Person von Lukas darstellen. Die erste Begegnung mit den Ameisen wird absolut spannend inszeniert. Und doch verzichtet man auf grausame Angriffe, auch wenn es einen Toten gibt. Die Gänsehaut entwickelt sich durch die Bedrohungslage in der Szene. Als die Ameise schließlich im Glas eingefangen wird, erreicht der Spannungsbogen mit Erreichung des Regenwaldes den Siedepunkt. Wie hat sich die Ameise im Glas verhalten?

Sprecherleistung:

Döring setzt in “Das Imperium das Ameisen” auf renommierte Schauspieler und Hollywood-Synchronsprecher wie Julien Haggége, Carlos Lobo, Douglas Welbat und Oliver Stritzel. Aber auch Größen aus der Hörspielwelt hat Döring im Aufnahmestudio versammelt: Boris Tessmann kennen wir aus “Geisterjäger John Sinclair” und “TKKG”; Daniel Montoya aus “Mark Brandis” und “Dorian Hunter”. Auch Synchronsprecherlegende Joachim Kerzel ist mit von der Partie (Dustin Hoffmann, Anthony Hopkins, Jack Nicholson).

Im Wesentlichen tragen die drei erfahrenen Sprecher Julian Haggége als Holroyd, Carlos Lobo in der Rolle des Gerrileau, und Douglas Welbat als Ernest die Handlung. Das Trio macht einen guten Job und gekonnt gelingt es den Akteuren, die jeweiligen Eigenarten der Charaktere an das Ohr des Hörers zu bringen.

Geräusche und Musik:

Musik- und Sounddesign passen perfekt. Dezente Kulissen fügen sich gut in das unaufdringliche Gesamtkonzept.

Cover und Titel:

Das Cover ziert eine düstere Kulisse à la Star Wars. Die beiden abgebildeten Ameisen wirken recht harmlos. Der Titel ist die deutsche Übersetzung des Wells’schen Orginals “The Empire of the Ants”.


Fakten

Genre:

Öko-/Mystery-Thriller

Label:

IMAGA / Folgenreich

Gesamtspiellänge:

ca. 56 Minuten

Produktionsjahr:

VÖ: 24.11.2017


Besetzung:
Holroyd Julien Haggége
Gerilleau Carlos Lobo
Ernest Douglas Welbat
John Boris Tessmann
Richard Oliver Stritzel
Da Cunha Daniel Montoya

sowie Julia Kaufmann, Robert Frank, Natascha Geisler, Martin Baden, Marcus Staiger und Joachim Kerzel.


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag hat uns das Team von Folgenreich ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.