Anders – Ein Hörspiel nach dem Roman von Andreas Steinhöfel

Man könnte meinen, dass Andreas Steinhöfel ein Faible für besondere Menschen hat. Er ist Autor vieler ausgezeichneter Werke wie z. B. die Mitte der Welt (großartiges Buch über das Erwachsenwerden und die erste Liebe) und hat im Herbst 2014 ein weiteres veröffentlicht, nämlich Anders. 1,5 Jahre später erschien die 77-minütige Hörspielfassung, die wir uns nun einmal zu Gemüte geführt haben.

Worum geht es bei Anders?

Felix ist aus einem noch unklaren Grund früher zu Hause und wird dann von seiner Mutter mit dem Auto angefahren. Ein schlimmer Unfall, der dafür sorgt, dass Felix erst nach 263 Tagen Koma wieder erwacht. Und dann ist alles anders. Wobei … eigentlich auch nicht.

Felix ist immer noch Felix, aber er will, dass ihn die Leute jetzt Anders nennen. Denn ein bisschen hat er sich doch verändert. Seine Wahrnehmung ist anders. Er sieht Menschen an und sieht Farben, die ihren Gemütszustand widerspiegeln. Das sorgt für einige Probleme mit seinen Mitmenschen (Eltern, Lehrer, Mitschüler, Freunde) und allmählich erfährt man auch die Hintergründe, wie es zu dem Unfall und damit zu seiner großen Veränderung kommen konnte …


Fazit

Inhalt:

Bei Anders handelt es sich um ein kurzweiliges Hörspiel, bei dem man trotzdem am Ball bleiben muss. Viele verschiedene Dialoge und Sprecher*innen sorgen dafür, dass man erst einmal reinkommen muss. Aber dann ergibt auf einmal alles einen Sinn. Das Hörspiel ist sowohl witzig gemeint, aber auch ernst und gleichzeitig tief gehend. Schließlich hat es hier einen großen Unfall gegeben, bei dem sich der Protagonist schwer verletzt hat. Seine Verletzung sorgte für eine große Veränderung seiner selbst. Felix Mitmenschen wissen zum Teil nicht so recht, wie sie nun mit ihm umgehen sollen.

Es gibt Geheimnisse, viele Streitereien, nicht nur zwischen Anders/Felix’ Eltern, sondern auch zwischen seinen Mitschülern und ihm. Und dann – Achtung Spoiler! – nimmt doch alles noch eine gute Wendung.

Anders ist ein Hörspiel, das man sich auf jeden Fall einmal zu Gemüte führen kann.

Sprecherleistung:

Unaufgeregt und ruhig führt Erzähler Udo Wachtveitl durch die Dialoge im Hörspiel. Er nimmt einen großen Part ein und das ist in diesem Fall auch gut so. Viele verschiedene Sprecher*innen kommen zu Wort, wodurch man sich erst einmal zurechtfinden muss. Nichtsdestotrotz machen sie alle einen souveränen Job.

Cover und Titel:

So schlicht wie der Titel, so schlicht kommt auch das Cover daher. Zu sehen ist lediglich ein Gesicht eines Jungen, das zur Hälfte über den Rand hinausgeht. Es ist eben anders.

Gesamtspiellänge:

77 Minuten

Erscheinungsjahr:

2016

Verlag:

Silberfisch / Hörbuch Hamburg

Eine Produktion des WDR

Besetzung:

Udo Wachtveitl (Erzähler), Friederike Kempter, Walter Renneisen, Martin Brambach, Martin Lindow, Sigrid Bugholder u. a.


Das Hörspiel gibt es aktuell leider nicht kostenlos zu hören. Wir haben es bei Bookbeat (Abo selbstgekauft, keine Werbung!) gehört.


Hast du das Hörspiel bereits gehört? Wie hat es dir gefallen?

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Intro/Outro: Die kassettenbox Vocoder Sample © Jan-Friedrich Conrad