#8 Monster-Woche: Wer hat Angst vor dem Monster?

Noch … 1 Tag!

FAZ: "Wer hat Angst vor dem Monster?" (2015

FAZ: “Wer hat Angst vor dem Monster?” (2015)

“Menschen brauchen Monster”, so titelte die Fankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) im Sommer 2015 auf ihren Politik-Seiten. Und in der Tat ist die Beschäftigung mit Monstern aus kulturgeschichtlicher Sicht kein neues Phänomen. Schon seit Urzeiten entwickelt der Mensch Ungeheuer, Fabelwesen, groteske Figuren und hässliche Fratzen. Er braucht sie, um sich selbst zu verstehen und davon abzugrenzen. Denn über Monster kann man vieles lernen. Wieso? Das verraten wir dir heute!

Eine Reise ins Mittelalter

Um sich das Monster, das in Amy Cody (Helen Blaschke) schlummert, besser vorzustellen, wagen wir eine kleine Reise in Mittelalter. Denn hier sind die ersten Monster bildlich dokumentiert. Auch ohne Experte für mittelalterliche Monster zu sein, fällt uns eines sofort ins Auge: Die ersten Monster sahen aus wie unser Alf: Alf kann sprechen, hat einen ähnlichen Körperbau wie ein Mensch, obwohl die Nase bedeutend größer ist als bei einem “Durchschnittsmenschen”. Was ist anders? Er ist super haarig, verspeist liebend gerne Katzen und ist vergleichsweise klein.

Mit wenigen Ausnahmen waren mittelalterliche Monster in vielerlei Hinsicht dem Menschen unterlegen. Sei es durch ihre Kleidung, ihre Zivilisation, ihr Hab und Gut oder ihr Dach über dem Kopf. Und überhaupt nahmen sie ganz komische Nahrung zu sich, ihre Körper waren auf die eine oder andere Art beeinträchtigt. Monster waren deshalb auch nicht bedrohlich, eher bemitleidenswert, hatten aber stets etwas Menschliches an sich. Aus diesem Grund wurden Drachen oder andere monströse Tiere auch nicht als Monster bezeichnet. Monster brauchte man damals zur identitätsstiftenden Abgrenzung, um sich als Europäer zu definieren und vom Fremden, Nebulösen abzugrenzen.

Ist Alf wirklich ein Monster?

Stellt ihr euch so ein echtes Monster vor? Wie Alf? Wir nicht! Heutzutage denken wir bei Monstern eher an fiese Zähne und fette Krallen, kurzum: an das zutiefst Böse! Die Menschengestalt ist heute vollkommen verschwunden. Heißt das, wir haben zu wenig Kontakt mit dem Monströsen an uns selbst? Uns behagt die Vorstellung von Alf auf jeden Fall um einiges mehr, als die Vorstellung, dass die Tochter des Sheriffs von einem gruseligen Monster befallen ist. Denn: Auch wenn Alfs Verhalten zweifelsohne in vielerlei Hinsicht vom “normalen Menschen” abweicht, hat er dennoch eine hochentwickelte Intelligenz und ist dazu eigentlich noch liebenswert. Nur sein Umgang mit anderer Leute Kreditkarten kann uns allen als abschreckendes Beispiel dienen! :-)


kb-Tipp: Möchtest du mehr über die Ursprünge von Monstern erfahren? Dann empfehlen wir dir das Interview mit Rudolf Simek, dem Experten für mittelalterliche Monster. Wir haben es oben für dich verlinkt.

Übrigens: Andreas Fröhlich spricht das Monster in “Monster 1983” und fühlt sich damit ganz wohl, wie folgendes Statement zeigt:

Das Monster in 1983 zu sprechen, ist natürlich eine tolle Herausforderung, weil “Das Böse” an sich liegt mir sehr – stimmlich auf jeden Fall.

Andreas Fröhlich, Monster 1983 – Staffel 2: Ein Blick ins Studio, YouTube-Video vom 04.11.2016

#7 Monster-Woche: Making-of zur 3. Staffel

Noch … 2 Tage!

Ein ganzes Hörspiel entsteht nicht innerhalb eines Tages. Auch wenn es auf den letzten Drücker zeitlich knapp wird, Nachtschichten eingelegt werden müssen und das Skript nochmal auf links gedreht wird, ist ein Hörspiel in der Regel von A bis Z durchgeplant. Aber das wäre viel zu langweilig, wenn alles nach Plan liefe, denn Zeitpläne sind aber da, um durchkreuzt zu werden. Wir haben einen Blick in Ivar Leon Mengers Produktionstagebuch geworfen.

kb-Tipp: Im digitalen Produktionstagebuch erhältst du einen Eindruck von Ivars Regiearbeit im Studio.


Alles beginnt am 14. November 2016, denn an diesem Tag verkündet Audible offiziell das GO zur 3. Staffel von “Monster 1983”. Das war der Startschuss für Ivar Leon Menger und seine beiden Co-Autoren Anette Strohmeyer und Raimon Weber, ab Januar 2017 richtig durchzustarten und mit der Entwicklung der finalen Staffel zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt war schon klar: An Halloween 2017 sollte die 3. Staffel erscheinen, das bedeutete für die Fans, noch ein gutes Jahr Wartezeit.

Ich weiß, das klingt nach verdammt laaaanger Zeit, aber das Serienende, beziehungsweise die letzten zehn Folgen müssen noch erdacht, geschrieben, aufgenommen, geschnitten, vertont und komponiert werden. Das ist viel Arbeit und braucht leider seine Zeit.

Statement von Iver Leon Menger, 16. Dezember 2016 (hier gelangst du zum Artikel):

Monster 1983 - AudibleIm März 2017 kommt schließlich der Stein ins Rollen, denn Ivar Leon Menger, Anette Strohmayer und Raimon Weber veranstalten ein Autorentreffen im beschaulichen Darmstadt. Das Autoren-Trio verbringt drei Tage und zwei kurze Nächte, um sämtliche Szenen für die 3. Staffel von “Monster 1983” zu konzipieren. Schlussendlich sind alle zufrieden und geben ihren Hörern ein monstermäßiges Versprechen: “Keine Sorge, es wird böse!”

Autorentreffen mit Ivar Leon Menger, Anette Strohmayer und Raimon Weber

© Ivar Leon Menger Autorentreffen in Darmstadt: drei lange Tage, zwei kurze Nächte.

Ein folgenschwerer Entschluss

Wir schreiben Ende März 2017. In seinem Stammcafé halten Ivar alle schon für verrückt, denn der Autor und Regisseur von “Monster 1983” spricht seine Dialoge immer laut mit, um gedanklich so tief wie möglich in eine Szene einzutauchen. Am 27. März schreibt Ivar: “Ich vergesse alles um mich herum. Blöd nur, wenn man dabei vergisst, dass man in einem Café sitzt. Alle starren mich an und jemand tuschelt: ‘Ah, der ist er wieder, der irre Typ mit den multiplen Persönlichkeiten!'” Damit ist der Entschluss gefasst und Ivar geht zum Schreiben wieder in den Wald …

Bitte nicht stören!

Am 28. März verabschiedet sich Ivar für vier Tage in ein Hotelzimmer im Wald, Digital Detox inklsive. Um die Bewohner von Harmony Bay zu retten, taucht Ivar komplett ab und hinterlässt noch ein letztes starkes Bild vom Waldrand.

30 Tage Berlin

Am Montag, den 22. Mai, beginnen die Aufnahmen zur 3. Staffel von “Monster 1983″in Berlin-Kreuzberg. Erwartet wird die bekannte Sprecherriege aus den ersten beiden Staffeln, aber auch viele neue Sprecher werden dem Tonstudio von Tonmeister Tommi Schneefuß (Sound of Snow) einen Besuch abstatten. Hier kannst du dir ein Bild von den Sprechern hinter der 3. Staffel von “Monster 1983” machen. Nach einem vierwöchigen Aufnahmemarathon, etlichen Stunden Schnittmaterial, viel Kaffee und Kuchen, herzhaften Lachern und gruseligen Momenten, trennen sich die vielen Wege der Sprecher, des Tonakrobaten und Autors/Regisseurs Ivar Leon Menger:

Tommi Schneefuß und Ivar Leon Menger

© Ivar Leon Menger Tonmeister Tommi Schneefuß und Autor/Regisseur Ivar Leon Menger.

Tommi und ich bedanken uns ganz herzlich bei allen SchauspielerInnen, die mit uns die letzten vier Wochen im Studio gearbeitet haben. Ihr wart alle monstermäßig gut! Nur durch euch klingt Harmony Bay so harmonisch und vertraut, als würde man nach Hause kommen. Danke auch an euch, liebe Facebook-Freunde, dass ihr unsere Arbeit so fleißig kommentiert, geliked und geteilt habt. Ich bin wirklich überwältigt von eurer Begeisterung! Wir geben unser Bestes, damit ihr auch mit der finalen Staffel zufrieden seid. Jetzt geht’s erstmal wieder nach Hause – ein paar Tage entspannen und durchatmen, dann beginnt der Schnitt der zehn Folgen.

Ein Abschiedsgruß für Fans
Ein Teil von "Monster 1983".

© Audible Ein Teil von “Monster 1983”.

Ende Juli ruft Ivar dazu auf, sich als Hörer stimmlich auf der 3. Staffel zu verewigen. Mit einer Sprach- oder Videoaufnahme können die Fans erzählen, welche ihre Lieblingsszene bei “Monster 1983” war oder wer ihre absolute Lieblingsfigur ist und warum. Angefragt werden auch die gruseligsten Stellen, die Tränen- oder Lachmomente. Mehrere 30-Sekunden-Aufnahmen bilden den finalen “Hiddentrack” für die 3. Staffel. Ein würdiger Abschluss für die Staffel – wir sind gespannt! :-)

Monster in the Mix

Etliche Wochen vergehen, in denen an der Audiospur getüffelt wird und – Mückenpisse! – am 13. Oktober 2017 ist das Werk vollendet und der letzte Feinschliff mit Produzent Tommi Schneefuß und Komponist Ynie Ray getan. Doch ehe du nun digitale Tränen vergießt, musst du jetzt stark sein und die 3. Staffel in vollen Zügen genießen.

In zwei Tagen ist es schließlich soweit! :-)


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag haben wir die Fotos mit freundlicher Genehming von Ivar Leon Menger zur Verfügung gestellt bekommen. Wir erheben keinen Anspruch auf Einhaltung einer chronologischen Vollstänigkeit. Die Zusammenstellung wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

© Ivar Leon Menger / www.ivarleonmenger.de/produktionstagebuch-berlin

#6 Monster-Woche: Die Stimmen hinter “Monster 1983”

Noch … 3 Tage!

Blättert man das Booklet zu den ersten beiden Staffeln von „Monster 1983“ durch, findet man die deutsche Sprecherprominenz bis zur hinterletzten Bank im Hörsaal. Wie bekommt man vielbeschäftigte Sprecher für eine noch so kleine Rolle ins Studio?

Ivar Leon Menger arbeitet bei seinen Hörspielbesetzungen mit Sprechern zuammen, mit denen er schon einmal gearbeitet hat. So sind beispielsweise Luise Helm aus „Dodo“ und „Plan B“ wieder mit dabei, David Nathan aus „Der Prinzessin“ oder Simon Jäger und Katja Brügger aus „Plan B“. Und natürlich viele weitere wie Ekkhardt Belle, Till Hagen, Udo Schenk, Patrick Bach oder Joachim Tennstedt. Bei „Monster 1983“ war der Cast allerdings so groß, dass viele weitere Schauspieler eingeladen wurden.

Damit du dir ein Bild machen kannst, wer hinter den Stimmen von “Monster 1983” steckt, haben wir für dich eine Bildergalerie zusammengestellt.

kb-Tipp: Wenn du mehr über die Sprecher erfahren möchstest, klicke dich doch mal durch die Deutsche Synchronkartei. Hier erfährst du, welche verschiedenen Rollen die Sprecher schon gespielt haben.


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag haben wir die Fotos mit freundlicher Genehmigung von Ivar Leon Menger zur Verfügung gestellt bekommen. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Zusammenstellung wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

© Ivar Leon Menger / www.ivarleonmenger.de/produktionstagebuch-berlin

#4 Monster-Woche: Interview mit Anette Strohmayer und Raimon Weber

Noch … 5 Tage!

Die beiden Co-Autoren von “Monster 1983” haben der kassettenbox einen Besuch abgestattet. Das Interview kannst Du hier in voller Länge nachlesen. Viel Spaß!

Die 3. Staffel von Monster 1983 steht in den Startlöchern: Worauf freut ihr Euch am meisten?

Anette Strohmayer: Wie bestimmte Szenen (welche darf ich noch nicht verraten!) umgesetzt werden von den Sprechern und in der gesamten Inszenierung. Es wird ja diesmal viel Action geben. Und ich bin tierisch gespannt darauf, wie die Hörer unser Finale finden werden.

Raimon Weber: Ich verrate mal soviel: Ich liebe klaustrophobische Szenarien. Da kam mir eine Insel ganz recht.

Gibt es irgendeine Entwicklung aus Staffel 1 und 2, die ihr gerne ungeschehen machen wolltet oder im Nachhinein anders gelöst hättet?

Anette Strohmayer: Na ja, eigentlich gibt es nichts, was ich im Nachhinein als nicht gelungen erachte. Ich finde, jede Figur und jeder Handlungstrag hat etwas für sich. Über das Ende beziehungsweise den Cliffhanger in Staffel 1 könnte man diskutieren. Den würde ich heute vielleicht nicht ganz so krass ansetzen. Andererseits arbeiten die meisten US-Serien auch damit.

Welchen Charakter aus dem “Monster 1983”-Universum habt ihr so richtig ins Herz geschlossen und warum?

Anette Strohmayer: Ach, da gibt es einige. Als Erstes ist da allerdings Landers. Der wird so toll von Ekki Belle gesprochen, dass man ihn einfach liebhaben muss. Für mich ist er der heimliche Held der Geschichte. Dann kommt bei mir Bacon, der ist auch richtig klasse. Ich mag auch den Reverend, selbst wenn er ein schrulliger Charakter ist. Den Vertreter Dexter Loman mag ich auch. Nicht, weil er so nett ist, sondern weil der so genial gut gesprochen wird. Da fällt mir noch etwas zur zweiten Frage ein: Vielleicht hätten wir den einen oder anderen Charakter nicht so schnell hoppsgehen lassen sollen. So wie den besagten Loman. Der hatte viel mehr Potential.

Raimon Weber: In Bezug auf Landers kann ich Anette nur zustimmen. Diese Figur macht eine interessante und sympathische Entwicklung durch. Mein Herz schlägt immer für die „einfachen“ Leute, die, wenn es darauf ankommt, über sich hinauswachsen. Wie Mike, der Mechaniker, oder die fürsorgliche Lucy aus Nero’s Diner. Da würde ich mich doch gern an die Theke setzen und bei ihr einen Hamburger mit extra Zwiebeln bestellen. Für einen Autor hat das Böse natürlich einen besonderen Reiz. Ohne einen richtigen Fiesling funktioniert es nicht. Bürgermeister White! Ich hasse dich! Aber gleichzeitig brauchen wir dich und deine Schergen unbedingt.

Was macht in Euren Augen die Monster-Reihe eigentlich so besonders?
Anette Strohmayer

Anette Strohmayer: “Allein im dunklen Wald ist für mich das Schlimmste.”

Anette Strohmayer: Hmm, besonders … Besonders ist vielleicht das Interesse der Hörerschaft an den 80er Jahren. Und besonders finde ich den Zufall, dass “Monster 1983” und “Stranger Things” als Idee beinahe gleichzeitig entstanden sind. Das ist das beste Beispiel dafür, dass Ideen unabhängig voneinander irgendwo auf der Welt entstehen können. Dass die Zeit sozusagen reif war für ein solches Genre. Besonders ist vielleicht auch noch, dass wir Harmony Bay mit wirklich vielen Einwohnern bestücken durften. Dass wir die Spielzeit und die Sprecher bekommen haben, um ein solches Universum aufbauen zu können. Wir haben es Audible zu verdanken, dass wir ein Hörspiel wie eine TV-Serie erzählen durften, was es möglich macht, die Charaktere tiefgründiger anzulegen. Das macht, denke ich, den Reiz von “Monster 1983” aus, dass die Charaktere wirklich leben.

Wie definiert ihr Eure Rolle aus Co-Autoren? Seid ihr für bestimmte Handlungsstränge verantwortlich?

Anette Strohmayer: Nein, jeder hatte seine Folgen, dabei haben sich die Handlungsstränge durchaus überschnitten. Da wir aber vorher gemeinsam alle Figuren und Szenen bis ins Detail geplant hatten, wusste jeder, wo er ansetzen und weitermachen konnte. Natürlich hat Ivar am Ende dem Ganzen einen letzten Schliff gegeben und das Wording überprüft. Das heißt, ob auch alle Figuren immer die gleiche Sprache benutzen. Alles in allem war es eine super Zusammenarbeit, weil wir drei einfach auf derselben Welle schwimmen und im Kopf oft dieselben Bilder hatten. Wobei jeder schon so seine Besonderheiten mit in den Text gebracht hat.

Raimon Weber: Es ist eine großartige, dreiköpfige Teamarbeit. Ein Glück, dass wir uns getroffen haben und so gut ergänzen. Anette schreibt manchmal so herrlich böse Sachen, während ich dann mal meinen Hang zum Skurrilen freilassen kann. Und Ivar passt auf, dass wir nicht komplett aus dem Ruder laufen. ;-)

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Wie arbeitet es sich so mit Ivar Leon Menger zusammen? Wie würdet ihr ihn beschreiben?

Anette Strohmayer: Ivar ist ein unglaublich impulsiver und kreativer Mensch, der es schafft, auch in anderen die Flamme der Begeisterung zu entfachen. Das ist sehr mitreißend. Eine Eigenschaft, die man als Headautor haben muss. Er hat uns die beste Arbeitsatmosphäre geboten und es hat riesigen Spaß gemacht, mit ihm und auch mit Raimon zusammenzuarbeiten. Wir sind einfach ein klasse Team.

Raimon Weber: Anette hat es auf den Punkt gebracht. Hinzufügen möchte ich, dass Ivar auch immer für hervorragende Verpflegung gesorgt hat. Hessische Küche … Schmatz!

Hört ihr privat eigentlich auch Hörspiele? Wenn ja, was könntet ihr unseren Lesern empfehlen?

Anette Strohmayer: Klar, ich bin ein Kassettenkind. Mochte damals lieber Hörspiele hören als ein Buch lesen, was meine Eltern zur Verzweiflung gebracht hat. Meine Highlights damals wie heute sind “Die drei ???”, “TKKG” (ja, ich geb’s zu), “Fünf Freunde”. Von dem Trichter bin ich auch nie runtergekommen. Es gibt aber auch ein paar neuere, die mich gefesselt haben: “Darkside Park”, “Das Lufer Haus”, “Der Prinzessin”. Dazu kommen diverse Hörbücher.

Raimon Weber

Raimon Weber fasziniert “Das Böse”.

Raimon Weber: Ich war in meiner Kindheit und Jugend eher der Bücherwurm. Aber die klassische Kinderliteratur habe ich komplett ausgelassen, nachdem man mir ein „altersgerechtes“ Buch geschenkt hatte, in dem eine drollige Kinderbande samt Terrier einen Bonbondieb überführte. Gähn! Zum Glück konnte ich mich dank unserer erstklassigen Stadtbibliothek schnell Themen wie finsteres Mittelalter, Pestilenz und Katastrophen zuwenden. Wir besaßen aber auch ein paar Schallplatten mit Märchenhörspielen. Ich erinnere mich noch an Rotkäppchen, mit dem legendären Hans Paetsch als Erzähler. Allerdings fiel es mir schon im Alter von sieben Jahren schwer, daran zu glauben, dass der Wolf einfach weiterpennt, während man ihm den Bauch aufschneidet, Rotkäppchen und Oma rausholt und durch Wackersteine ersetzt. Als Jugendlicher, und auch noch heute, verehrte ich den englischen Autor John Christopher. Ich besitze alle seine Werke. Daher empfehle ich die Hörbuch-Version der “Tripods”-Trilogie. Ein Klassiker!

Und zu guter Letzt noch die entscheidende Frage: Macht Euch „das Böse“ Angst?

Anette Strohmayer: Ich bin der totale Schisser im Dunkeln. Das springt bei mir sofort das Kopfkino an. Allein im dunklen Wald ist für mich das Schlimmste. Aber diese Angst ist eher unbestimmt. Böse Menschen machen mir hingegen keine Angst. Das „Böse“ an sich finde ich auch eher faszinierend. Liegt vermutlich daran, dass ich noch nie etwas wirklich Bösem begegnet bin. Gott sei Dank.

Raimon Weber: Die Recherche für meine Krimis machte mich mit den Abgründen der menschlichen Psyche vertraut. Ich sprach mit Serientätern, jenen, die sie jagten und den Spezialisten der Gerichtsmedizin. Daher bin ich davon überzeugt, dass das Böse überall und in jeder noch so harmlos wirkenden Person lauern kann. Angst macht mir das nicht, aber ich lasse eine gewisse Vorsicht walten. Passt immer gut auf euch auf …!

Liebe Anette, lieber Raimon, wir danken Euch herzlich für dieses Gespräch.

 

#2 Monster-Woche: Was bisher geschah (Staffel 1+2)

Noch … 7 Tage!

Seit einem Jahr warten wir auf die 3. Staffel der gigantisch-spannenden Hörspielserie “Monster 1983”. An Halloween ist es soweit und das Warten hat endlich ein Ende. Damit du noch einmal einen Überblick bekommst, haben wir für dich Staffel 1 und 2 noch einmal gehört und wichtige Handlungsstränge zusammengefasst. Damit bist du bestens gewappnet für Staffel 3!

Der folgende Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! ;-)


Staffel 1

Sommer 1983: Ein Neuanfang in Harmony Bay

Tom Cody verschlägt es mit seinen Kindern Amy und Michael in ein kleines Städtchen an der Küste, nach Harmony Bay, Oregon. Der Grund für den Tapetenwechsel von Florida in die Küstenstadt war der plötzliche Tod seiner Frau und der Mutter seiner Kinder. Harmony Bay erscheint auf den ersten Blick (oder eher Lauscher) tatsächlich harmonisch – wie der Name schon sagt. Harmony Bay ist ein Ort, an dem man sich zurückziehen kann und in dem aber dennoch jeder jeden kennt. Cody erhofft sich für seine Familie einen Neuanfang und vor allem ein wenig Ruhe.

Cody fängt in der Polizeistation von Harmony Bay als Sheriff an – in seinem Team die bezaubernde Deputy Taylor Dunford sowie der zunächst etwas miesepetrige Deputy Landers. Landers scheint zunächst ein schwieriger Charakter zu sein, er reagiert trotzig, ganz egal, was sein neuer Vorgesetzter macht und tut. Codys Vorgänger – Sheriff Gibson – hatte wohl nach anderen Regeln gespielt bis zu jenem Zeitpunkt, als er spurlos verschwand. Die junge Taylor hingegen ist von Beginn an gut auf Cody zu sprechen, um nicht zu sagen sehr gut. Zusammen geben die beiden ein gutes Team ab.

Ein Spion verschwindet

Als ein Gefangenentransport am Rande von Harmony Bay von der Straße abkommt und in den Klippen hängt, finden Cody und Taylor lediglich die zwei toten Fahrer auf: Der Laderaum ist zwar voller Blut, aber leer. Kurze Zeit später erscheinen zwei Herren (Bricks und Fisher) in Anzug, die sagen, sie seien von der Regierung und auf der Suche nach dem russichen Spion, der sich im Gefangenentransport hätte befinden müssen. Um die genaue Identität machen die beiden Herren ein großes Geheimnis.

Ein Serienkiller in der Küstenkleinstadt

In kürzester Zeit werden Sheriff Cody und sein Team mit mehreren Toten konfrontiert, die alle eines gemeinsam haben: ein mutmaßlich qualvoller Tod durch einen Einstich im Rücken. In Harmony Bay ist ein Serienkiller am Werk; Doc Schultz attestiert, der Killer sauge seinen Opfern regelrecht die Luft aus der Lunge, bis sie qualvoll ersticken. Sheriff Cody, Deputy Landers und Taylor stehen vor einem mysteriösen Rätsel. Während ihnen allmählich die Zeit davonrennt, sterben immer mehr Bewohner auf jene grauenvolle Art Weise. Derweil sind die Herren von der Regierung auf der Suche nach dem angeblich gefährlichen Spion.

Der Nachtmahr

Nach und nach macht es die Runde, dass ein “Monster” beziehungsweise ein “Nachtmahr” in Harmony Bay sein Unwesen treibt und daher so viele Todesopfer zu beklagen sind. Lange Zeit weiß man aber nicht, wer tatsächlich hinter den Morden steckt. Der sogenannte Nachtmahr kommt, wenn alle schlafen, er sucht sich seine Opfer gezielt aus, denn er bringt nur Menschen um, die besonders böse sind.

Irgendwann kommt für den Hörer ans Licht, dass Amy der Nachtmahr sein soll. Bricks und Fisher sind drauf und dran, Amy und den Nachtmahr zu fangen …

Die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli

Während dieser Grausamkeiten sind die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli 1983 im vollen Gange. Michael trifft sich oft mit seinen Kumpels Bacon und Toby sowie der hübschen Flower und seine kleine Schwester Amy ist viel mit ihrer Babysitterin Susan unterwegs. Die Wahrsagerin Signora Marzini auf dem Jahrmarkt am Hafen beteuert, dass etwas Schlimmes passieren und dass vor allem Amy darin verwickelt sein wird.

Auf der Flucht

Am Tag des Unabhängigkeitstages bekommt Michael Hausarrest auferlegt und soll auf seine Schwester Amy aufpassen. Schließlich kann er der Verlockung jedoch nicht widerstehen, doch zum Feuerwerk mit seiner Freundin Flower zu gehen. Michael beschließt kurzerhand, seine Schwester allein zu Hause zurückzulassen. Sie schläft ja schon, was soll da schon groß passieren …?

Als Bricks und Fisher den russischen Spion erwischt haben, befüllen sie seine Lunge mit einem bestimmten Mittel. Da der Nachtmahr vor allem Menschen umbringt, die im Leben schreckliche Dinge getan haben, ist der russische Spion quasi das perfekte Lockmittel. Auf diese Weise nehmen Bricks und Fisher den Nachtmahr in Beschlag, doch der Trumpf währt nicht lange. Deputy Landers, der sich ebenfalls vor Ort befindet, kann sich von Bricks losreißen. Der Nachtmahr kann entkommen und Amy zu ihrem Elternhaus zurückkehren.

Im Anschluss flieht Cody mit seinen zwei Kindern aus der Stadt …


Staffel 2

Der Versuch, Amy zu retten

Sheriff Cody ist mit seinen Kindern Amy und Michael aus Harmony Bay geflohen. Auch Deputy Taylor befindet sich nicht mehr in der Hafenstadt. Cody ist verzweifelt und will seiner Tochter, in der der Nachtmahr steckt, natürlich helfen. Daher geht er mit ihr zu einem Asiaten, der dafür sorgen kann, dass der Nachtmahr in Amy verschwindet. Drei Jahre lang muss dieser Mann Amy eine Medizin zubereiten, die sie täglich einnehmen muss. Tut sie das nicht, wird der Nachtmahr für immer ein Teil von ihr sein.

Landers wird zum Sheriff

Währenddessen scheint es in Harmony Bay wieder etwas ruhiger zuzugehen. Deputy Landers wird – nach Codys Flucht – kurzerhand zum Sheriff ernannt. Mit dieser Position hatte er ohnehin nach Gibsons Verschwinden schon geliebäugelt; er macht sich auf seiner neuen Position ganz gut.

Ein Ort der Perversion

Der Manila Club ist ein Begriff, der in der 1. Staffel hier und da schon aufgekommen ist. In Staffel 2 findet er noch öfter Verwendung, wenngleich man nicht genau weiß, was sich dahinter verbirgt. Landers macht seltsame Funde und auch die Jugendlichen Toby, Flower und Bacon kommen mit dem Manila Club ungewollt in Berührung. Letztlich kommt ans Licht, dass der Manila Club hauptsächlich in einer Höhle praktiziert wird. Es handelt sich um einen von Bürgermeister White initiierten “Verein”, in dem Menschen ein Bordell erahnen und in dem nicht nur Frauenhandel stattfindet, sondern auch die Freier schwer misshandelt werden. Code-Wort: Haifischplazenta.

Ein versunkenes Auto und Neuigkeiten über Gibson und Taylors Vater

Sheriff Gibson wird derweil in seinem Wagen im Cooper’s Lake gefunden. Allerdings war er schon tot, bevor er mit dem Wagen im See gelandet ist. Daher stellt sich die Frage: Wer hat den alten Sheriff auf dem Gewissen? In der Zwischenzeit erfährt Taylor von Mr Hunter einiges über ihren Vater und sein Verlangen, Amy in die Hände zu bekommen.

Der Nachtmahr übernimmt die Kontrolle

Als Cody eines Abends weg muss und Michael abermals auf seine Schwester aufpassen soll, hat dieser schwer damit zu kämpfen, Amy wachzuhalten. Der Nachtmahr in Amy fordert das Mädchen auf, ins Badezimmer zu gehen und abzuschließen. Michael kann nichts dagegen tun und der Nachtmahr übernimmt die Kontrolle über das Mädchen.

Amy kehrt derweil in ihre Heimatstadt zurück – nach Harmony Bay. Inzwischen hat sich das Grauen herumgesprochen, einige Bewohner wissen, dass Amy sehr gefährlich ist. Der Tag, an dem sie zurückkehrt, ist Halloween. Wie könnte es besser passen? Alle sind verkleidet und in Partystimmung. Das Kindermädchen Susan kehrt ebenfalls zurück nach Harmony Bay. Was Amy nicht weiß, ist, dass inzwischen Sheriff Landers im “Haus des Sheriffs” wohnt, wo Amy zuvor mit ihrem Vater und ihrem Bruder gelebt hatte. Auch Susan wusste dies nicht, als sie bei Sheriff Landers klingelt – mit Amy im Schlepptau, die ganz allein auf der Straße herumgeirrt ist.

Amy – auf der Suche nach ihren Kindern

Susan sagt, Amy erzähle wirres Zeug – sie sei auf der Suche nach ihren Kindern. Das hat nichts, aber auch gar nichts Gutes zu bedeuten. Sie sei voller Blut und stünde neben sich. Landers schickt Susan nach Hause und nimmt Amy mit ins Haus. Bacon ist noch wach und fragt: “Amy – was machst du denn hier?” und das letzte, was man von dem kleinen Mädchen hört, ist: “Amy – wer ist Amy?” – Zack Bumm – aus.


Wie es wohl weitergeht im beschaulichen Harmony Bay… ? :-)