kb-Jahresrückblick 2018

Kaum ist man im Jahr 2018 angekommen, war es auch schon wieder vorbei. So zumindest unser Gefühl. Nichtsdestotrotz war 2018 ein für uns schönes und hörspielreiches Jahr, an das wir uns gern zurück erinnern. Ein Jahresrückblick darf daher natürlich nicht fehlen.

35 Blogbeiträge haben wir in den letzten 12 Monaten für dich bereitgestellt, darunter

  • 14 Hörspielrezensionen à la “Folge der Woche“,
  • 13 kb-tipps (2018 war ebenso das Jahr einer neuen Kategorie. Wir haben den kassettenbox-tipp – kurz kb-tipp – ins Leben gerufen!)
  • 3 Messeberichte, denn wir waren 2018 viel unterwegs: auf der Leipziger Buchmesse, der HÖRMICH und der Frankfurter Buchmesse,
  • 2  weitere kb-mittendrin, wir waren u. a. auf der die drei ???-Klassiker Tour als Mitmach-Hörspiel und beim Monster1983-Hörspielabend in Unna,
  • 3 kb-spezial (Herbstzeit ist Hörspielzeit, HÖRMICH-Gewinnspiel und Die Weisse Lilie CD-Boxen)

35 Beiträge im Jahr entsprechen 2,92 Beiträgen pro Monat. Das ist ausbaufähig, allerdings wollen wir natürlich auch auf Qualität und nicht unbedingt auf Quantität setzen. Wir haben das Sommerloch auf jeden Fall zu spüren bekommen. Wie du dich möglicherweise erinnerst, war der Sommer seeeeehr lang und seeeehr heiß. Die kassettenbox kam da ziemlich ins Schwitzen, daher fiel der Sommer hier etwas mau aus. Im Herbst hat die Hörspielzeit dann wieder zugeschlagen, wobei sie im Winter und in der Vorweihnachtszeit dann wieder stark nachgelassen hat. Das heißt nicht, dass wir in dieser Zeit auf das Hörspiel hören verzichtet haben – eher im Gegenteil, die ein oder andere Weihnachtsfolge mussten wir natürlich auch hören. :)

Neben dem Blog waren wir natürlich auch fleißig in den sozialen Medien unterwegs. Sowohl auf Facebook, als immerzu auf Twitter und auch auf Instagram haben wir 2018 einige Follower dazu gewinnen können. Das freut uns natürlich sehr. :)

Unser Jahreshighlight ist und bleibt aber wohl der Besuch der HÖRMICH 2018, der Hörspielmesse in Hannover (hier geht es zum Bericht, falls auch du noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchtest!). Zwar waren wir auch im Jahr davor vor Ort, allerdings “nur” zu 50 %. 2018 haben wir die Chance ergriffen und sind gemeinsam nach Hannover gedüst und hatten einen wundervollen Tag, mit vielen alten Bekannten und neuen Gesichtern, jeder Menge Hörspielflair und einer Hörspielblase, aus der wir eigentlich so schnell nicht wieder raus wollten.

Umso mehr sind wir auf das Jahr 2019 gespannt. Einige Pläne haben wir, einige Veranstaltungen stehen schon fest und ggf. wird es auch in der kassettenbox eine Neuerung in diesem Jahr geben. Wir haben auf jeden Fall Bock und hoffen, dass auch du in diesem Jahr am Start sein wirst! :)

Unterwegs in Unna: Ein Hörspielabend mit den Machern von “Monster 1983”

Die kassettenbox war mal wieder mittendrin im Geschehen. Diesmal im östlichen Ruhrgebiet, genauer im beschaulichen Städtchen Unna. Zwei der drei Autoren von “Monster 1983”, Ivar Leon Menger und Raimon Weber, luden zu einem gemütlichen Hörspielabend in die bekannte Lindenbrauerei ein. Im Atelier, einem kleinen Raum unter dem Dach des Kulturzentrums, nahmen über 70 Besucher Platz, um sich für ein paar Stündchen nach Harmony Bay entführen zu lassen. Ganz getreu dem Thema des Abends, war der Veranstaltungsraum in gedimmtes Licht getaucht, während düstere Hintergrundmusik für schaurige Stimmung sorgte. Am Ende konnte aber der Nachtmahr den Besuchern nichts Böses anhaben! :-)

Nach einer kurzen Begrüßung durch Ivar Leon Menger und Raimon Weber lauschten die Besucher der allerersten Folge, Tag 1 des Mystery-Thriller-Hörspiels. Im Anschluss standen die beiden Gastgeber den Besuchern Rede und Antwort. Dabei galt es eine Gratwanderung zu meistern, offen und ehrlich zu antworten, aber auch den anwesenden “Monster 1983”-Neulingen nicht zu viel zu verraten.

“Sheriff Cody macht Werbung für Becks?”

Ivar und Raimon gaben uns Einblicke in den Entstehungsprozess von “Monster 1983”. Gemeinsam mit dem Autorenduo unternahmen wir eine Reise zur Küstenstadt Harmony Bay, beleuchteten die Faszination des Bösen, besprachen die Folgen der Digitalisierung für die Hörspielwelt und nahmen die englische Hörspielfassung der Monster-Serie aufs Korn. Auch war es spannend, hinter die Kulissen der Figurenbesetzung zu blicken. Spannend dabei: David Nathan (alias Sheriff Cody), Luise Helm (alias Deputy Taylor Dunford) und Ekkehardt Belle (Deputy Landers) waren von Anfang an gesetzt. Für die Autoren ist etwa die Figur des David Nathan so mit der Rolle verschmolzen, dass es im Alltag auch zu Verwechslungen kommen kann … Während bei der ersten Staffel noch vereinzelt Figuren ihre Sprecherollen wieder abgaben, kamen bei der dritten Staffel bereits einige Sprecher eigeninitiativ auf das Autorentrio zu, ob sie als Sprecher anheuern könnten.

Alles in allem: ein gelungener Hörspielabend und ein würdiger Abschluss für “Monster 1983”.

Die kassettenbox hat nachgefragt

Im Anschluss an die Veranstaltung haben wir die Gelegenheit genutzt und mit Ivar und Raimon ein kleines Interview geführt. Seid gespannt! Noch in dieser Woche werden wir es auf unserem Blog veröffentlichen. ;-)

 

kb-nachgefragt: Backstage-Interview mit Oliver Rohrbeck & Detlef Bierstedt

Am 8.12. waren wir mal wieder live vor Ort. Diesmal bei der restlos ausverkauften Prima Vista Lesung ® im Kölner GLORIA Theater mit den Sprecherlegenden Oliver Rohrbeck (Justus Jonas/Ben Stiller) und Detlef Bierstedt (George Clooney).

Kurz vor der Show hatten wir die Möglichkeit, mit den beiden ein äußerst sympathisches Gespräch zu führen. An dieser Stelle findest du das ganze Interview zum Nachhören und -lesen. Viel Spaß!


Was erwartet die Besucher heute Abend?

Oliver Rohrbeck: Ähm … Literatur, Lesung vom Feinsten … Nein also wir lesen alles, was das Publikum mitbringt. Wenn das langweilig ist, schmeißen wir es sofort wieder weg und nehmen uns den nächsten Text vor. Wir intepretieren die Texte, so wie wir Lust darauf haben und versuchen einen lustigen Leseabend hier zu gestalten zu zweit. Und das hat bisher eigentlich immer ganz gut geklappt. Also wir lesen alles prima vista – auf den ersten Blick -, weil wir kennen die Texte ja nicht. Und das Publikum wird versuchen, uns klein zu kriegen, indem wir uns dann ver-lesen – oft. Das wird ihm hoffentlich nicht gelingen!

Wie bereitet man sich auf so einen Abend vor? Das ist ja alles recht spontan. Kann man sich überhaupt vorbereiten?
Hinter der Bühne: Gleich geht's los!

Hinter der Bühne: Gleich geht’s los!

Detlef Bierstedt: Naja, man geht vorher in die Kneipe und trinkt ein bisschen was, damit man locker genug wird. Nee, aber man kann sich natürlich nicht vorbereiten, weil wir ja nicht wissen, was kommt. Das ist ja gerade das Schöne, das ist ja auch ein bisschen für uns das Spannende, das Aufregende und aber auch das Ent-spannende. Man muss jetzt nicht irgendwelche Trainingseinheiten machen, weil wenn man Zeit hat, sich vorzubereiten, dann wird auch Perfektion erwartet. Also, wenn man Theater spielt, dann hat man sechs oder acht Wochen Zeit, dann wollen die Leute ein perfektes Ergebnis. Wir wollen einfach nur versuchen, unser Genre auszuüben. Und das heißt Lesen und das so gut wie möglich, aber wenn es halt mal nicht so wirklich funktioniert, dann ist das auch sehr menschlich und von daher ist das für uns auch sehr entspannend.

Oliver Rohrbeck: Also wir bringen einfach die Lebenserfahrung jetzt mit, weil wir eben viel in unserem Leben beruflich lesen und insofern sind wir das der Hoffnung, dass man uns nicht kleinkriegt.

Gibt es Dinge, kann man sagen , die so bei jedem Publikum funktionieren, so ein prototypisches Publikum? Oder muss man sich immer wieder neu auf neue Situationen einlassen?

Oliver Rohrbeck: Eigentlich muss man sich immer wieder neu darauf einlassen. Wir singen auch manche Texte, das wird immer sehr goutiert. Also wir sehen einfach, wie die Stimmung jetzt ist und wie sie mitgehen und haben ja aber trotzdem keine andere Chance. Wir greifen uns Bücher aus dem Berg an Büchern heraus und gucken, wie es funktioniert.

An Lesestoff mangelt es nicht!

An Lesestoff mangelt es nicht!

Und wie ist das: Spielt ihr auch mit den Hörerwartungen? Also, wenn man z.B. irgendwie so eine Girlie-Zeitschrift nimmt oder so. Da würde man vielleicht eine gewisse Lesart erwarten. Inwieweit spielt ihr da vielleicht auch mit den Hörerwartungen?

Oliver Rohrbeck: Extrem spielen wir mit den Hörerwartungen. Wenn es nach einer schlechten Synchronisation klingen soll, dann werden wir es auch so machen. Wir versuchen da natürlich auch Klischees zu bedienen, aber wir machen auch manchmal überraschende Sachen. Und dann sind die plötzlich wie gebannt und sind ganz leise und hören gebannt zu, wenn wir da ganz ernste Texte liegen haben und dann versuchen wir sie runterzurocken.

Welche Textsorte lest ihr am liebsten oder seid ihr offen für alles?

Oliver Rohrbeck: Wir sind offen für alles, aber manches eignet sich dann doch nicht und ist sofort langweilig. Also wenn die uns dann da das Bundesgesetzbuch hinlegen, dann liest man da mal rein, aber dann werden wir das nicht 20 Minuten in der Hand behalten. Also das funktioniert dann einfach nicht, aber dann kann man ihnen mal zeigen: Das können wir auch lesen, aber das … interessiert keinen weiter (Detlef Bierstedt). Die wollen Unterhaltung haben und insofern müssen da erheiternde Sachen zwischen sein.

Volles Haus im Kölner GLORIA Theater.

Volles Haus im Kölner GLORIA Theater.

Erinnert ihr euch noch an einen spektakulären Text oder an einen Moment, wo ihr besonders Spaß hattet?

Oliver Rohrbeck: Ja, wir hatten zum Beispiel mal ein finnisches Kinderbuch. Das hast du gelesen, … nee gesungen, … ein schwedisches. Hast du gesungen und ich habe es simultan übersetzt. Obwohl wir natürlich weder Finnisch noch Schwedisch sprechen.

Detlef Bierstedt: Da waren auch keine Noten dabei!

Wo wir eben schon beim Alkohol waren: Welchen Einfluss hat denn so der Alkohol auf’s Lesen?

Oliver Rohrbeck: Naja, der macht das lockerer und wir wollen das ganze einfach nicht zu zwanghaft ernst machen. Also, das ist, wenn man zu einer Literaturlesung geht und der Autor setzt sich hin und hat ein Wasserglas da und … dann weiß ich schon, dass viele Leute dann denken: ‘Och Mensch, heute ist ja Champions League, hätte ich auch da gucken können.’ Und insofern … wir wollen einen unterhaltsamen Abend bieten und trinken dabei ein bisschen Wein und das Publkum findet das ganz spannend, weil sie dann denken, das bringt uns jetzt zum Stolpern.

Prima Vista Lesung im Kölner GLORIA Theater

Prima Vista Lesung im Kölner GLORIA Theater

Gibt es Texte, die euch peinlich sind?

Detlef Bierstedt: Wenn etwas Peinliches wäre, dann kann man es ja weglegen. Es gibt immer Sachen, wo man gleich merkt: Das ist jetzt irgendwie doof zu lesen, das macht irgendwann … Man merkt, es hat keinen Rhythmus, es hat keine Sprache oder es geht zu sehr unter die Gürtellinie, dass es auch nicht mehr komisch ist. Dann brechen wir es einfach ab und legen es zur Seite.

Die drei Fragezeichen-Frage muss natürlich noch sein: Was ist da denn noch so geplant in Zukunft? Also jetzt steuert es ja so langsam auf die 200. Folge zu. Müssen die Fans da vielleicht mit einer kleinen Pause rechnen oder geht es erst einmal munter weiter?

Oliver Rohrbeck: Also mit einer Pause müssen sie, glaube ich, nicht rechnen. Solange die Bücher dazu noch geschrieben werden, machen wir da auch weiter. Also wir haben jetzt nicht vor, das zu unterbrechen, weil wir sehen uns ja nur alle drei, vier Monate zu Aufnahmen und insofern haben wir ja immer Pause dazwischen. Es geht jetzt einfach weiter. Ob wir noch eine Tour machen, steht völlig in den Sternen. Das wissen wir noch nicht, aber werden wir jetzt mal in nächster Zeit darüber reden.

Und ansonsten geht es erst einmal weiter. Wir machen Record-Release-Partys regelmäßig weiter – zu jeder Folge in einer anderen Stadt und machen nächstes Jahr die Klassiker-Tour wieder. Das heißt also ich reise mit dem Geräuschemacher herum und wir machen das als Mitmachhörspiel mit Publikum. Dann suchen wir uns welche aus dem Publikum und machen dann alte wunderbare Klassikerfälle der drei ??? mit Publikum. Also, es passiert eine ganze Menge rund um Fragezeichen. Ich glaube, das Wuppertaler Vollplayback Theater (VPT) fährt auch wieder herum mit Fragezeichen, Ferienbande fährt bald wieder rum, mal mit einem Verarschungshörspiel à la Jugendhörspiele. Es geht weiter!

Das freut uns natürlich zu hören. Vielen Dank für das Interview!

Die Prima Vista Lesung ® ist eine Veranstaltung der Lauscherlounge. An dieser Stelle einen herzlichen Dank für die Ermöglichung des Interviews! :-)

Wir waren schon einmal bei einer Prima Vista Lesung in der Dresdner Schauburg. Hier gibt es den Bericht zum Nachlesen.

kb-mittendrin: Ausstellung zu Aiga Rasch in Koblenz

Das prägnante und unverwechselbare Design von den drei ??? haben wir Aiga Rasch zu verdanken. Seit dem 8. Oktober 2016 gibt es im Mittelrhein-Museum in Koblenz die Sonderausstellung „Aiga Rasch – Die drei ??? und die rätselhaften Bilder“ zu sehen.

Ein gelungenes Cover erzählt mit einem einzigen Bild eine ganze Geschichte. Es verweist aber auch auf eine umfangreiche Entstehungsgeschichte. Die Ausstellung ist eine Hommage an die kreative Künstlerin mit ihren plakativen und eindrücklichen Titelbildern zu Tiergestalten, Figuren und (Tat-)Orten. Ein idealer Anlass für die kassettenbox, mal wieder einen Ausflug zu unternehmen!

Auf nach Koblenz!
Vorfreude am Eingang zum Mittelrhein-Museum

Vorfreude am Eingang zum Mittelrhein-Museum

Am Morgen des 12. November 2016 stiefelten wir also los, um eine der ältesten Städte Deutschlands unsicher zu machen. Übrigens: Ein Besuch lohnt sich allemal. In Koblenz und Umgebung gibt es vieles zu entdecken: Die Mündung der Mosel in den Rhein, das Deutsche Eck, eine atemberaubende Seilbahnfahrt, die Festung Ehrenbreitstein, u.v.m. Nicht zuletzt lädt die Koblenzer Innenstadt zum ausführlichen Shopping ein! :-)


Was gibt’s zu sehen?

Die Ausstellung zeigt einen Einblick in die Schaffenswelt der Grafikerin und Illustratorin Aiga Rasch (1941-2009), die ihren größten Erfolg mit der Covergestaltung der Jugendbuch- und Hörspielreihe Die drei ??? verzeichnete. Hierfür gestaltete sie insgesamt 89 Titelillustrationen (hier gelangst du zur Aiga Rasch-Seite von Nachlassverwalter Matthias Bogucki). Die Sonderausstellung zeigt viele ihrer Kinderbücher und eine Auswahl ihrer Entwürfe – durch verschiedene Entwurfstadien hinweg.

Die drei ???-Kollage © Mittelrhein-Museum / Sammlung Bogucki

Die drei ???-Kollage, © Mittelrhein-Museum / Sammlung Bogucki

Als Leser und Hörer der drei Fragezeichen weiß man: Die Bilder haben Wiedererkennungswert. Das wird einem gleich zu Beginn der Ausstellung noch einmal ganz bewusst. Alle 89 Buchcover wurden im Sonderausstellungsbereich des Mittelrhein-Museum in Koblenz nebeneinander auf weißer Wand angebracht: leuchtende, zum Teil knallbunte, quadratische Bilder auf schwarzem Grund in Passepartout-Rahmen. Darüber der Titel in weiß-rot-blauen Lettern.

100_5634

Entwürfe und das Original

Aiga Rasch – eine Briefmarkensammlerin?

Das Spannende an der Ausstellung ist, dass der kreative Entstehungsprozess von Aiga Rasch sichtbar wird. Den Ausstellern ist es gelungen, die vielen Bilder so zu drapieren, dass man sieht, wie Aiga Rasch über die verschiedenen Motive nachdachte und wie sie zwischen 6 und 24 Vorlagen mit verschiedenen Motiven in Briefmarkengröße zeichnete.

Gesucht werden: kreative Ideen

100_5591

Aiga Rasch entnahm ihre Ideen aus dem Alltag: aus der Werbung – als Vorlage zu “und das Narbengesicht” (33) diente Rasch etwa eine Anzeige für eine Krankenversicherung! -, aus Büchern oder Zeitschriften. Manchmal hatten die Bücher, die Rasch vorgelegt wurden, noch gar keinen Titel. Dieser entstand dann erst während des Illustrationsprozesses und wurden vom Verlag häufig erst nachträglich angepasst.

 


Wie alles begann – Die drei ??? und Aiga Rasch

Kurz nach ihrem Abitur reicht Aiga Rasch einen Roman mit selbstgezeichneten Illustrationen bei einem Romanwettbewerb des KOSMOS Verlags ein. Schließlich stellt sie sich mit einer eigenen Mappe beim Verlag vor, für den ihre Mutter Lilo Rasch-Naegele zu der Zeit schon seit einigen Jahren illustriert. Ab 1962 arbeitet Aiga Rasch als freie Mitarbeiterin bei Franckh-Kosmos und gestaltet vorwiegend Kinder- und Jugendbücher.

Raschs erstes Titelbild: “Die drei ??? und der Fluch des Rubins”, 1970

Sieben Jahre später entdeckt Rasch die ersten beiden Bücher der drei ??? vom berühmten Filmregisseur Alfred Hitchcock mit den Schutzumschlägen von Jochen Bartsch: “Gespensterschloss” und “und die flüsternde Mumie”. Die Lektorin traut Aiga Rasch die Umgestaltung wegen des eher männlichen Themas zunächst nicht zu. Rasch bietet an, kostenlose Entwürfe für “Die drei ??? und der Fluch des Rubins” anzufertigen.

Der Stein kommt ins Rollen
Die drei ???-Logo © Franckh-Kosmos Verlag

Die drei ???-Logo © Franckh-Kosmos Verlag

Das schwarze Grundlayout sorgt für blankes Entsetzen beim Jugendbuchverlag, der sich aber schließlich doch überzeugen lässt. 1970 erscheint “Rubin” mit einem einfachen Coverbild, einer Collage in schwarz-weiß auf rot. Schon bald geht Rasch bei der Gestaltung zu Farbfolien, dann zu Filzstiften und schließlich zur Aquarelltechnik über.

 

Die drei ??? als Hörspiel

Ab 1979 zieren die farbenprächtigen und markanten Illustrationen von Rasch auch die Hörspiele des Labels EUROPA. Mit “und der Super-Papagei” erscheint die erste Folge des Hörspiels auf Schallplatte. Raschs Illustrationen tragen dazu bei, dass die in ihren Anfängen aus dem Amerikanischen übersetze Krimireihe auch in Deutschland populär wird und Kultstatus erlangt. Sei 1992 zeichnet und layoutet Rasch mehr und mehr am Computer.

100_5407

Am Eingang zur Ausstellung: Blick auf 30 Schallplatten

Aiga Rasch: Illustration, Die rätselhaften Bilder © Franckh-Kosmos Verlag

Aiga Rasch: Illustration, Die rätselhaften Bilder © Franckh-Kosmos Verlag

Rasch zum Erfolg

Von 1970 bis 1999 gestaltet sie die deutschen Titelcover der ursprünglich amerikanischen Serie. Im Gegensatz zu den Buchcovern aus anderen Ländern, sind Raschs Ausgaben unverwechselbar. Das schwarz-düstere Layout mit den knallbunten Coverbildern – Raschs Markenzeichen – überlebt auch die Trennung von Alfred Hitchcock als Namensgeber der drei ???.

Entwurf, Silberne Spinne © Mittelrhein-Museum / Sammlung Bogucki

Entwurf, Silberne Spinne © Mittelrhein-Museum / Sammlung Bogucki

Insgesamt zeichnet Rasch während ihrer produktiven Phase als Grafikerin 500 Coverentwürfe und über 5.000 Illustrationen. Rasch ist bekannt für den hohen Wiedererkennungswert ihres Kunstwerke und ihren assoziativen Stil: Die Fantasie des Betrachters wird angeregt. Überhaupt sind die drei ??? bis heute für die quadratischen Titelbilder und das schwarze Layout mit der weißen Schrift bekannt.

Justus, Peter und Bob ohne Gesicht

Ein weiteres Markenzeichen von Rasch: Sie verzichtete ganz bewusst auf die bildliche Darstellung von Justus, Peter und Bob – mit einer Ausnahme: Auf “Der Doppelgänger”, Folge 88, ist Justus Jonas zu sehen. Die Idee dahinter: der Fantasie freien Lauf lassen, dem Leser und Hörer keine Interpretation vorwegzunehmen. Jeder soll sich nach Belieben in die Protagonisten hineinversetzen können Rasch war es wichtig, eine visuelle Anspielung auf den Inhalt zu geben.

Die gefährlichen Fässer, Rohzeichnung © Mittelrhein-Museum / Sammlung Bogucki

Die gefährlichen Fässer, Rohzeichnung © Mittelrhein-Museum / Sammlung Bogucki

Inspirationen des Alltags

Das spannendste der Ausstellung war, den künstlerischen Schaffensprozess von Aiga Rasch anhand konkreter Beispiele nachzuempfinden. Von der Vorlage zum eigentlichen Kunstwerk liegen oft Welten, manchmal jedoch sind es ganz banale Zufallsfunde, die Rasch bei der Covergestaltung halfen. Ein Beispiel: Die Vorlage für “Die schwarze Katze” (4) lieferte eine Anzeige für Katzenfutter. Die Reinzeichnungen hat Rasch häufig mit Randnotizen für die Druckereien versehen. Als Künstlerin legte sich Aiga Rasch nicht fest, nur bei den Motiven der drei ??? verfolgt sie ein striktes Muster.


Wer war Aiga Rasch?

Als Aiga Rasch 2009 stirbt, hinterlässt sie ihren zeichnerischen Nachlass ihrem engen Freund Matthias Bogucki. Der Sammler und Nachlassverwalter und nicht zuletzt drei ???-Experte verwahrt seither das künsterliche Archiv von Aiga Rasch, darunter 65 Kunstwerke – Ölgemälde, Aquarelle, Kachelbilder und die sogenannten Pinnagen – sowie Skizzen und Vorlagen für 88 Bücher der drei ???.

Aiga Rasch: Das U-Boot Fritz, © Mittelrhein-Museum / Sammlung Bogucki

Aiga Rasch: Das U-Boot Fritz, © Mittelrhein-Museum / Sammlung Bogucki

kb-nachgefragt: Matthias Bogucki

Wir haben Matthias gefragt: Wie hat er Aiga Rasch eigentlich kennengelernt?

Ursprünglich habe ich sie angerufen, um Autogramme zu ergattern. Das Gespräch dauerte sehr lang und es folgten weitere Telefonate und Briefe. Ein Jahr später bin ich nach Stuttgart gezogen und wir haben uns regelmäßig getroffen, um sich über die ??? auszutauschen. Knapp zehn Jahre später verband uns eine innige Freundschaft, die weit über die Leidenschaft zu den ??? ging.

& was war Aiga Rasch für ein Mensch?

Sie war eine Nachteule – lebte und arbeitete gerne nachts! Auch wenn sie tendenziell zurückgezogen lebte, hat sie den Kontakt zu den Fans sehr genossen und sich über jeden Brief oder Mail und Anfragen für Unterschriften auf Büchern und Hörspielen sehr gefreut. Nachdem sie sich ab dem Jahr 2000 nach über 35 Jahren und über 5000 Illustrationen als freiberufliche Grafikerin zur Ruhe setze, widmete sie sich verstärkt dem Umwelt- und Naturschutz.

Schon gewusst?

Hinter den Büchern und Hörspielkassetten der drei Fragezeichen verbirgt sich eine lange Geschichte. Schon seit über einem halben Jahrzehnt löst das Detektiv-Trio Kriminalfälle. Erschaffen wurde die Serie von Autor Robert Arthur. Als Schöpfer der Jugend-Detektivserie The Three Investigators holte er Alfred Hitchcock als Namensgeber mit ins Boot.


kb-Info:

Parallel zur visuellen Ausstellung gab es auditives Begleitstück, auf dem Sammler und Nachlassverwalter Matthias Bogucki und Sven Haarmann im Interview mit Aiga Rasch zu hören sind. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Stadtbibliothek Koblenz und der VHS Koblenz. Die Hintergrundinformationen erhielten wir von der Presseabteilung des Mittelrhein-Museum Koblenz sowie von Sammler und Nachlassverwalter Matthias Bogucki. An dieser Stelle: herzlichen Dank!


Weitere Links: