Oscar Wilde & Mycroft Holmes – Tod der Königin (4)

Die vierte Folge der Sonderermittler der Krone “Oscar Wilde & Mycroft Holmes” erschien im Juli 2016 bei Maritim. “Tod der Königin” verspricht einiges an Spannung, denn der Zirkel der Sieben, der sich zum Ziel gesetzt hat, das britische Königreich zu zerstören, steht mehr denn je im Fokus dieser Hörspielreihe.



Dr. Grell und der Zirkel der Sieben
Wir befinden uns im Jahr 1895, der Zirkel der Sieben hat Großes vor. Der Wissenschaftler Dr. Grell (K. Dieter Klebsch) wird daher angeheuert, um die Pläne in die Tat umzusetzen. Sie wollen nichts weniger als die Zerstörung des englischen Königshauses.

Ein dreckiger Bettler in Ägypten

Beim britischen Regierungspalast in Ägypten erscheint ein Obdachloser, der sich als der verschollene Forscher William Arkhurst ausgibt. Zuerst glaubt man ihm nicht, doch als er die entsprechenden Identitätsnachweise vorweist, lässt man ihn gewähren und direkt zum Konsul bringen. Dort angekommen, erzählt er seine Geschichte – von seinen Entdeckungen, die er in Afrika gemacht und den Diamanten, die er gefunden und von seinen Kameraden, die er verloren hat. Letztlich kann William Arkhurst einen Diamanten vorzeigen, der wohl bezeugt, dass seine Geschichte der Wahrheit entspricht. Er sorgt dafür, dass er ins britische Königreich zurückkehren kann.

Mycroft Holmes als Sicherheitsbeauftragter für die Queen
Im Buckingham Palace soll William Arkhurst von der Queen geehrt werden – nein, er soll sogar in den Ritterstand erhoben werden. Zu diesem Anlass wurde Holmes beauftragt für die Sicherheit der Queen zu sorgen. Holmes kommt nicht allein – im Schlepptau hat er Oscar Wilde, der sich als Frau verkleidet, um nicht aufzufallen.

Ein Attentat auf die Queen
Doch gerade als Arkhurst von der Queen zum Ritter geschlagen werden soll, kommt es zu Unruhen, Wachsoldaten werden niedergeschlagen und dann zückt Arkhurst plötzlich eine Pistole …

Fazit

Inhalt:

Achtung Spoiler!

Arkhurst ist nicht der, für den die Queen ihn gehalten hat. Er steht mit einer Waffe vor ihr und könnte sie aus kleinster Entfernung tödlich treffen – wenn nicht Oscar Wilde Kunststücke mit seinem Fächer ausführt hätte (das hätten wir doch glatt gern gesehen!). Die Königin scheint zunächst gerettet, doch Arkhurst Komplize sorgt immer noch für Unruhe. Er scheint unglaublich stark zu sein (hier muss der ein oder andere Marvel-Fan sicherlich an Luke Cage denken, der ebenso eine unglaubliche Kraft besitzt und nicht verwundet werden kann!) und keinen Schaden aufzunehmen, egal, ob er beschossen wird. Arkhurst wird letztlich doch zur Strecke gebracht. Bei seiner späteren Obduktion wird festgestellt, dass Teile seiner Organe durch mechanische Instrumente verbessert wurden. Wenn das Attentat auf den Zirkel der Sieben zurückzuführen ist, dann wurde mit diesen “Maschinenmenschen” ein neues Level erreicht.

Spoiler Ende!

In “Tod der Königin” geht es einmal ganz schön zur Sache. Bei eben diesem Empfang im Buckingham Palace. Einem wird abermals bewusst, dass der Zirkel der Sieben eine wahre Bedrohung für Großbritannien darstellt. Bis es aber zu ebendiesem Attentat kommt, vergeht in diesem Hörspiel einige Zeit. Es werden Geschichten erzählt, die letztlich für den Verlauf keine Rolle spielen. Daher stellt man sich hier und da durchaus die Frage, wieso Jonas Maas (Autor) die Geschichte so erzählt. Nichtsdestotrotz halten wir die vierte Folge aus dem Universum von  Oscar Wilde & Mycroft Holmes für gelungen. Sie gibt Einblick in die Machenschaften des Zirkels – zumindest bringt sie ein wenig Licht ins Dunkel und das ist ja schon was :). Wir sind gespannt auf Folge 5.

Sprecherleistung:

Sascha Rotermund und Reent Reins als Oscar Wilde und Mycroft Holmes machen ihre Sache auch in Folge 4 souverän und ansprechend. Es gibt viele Stimmen, die man zuvor noch nicht gehört hat, sodass es hier teilweise schwierig sein kann, den Überblick zu wahren. Auffällig ist natürlich auch – aber das gilt eigentlich für die ganze Hörspielreihe -, dass erstaunlich wenig weibliche Sprecher eingesetzt werden. Im Jahr 1895 hatte man als Frau womöglich noch nicht so viel zu sagen.

Geräusche und Musik:

Die Melodien sind gewohnt gut – hier und da hört man Ähnlichkeiten zum “Fluch der Karibik”-Soundtrack. Wahrscheinlich Zufall?

Cover und Titel:

“Tod der Königin” wirkt schon fast polarisierend. Man kann die Queen doch nicht einfach sterben lassen oder? “Attentat auf das Könighaus” wäre sicher auch ein guter Titel gewesen, aber hätte wahrscheinlich doch zu viel verraten. Zum Tod der Königin ist es ja glücklicherweise letztlich nicht gekommen. Das Cover ist im gewöhnlichen Stil der Hörspielreihe gehalten. Zu sehen ist eine Frau, die gewiss die Queen darstellen soll.


Fakten

Genre:

Krimi / Abenteuer

Label:

Highscore Music GmbH / Maritim

Gesamtspiellänge:

ca. 76 Min

Produktionsjahr:

2016


Besetzung:
Oscar Wilde Sascha Rotermund
Mycroft Holmes Reent Reins
Dr. Benjamin Payton Leonhard Mahlich
Dr. Alfons Grell K. Dieter Klebsch
Königin Victoria Luise Lunow
Reginald Plankert Martin Sabel
Sergeant Crowford Viktor Neumann
Ansage Lutz Mackensy

Folge der Woche: Oscar Wilde & Mycroft Holmes – Das Geheimnis des Alchemisten (3)

Diesmal haben wir für dich mal wieder in Oscar Wilde & Mycroft Holmes reingehört. “Das Geheimnis des Alchemisten” – eine Maritim-Produktion aus dem Jahr 2016 – handelt von zwei Morden in Italien, die durch die Sonderermittler der Krone aufgedeckt werden sollen. Es geht um sehr viel Gold.


Ein Alchemist auf dem Scheiterhaufen und ein toter Mönch

Wir befinden uns im Jahr 1652, als Vicco die Massa (Lutz Schnell ) auf dem Scheiterhaufen steht und kurz davor ist, zu verbrennen. Der Alchemist soll, kurz vor seinem bevorstehenden Tod, dem Dogen der Stadt aus Blei Gold gezaubert haben. Diese Tatsache wird ignoriert, Vicco die Massa wird als Ketzer verurteilt und verbrannt. Sein Tagebuch, in dem er alles dokumentiert hat, wird Jahre später im Archiv des Vatikans aufgefunden. Bruder Bernard, ein gewöhnlicher Mönch im Vatikan, macht diesen Fund und informiert unverzüglich Monsignore Anzzano (Gerhard Acktun), der ihn beauftragt, das Tagebuch am Folgeabend zu ihm zu bringen. Dazu kommt Bruder Bernard (Bodo Wolf) unglücklicherweise nicht mehr, er wird am nächsten Morgen in der Bibliothek tot aufgefunden – er wurde erschlagen.

Ein weiterer Mord in Italien und die Anfrage bei einem alten Jugendfreund

Nicht nur Bruder Bernard wird ermordet aufgefunden, es gibt einen weiteren Mord in einer kleinen Kirche in Rom. Der britische Botschafter in Italien wurde mit einer dünnen Schicht Gold überzogen, er muss erstickt sein. Ob es hier eine Verbindung zwischen den beiden Morden gibt? Monsignore Anzzano wartet nicht lange, sondern schickt unverzüglich ein Telegramm nach London, um Mycroft Holmes (Reent Reins), ein Freund aus Jugendzeiten, zu kontaktieren.

Oscar Wilde als englischer Pfarrer in Italien
Mycroft Holmes wird von Anzzano über die Geschehnisse in Italien benachrichtigt und sieht sofort Zusammenhänge mit dem Zirkel der Sieben. Er schickt Oscar Wilde (Sascha Rotermund) in den Vatikan, als verdeckter Ermittler und offiziell als englischer Pfarrer soll er die Nachfolge von Bruder Bernard antreten. Dass sich Oscar Wilde abermals in Gefahr bringt, erfährt der Brite am eigenen Leibe direkt nach Ankunft in Rom. Aber das ist noch nicht alles – selbst der Papst höchst persönlich scheint nicht sicher zu sein … Eine Jagd nach Antworten beginnt.

Fazit

Inhalt:

Unsere Meinung zum dritten Fall von Oscar Wilde und Mycroft Holmes ist etwas zwiegespalten. Einige Verknüpfungen im Hörspiel sind schwierig nachzuvollziehen. Man hat oft das Gefühl, eben nur zu lauschen, aber man müsste noch sehen können, was die Sprecher meinen. Fehlt hier etwa ein Erzähler? Oder braucht man einfach vollständig Ruhe, um dem Hörspiel folgen zu können? Wir wissen es nicht, vielleicht ist es von beidem etwas.

“Das Geheimnis des Alchemisten” hat viel Potenzial und die Einführung in die Geschichte gefällt uns auch ziemlich gut. Oscar Wilde wird nach Italien gerufen, um dem Unheil ein Ende zu setzen und die zwei Morde aufzuklären. Das ist schön und gut, aber die Auflösung des Falls erscheint uns viel zu simpel. An dieser Stelle möchten wir nicht zu viel verraten, aber man kann zu dem Schluss kommen, dass das Potenzial hier nicht völlig ausgeschöpft worden ist. Auf der sogenannten B-Seite haben wir definitiv mehr erwartet. Nichtsdestotrotz wird die Rahmenhandlung auch hier etwas weitergeführt.

Sprecherleistung:

Die Sprecher machen ihren Job solide. Sascha Rotermund als Oscar Wilde macht so viel Spaß, dass einem der Plot schon fast egal sein könnte. Aber eben auch nur fast. Mit Konrad Bösherz ist ein Sprecher an Bord, dessen Stimme man – gefühlt – schon so oft gehört hat und bei dem man aber die ganze Zeit darüber nachdenken muss, woher man seine Stimme kennt. Dieses gängige Problem von Synchronsprechern … :-).

Geräusche und Musik:

Die Geräusche machen einen guten Eindruck und sind realistisch umgesetzt. Die teilweise altbackene Musik macht einem hier mehr zu schaffen. Wir befinden uns zwar im Vatikan, dennoch erscheint sie teils übertrieben und nicht ganz stimmig.

Cover und Titel:

Das Cover zeigt einen in einem Kapuzenumhang gekleideten Menschen vor einer Kirche. Die “Oscar Wilde & Mycroft Holmes”-Cover wirken alle sehr düster und so ist es auch hier bei “Das Geheimnis des Alchemisten”. Düstere, unangenehme Stimmung wird hier erzeugt. Der Titel ist treffend und gut gewählt.


Fakten

Genre:

Krimi / Abenteuer

Label:

Highscore Music GmbH / Maritim

Gesamtspiellänge:

77min01

Produktionsjahr:

2016


Besetzung:
Intro Lutz Mackensy
Oscar Wilde Sascha Rotermund
Mycroft Holmes Reent Reins
Henry Wheeler Holger Löwenberg
Monsignore Anzzano Gerhard Acktun
Vicco di Massa Lutz Schnell
Marcelo Calvi Konrad Bösherz
Alfonso Crunetti Martin Sabel
Theresa Crunetti Uschi Hugo
Doktor Rayman McGee Marius Clarén
Pasquale Christian Stark
Inquisitor Cuartero Hartmut Neugebauer
Brasco Hans-Jürgen Dittberner
Gehilfe Rainer Fritzsche
Bruder Bernard Bodo Wolf
Polizist 1 Wolfgang Bahro
Polizist 2 Gerald Paradies
Milo Patrick Holtheuer

Folge der Woche: Oscar Wilde & Mycroft Holmes – Finsteres Hochland (2)

Von der ersten Folge der Reihe Oscar Wilde & Mycroft Holmes waren wir begeistert. Also haben wir uns für diese Woche die zweite Folge herausgepickt und aufgeschrieben, wie uns “Finsteres Hochland” gefallen hat. Worum es geht & was die Folge ausmacht, kannst du jetzt hier nachlesen.


Ein weiterer Überfall

Zwei Reiter befinden sich auf dem Weg ins nächste Dorf, um die restliche Post auszutragen. Dem einen wird immer mulmiger zumute. Denn in letzter Zeit sind immer mal Menschen spurlos verschwunden. Genauer gesagt zählt er bereits zehn Vermisste, die wie vom Erdboden verschluckt scheinen. Es gibt keinerlei Anzeichen von Verbrechen, sie sind einfach nicht mehr auffindbar. Ein gruseliger Gedanke.

Doch der andere Reiter Matt (Michael Bideller) lässt sich davon nicht beirren. Kurze Zeit später wird es still. Keinen Mucks hört man mehr. Als Matt hinter dem Hügel nach dem Rechten schauen will, wird er urplötzlich überfallen. Connor (Rüdiger Schulzki), der andere Postangestellte, findet lediglich Blutspuren, als auch er von einer großen und durchaus gruselig anmutenden Kreatur attackiert wird. Seinem Pferd allerdings gelingt die Flucht.

London – ein Auftrag für Oscar Wilde

Mycroft Holmes (Reent Reins) macht sich auf die Suche nach seinem Sonderermittler Oscar Wilde (Sascha Rotermund) und findet ihn in einer dieser Spelunken. Wilde betrinkt sich in einer Kneipe, in der er durchaus bekannt ist. Die beiden liefern sich ein typisches Wortgefecht, wie wir es aus Folge 1 schon kennen. Holmes beauftragt seinen Sonderermittler nach Schottland zu fahren, ins westliche Hochland, um das Verschwinden der zwölf Personen aufzuklären. Gemeinsam mit dem Großwildjäger Abel Hawthorn (Jaron Löwenberg) und dem Pathologen Dr. Payton (Leonhard Mahlich) soll er ins finstere Hochland reisen und sich um die besorgniserregenden Vorkommnisse kümmern, bevor die Region gänzlich in Panik ausbricht.

Ein Geheiminis

In Inverness, Schottland, angekommen, bemerkt Wilde recht schnell, dass die Kollegen Hawthorn und Payton ihm für den Fall wichtige Informationen vorenthalten. Als sie jedoch beide erkennen, dass auch Wilde davon erfahren muss, um die Geschehnisse vollständig begreifen zu können, packen sie aus. Wilde ist sich sicher, dass er hier schon wieder in eine Situation geraten ist, die alles andere als gemütlich wird. Im Gegenteil: Er sieht sich einer Gefahr gegenüber, die weitaus bedrohlicher ist, als er zunächst angenommen hatte.


Fazit

Inhalt:

“Finsteres Hochland” ist nicht sonderlich spannend, was die Geschichte an sich betrifft. Durch die Qualität der Sprecher und die gute Umsetzung der Geräusche und der Musik lässt sich die maue Story jedoch ganz gut verkraften. Allein betrachtet ist der Inhalt durchschnittlich. Nicht überragend, aber auch nicht sonderlich schlecht. Man könnte sagen: Man hat sich beim Storytelling stets bemüht.

Sprecherleistung:

Die Sprecher machen Lust auf mehr und das ist wohl ein gutes Zeichen. Sascha Rotermund und Reent Reins als Oscar Wilde und Mycroft Holmes haben so markante Stimmen, denen man einfach gerne zuhört. Insgesamt hat das Hörspiel einen exzellenten Sound und da haben die Sprecher durch die Bank gute Arbeit geleistet. Auffällig ist, dass es nur eine Frauenstimme im ganzen Hörspiel gibt.

Geräusche und Musik:

Die Geräusche sind auch in Folge 2 authentisch, packend und gruselig zugleich. Kreaturen, die Menschen überfallen oder Schlachtrufe und Kampfgebrüll. Mitunter hat man das Gefühl, eine Folge von Game of Thrones zu hören. Aber das macht die ganze Folge umso spannender. Die Melodien zwischen den Szenen entsprechen dem 19. Jahrhundert und runden das Hörerlebnis gut ab.

Cover und Titel:

Das Cover ist im gleichen Stil gehalten wie bei Folge 1. Es wirkt mystisch, aufregend und spannend! Das finstere Hochland ist zu sehen – eben genau so, wie man es sich vorstellt. Cover und Titel passen daher sehr gut zusammen. Die Cover der Reihe gefallen uns generell ziemlich gut. Maritim hat hier sehr gute Arbeit geleistet!

Gesamtspiellänge:

ca. 79 Minuten

Produktionsjahr:

2016

Besetzung:
Intro Lutz Mackensy
Oscar Wilde Sascha Rotermund
Mycroft Holmes Reent Reins
Dr. Benjamin Payton Leonhard Mahlich
Abel Hawthorn Jaron Löwenberg
Barnabas Moore Douglas Welbat
Constable Winston Furlong Dietmar Wunder
Gordon McKinnock Volker Brandt
Ryan McKinnock Rainer Fritsche
Elsa McKinnock Marie Bierstedt
Constable Forbes André Beyer
Matt Michael Bideller
Connor Rüdiger Schulzki

Folge der Woche: Oscar Wilde & Mycroft Holmes – Sonderermittler der Krone – Folge 1: Zeitenwechsel

Oscar Wilde & Mycroft Holmes sind die Sonderermittler der Krone. Wir finden, das klingt ziemlich vielversprechend und können sagen: Es lohnt sich! Die Anfang 2016 erschienene Reihe hat es in sich. Sie verspricht Kult, Witz und jede Menge Spannung. Der Charme des Oscar Wilde und seines neuen Vorgesetzten, dem Bruder des allzu bekannten Sherlock Holmes, Mycroft Holmes sind unverwechselbar. Wir befinden uns am Ende des 19. Jahrhunderts – die Sprache und die Klänge sind einzigartig.

Vorhang auf für das Hörspieldebüt aus dem Maritim-Verlag: “Oscar Wilde & Mycroft Holmes – Sonderermittler der Krone – Folge 1: Zeitenwechsel”.


Vorgeschichte:

Man hört es krachen. Polizisten stehen vor der Tür von Oscar Wilde und brüllen, er solle die Tür öffnen. Sie sind dabei diese einzuschlagen, als der Schriftsteller sie doch noch von selbst öffnet. Er ist nicht allein. Ein Junge namens Albert ist bei ihm, der ihm angeblich Modell gestanden hat. Oscar Wilde wird der Unzucht bezichtigt (beide sind nur leicht bis gar nicht bekleidet). Die ganze Welt weiß, dass er homosexuelle Neigungen hat, wie es so schön heißt … Aus diesem Grund wird er festgenommen. Zuvor wird er aber noch windelweich geschlagen.

Als Oscar Wilde wiedererwacht, weiß er nicht, wo er sich befindet. Erneut bekommt er Besuch von dem Polizisten, der ihn festgenommen hat. Er steht kurz davor, Mr Wilde totzuschlagen. Doch dann kommt Mr Holmes dazwischen. Er bittet darum, Oscar Wilde medizinische Hilfe zukommen zu lassen und ihn wiederherzustellen. Im Anschluss solle er sich in seinem Büro einfinden: Wenn er sich wieder wie ein Mensch fühle.

Da Wilde keine große Wahl hat, befindet er sich kurze Zeit später im Büro von Mycroft Holmes. Dieser macht ihm ein Angebot. Oscar Wilde habe keine große Chance, da er der Unzucht angeklagt wird und damit erpressbar ist und sogar im Gefängnis bzw. Zuchthaus oder gar einer Irrenanstalt landen könnte. Holmes aber hat einen nicht ganz uneigennützigen Plan.

Oscar Wilde soll für Holmes arbeiten. Er soll Sonderermittler werden. Leider hat dies gravierende Einschränkungen für sein Privatleben zur Folge. Es gibt neue Gefahren in diesem Land und ein Sonderermittler soll diesen begegnen. Oscar Wilde weiß nicht so recht, wie ihm geschieht. Zusätzlich soll er eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, die besagt, dass er sofort dem Galgen überführt wird, sollte er sein Schweigen brechen. Nichtsdestotrotz unterschreibt er und ein aufregendes Abenteuer beginnt …

Der Fall:

Mr Holmes fasst kurz zusammen, um welche Ereignisse es sich handelt, die dem Land schaden: Menschen verschwinden, Erfindungen werden gestohlen und unaufgeklärte Morde häufen sich. Für Wilde scheint das alles nichts Außergewöhnliches zu sein. Aber es geht noch weiter. Große Missernten werden eingefahren – seltsamerweise nur in den Kolonien der Krone. Gebiete anderer Länder sind nicht betroffen. Auch an der Börse scheinen nur die britischen Anleger zu verlieren. England wird also auf vielfältige Art bedroht, aber keiner kann Zusammenhänge erkennen oder weiß, wer sich hinter den Anschlägen verbirgt. Hier kommt Oscar Wilde ins Spiel, der sich gleich mit einem angeblichen Selbstmord beschäftigen darf …


Fazit

Inhalt:

Viele verschiedene Handlungsstränge sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird. Oscar Wildes erster Fall scheint ganz schön verzwickt zu sein. Man muss aufmerksam zuhören, sonst verliert man den Anschluss. Zeitenwechsel als erste Folge des Ermittlerteams ist für uns ein gelungenes Hörspieldebüt, auch wenn noch viele Fragen offen bleiben. Diese Tatsache macht gleich Lust auf die nächsten Folgen der “Oscar Wilde & Mycroft Holmes”-Reihe!

Sprecherleistung:

Mit Sascha Rotermund als Oscar Wilde und Reent Reins als Mycroft Holmes wurden in dieser neuen Hörspielreihe zwei markante Stimmen verankert. Da ist Spaß vorprogrammiert!

Geräusche-Umsetzung:

Die Geräusche sind große Klasse. Wir haben es mit tollen Melodien, allerdings auch mit viel Gewalt zu tun. Die Dramaturgie ist vom feinsten! Auch die Geräusche des Übersinnlichen kommen super zur Geltung. Die Umgebungsgeräusche sorgen für große Spannung und die Arbeit mit der Lautstärke macht diese perfekt.

Die Geräuschkulisse im Leichenhaus ist grenzwertig, aber unglaublich realistisch oder zumindest glaubwürdig umgesetzt. Nichts für jedermann!

Cover und Titel:

Das Cover der ersten Folge “Oscar Wilde & Mycroft Holmes” sieht zugleich düster und spannend aus. Zu sehen ist ein dunkel gekleideter Mann mit Zylinder, der etwas zu verbergen scheint. Der Titel “Zeitenwechsel” bezieht sich offensichtlich auf die Veränderungen in Oscar Wildes Leben, die so ziemlich sein komplettes Leben umkrempeln. Die Zeit eines neuen Sonderermittlers ist angebrochen!

Gesamtspiellänge:

79min47


Lieblingszitat:

Wilde: „Et voilà, Oscar Wilde, ‘enfant terrible’ der britischen Gesellschaft stets zu Ihren Diensten!”
Holmes: „Mhm … Wie ich sehe, haben Sie Ihren Humor bereits wiedergefunden.“
Wilde: „Den habe ich auch in der amüsanten Gesellschaft dieses zuvorkommenden Constable nicht verloren. Leider wurde mein Lächeln von einigen unsanften Schlägen vielleicht etwas verzerrt.“
Holmes: „Eindeutig! Sie reden zu viel.“
Wilde: „Ich bitte Sie, ich bin Schriftsteller. Mein tägliches Brot ist das Jonglieren mit Worten und Sätzen.“

Oscar Wilde & Mycroft Holmes scheinen schon in den ersten Minuten super zu harmonieren. Die Art und Weise, wie Oscar Wilde seine Worte findet, ist großartig und sorgt für gute Unterhaltung.


Besetzung:
Oscar Wilde Sascha Rotermund
Mycroft Holmes Reent Reins
Henry Wheeler Holger Löwenberg
Ronald Fester Hartmut Neugebauer
Lady Margret Annina Braunmiller-Jest
Gilford Bodo Wolf
Diener Wolfgang Bahro
Constable Gerald Paradies
Kutscher Poole Alexander Turrek