Folge der Woche: Offenbarung 23 – Wer erschoss Tupac? (1)

Was in den Köpfen der Menschen bislang als bloße Verschwörungstheorie galt, wird in der Hörspielserie “Offenbarung 23” Wirklichkeit. Dabei verschwimmen Realität und Fiktion und werden zu einer spannenden und komplexen Story verwoben.

Bei dem folgenden Hörspiel handelt es sich um eine dramatische Aufarbeitung von Verschwörungstheorien. Die Handlung und auch die Personen dieser fiktiven Geschichte agieren unabhängig vom tatsächlichen Wahrheitsgehalt. Die Theorien jedoch basieren auf Tatsachen und auf einer gründlichen Recherche.

(Stimme der Wahrheit, in: “Offenbarung 23”)

Offenbarung 23 – Hörspiel, Hörbuch & Roman 

“Offenbarung 23” ist eine Hörspielserie und Roman-/Hörbuch-Reihe mit wortspielerischem Bezug zu einem apokalyptischen Text des Neuen Testaments. Im Verlag Bastei Lübbe erschienen die Romane in Form von Thrillern unter dem Autoren-Pseudonym Jan Gaspard, den ungelöste Geheimnisse, universelle Rätsel und die Verschwörungstheorien unserer Zeit faszinieren. Das Hörbuch zum ersten Roman “Machiavelli” (Lesung von Till Hagen) erschien im Lübbe Audio-Verlag.

Die Hörspielserie greift verschiedene Verschwörungstheorien fiktional mit Versatzstücken der Realität auf. Bis zur 57. Hörspielfolge wird die Rahmenhandlung von Jan Gaspard erzählt. Seit Folge 58 stammen die Manuskripte von der Autorin Catherine Fibonacci.

Folgen 1-29: Die großen Rätsel der Menschheit

Die ersten 29 Folgen von “Offenbarung 23” handeln vom Berliner Studenten und Hacker-Profi Georg Brand, der sich selbst T-Rex nennt und mit Hilfe seines alten Laptops zufällig auf das digitale Vermächtnis der im Jahre 1998 verstorbenen Hacker-Ikone Tron stößt. Der Held des Chaos Computer Clubs hatte seinerzeit eine ganze Reihe der großen Menschheitsrätsel gelöst und die Lösungen in Form von kleinen versteckten Rätseln, sogenannten Chiffren, der Nachwelt zur Entschlüsselung hinterlassen.

In “Offenbarung 23” geht es um klassische Verschwörungstheorien – etwa um den Mord an John F. Kennedy, den Untergang der Titanic, den Absturz der Hindenburg, den Unfall von Lady Diana – eben um Schlagzeilen, geheimnisvolle Tragödien und skrupellose Verbrechen.

Wer erschoss Tupac? (1)

Die erste Folge der Hörspielserie “Offenbarung 23”, “Wer erschoss Tupac?”, behandelt die Verschwörungstheorie um den 1996 verstorbenen Tupac Amaru Shakur. Bis heute sind die Todesumstände des US-amerikanischen Rap-Musikers ungeklärt.

Zahlreiche Mythen ranken sich um den Tod des Rappers, der durch mehrere Kugeln in Brust, Becken, Arm und den rechten Lungenflügel ums Leben gekommen sein soll. Angeheizt werden die Gerüchte durch Behauptungen, Tupac habe seinen Tod nur vorgetäuscht.


Ein ganz normales Hacker-Leben

Der Student und ambitionierte Hobby-Hacker Georg Brand (David Nathan) lebt seinen eintönigen Alltag hinter’m Rechner. Bis ein unveröffentlichter Song von Tupac (Torsten Michaelis) sein Leben verändern soll. Erste Nachforschungen ergeben eine heiße Spur zum Hacker Tron (Benjamin Völz), der scheinbar sämtliche Geheimnisse der Menschheit ver- und entschlüsselt hat. Was hat es mit dem Suizid der Hacker-Legende auf sich?

Zwei Morde

In Berlin wird Boris F., alias Tron, erhängt in einem Park vorgefunden. In Las Vegas wird der berühmte Rapper Tupac durch mehrere Schüsse getötet. Mehrere Hinweise deuten darauf, dass es offensichtlich eine Verbindung zwischen den beiden Morden geben soll.

Rapper-Geheimnisse

Eine unveröffentlichte CD wird dem studentischen Hacker Georg Brand, alias T-Rex, in die Hände gespielt. Was hat es mit den Liedzeilen auf sich? Oder handelt es sich lediglich um ein raffiniertes Täuschungsmanöver? Diverse Akteure heften sich an die Fährten von T-Rex. Was soll verschleiert werden, wer steckt hinter der kuriosen Affäre? Der schlagzeilenwütige Reporter Kai Sickmann (Detlef Bierstedt) legt T-Rex in regelmäßigen Abständen Geld für eine gute Story auf den Tisch. Dieser nimmt die Moneten jedoch gerne an sich. Laufen die Ermittlungen aus dem Ruder?

Gut zu wissen:

Wenn du erfahren willst, wie es weitergeht, hör dir direkt im Anschluss an die erste Folge “Tupacs Geheimnis” (2) an, da es sich strenggenommen um eine Doppelfolge handelt.


Fazit

Inhalt:

Wurde der Rapper Tupac tatsächlich ermordet? Wurde sein Tod womöglich nur inszeniert? Und was hat es mit dem unveröffentlichten Song, den er mit Tron aufgenommen hat, auf sich? Willkommen auf der Spielwiese der Verschwörungstheorien, Spekulationen und kuriosen Vorfälle.

“Offenbarung 23” muss sich hinter der Pilotfolge “Wer erschoss Tupac?” keinesfalls verstecken. Wenn du auf gut gemachte Hörspielkost stehst, können wir dir “Offenbarung 23” getrost ans Herz legen. Dabei musst du nicht unbedingt ein Faible für Verschwörungen haben oder dir täglich 9/11-Fake-Videos reinziehen. Wichtig ist nur, dass du die Serie nicht mit der Hoffnung verbindest, revolutionäre Offenbarungen bzw. bahnbrechende Erkenntnisse zu erhalten.

Der dramaturgische Handlungsbogen und die Verschwörungstheorien um Tupac haben genügend Tiefgang, um glaubwürdig und spannend zu sein. Die Geschichte ist genial recherchiert und aufgearbeitet. Leider sind die investigativen Recherchen von T-Rex an so mancher Stelle etwas dürftig und speisen sich aus zu langen Monologen bzw. Dialogpassagen mit dem Reporter, seinem Kumpel Kim Schmittke (Dietmar Wunder) oder der gut aussehenden Tatjana Junk, alias Nolo (Marie Bierstedt).

Was dennoch ausbleibt sind endgültige bzw. ausführliche oder gar wissenschaftliche Beweise für die vermeintlich aufgedeckten Verschwörungen. Dennoch eine interessante Darstellung des US-amerikanischen Rapper-Milieus mit dynamischem Spannungsaufbau – ein gelungener Auftakt!

Sprecherleistung:

Die Sprecher agieren durchweg überzeugend und sind größtenteils bekannte Persönlichkeiten aus der Szene.

Allen voran verdient Georg Brand (alias T-Rex), der durch David Nathan verkörpert wird, lobende Worte. Leider tritt der Synchron- und Hörspielsprecher jedoch etwas zu souverän auf, als dass er einen übergewichtigen Computer-Nerd im Studentenmilieu glaubhaft verkörpern könnte. David Nathan ist zwar eine wahre Hörfreude, jedoch stellt man sich bei längerem Hören einen anderen Charakter – als ursprünglich konzipiert – vor. Hier sollten der Fantasie jedoch keine Grenzen gesetzt sein. Kai Sickmann alias Detlef Bierstedt agiert als skrupelloser Reporter, dem keine Story zu schade ist, um sie nicht vor Aufdeckung aller Fakten zu veröffentlichen.

Hin und wieder hat man das Gefühl, dass die Personen allwissend oder bisweilen naiv agieren, um die Handlung sprunghaft voranzutreiben. Die Dialoge hingegen sind durch die Bank unterhaltsam. Funfact: Die Hacker-Legende Tron wird von der deutschen Synchronstimme des Fox Mulder (aus “Akte X”) gesprochen.

Geräusche und Musik:

Passende Hintergrundgeräusche und stimmige Musik. Der Tupac-Song wird immer wieder abgespielt. Das macht die Folge lebendig und bringt uns als Hörer dem Rapper-Milieu näher.

Cover und Titel:

Die Cover von “Offenbarung 23” sind stets düster und dunkel gehalten. Das spiegelt die Obskurität der Verschwörungstheorien gut wider. Wissen und Wahrheit sind die gefährlichsten Güter der Menschheit. Auf dem Cover zur 1. Folge “Wer erschoss Tupac” ist eine leere, blutverschmierte Patronenhülse auf dunklem Asphalt zu erkennen. Aus einer kleinen Blutlache stößt Rauch empor.


Fakten

Genre:

Fantasy/Mystery/Spannung

Label:

Highscore Music/Lübbe Audio

Gesamtspiellänge:

63min07

Produktionsjahr:

2005/2011


Besetzung:
Erzähler Helmut Krauss
Georg Brand (alias T-Rex) David Nathan
Tatjana Junk (alias Nolo) Marie Bierstedt
Kim Schmittke Dietmar Wunder
Stimme der Wahrheit Friedrich Schoenfelder
Nachrichtensprecherin Dagmar Berghoff
Kai Sickmann Detlef Bierstedt
Boris F. (alias Tron) Benjamin Völz
Tupac Amaru Shakur Torsten Michaelis
Tom (alias Mista Beat) Tilo Schmitz
DJ Andy Simon Jäger
Big Daddy Cool Udo Schenk
Bedienung Gerrit Schmidt-Foss
Hammer Jan Spitzer
 

Folge der Woche: Die drei ??? und der letzte Song (183)

Das Die drei ???-Universum ist um eine Folge reicher – “und der letzte Song” heißt das neue Werk und verspricht laut Klappentext eine Menge Spannung. Hast du sie schon gehört? Wenn nicht, dann mach dich auf teilweise gute, stellenweise aber auch langatmige Unterhaltung gefasst.


Besuch vom alten Rockstar

Lenny The Rock (Peter Kirchberger), ein alter Freund von Titus (Rüdiger Schulzki) und Mathilda (Karin Lieneweg) – und zufällig auch noch ein ziemlich bekannter Musikstar – kommt auf den Schrottplatz, um Familie Jonas zu besuchen. Alle sind total aus dem Häuschen, weil sie sich eine ganze Weile nicht mehr gesehen haben.

Ein ominöses Päckchen & eine Einladung

Lenny bringt ein Päckchen alter Musikstücke mit und fragt an, ob Titus sie bewerten könne, damit er sie verkaufen und den Erlös dann spenden kann. Viel wichtiger ist Lenny allerdings, dass Titus das Päckchen erst einmal an sich nimmt und aufbewahrt. Ein weiteres Anliegen ist sein 65. Geburtstag. Er lädt seinen Freund Titus, dessen Frau Mathilda und die drei Detektive zu seiner Party ein, die bei ihm zu Hause auf Moonlight Star stattfinden und natürlich mit eigener Live-Musik untermalt werden soll. Bei Justus, Peter und Bob kommt Vorfreude auf.

Bewerten oder beschützen?

Im Anschluss informieren sich die drei Detektive in ihrer Zentrale über Lenny The Rock. Was ist Moonlight Star und mit wem lebt er dort? Anschließend stöbern sie in dem Päckchen, welches Lenny Onkel Titus überreicht hat und kommen zu dem Schluss, dass sie den Inhalt weniger bewerten, sondern vielmehr auf ihn aufpassen sollten. Aber wieso? Was steckt dahinter?

Die Party auf Moonlight Star beginnt …

Auf Moonlight Star angekommen, sind die drei Detektive, aber auch Onkel Titus und Tante Mathilda, hin und weg von Lennys Anwesen. Der sympathische Rockstar empfängt seine fünf Gäste und ist überglücklich, dass die Feier überhaupt stattfinden kann, denn tags zuvor – kurz nach seinem Besuch auf dem Schrottplatz – hätten seine Bremsen am Auto versagt und er wäre frontal gegen einen Baum geprallt. Während Lenny dies als harmlosen Zwischenfall abtut, ist Justus sofort besorgt und vermutet einen Zusammenhang zwischen den Musikstücken auf dem Schrottplatz und Lennys Unfall.

… und gerät aus dem Ruder

Dann taucht auf einmal ein Mann auf, der Lenny als Dieb beschimpft und ihm sein Bier ins Gesicht schüttet. Tim Durnell (Douglas Welbat) scheint ebenso ein Songwriter zu sein. Als dieser verschwindet, sehen Bob und Peter, wie Justus ihm hinterherläuft. Als die beiden Detektive ihrem Ersten folgen, machen sie eine blutige Erfahrung. Bevor Lenny und seine Band das Konzert beginnen, bittet der Rockstar darum, sämtliche Aufnahmen mit Handy zu unterlassen.

Während des Auftritts kracht Lenny plötzlich im Boden der Bühne ein und verschwindet daraufhin spurlos. Ist das Teil der Show oder eine Entführung? Wer oder was steckt dahinter? Die drei Detektive machen sich auf die Suche nach dem Rockstar und finden einen Briefumschlag, der erklärt, wieso Lenny verschwunden ist. Doch nach und nach kommen weitere Rätsel ins Spiel. Justus, Peter und Bob haben allerspätestens jetzt einen neuen Fall.


Fazit

Inhalt:

Musikfolgen mit den drei Fragezeichen finden bei uns immer großen Anklang. Daher hatten wir vorab relativ hohe Ansprüche an die 183. Folge. Leider hat sie uns nur auf der A-Seite überzeugt. Justus, Peter und Bob untersuchen Lennys Päckchen und merken schon da, dass der Musiker die Musikstücke sicher nicht verkaufen möchte. Mit der „Lappalie“, dass die Autobremsen in Lennys Auto nicht funktioniert haben, ist zumindest unserem ersten Detektiv klar, dass das alles nicht mit rechten Dingen zugeht. Als Lenny dann auch noch auf seiner eigenen Geburtstagsfeier verschwindet, wird spätestens hier deutlich, dass es sich um einen neuen Fall für die drei Detektive handelt. Soweit so gut.

Die B-Seite hingegen wird dominiert von unzähligen Charakteren, die man akustisch nur schlecht auseinanderhalten kann sowie von zu langen Handlungssträngen oder plötzlichen Cuts. Es kommt nur selten Spannung auf und mit viel Witz ist die Folge leider auch nicht ausgestattet. Es hat gut angefangen, das Ende (die B-Seite) hat uns aber leider, auch aufgrund einiger Verständnisschwierigkeiten, nicht überzeugen können. Schade!

Sprecherleistung:

Die Sprecherleistung können wir in dieser Folge leider nicht durchweg positiv bewerten. Bei Tante Mathilda hat man ständig den Eindruck, als würde sie im nächsten Moment anfangen in Tränen auszubrechen – sie schluchzt durchweg! Justus, Peter und Bob haben hingegen wieder eine solide Leistung abgegeben. Lennys Bandkollegen und viele weitere Charaktere, die erst auf der B-Seite in Erscheinung treten, klingen stimmlich sehr ähnlich. Das macht es schwer zu folgen. Auffällig ist natürlich auch die Stimme von Lenny, alias Peter Kirchberger. Sie klingt sehr aufgesetzt und gewollt cool, was ein bisschen schade ist.

Positiv aufgefallen ist allerdings der Klang von Onkel Titus neuer Stimme. Rüdiger Schulzki hat eine unaufgeregten Klang in seiner Stimme, die den Onkel Titus, so wie wir ihn kannten (Andreas E. Beurmann), gut widerspiegelt, auch wenn sie natürlich nicht 100 % das sein kann, was sie vorher war.

Geräusche-Umsetzung:

Die Geräusche stehen in einer Musikfolge natürlich im Vordergrund, so auch in „und der letzte Song“. Die Klänge sind tiefgehend und die Musik von Lenny The Rock – wie der Name schon sagt – ist rockig vom Feinsten. Die Geräusche sind in dieser Folge absolut gelungen.

Cover und Titel:

Nicht zuletzt das Cover hat die Ansprüche auf die Folge erhöht. Für Musikliebhaber ist das Cover der 183. Episode der Die drei Fragezeichen ein Traum.

Der Titel „und der letzte Song“ kann irreführend sein, wird einem während des Hörens allerdings immer klarer. Man hätte die Folge aber auch anders benennen können. Wie wäre es z. B. mit „und der verschwundene Rockstar“? Über den Titel lässt sich wohl streiten. Wir sind nicht ganz überzeugt davon.

Gesamtspiellänge:

76min27

Produktionsjahr:

2016


Lieblingszitat:

Bob: „Er lebt dort [auf Moonlight Star, dem Anwesen, das er sich nach und nach zusammengekauft hat] mit seiner Frau Sue Tamara, mit der er seit 10 Jahren in zweiter Ehe verheiratet ist. Interessant…“
Justus: „Kinder?“
Bob: „Ich bin doch kein Melderegister! … Also offiziell hat er keine, aber bei so einem Rockerleben [lacht].“


Besetzung:
Erzähler Thomas Fritsch
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Tante Mathilda Karin Lieneweg
Onkel Titus Rüdiger Schulzki
Inspektor Cotta Holger Mahlich
Lenny The Rock Peter Kirchberger
Sue Tamara Maria Hartmann
Sax Sandler Christian Concilio
Tim Durnell Douglas Welbat
Ron Gosta Liptow
Keith Tobias Schmidt
Debbie Peterson Maud Ackermann
Frank Wheeler Timo Wenzel
Joe Stefan Brönneke
Clayton Gordon Piedesack
Kellnerin Simona Pahl