HD-Vinyl – was ist das?

Wir sind ja bekanntlich nicht nur Kassettenfans der – für uns – ersten Stunde, sondern auch Freunde der guten, alten Schallplatte. So ist doch tatsächlich das ein oder andere Hörspiel auf Vinyl in unser Hörspielregal gewandert – neben den drei Detektiven aus Rocky Beach auch Sherlock Holmes oder auch andere Hörspielserien.

Unsere Begeisterung für die runde Platte ist dabei keine Einzigartigkeit, so scheint sie seit geraumer Zeit wieder mehr in den Läden vertrieben zu werden. Genau genommen hat der Umsatz des kultigen Mediums seit 2013 (29 Mio. Euro Umsatz) wieder stetig zugenommen. Im Jahr 2015 lag der Umsatz noch bei 50 Mio. Euro, während er im letzten Jahr bei 74 Mio. Euro gemessen wurde.

Was macht das Hören von Schallplatten eigentlich so besonders?

Diese Frage beantwortet sicherlich der ein oder andere für sich anders. Für uns ist es ein besonderes Gefühl nach Hause zu kommen, eine Kassette ins Kassettendeck zu legen und auf Play zu drücken. Genauso ist es bei Schallplatten. Es verleiht einem dieses besondere Gefühl, das man aus der Vergangenheit kennt, wenn der Vater seine Liebnlings-LP im Wohnzimmer aufgelegt hat und genau dieses Gefühl wird immer wieder abgespielt, sofern der Schallplattenspieler angeschmissen wird. Es ist also eine große Portion Nostalgie dabei! 

Was ist denn jetzt eigentlich HD-Vinyl?

HD-Vinyl soll den Sound der Schallplatte optimieren. Dabei soll die Schallplatte nicht nur besser klingen, sondern gleichzeitig auch weniger umweltschädlich sein. So wie wir es bereits vom Fernseher kennen, wird eben auch die Schallplatte hochauflösend. Wieso auch nicht? 

Dem Thema hat sich das österreichische Startup REBEAT angenommen. 

Die neuen, verbesserten Platten decken einen größeren Frequenzbereich ab, außerdem passen bis zu 30 Prozent mehr Ton-Informationen auf die Platte. Die Produktion läuft grundlegend anders als bei herkömmlichen Schallplatten: Die Audiodaten werden zunächst von einem Konstruktionsprogramm aufbereitet, anschließend schreibt ein Laser die Daten auf die Pressmatrize. Das ist nicht nur genauer, sondern geht auch deutlich schneller als das herkömmliche Herstellungsverfahren mit Schneidemaschinen aus den 60ern, die mechanisch die Toninformationen in die Matrize kratzen. Weil weniger Chemikalien zum Einsatz kommen und die Pressmatrizen länger verwendet werden können, wird durch die neue Technik die Umwelt geschont.

Quelle: stern.de

Aber was natürlich besonders wichtig ist: HD-Vinyl soll auch über deinen jetzigen Schallplattenspieler abspielbar sein. Man muss sich also nicht extra einen neuen Spieler zulegen. Warten wir doch mal ab, was das kommende Jahr so bringt. Ob sich HD-Vinyl tatsächlich durchsetzen wird? Wir werden sehen … :).

Weitere Informationen zum Thema findest du beispielsweise im Musikexpress.

Folge der Woche: Die Schatzinsel – Die Originale (25)

Eine Zeitreise mit EUROPA: Die Originale

“Die Originale” ist eine Reihe vom Hörspiellabel EUROPA. Sie versammelt zeitlose Hörspielschätze aus etlichen Jahrzehnten, die bis in die heutige Zeit regelmäßig von Kindern und Erwachsenen “rauf und runter” gehört werden. Beliebte Literaturklassiker werden mit bekannten Stimmen aus der Szene vertont: u.a. mit Hans Paetsch, Horst Frank, Volker Brandt, Charles Regnier, Konrad Halver.

Ein weiterer Pluspunkt ist die stimmungsvolle Originalmusik. Die CD-Hüllen sind dekorativ mit den Originalillustrationen gestaltet und enthalten gepresste CDs in stilechter Vinyl-Optik.

Das EUROPA-Hörspiel-Archiv

Mit von der Partie sind bekannte Klassiker wie “Winnetou”, “Robinson Crueso”, “Der kleine Lord”, “Moby Dick” u.v.m. Wir haben uns “Die Schatzinsel” (Folge 25), nach einer Erzählung (Original: Treasure Island) des schottischen Schriftstellers Robert L. Stevenson, angehört. Hier kannst du nachlesen, was dich erwartet.


Der Pirat John Silver

John Silver treibt ein undurchsichtiges Spiel. Niemand traut ihm über den Weg. Was führt er im Schilde? Der siebenjährige Jim Hawkins (Susanne Hartau) gerät unversehens an die Schatzkarte des berüchtigten Piratenkapitäns.

Ein Schatz, den es zu finden gilt

Bei der Suche nach dem sagenumwobenen Schatz bezahlen viele Seeleute die Gier mit ihrem Leben. Durch Zufall gerät der junge Jim Hawkins in das Netz von Intrigen, Lügen und Verrat. Zusammen mit dem Leibarzt seines Vaters (Jürgen Wegner) sowie dem Baron (Michael Stobbe) macht er sich per Schiff auf den Weg zur Schatzinsel. Doch während der Fahrt entpuppt sich ein Teil der Crew als Piratenbande.

Wer den Schatz suchet, der findet!


Fazit

Inhalt:

Spannung ab der ersten Minute: “Die Schatzinsel” lebt zweifelsohne vom Nostalgie-Bonus und ist ein akustisches Vermächtnis des beliebten Hörspielsprechers Hans Paetsch. Man kann sich getrost zurücklehnen und sich bei diesem Hörspiel wohlig gruseln. Trotz kleinerer Schwächen überzeugt das Hörspiel durch die Bank. Es ist gleichermaßen für jung und alt gedacht: Die Älteren werden an ihre eigene Kindheit zurückerinnert, als sie mit leuchtenden Augen “Die Schatzinsel” lasen. Für Jüngere ist es ein hörenswertes Abenteuer, der Eingang in eine Zeitmaschine, die dich 30 Jahre zurückbeamt.

Viele Jahre sind ins Land gezogen. Doch die Besatzung der Hispaniola ist noch immer auf der Reise zur Schatzinsel. Wenn sie nicht gesunken sind, segeln sie noch heute! “Die Schatzinsel” kann durch die allseits bekannte Handlung überzeugen und mit hervorragenden Sprechern, Hintergrundgeräuschen und Einspielern noch einen draufsetzen. Ein Piratenabenteuer allererster Kajüte … und ne Buddel voll Rum!

Sprecherleistung:

Sprachliche Glanzleistungen gibt es in “Die Schatzinsel” allerhand. Doch Hans Paetsch als charismatischer einbeiniger John Silver bildet den stimmlichen Höhepunkt. Der furchtlose John Silver bringt alle Aspekte des Charakters auf den Punkt: Mal ist er unterwürfig, dann wieder verschlagen, boshaft, brutal, einschmeichelnd und am Ende mimt er sogar den wohlwollenden Freund.

Den seemännischen Gegenpart bekommen wir in Form von Kapitän Smollett (Jürgen Pooch) zu hören. Einziger Wehrmutstropfen ist die Stimme von Jim Hawkins. Weshalb wurde die Stimme des Siebenjjährigen von einer Frau verkörpert? Das passt nicht. Zu guter Letzt hinterlässt der schaurige Todesschrei des Leichtmatrosen Tom (Sven H. Mahler) einen bleibenden Eindruck.

Geräusche und Musik:

Knarzende Geräusche und scheppernde Musik – all das versetzt dich unmittelbar in das Piratenabenteuer auf hoher See. Das einem Albtraum gleichende verzerrte Piratenlied und das glucksende Meer machen die Hörspieladaption des Klassikers perfekt.

Cover und Titel:

Das Cover der Erstauflage ist trotz des Modelschiffs an Unheimlichkeit nicht zu überbieten.


Fakten

Genre:

Abenteuer

Label:

Studio EUROPA

Gesamtspiellänge:

ca. 61min

Produktionsjahr:

1966 (Original-LP) / 2015


Besetzung:
Jim Hawkins Susanne Hartau
John Silver Hans Paetsch
Der alte Seebär Wolfgang Rau
Der Doktor Jürgen Wegner
Der Baron Michael Stobbe
Der Kapitän Jürgen Pooch
Der blinde Pirat Rudolf Fenner
Ein Pirat Hans Meinhardt (Pseudonym von Dr. Andreas E. Beurmann)
Ein anderer Pirat Gottfried Lackmann
Leichtmatrose Tom Sven H. Mahler
Ben Gunn und Seeleute Wolfgang Rau

Folge der Woche: Sherlock Holmes – Die Originale – Shoscombe Old Place (50)

Sherlock Holmes und Dr. Watson haben es endlich mal wieder in die Kategorie “Folge der Woche” geschafft. Mit der Jubiläumsfolge “Shoscombe Old Place” (50), die ebenso als Vinyl erhältlich ist, starten wir nicht nur in die neue Woche, sondern sogleich in ein neues Jahr mit der kassettenbox.


Ein aufgewühlter Cheftrainer

Sherlock Holmes und sein Assistent Dr. Watson werden vom Cheftrainer des Shoscombe Gestüts, Mr John Mason (Wolf Frass), beauftragt. Mason berichtet, es gingen merkwürdige Dinge auf dem Gestüt vor sich. Sein Arbeitgeber Sir Robert Norberton (Reent Reins) verhalte sich äußerst merkwürdig. Man könne vermuten, er sei verrückt geworden. Holmes und Watson spitzen natürlich sofort ihre Ohren.

Das Leben auf Shoscombe Old Place

Sir Robert Norberton wohnt mit seiner Schwester Lady Beatrice auf Shoscombe Old Place. Er selbst hat hohe Schulden und verdankt es seiner Schwester, auf dem Areal leben zu können. In wenigen Wochen findet ein sehr wichtiges Pferderennen für Sir Robert Noberton statt, welches er mit Shoscombe Prince, dem besten Pferd überhaupt, bestreiten muss und möchte. Er erhofft sich, durch dieses Rennen neues Kapital zu gewinnen und auch auf eigenen Beinen stehen zu können. Da er hoch verschuldet ist, muss er dieses Derby unbedingt gewinnen.

Ein sonderbares Verhalten

Mr Mason ist aufgewühlt, weil Sir Robert tagelang nicht geschlafen und sich auch sein Verhalten gegenüber seiner Schwester vollkommen verändert hat. Diese hat sich seit einer Woche in ihrem Zimmer verbarrikadiert. Sherlock Holmes und Watson sind hier gefragt. Warum ist Sir Robert Noberton so neben der Spur? Hat es eine Auseinandersetzung zwischen den Geschwistern gegeben?

Sherlock Holmes hat eine ganz eigene Theorie – voll von Mumien, Morden und Intrigen. Ob sich diese wohl bewahrheitet?


Fazit

Inhalt:

Die Jubiläumsfolge kann nicht gänzlich überzeugen, hat hier und da jedoch gute Ansätze. Vor allem die Einführung der Geschichte verläuft vielversprechend und authentisch. Nur hätte man daraus konzeptionell sehr viel mehr machen können. Die Auflösung des Falls enttäuscht leider. Sherlock Holmes Theorie war diesbezüglich um Längen spannender als die Auflösung selbst. Andererseits könnte man auch sagen, dass mit dieser Folge der Hörspielhörer erfolgreich hinters Licht geführt wurde. Wie dem auch sei: Das Hören hat abermals Spaß gemacht.

Sprecherleistung:

Christian Rode als Sherlock Holmes. Dazu muss man eigentlich gar keine großen Worte mehr finden. Das passt wie die Faust aufs Auge. Auch Watson hat in der 50. Folge wieder alles gegeben – so fungiert er hier und da sogar als Erzähler und führt den Hörer in die Geschichte ein. Die Jubiläumsfolge sticht vor allem auch durch den prominenten Besuch von Reent Reins hervor, der die Rolle des Sir Robert Norberton übernommen hat.

Geräusche und Musik:

Wir haben es hier mit außergewöhnlich altertümlicher Musik zu tun, die nicht nur für Atmosphäre sorgt, sondern auch für Spannung. Leider kann diese Spannung nicht durchweg aufrechterhalten werden. Das vermag weniger an der Musik und den Geräuschen liegen, als vielmehr daran, dass “Shoscombe Old Place” inhaltlich nicht mehr hergibt.

Cover und Titel:

Weder Cover noch Titel verraten viel über die Handlung des Hörspiels. Dies kann gut oder schlecht sein. Manch ein Hörer findet es gerade gut, weil man noch nicht genau weiß, worauf man sich einlässt. Wir sehen es in der Tat eher positiv. Wir haben uns zurückgelehnt und der Folge zwar mit hoher Erwartung, aber ohne voreingenommen zu sein, gelauscht.

Gesamtspiellänge:

62min25

Produktionsjahr:

2010


Besetzung:
Sherlock Holmes Christian Rode
Dr. Watson Peter Groeger
John Mason Wolf Frass
Sir Robert Norberton Reent Reins
Josiah Barnes Kai-Henrik Möller
Stephens, Butler Michael Harck
Mrs Carrie Norlett, Zofe Claudia Gahrke
Mr Norlett Volker Bogdan
Kutscher Donald Arthur