kb-spezial: Graphic Novel Review – Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf

Am 8. September 2015 war es so weit. Die sehnsüchtig erwartete Graphic Novel “Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf” erschien im Franck Kosmos Verlag. Natürlich müssen auch wir unseren Senf zum ersten Comic der Die drei Fragezeichen dazu geben. Wir wünschen viel Spaß!


Graphic Novel

Was hat es eigentlich genau mit einer “Graphic Novel” auf sich? Für viele ist das einfach eine Art Comic. Wenn man sich jedoch näher damit beschäftigt, wird man schnell feststellen, dass es sich dabei um mehr als “nur” um einen Comic handelt. Im Deutschen spricht man auch von „grafischer Novelle“ oder „Bildroman“, wobei sich der Begriff „Graphic Novel“ auch bei uns durchgesetzt hat. Graphic Novels sind Comics in gebundener Form und richten sich, auch aufgrund ihrer Komplexität, eher – aber auch nicht ausschließlich – an Erwachsene. Sie zählen damit durchaus zur Literatur. Eine offizielle Definition – was genau eine Graphic Novel ist und was sie ausmacht – gibt es allerdings bis heute nicht.

Der Hollywood-Regisseur James Kushing wird zum Auftraggeber der Die drei ???

Im Fall „dreiäugiger Totenkopf“ zieht es die drei Detektive mal wieder nach Hollywood, genauer gesagt in die Glamourwelt der US-amerikanischen Filmindustrie. Sie erhalten einen dringlichen Anruf eines Mannes, der im Rollstuhl sitzt und seit einem Unfall starke Probleme mit seinem Gedächtnisvermögen hat. Sein Name ist James Kushing, er ist der berühmt-berüchtigte Horror-Regisseur. „Der Fluch des dreiäugigen Totenkopfs“ ist einer seiner besten Filme, so sagt es jedenfalls Bob Andrews – und der muss es als Filmfanatiker schließlich wissen.

Doch wieso wurden die drei Detektive nach Hollywood gebeten? James Kushing berichtet von einem gestohlenen Smaragd kurz vor Fertigstellung des zweiten Teils des dreiäugigen Totenkopfs. Da Kushing nur mit Original-Requisiten arbeitet, wurde ihm der Stein für den Filmdreh zur Verfügung gestellt. Doch das ist längst nicht alles: Kushing wachte mit enormen Kopfschmerzen und einem tätowierten Arm auf. Das Tattoo zeigte den dreiäugigen Totenkopf! Wollte ihn da jemand einschüchtern? Und wenn ja, wer? Die drei Detektive sind überfragt. Wie kann man tätowiert werden, ohne es zu merken? Ziemlich rätselhaft.

Justus, Peter und Bob stürzen sich in die Recherche, dabei trifft Justus auf eine alte Schauspielbekannte und die drei Detektive müssen ein Rätsel um eine seltsam-gruselige Puppe aus dem Horrorfilm lösen. Wer hat den Smaragd gestohlen? Und was hat diese Puppe mit dem Fall zu tun? Die drei Fragezeichen sind drauf und dran, den Fall zu lösen und geraten dabei selbst in Gefahr …


Kurzfazit

Inhalt:

„Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf“ ist ein klassischer Fall der drei Detektive. Justus, Peter und Bob werden beauftragt, eine verschwundene Requisite wiederzufinden. Um den Fall zu lösen, bedarf es des Superhirns von Justus Jonas, der vorsichtig-ängstlichen Kommentare von Sport-Ass Peter Shaw und der exzellenten Fähigkeiten von Bob Andrews in Sachen Recherchen und Archiv. Die Spannung könnte dabei eine Idee größer sein. Allerdings ist man so neugierig, dass man sowieso weiterblättert.

Umsetzung:

Die drei Fragezeichen mal ganz anders. Nicht in Buchform, nicht als Hörmaterial, sondern als Graphic Novel! Allein diese Tatsache ist schon etwas ganz Besonderes. Mit viel Witz und Charme wurde die Aufgabe, einen ???-Fall in ein Comic-Format zu bringen, umgesetzt. Auf insgesamt 121 Seiten wird der Fall der drei Detektive beschrieben und ohne Zweifel mit Liebe zum Detail gezeichnet. Dabei erkennt man die drei Detektive auf Anhieb: Justus Jonas, der kleine Dicke mit schwarzen Haaren, Peter Shaw, der Größte und Athletischste der drei Fragezeichen und schließlich Bob Andrews, der schmächtige Brillenträger.

Auffallend ist auch, dass die drei Detektive inzwischen im 21. Jahrhundert angekommen sind. So spielt Bob Andrews vermehrt mit seinem Smartphone herum, natürlich nur, um die Recherchen um den Smaragd voranzutreiben.

Es hat großen Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen, daher sprechen wir eine eindeutige Leseempfehlung aus! Als Die drei Fragezeichen–Fan sollte man die Graphic Novel auf jeden Fall im Regal stehen haben. Kleiner Tipp: Blättert nicht zu eilig vor. Alfred Hitchcock (A. H.) widmet uns einen kleinen, aber feinen Klappentext inklusive Making-of am Ende der Graphic Novel.

Wir hoffen auf baldige Fortsetzung im Bereich Graphic Novel.


Lieblingszitat(e):

(29) Bob: “Stellt euch doch mal vor, ihr wacht morgens auf und plötzlich habt ihr ein echtes Tattoo auf dem Arm!
Peter: “Ich weiss gar nicht, wovor ich mehr Angst hätte: vor den Schmerzen oder vor der Rekation meiner Mutter.”

(92) Justus: “Fahr langsamer! Noch langsamer. Und jetzt schalte das Licht aus. So kann er uns nicht mehr sehen.”
Peter: “Ich aber auch nichts!”

(107) Peter: “Was sagen wir?”
Bob: “Ich dachte, du hättest einen Plan.” – Peter: “Leider nein.” – Bob: “Warum hast du dann schon geklingelt?”


Besetzung:

ZeichnerChristopher Tauber
LetteringAsja Wiegand
AutorIvar Leon Menger
AutorJohn Beckmann

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