Folge der Woche: Die drei ??? und die silberne Spinne (24)

Folge der Woche: Die drei ??? und die silberne Spinne (24)

“und die silberne Spinne” (24) zählt zu den Kultfolgen der Hörspielserie und verdient schon aus diesem Grund, einmal genau unter die Lupe genommen zu werden. Die Folge verspricht eine abenteuerliche Verfolgungsjagd – wie üblich bei den älteren Folgen.

Großer Pluspunkt: Spitzen-Cover & Auftritt von unserem Lieblings-Chauffeur Morton.


Beinahe-Crash mit Folgen

Eines Tages sind die drei Detektive mit Morton im Rolls Royce unterwegs. Auf einer viel befahrenen Straße wird unserem Chauffeur plötzlich die Vorfahrt genommen. Abrupt legt Morton eine Vollbremsung ein und kann den fiesen Zusammenstoß verhindern. Erzürnt stellt er den uneinsichtigen Fahrer Bengt (Charles Regnier) zur Rede. Im Zuge dessen werden die drei Detektive von Lars Holmquist (Gernot Endemann), dem hoffnungsvollen Erben der Magnus-Werke, nach Texas eingeladen.

Mitten in Texas: eine Stadt im skandinavischen Stil

In den Magnus-Werken werden Geräte und Fahrzeuge für die Landwirtschaft produziert, während die schwedischen Arbeiter mit ihren Familien in Magnusstad leben. Die Stadt wurde nach ihrer schwedischen Heimat erbaut und bietet nebenbei eine Touristenattraktion. Doch sind die drei Fragezeichen etwa nur deshalb nach Magnusstad gekommen? Bei ihrer Ankunft rückt der junge Lars, zukünftiger Geschäftsführer der Magnus-Werke, schließlich mit der Wahrheit heraus: Er soll um sein Erbe gebracht werden! Justus, Peter und Bob wollen ihm helfen, geraten dabei jedoch selbst in eine äußerst gefährliche Lage.

Verschwörung in Magnusstad

Lars Holmquist, der junge Schwede aus Texas, dessen Vater kürzlich verstorben ist, soll zukünftig in dessen Fußsstapfen treten und die Firma in seinem Namen weiterführen. Die legendäre silberne Spinne, das heilige Wahrzeichen der Familie, wurde gestohlen! Ohne die Spinne ist die Übernahme des Unternehmens für Lars nicht möglich und er bekäme die größten Schwierigkeiten. Zumal Direktor Forsborg (Richard Heelel), der jetzige Geschäftsführer, an der Macht bleiben möchte, indem er Lars ausschaltet. Während ihrer Recherchen wird die silberne Spinne in das Hotelzimmer der drei Detektive geschmuggelt. Um die Leitung der Firma weiterhin in Forsborgs Händen zu wissen, versucht man den Diebstahl der silbernen Spinne den Jungen in die Schuhe zu schieben, um ihre Beziehung zu Lars als betriebsschädigend darzustellen. Doch was hat es bloß mit der silbernen Spinne auf sich?

Die silberne Spinne von Magnusstad

Die silberne Spinne, zugleich Firmenzeichen und Wappentier, ist für die große Zeremonie, bei der Lars feierlich sein Erbe antreten soll, von großer Bedeutung. Die Brosche steht für die berühmten Magnus-Werke, das Unternehmen des alten Holmquist. Nun aber wollen die Feinde von Lars Holmquist den drei Fragezeichen offensichtlich einen Raub in die Schuhe schieben. Es beginnt eine halsbrecherische Flucht, denn der firmeneigene Werkschutz hat sich bereits an die Fersen der drei Detektive geheftet. Nun gilt es, die silberne Spinne wiederzubeschaffen. Zahlreiche kriminelle Subjekte wollen dies verhindern. Eine spannende Verfolgungsjagd entwickelt sich …


Kurzfazit

Inhalt:

So weit, so mäßig gut. Die Geschichte hat ihre eindeutigen Schwächen. Die Kameras mit Gegensprechanlage und eingebautem Tonbandgerät (modern gesprochen: Sprechfunkgerät mit Aufnahmefunktion), die den drei Fragezeichen für ihre Nachforschungen überlassen werden, wirken – zumal für die damalige Zeit – lächerlich. Haben wir es hier mit den Drei Fragezeichen oder einer Ausrüstung für James Bond zu tun? Die Tatsache, dass die integrierten Hightech-Geräte auch nur einmal eingesetzt werden (Welch Zufall: genau in diesem Moment plaudern die Verschwörer ihren ganzen Plan aus!!), könnte man in die Kritik ebensogut miteinbeziehen. Da haben es sich die Leute beim Storytelling etwas zu leicht gemacht.

Magnusstad wirkt konstruiert. Auch wenn Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist: Ist es realistisch, dass es dort ein gigantisches herrschaftliches Unternehmen gibt, das – ähnlich einem Königtum – dermaßen Einfluss auf seine Stadt und ihre Bewohner nimmt? Darüber hinaus auch noch mit eigenem Polizeiapparat, Knast und Folterkammer? Im Übrigen muss man sich fragen, wieso der Fall eigentlich in Texas spielt. Diese Tatsache wird lediglich erwähnt, spielt in der Folge aber keine Rolle. Die drei Detektive hätten auch gleich nach Schweden fahren können. “und die silberne Spinne” ist mitunter etwas verwirrend und die drei Fragezeichen kommen allzu schnell zur Lösung, während der Zuhörer Probleme hat zu folgen. Eine fiktive schwedische Kolonie in Texas … verworrene Vorstellung! Jedoch ist es spannend, einmal einen Ort zu erleben, an dem noch immer sehr alte Traditionen und Regeln gelten.

Trotz aller Kritik: Von den Klassikern ist das mit Abstand die beste Folge! Die Vorstellung eines königlichen Fabrikbesitzers ist abstrus, hat jedoch auch irgendwie etwas Originelles. Zumindest wird die Spannung durch die Kürze der Folge (41 min. Spiellänge!) aufrechterhalten.

Absolute Highlights: Bobs legendärer Spruch mit dem Haschemitenfürsten sowie sein Geschrei in der Zelle. Das klug gewählte Versteck für die Spinne macht auch einiges wett!

Sprecherleistung:

Insgesamt bodenständige Sprecherleistung. Großer Minuspunkt: Britta (Ingeborg Kanstein) klingt wie Peter mit seiner hohen Stimme.

Geräusche-Umsetzung:

Einwandfrei.

Gesamtspiellänge:

41min00


Lieblingszitat(e):

Peter: “Von wem reden die denn da …? Holmquist? Ist das ‘n hohes Tier?”
Bob: “Du liest wohl keine Zeitung Peter, was?!”

Wie erfrischend, so einen neunmalklugen Justus-Jonas-Satz mal aus Bobs Munde zu hören!

Bob: “Wir sollten jetzt frühstücken. Ich hab einen brutalen Hunger.”

Mann aus San Francisco (über Justus): “Also wenn mir je ein Junge über den Weg gelaufen ist, der so richtig dumm aussieht, dann ist es der Dicke.”

Bob (bekommt einen Schlag auf den Kopf): “Ah! Ich glaub ich hab einen Haschemitenfürsten im Gehirn!”

Bob kann sich an die letzten Minuten nicht mehr erinnern. Das Wort “Haschemitenfürst” ist eine Floskel vom Sprecher Andreas Fröhlich – eine Bob’sche Bezeichnung für Gedächtnisverlust.


Besetzung:
Erzähler Peter Pasetti
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Bengt Charles Regnier
Britta Ingeborg Kanstein
Lars Homlqvist Gernot Endemann
Young Horst Stark
Forsborg Franz-Josef Steffens als “Richard Heelel”
Mann Siegfried Wald
Frau Brigitte Alexis
Köhler Reiner Brönneke
Tante Mathilda Karin Lieneweg
Wärter Joachim Wolff
Kellner Peter Kirchberger
Morton Andreas von der Meden

2 Kommentare

  1. Lieselott
    11. Januar 2016 / 21:28

    Habe ähnliche “Kritikpunkte” (in Anführungszeichen, weil nur in meinem Kopf als “meh” abgespeichert) gehabt, als ich die Folge mal im Zug gehört habe. War tatsächlich auch das erste und letzte Mal – ein Dauerbrenner wie “Der giftige Gockel”, “Hexenhandy” oder “Insektenstachel” ist es eben bei weitem nicht :D

  2. kassettenbox
    16. Januar 2016 / 23:27

    Interessant, dass du die selbe Beobachtung gemacht hast!

    Was magst du an “Der giftige Gockel” und “Insektenstachel”? Sind die beiden mal Folge der Woche-würdig?

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