Folge der Woche: Die drei ??? und der Hexengarten (184)

Pünktlich zur Veröffentlichung der 184. Folge der Die drei Fragezeichen, stehen wir in den akustischen Startlöchern, um dir heute unsere Folge der Woche zu präsentieren.


Ermittlung gegen flüsternde Geisterpflanzen?

Jesse (Jacob Weigert), ein Schulkamerad von Peter, beauftragt die drei Detektive mit einem neuen Fall. Sie sollen herausfinden, was sich hinter den merkwürdigen Phänomenen im Gewächshaus des Nachbargrundstücks verbirgt. Können Pflanzen sprechen oder gar ein Eigenleben führen? Das behaupten zumindest Jesses kleine Geschwister April (Lilli Körting), Jaden (Flemming Draeger) und Joshua (Louis Körting).

Gartenhexe im Hexengarten?

Welche Rolle spielt das merkwürdige Geschwisterpaar Savannah und Tanika Frost (Christiane Leuchtmann und Isabella Grothe), dem dieses Haus gehört? Was Peter zunächst für einen Scherz hält, entpuppt sich schließlich als bitterer Ernst: das mysteriöse Leuchten, die körperlosen Stimmen … Spätestens als Jesses große Schwester Autumn (Sabrina Heuer-Diakow) behauptet, das benachbarte Anwesen gehöre einer Hexenfamilie, ist die detektivische Neugier bei den drei Fragezeichen schließlich geweckt.


Fazit

Inhalt:

Die drei Fragezeichen ermitteln wieder! – das ist kein Scherz und meinen wir durchaus ernst. Mit “und der Hexengarten” haben wir es nämlich mit einer Folge zutun, in der nach langer Zeit mal wieder glaubhaft ermittelt wird und nicht – wie so häufig – der Fall am Ende konstruiert und zusammengesponnen wirkt. Die Folge ist atmosphärisch dicht und wird mit Spannungsbögen verdichtet. Ingesamt mausert sich die neueste Folge zu einem hitzigen Kriminalfall mit gefährlichen Wendungen.

“und der Hexengarten” enthält sämtliche Elemente, die die schwachen Vorgängerfälle nicht mehr hatten: klassische drei ???-Stimmung mit dem gewissen Gruselfaktor. Daran haperte es in der Vergangenheit nämlich durchaus. Die 184. Folge erinnert ein wenig an die “gute alte Zeit” der 80er- und 90er-Folgenreihe. Gleich zu Beginn der Folge werden wir mit einer kleinen Durststrecke konfrontiert. Schnell nimmt die Folge jedoch an Fahrt auf, wird eingängig und nachvollziehbar erzählt. Das Ziel, Unheimliches am Schluss plausibel aufzulösen, gelingt. Bis zuletzt können wir als Hörer miträtseln. Es gibt viel Abwechselung durch Szenen- und Ortswechsel.

Pflanzen sind – bis auf den Fall “Dopingmixer” (60) – in der Welt der drei Fragezeichen ein relativ unberührtes Thema. Achtung Spoiler! Die Auflösung des Spuks ist relativ einfach, dennoch weiß man bis kurz vor Schluss nicht so recht, worum es eigentlich geht und wer in diesem Fall den schuldig-Stempel aufgedrückt bekommt. Die vielen Wendungen lassen den Hörer bisweilen etwas ratlos zurück, da man Mühe hat, die einzelnen Puzzleteile in ein Ganzes zu fügen.

Wiederhören macht Freude! :-)

Sprecherleistung:

Im Sprecherensemble finden sich fast immer zu den Rollen passende Sprecher, auch die Kinderstimmen können durch die Bank überzeugen. Als Justus Jonas alias Oliver Rohrbeck die Stimme eines Mannes nachahmt, wirkt es jedoch leider etwas zu gewollt – sicherlich auch der Sprecherolle geschuldet. Jens Warcwzeck überzeugt durchgehend und auch Andreas Fröhlich hat kaum Aussetzer. Am besten gefallen und die Frost-Schwestern durch ihre verschroben-schrullige Art. Sie erinnern uns an die Damen in “Die Villa der Toten” (114).

Geräusche und Musik:

Die Musik und die Effekte stechen bei dieser Folge eindeutig heraus. – Wenngleich wir es nicht mit einem atmosphärischen Highlight wie dem “Nebelberg” (105) zutun haben. Die Folge ist insgesamt tempo- und actionreich vertont. Die einzelnen Stücke sind mit Liebe zum Detail ausgewählt und reichen von der Qualität an alte Folgen heran. Spitzenmäßig finden wir, dass einige ältere Stücke wiederverwendet wurden – Daumen hoch! Etwas merkwürdig ist der Umstand, dass die Titelmelodie erneut nur angeschnitten wird. Die seit Folge 181 gesetzte Titelmelodie vermag seit inzwischen vier Folgen zu überzeugen.

Cover und Titel:

Das farbenfrohe Cover und der vielversprechende Titel sind passend zum Inhalt ausgewählt worden und machen, wie so häufig, Lust auf mehr.

Gesamtspiellänge:

69min38

Produktionsjahr:

2016


Lieblingszitat:

Bob: “Ihr werdet staunen, was Pflanzen nachts so alles machen.”
Peter: “Rumstehen?”

Justus: “Ihr habt ohne Zweifel einen – echten – Wolf gesehen?”
Bob: “Also ich … konnte leider nicht so viel erkennen. Es war auf jeden Fall eine Art eeeh … ja … so ne Art … Hund.”
Peter: “Es war ein Wolf!”
Bob: “Ja, ziemlich verwahrlost und scheu. Keine Ahnung, ob das ein Wolf war.”
Justus: “Also schön. Mir ist kalt, ich bin nass bis auf die Haut und zu hungrig, um voreilig Schlüsse zu ziehen.”


Besetzung:
Erzähler Thomas Fritsch
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Jesse Jacob Weigert
Trainer Till Huster
Jaden Flemming Draeger
Joshua Louis Körting
April Lilli Körting
Autumn Sabrina Heuer-Diakow
Inspektor Cotta Holger Mahlich
Charles Morland Horst Stark
Tanika Frost Isabella Grothe
Savannah Frost Christiane Leuchtmann
Dennis Frost Sascha Oliver Bauer
Jane Thompson Maud Ackermann
Tyler Christian Rudolf
Gardener Christian Concilio

Folge der Woche: Die drei ??? und das Hexen-Handy (101)

Wie inzwischen jeden Montag gibt es auch heute wieder eine neue „Folge der Woche“. „Die drei Fragezeichen und das Hexen-Handy“ (101) hat es diesmal in unsere Rubrik geschafft. Dabei handelt es sich um keine gewöhnliche Folge der drei Detektive. Nein – „und das Hexen-Handy“ ist schon fast eine Folge, die man zum Schlafengehen eher meidet, da sie dafür vielleicht doch zu gruselig ist. Die Episode um das seltsam-lachende Handy umschließt Spannung, Witz, Tempo und eine gute Portion Unterhaltung!


Das Hexen-Handy von Jeremy Scott

Die zwei Detektive Peter Shaw und Bob Andrews sind eines Abends auf dem Weg nach Hause. Es ist bereits dunkel, als der zweite Detektiv bemerkt, dass jemand Luft aus seinem Fahrradreifen gelassen und das Ventil geklaut hat. Verärgert über diesen Vorfall und leicht angesäuert schieben Peter und Bob ihre Räder. Damit müssen sie auch noch durch den dunklen Wald. Auf ihrem Weg finden sie einen Schulranzen, gefüllt mit Schulheften und Malbüchern eines gewissen Jeremy Scott (Woody Mues). Dabei stellen die zwei Detektive fest, dass der Junge einen großen Gefallen an Hexen gefunden haben muss, als sie sein Malbuch durchblättern.

Plötzlich hören der zweite und dritte Detektiv etwas hässlich kichern. Quietschig und schrill lacht es aus dem Schulranzen. Es scheint ein Handy zu sein, das – anstatt zu klingeln – kichert. Verwundert über diese Tatsache geht Bob Andrews ans Telefon und spricht schließlich mit Mrs. Scott (Hansi Jochmann), Jeremeys Mutter. Sie ist ganz außer sich, weil sie nicht weiß, wo sich ihr Sohn befindet.

Hässlich-kichernd mit saftigem Stromstoß – das Hexen-Handy

Jeremy Scott scheint verschwunden zu sein. Mrs. Scott ist verständlicherweise sehr besorgt und möchte die Polizei kontaktieren. Bob und Peter nehmen derweil die Fahndung vor Ort auf, bis die Polizei kommt und daran anknüpft. Anschließend machen sich Peter und Bob vom Acker. Bis zu dem Zeitpunkt als Bob laut aufschreit. Das hässlich-kichernde Handy hat ihm einen saftigen Stromstoß verpasst, der ihn heftig zusammenzucken ließ. Das Handy hat wohl eine SMS empfangen. Das Display zeigt eine zunächst nichtssagende Nachricht an, die Bob sofort aufklären kann. Aber ob das eine so gute Nachricht ist?

Und dann hören die beiden Detektive auch noch etwas im Gebüsch rascheln. Ein Geräusch, das immer bedrohlicher zu werden scheint. Bob springt mir nichts dir nichts auf sein Rad und Peter nimmt seines an die Hand und rennt los. Es scheint, als wäre die Gestalt, die durch den Wald gehuscht ist, die Hexe …

Justus Jonas, die Jagd und viele offene Fragen

Während Peter und Bob in größter Panik um ihr Leben rennen, hat es sich der erste Detektiv derweil in der Zentrale gemütlich gemacht. Diese Vorstellung ist voller Ironie! Justus Jonas ist demnach durchweg entspannt, als Peter und Bob von ihrem nahezu verhext erscheinenden Erlebnis aus dem Wald berichten.

Eine aufregende Jagd nach der Unbekannten (oder dem Unbekannten?) beginnt, bei der die drei Detektive der Hexe zu nahe kommen und sich damit in Gefahr bringen. Vor allem für Peter, den “Schisser Shaw”, wird es ein gruselig-schlimmes Unterfangen. Doch was hat es mit dem Hexen-Handy auf sich? Wieso schreit es und wieso verteilt es Stromschläge? Wohin ist Jeremy Scott verschwunden? Und wieso verschwinden weitere Kinder? Die drei Detektive gehen diesen Fragen nach. Werden sie am Ende auch dieses Rätsel lösen können?


Kurzfazit

Inhalt:

Schon von Beginn an hat es die Folge in sich: Kindesentführungen in Kombination mit einer gruseligen Hexe, die immerzu hässlich kichert. Wer kann da schon weghören? Die Folge fesselt und packt einen sofort. Ein sehr netter Nebeneffekt ist, dass Bob beständig Informationen zum Thema Mobiltelefon preisgibt. So gibt er bekannt, dass bei einer SMS normalerweise immer auch die Nummer des Absenders vermerkt ist und dass ein Handy im Normalfall über einen Speicher für weitere Handynummern verfügt; Erkenntnisse, die einen hier und da schmunzeln lassen!

Doch die Folge kann so viel mehr! Sie ist eine Mischung aus Spannung, Witz, Tempo und einer guten Portion (Grusel-)Unterhaltung.

Sprecherleistung:

Im Vordergrund der Folge steht natürlich auch bei den Sprechern die Hexe. Mit ihrer schrillen, hässlichen und gleichzeitig so gruseligen Art zu reden, hat sie ihren Zweck hundertprozentig erfüllt. Auch die Tatsache, dass Bastian Pastewka als (für die meisten: bekannter) Sprecher mit von der Partie ist, ist etwas ganz Besonderes! Die drei Detektive sind abermals gut in Form. Peter, der “Schisser Shaw”, sticht dabei natürlich besonders heraus, da Jens Wawrzczeck auf eine wundervolle Art und Weise seine Stimme zum Beben und Zittern bringen kann. Wenn Peter Angst hat, muss auch der Zuhörer Angst bekommen – zumindest in dieser Folge!

Geräusche-Umsetzung:

Die Geräusche spielen in „und das Hexen-Handy“ eine sehr große Rolle. Das, was im Hintergrund passiert, beeinflusst nicht nur die Stimmung in der Folge selbst, sondern auch die ganz persönliche Stimmung des Zuhörers enorm. Und genau so ist es auch in dieser Folge. Düstere Melodien, Geknirsche und Geraschel erzeugen vor allem in den Wald-Szenen eine sehr finstere und bedrohliche Atmosphäre. Geigenmusik und gar welche, die aus den Harry Potter-Filmen bekannt ist, wird in „und das Hexen-Handy“ gespielt.

Einen essentiellen Part nehmen natürlich auch die Geräusche der Hexe selbst ein. Durch ihr fieses Gelächter und ihre arglistig wirkenden Rufe macht der Zuhörer kein Auge zu. Man sitzt gefesselt vor dem Kassettenrekorder (sofern man dieses Medium noch nutzt, wir befürworten es sehr!) und hört gespannt zu.

Die Geräusche-Umsetzung in dieser Folge ist ziemlich gut gelungen!

Gesamtspiellänge:

71min53


Lieblingszitat(e):

Justus: „Die Gestalt im Wald, Jeremys Schulhefte mit den Hexen-Zeichnungen und das Handy mit der geheimnisvollen SMS stehen in einem Zusammenhang, wie er offensichtlicher gar nicht sein kann. Es ist beinahe grotesk und ehrlich gesagt bin ich verwundert darüber, dass ihr noch nicht darauf gestoßen seid.“
Peter: „Danke…“
Bob: „Nun halt doch nicht ständig deine Informationen zurück, Erster!“

Justus: „Gebraucht euren Verstand, Kollegen!“


Besetzung:

Erzähler Matthias Fuchs
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Peter Shaw Jens Wawrzczeck
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Giorgio Cade Bastian Pastewka
Monique Carrera Amanda Lear
Mrs. Jones Marianne Kehlau
Jenny Collins Anja Topf
Jeremy Scott Woody Mues
Mrs. Scott Hansi Jochmann
Oma Scott Apollonia Minninger
Acer Thomas Schüler