Fred bei den Wikingern – Jarl Ragnalds Vermächtnis

Es ist wieder einmal Zeit für eine Hörspielbesprechung. Diesmal haben wir in unsere kassettenbox gegriffen und ein Hörspiel für Kinder (und gewiss auch für Erwachsene!) ausgewählt: “Fred bei den Wikingern. Jarl Ragnalds Vermächtnis”, Teil 5 der Reihe Fred – Archäeologische Abenteuer vom Verlag ultramar media Berlin.

Birge Tetzner haben wir einmal auf der Frankfurter Buchmesse getroffen. Die selbständige Autorin, Regisseurin und Produzentin hat uns von der Hörspielreihe berichtet und nun ist es an der Zeit, einmal hineinzuhorchen.


Das sagt der Klappentext

Irgendwo an einem Fjord in Dänemark lebte vor vielen, vielen Jahren der Wikingerjunge Ivar. Der Tag, an dem Fred zu ihm kommt, ist für Ivar ein trauriger Tag: Odin hat seinen Vater nach Walhall geholt – und das Dorf hat keinen Anführer mehr. Ivar muss ein schweres Erbe antreten.

Zur Hörprobe geht es >>> hier <<< entlang.


Fazit

Inhalt:

Welche Vorstellung habt ihr von der Entstehung der Welt, von nordischen Gottheiten oder dem von Tierhaltung, Schiffsbau und Waffentechnik geprägten Wikinger-Alltag? Das Hörspiel “Fred bei den Wikingern” ist eine spannende Abenteuergeschichte mit viel Wissen, das kindgerecht verpackt wird – fundiert, fast nebenbei und ganz unaufgeregt.

Das Hörspiel startet damit, dass Fred mit seinem Opa die Stadt Roskilde besucht, in der sie Nachbauten von Wikingerschiffen anschauen wollen. Bei einer Überfahrt geht Fred von Bord und findet sich auf einem echten Wikingerschiff wieder.

Eine Zeitreise ins Jahr 800.

Die Wikinger nehmen Fred gefangen und wollen ihn als Sklaven verkaufen. Und doch ist es Glück im Unglück, denn durch Ivar, dem Sohn des kürzlich verstorbenen Anführers der Wikinger-Siedlung, wendet sich das Blatt.

In seiner Zeit bei den Wikingern lernt Fred viel über ihre Sitten und Gebräuche. Ivar hat große Zweifel, denn wie sollte er schließlich ein so großer Krieger werden wie sein Vater einer war? Fred und Ivar werden treue Freunde. Doch zwischen den beiden steht der streitsüchtige Jarl Eirik, der Ivars Dorf anzugreifen droht. Und eine dunkle Prophezeiung sagt voraus, dass Fred binnen eines Jahres zurückreisen muss, andernfalls bliebe er für immer bei den Wikingern.

Ein ganzes Jahr

Die Story dreht sich um ein ganzes Jahr, das Fred bei den Wikingern verbringt. Wir lernen die nordischen Sagas kennen, die Geschichten von Odin, Thor und Loki. Wir begegnen Bootsbauer Harald und verstehen mit Fred gemeinsam, wie die Wikinger damals ihre schnellen Langschiffe bauten. Mit von der Partie: der grimmige Knut, die Seherin Thorbjörk und viele weitere.

Das aufwändig produzierte Hörspiel schafft es, dass Kinder- und Erwachsenenohren die Zeit der Wikingern hautnah miterleben können, ohne dabei belehrend zu sein. Das Booklet enthält geschichtliche Hintergründe und ein Glossar zu “Göttern, Mythen und Nordmann-Wörtern”.

Sprecherleistung:

Tolle Sprecher runden das atmosphärisch dichte Hörspiel ab. Wenngleich mit Andreas Fröhlich natürlich ein echter prominenter Erzähler dabei ist.

Cover und Titel:

Vorbild für die tolle Titelillustration aus der Feder von Hans Baltzer ist die Havhingsten fra Glendalough, der größte Nachbau eines Wikingerschiffs im Wikingerschiffsmuseum in Roskilde.

Gesamtspiellänge:

ca. 159 min.

Erscheinungsjahr:

2017 (überarbeite Neuauflage)

Besetzung:

Erzähler | Andreas Fröhlich
Fred Reinhart | Remo Schulze
Opa Alfred | Jürgen Thormann
Dänischer Bootsführer | Nikolas Theilgaard
Halfdan, Ivars Onkel | Thomas Hollaender
Ivars Mutter | Regina Gisbertz
Ivar Ragnaldsson | Dirk Petrick
Harald, der Bootsbauer | Dominik Bender
Der grimmige Knut| Michael Berndt
Thorbjörk, die Völva | Sonja Deutsch
Thorsteinn, der Schmied | Thomas Pötzsch

Geräuschemacher | Peter Sandmann


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das Rezensionsexemplar von ultramar media Berlin zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

#fbm18 oder die obligatorische Messe-Erkältung

Es gibt sie wirklich: Sie bahnt sich am Messe-Vorabend ihren Weg, macht sich in Form eines fiesen Halsschmerzes bemerkbar und wird sich für die nächsten 48 Stunden auch nicht unterkriegen lassen: die obligatorische Messe-Erkältung! Aber hey – eine Buchmesse ist schließlich nichts für Weicheier – schon gar nicht für Hörspielnerds wie unsereins. Also wagten wir uns – bewaffnet mit einer Portion Hustenbonbons und mehreren Packungen Taschentüchern – ins Gemenge zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Wir schreiben Samstag, den 13.Oktober 2018 …

#fbm18Der Schemel der Wahrheit

Hier bitte innehalten! Das wird jetzt kein langweiliger Hörspiel-Messe-Rückblick. Dass das Genre Hörspiel auf Buchmessen bekanntlich ein Nischen-Dasein fristet und den größeren Labels Blogger so ziemlich egal sind, ist bekannt. Damit quatschen wir Dich nicht voll, aber: Wir gewähren Einblicke in unsere prall gefüllte kassettenbox mit Hörstoff von der #fbm18 und zeigen Dir das ein oder andere Schmankerl in Form einer Fotolovestory :-)

Aber zuallererst fühlen wir unseren kassettenbox-Unterstützern Kathrin & Mirela auf den Zahn. Denn die beiden haben uns das ganze Wochenende begleitet, Tee gegkocht, Jutebeutel getragen und für das nötige Vitamin B gesorgt.

Kathrin Andree

Kathrin

Das habe ich von der Messe mitgenommen:
„Meine physischen und mentalen Mitbringsel habe ich einer guten Mischung aus Vorausplanung und Spontaneität zu verdanken. Geplant hatte ich, vor Ort ein Taschenbuch zu kaufen (und ich habe gerade noch das letzte Ausstellungsexemplar erwischt, ein Glück!), unverhofft aus dem Regal heraus angezwinkert hat mich ein vegetarisches Kochbuch, das meinen Horizont der Grünzeug-Gerichte sicherlich erweitern wird – beides landete postwendend in einem meiner Jutebeutel.

Geplant hatte ich zudem, mich ab und zu mit dem einen oder anderen Buch auf einem der bequemen Sessel oder Sofas niederzulassen, um in Ruhe darin herumzublättern. Nicht geplant hatte ich wiederum, spontan ein Märchen einzusprechen, in einem Minifilmchen mitzuspielen und mich im Dienste der Demokratie ablichten zu lassen. Und gerade diese wilde Mischung hat mir so gut gefallen.“

Darum komme ich (nicht) wieder:
„Nachdem man sich geduldig den ganzen Tag über durch die Menschenmassen geschoben hat und mit schmerzenden Füßen müde, aber zufrieden nach Hause geht, nimmt man neben den Büchern und Prospekten in den randvollen Taschen noch etliche neue Impulse mit. Klingt nach Klischee, ist aber so. Von den vielen Eindrücken, die während der Messe auf einen einprasseln, kann man noch lange zehren und sollte sich im Alltag ein wenig Zeit abknapsen, um in den neu erworbenen Büchern zu schmökern oder zu recherchieren, welche Angebote und Formate dieser oder jener Verlag denn noch im Repertoire hat. Ausgerüstet mit einer Packung Blasenpflaster und der fest eingeplanten guten Mütze voll Schlaf nach dem Messewochenende sage ich: nächstes Jahr gerne wieder!“

Das mache ich beim nächsten Mal anders:
Ganz praktisch wäre es sicherlich, den Lageplan im Vorhinein zu verinnerlichen oder sich Gedanken darüber zu machen, welche Neuerscheinungen einen besonders interessieren und welchen Ständen man auf jeden Fall einen Besuch abstatten will, um sich unnötige Wege zu sparen. Aber gibt es unnötige Wege auf der Buchmesse überhaupt?

Mein Messe-Tipp:
Gerade das scheinbar planlose Treibenlassen durch die Gänge ist doch eigentlich das schönste, denn man will schließlich überrascht werden: von unbekannten Büchern, spannenden Lesungen und netten Gesprächspartnern, die man auf seinen Streifzügen ausfindig macht. Genau genommen muss man also auch ein Stück weit unvorbereitet sein, um die Messe wirklich genießen zu können.“


Mirela

Das habe ich von der Messe mitgenommen:
„Großartige Leseideen und Bücher zum Thema Lettering, welche ich in mein Kunstrepertoire aufnehmen möchte. Ich habe auch ein kleines Label gefunden, das Märchen auf Englisch anbietet und zuckersüße Illustrationen nutzt. Mental habe ich mitgenommen, dass das Alter nicht von Reife zeugt. Weder bei der Kleiderwahl noch im Verhalten der Menschen, die sich durch die Masse durchkämpfen – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Boxhandschuhe sollte man zu Hause lassen! :-)

Darum komme ich (nicht) wieder:
„Ich liebe Bücher. Einfach und simpel. Deswegen würde ich wieder kommen, wenn die Begleitung erneut charmant wird. Die Organisation (Parkplatz-Shuttle) war super und hat Stress minimiert.

Das mache ich beim nächsten Mal anders:
„Besseren Überblick im Vorfeld verschaffen. Das betrifft den Lageplan sowie die Veranstaltungen auf der Messe.

Mein Messe-Tipp:
„Geduld ist und bleibt eine Tugend. Gerade in den populären Hallen kann man nicht davon ausgehen, mal eben schnell durchzuhuschen. Also einfach mal mittreiben lassen, Augen auf (dann bemerkt man vielleicht auch, dass man von Tim Mälzer angerempelt wurde) und die Zeit genießen.


& das ist der Hörspielstoff von der #fbm18!

  1. *Robin Hood: Erzählt von Andreas Fröhlich (ultramar media), ca. 79 Minuten
    Inszenierte Lesung mit Musik und Geräuschen
  2. Abgeschnitten / Sebastian Fitzek, Michael Tsokos (Lübbe Audio), ca. 427 Minuten
    Thiller-Hörbuch, gelesen von Simon Jäger und David Nathan
  3. *Fred bei den Wikingern: Jarl Ragnalds Vermächtnis (ultramar media), ca. 159 Minuten
    Hörspiel für Kinder
  4. Der Dämonen-Vertrag: Ed Gate. Die Mutter aller Hörspiele #3 (Lübbe Audio), ca. 58 Minuten
    Hörspiel

In eigener Sache:

Für die mit einem * gekennzeichneten Audio-Produktionen wurden uns Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Save the Date!

Die nächste Frankfurter Buchmesse findet statt vom 16. – 20. Oktober 2019. See you there! :-)