Zurück in die Zukunft oder auch: Der erste “Walkman” mit Bluetooth

Es will wahrscheinlich keiner glauben und etwas skurril klingt es gegebenenfalls wirklich: Der tragbare Kassettenspieler ist wieder da. Aber nicht so wie wir ihn persönlich aus den 90ern kennen, sondern anders. Ohne Kabel. Dafür mit Bluetooth. Was für eine Innovation – wird sich manch einer denken. Aber Kassettenkinder werden sich zumindest ein bisschen länger damit beschäftigen. Wir sprechen mindestens von uns selbst.

Walkman war früher

Nicht von Sony, sondern von Nimn wird der tragbare Kassettenspieler “It’s ok” produziert. Aktuell läuft dafür eine Crowdfunding-Kampagne, um die Produktion zu finanzieren. Die Fundingschwelle wurde schnell erreicht und bereits 5x übertroffen. Das macht sicherlich Mut und wir sind gespannt, ob und wann der Kassettenspieler offiziell bestellt werden kann. Zwar haben wir noch herkömmliche portable Kassettenspieler im Regal stehen, aber man will ja auch ein bisschen mit der Zeit gehen. Wärst du ein potentieller Kunde? Schreib uns gern dazu!

Für Nostalgiker

Das Crowdfundingvideo verrät nicht sonderlich viel über die technischen Details – allerdings zeigt es, dass das Produkt gezielt für Nostalgiker gemacht ist. Für Menschen, denen die Musik am Herzen liegt und für die es “okay” ist, mit einem tragbaren Kassettenspieler durch die Gegend zu laufen. Wir würden definitiv dazu gehören. Denn der “It’s ok” läuft sicherlich auch exzellent mit Hörspielen. Anders als bei herkömmlichen oder zumindest uns bekannten Kassettenspielern ist das Kassettendeck bei “It’s ok” transparent. Das hat gleich mehrere Vorteile: Man weiß sofort, welche Seite aktuell abgespielt wird, welches Hörspiel im Deck steckt und zudem sieht es ziemlich cool aus. In uns macht sich eine Mischung aus Nostalgie und Vorfreude breit.

Wir haben uns sehr über diese Information des Kassettenspielers gefreut und wollen sie dir natürlich nicht vorenthalten. Weitere Informationen findest du daher hier: heise online.

#3 Monster-Woche: Was geschah eigentlich 1983?

Noch … 6 Tage!

Erinnern Sie sich noch an den Sommer 1983? An die ersten BMX-Räder, an “Duran Duran” auf Ihrem Walkman, an Pepsi in Dosen, als Magnum im Fernsehen lief, an E.T. – Den Außerirdischen, die ersten Videotheken, an die erste Liebe, den ersten Kuss?

Intro Monster 1983, 1. Staffel

All diese schönen Erinnerungen an die Popkultur der 80er Jahre begegnen uns in “Monster 1983” immer wieder. Mal ganz offensichtlich – etwa wenn wir an den US-amerikanischen Abenteuerfilm “Stand by Me” erinnert werden – oder aber auf subtile Art und Weise – wenn uns das Anlassen des Motors an analoge Klänge aus alter Vorzeit erinnert. In diesen Zeiten waren Polaroids noch High-Tech, die meisten Telefone hatten eine Wählscheibe und vor allem noch Kabel und Hörspiele wurden auf Kassetten gehört – das ist ganz nach unserem Geschmack. Musik und Style haben die 80er Jahre immens geprägt. Als der King of Pop noch zu “Thriller” tanzte und Kultfilme wie “Poltergeist”, “Gremlins” und “Goonies” die Massen begeisterten – diese Stimmung und den Sound der 80er erweckt “Monster 1983” zu neuem Leben. Mach mit uns eine Zeitreise in die 80er!

Generation Turnschuhe

Für die 80er gibt es viele Bezeichnungen. Diese Generation wird rückblickend auch als “Turnschuhgeneration” bezeichnet, denn die Unbekümmertheit der Jugendlichen kam besonders durch das ständig getragene – und obendrein auch noch bequeme – Schuhwerk zum Ausdruck. Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt der wilden und verrückten Trends und zwar ganz besonders in der Popmusik. “Alles neu!” lautete seinerzeit das Motto. Neben der in Deutschland grassierenden “Neuen Deutschen Welle”, die für denkwürdige Auftritte zur besten Sendezeit sorgte, dominierten die “New Romantics” und “New Wave” aus dem Vereinigten Königreich international die Charts. Aber die 80er waren auch das Zeitalter, in dem Jugendbewegungen wie Punk oder Hip-Hop das Licht der Welt erblickten. Zusammen mit einer Protesthaltung gegenüber der Gesellschaft und durch ihre Musik revolutionierten Acts wie die “Sex Pistols” oder Grandmaster Flash die Popwelt und haben sie bis heute nachhaltig geprägt.

Diese Vielfalt an neuen Tönen brachte Hits wie “Take On Me” von a-ha, “Der Kommissar” von Falco, “People Are People” von Depeche Mode und “Der goldene Reiter” von Joachim Witt hervor. Gleichzeitig waren die 80er die Geburtsstunde des Musikvideos, die ungeahnte Bilderwelten hervorbrachte.

Das Mixtape als Liebeserklärung

Musik spielte in den 80ern eine große Rolle. Durch den Gebrauch der Kompaktkassette und den für die Zeit herausragenden und einzigartigen Walkman von Sony hat Musik einen ganz anderen Stellenwert eingenommen. Man konnte Musik eigens aufnehmen, für seinen Freund, seine Freundin oder gar den Schwarm das beste Mixtape aller Zeiten zusammenstellen. Und das Wichtigste dabei war, dass man die Mixtapes unterwegs hören konnte. Großartig! Das war schon etwas Besonderes – nicht nur für die Kinder aus den 80ern. Auch in “Monster 1983” wird fröhlich mit dem Walkman Musik gehört. Man fühlt sich – vielleicht etwas übertrieben gesagt – wie zu Hause angekommen.

“Früher war alles besser”

Die 80er geben einem ein bestimmtes Gefühl, dass vielleicht früher alles besser war. So war es sicherlich nicht. Wir, die nur zu Hälfte und gerade so, in den 80ern geboren sind, können das sicher nur bedingt einschätzen. Aber das, was wir immer so hören über die Zeit, ist nostalgisch angehaucht. Man ist mit ausgefransten Jeans auf dem Skateboard oder dem BMX-Rad unterwegs, in der Tasche steckt der Walkman und die Welt ist irgendwie ok. In einigen Sequenzen erhält man auch bei “Monster 1983” genau dieses Gefühl. Früher war nicht alles besser, aber vielleicht hat man das Drumherum nicht so eng gesehen. Vielleicht war man optimistischer? Ohne die ständige Erreichbarkeit, die das Internet geschaffen hat, das gläserne Ich, konzentrierte man sich möglicherweise mehr auf das Wesentliche oder man hat die Dinge mehr wertgeschätzt. Wer weiß das schon?

Was geschah 1983 in Deutschland?

Helmut Kohl war Bundeskanzler, das Wort des Jahres war “Heißer Herbst” und deutscher Meister im Fußball war der Hamburger SV. Das klingt alles sehr skurril – vor allem letzteres. Aber natürlich ist noch so einiges mehr passiert: Der erste Deutsche ist ins All geflogen, die Breakdance-Welle schwappte in Europa an, die erste “Die drei Fragezeichen”-Folge in diesem Jahr war “und das Narbengesicht” und der erfolgreichste Film war Star Wars Episode VI, wobei auch eine ganz besondere Buchverfilmung im Jahr 1983 in die Kinos kam: “Die Outsider”. Mit dabei große Schauspieler wie etwa Patrick Swayze, Matt Dillon und der von uns nicht so sehr geschätzte Tom Cruise.

All diese Erinnerungen an das Jahr 1983 oder allgemein an die 80er Jahre macht die Hörspielserie “Monster 1983” besonders. Man taucht ein in eine Zeit, an die man sich gern zurückerinnert, weil sie viele – kulturell betrachtet – positive Aspekte mit sich gebracht hat.

Folge der Woche: Die drei ??? und die flüsternden Puppen (180)

Am 4. März war es offiziell: Die neueste Folge der Die drei Fragezeichen „und die flüsternden Puppen“ (180) ist erschienen! & das haben wir gleich zum Anlass genommen, um sie dir hier und jetzt genauer vorzustellen – zugegeben mit einer leichten Prise Kritik! Aber lies selbst:


Verwunderung gleich zu Beginn

Justus und Bob flüstern. Es geht um einen Mord. Der Hörspielhörer ist von 0 auf 100. So etwas hat es noch nicht gegeben. Doch die Geschichte löst sich schnell auf, als Peter die Zentrale betritt. Der erste Detektiv und der für Recherchen und Archiv Verantwortliche spielen lediglich ein Computerspiel, ein Spiel, das sie sehr schnell in den Bann gezogen hat. Es ist nicht weiter von Bedeutung, dennoch ist der Hörer sofort ganz Ohr.

Peter findet einen Walkman

Der zweite Detektiv kommt vom Sport, typisch! Er hat ein neues Fitnessstudio getestet und berichtet, dass er dort auf dem Parkplatz einen Walkman gefunden hat. Justus und Bob glucksen. Wer läuft heutzutage schon noch mit einem Walkman durch die Gegend? (Wir hören schon den Aufschrei der Kassettenkinder!) Peter hat diese Tatsache ebenfalls gewundert, aber gerade deswegen ist er auch auf ihn angesprungen. Sein Lieblingssong wird von der Kassette abgespielt, doch das ist nicht alles.

Ein Hilferuf ertönt

Die drei Detektive hören sich die Kassette des Walkman von vorne bis hinten an. Plötzlich wird der Song unterbrochen und es ertönt ein schreiendes Mädchen bzw. eine schreiende Frau, die um Hilfe ruft, weil sie mutmaßlich von einem Mann angegriffen wird. Die drei Fragezeichen sind außer sich. Ist das inszeniert oder wurde tatsächlich vor dem Fitnessstudio eine Frau entführt? Wie wir die drei Detektive kennen, sind sie sofort Feuer und Flamme und nehmen sich dieser Geschichte an …

Mexiko, seltsame Puppen & ein manipuliertes Auto

Es stellt sich heraus, dass der Walkman einem Mädchen namens Bianca gehört, das sich ebenso wie Peter im Fitnessstudio körperlich ertüchtigt. Bianca ist verschwunden. Die drei Detektive machen sich sofort auf die Suche, die sie nach Mexiko führt, in eine verlassene Hütte mit seltsamen Puppen und angsteinflößenden (zumindest für unseren zweiten Detektiv) Tieren. Die flüsternden Puppen geben den drei Fragezeichen ein neues Rätsel auf. Werden Justus, Peter und Bob das Rätsel rund um den Walkman und die Puppen lösen können?


Kurzfazit

Inhalt:

Manch ein Hörspielhörer könnte von der Vielseitigkeit der Folge überrumpelt werden. Es beginnt mit einem Computerspiel, das keinerlei Relevanz für die Folge hat, dennoch den Hörer von Beginn an aufhorchen lässt, und geht über zu einer Entführung, die die drei Detektive nach Mexiko führt. Wie realistisch ist das?

Achtung Spoiler!

Die drei Detektive scheinen leichtsinnig zu handeln, denken nicht genau nach und stürzen sich Hals über Kopf in dieses Abenteuer, das – wie sich zuletzt herausstellt – nur inszeniert ist. Es tauchen Puppen auf, die flüsternd neue Rätsel aufgeben. Skinny Norris kommt ins Spiel. Auf einmal handelt es sich auch noch um eine Drogengeschichte. Der Hörer wird von einer Geschichte zur nächsten gerissen. Mit vereinzelten Lachern wird die Folge wieder aufgepeppt. Insgesamt erweckt sie allerdings einen unrunden Eindruck. Wie oft wurden die drei Detektive „in letzter Zeit“ hereingelegt? – Zu oft, sagt einem ein Gefühl. Justus, Peter und Bob handeln mehr nach Gefühl, als nach Fakten. Auch deshalb wirkt die Folge „und die flüsternden Puppen“ ziemlich abstrus.

Kurzzeitig ist auch die Stimmung innerhalb des Teams gestört. Als Justus mal wieder auf eigene Faust ermittelt, hauen Peter und Bob auf den Tisch und stellen ihn zur Rede. Sie sind der Meinung, dass er nicht immer alle Ergebnisse für sich behalten kann und erst die Erkenntnisse bekannt gibt, sobald der Fall gelöst zu sein scheint. Verständlich, dass Peter und Bob an dieser Stelle den ersten Detektiv ausbremsen.

Insgesamt aber hätte „und die flüsternden Puppen“ so viel mehr sein können. Allein der Titel und vor allem das Titelbild scheinen so vielversprechend, dass die eigentliche Geschichte etwas enttäuschend im Kassettenspieler verweilt. Das liegt mitunter daran, dass das Resultat „Wir wurden hereingelegt“ nicht zufriedenstellend ist für unsere drei Detektive. Andernfalls können gerade solche Fälle auch etwas für sich haben. Der Hörer könnte nur leicht enttäuscht sein, dass nach dem hohen Handlungs- und Spannungsbogen lediglich herauskommt, dass die drei Detektive schlicht und einfach auf einen schnöden Walkman hereingefallen sind …

Sprecherleistung:

Jens Wawrczeck ist für die Rolle des Peter Shaw geboren. Das kann man einfach nicht anders sagen. Die Art, wie er Peter ängstlich oder gar hysterisch erscheinen lässt, könnte hervorragender nicht sein. So steht auch in dieser Folge der Angsthase Peter im Vordergrund. Zumindest von der Sprecherleistung her sticht Jens Wawrczeck wieder einmal eindeutig heraus. Was allerdings ebenso heraussticht, ist die (neue) Stimme von Skinny Norris (Michael Harck). Wir kennen den Erzrivalen noch unter Andreas van der Medens Stimme. Michael Harck klingt zwar ähnlich, aber natürlich nicht identisch. Das finden wir schade, aber diesen Umstand müssen Die Drei Fragezeichen Fans wohl hinnehmen.

Geräusche-Umsetzung:

Die Geräusche in dieser Folge erscheinen wichtig und im Grunde wurden sie ziemlich gut umgesetzt. Die Folge „und die flüsternden Puppen“ bietet für das Ohr eine Mischung aus Grusel, Spannung und Heiterkeit, gefolgt von einer modernen Zwischenszenenmusik. Die eingesetzte Musik zumindest erfüllt definitiv ihren Zweck!


Lieblingszitat(e):

Justus: „Kirschkuchen ist nicht gleich Kirschkuchen!“

Bob: „Sagt mal Freunde, ist da gerade wirklich das passiert, wonach es sich anhört?“
Justus: „Besteht wohl kein Zweifel.”
Peter: Wollt ihr etwa damit sagen, dass das Mädchen oder die junge Frau von den Leuten entführt worden ist?“
Justus: „Wenn es sich bei der Aufnahme nicht um ein Hörspiel handelt …“ (sehr pragmatisch mal wieder unser Justus …!)

Peter schreit plötzlich die ganze Hütte zusammen:
Peter: „DA DA DA drin, der HORROR, der absolute HORROR, WIR MÜSSEN RAUS sofort, sie wird uns all UMBRINGEN – !“
Justus: „Beruhige dich erst mal ZWEITER, – UND – UND …”
Peter: „ … IM WASCHBECKEN, da sitzt eine riesigeee SPINNEEEE!!!!“
Justus: „WIE JETZT? Und deshalb bist du hier am Hyperventilieren???“
Das ist die beste Szene im Hörspiel. Wahrhaftig lustig und dramatisch zugleich. Für Leute mit Arachnophobie ist sie der wahre Albtraum!


Besetzung:

Erzähler Thomas Fritsch
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Michael Rompa Mario Ramos
Afton Julia Fölster
Skinny Norris Michael Harck
Inspektor Cotta Holger Mahlich
Godween André Minninger
Chef Eric Schäffler
Ron Gordon Piedesack
Ansage Joachim Langer
Oma Renate Pichler

Felsenstrand hat ebenfalls eine Hörspielrezension geschrieben.