Die Frau und der Fjord von Anette Strohmeyer

Im April 2025 haben wir eher zufällig erfahren, dass Anette Strohmeyer ihren ersten Roman Die Frau und der Fjord veröffentlicht hat. Bekannt war sie uns vor allem als Koproduzentin der großartigen Mystery-Thriller-Hörspielserie Monster 1983 und auch als Autorin spannender Thriller.

Umso neugieriger waren wir, als wir von Die Frau und der Fjord erfahren haben. Schon allein das Cover hat unsere Aufmerksamkeit geweckt. Denn mal ehrlich: Wie wunderschön ist bitte dieses Cover? Aber auch die Geschichte selbst hat uns an diesen Sehnsuchtsort entführt, auf die Lofoten, mitten in die faszinierende Natur Norwegens.

Worum geht es in Anette Strohmeyers Buch?


Klappentext: Die Frau und der Fjord

Ein Holzhäuschen mit Blick auf den Fjord, ein kleines Boot und die atemberaubende Landschaft Norwegens. Mehr braucht Gro Kristjánsdóttir nicht für ihren Neuanfang auf den Lofoten, nachdem ihr Mann überraschend verstorben ist.

Die Natur am Polarkreis ist rau und unbarmherzig, doch mit der Zeit lernt Gro, ihr neues Leben zu lieben, die Eiseskälte des Winters und die hellen Nächte des Sommers. Als sie eines stürmischen Abends über Funk einen Notruf erhält, ist es mit der Einsamkeit vorbei. Ein Fischer ist an den Felsen ihres Fjords havariert. Gro pflegt ihn gesund und ist selbst überrascht, dass dieser fremde Mann ihr wieder eine Ahnung von Nähe vermittelt …


Fakten

Genre:

Roman

Verlag:

Wunderlich

Hörbuchverlag:

argon hörbuch

Gesamtspiellänge:

10 Stunden 59 Minuten

Erscheinungsdatum:

15.04.2025 (Buch)

22.04.2025 (Hörbuch)

Sprecherin:

Sandrine Mittelstädt


Fazit

Die Frau und der Fjord ist ein fantastischer Roman, bei dem man sich vollends auf die Natur und das Leben in Norwegen einlassen kann. Man begleitet Gro durch ihre Zeit der Trauer um ihren Ehemann Nicklas, den sie ganz plötzlich und unerwartet verloren hat. In einem einsamen Haus direkt am Fjord findet sie Zuflucht und versucht dort zur Ruhe zu kommen und mit der “neuen” Situation zurecht zu kommen. Nicklas ist seit zwei Jahren tot, doch Gro hat noch keinen Weg gefunden, mit dem Verlust umzugehen. Sie steckt weiterhin tief in ihrer Trauer. Dass ihr Umfeld ihr immer öfter das Gefühl gibt, sie solle ihre Trauer jetzt auch mal hinter sich lassen, denn “Das wird schon wieder”, macht alles nur noch schwerer für sie.

Sie möchte sich an “ihrem” Fjord ein neues Leben aufbauen, in Ruhe und Abgeschiedenheit, fernab von anderen Menschen. Unabhängigkeit ist ihr wichtig: Sie will allein über ihr Leben entscheiden, ohne auf andere Rücksicht nehmen zu müssen. Dabei wird sie aber immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Natürlich, denn das Leben, das sie zurückgelassen hat, ist nicht stehen geblieben. Die Menschen aus ihrer Vergangenheit existieren weiter, auch wenn sie und auch Nicklas nicht mehr dort sind.

Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob Gro wirklich schon bereit ist, sich auf ein neues Leben einzulassen.

Anette Strohmeyer entführt uns mit viel Feingefühl in dieses beeindruckende Land. Selbst wenn man Norwegen noch nie bereist hat, spürt man beim Lesen, wie magisch und rau zugleich die Lofoten sein müssen. Der perfekte Ort, um zur Ruhe zu kommen und klare Gedanken zu fassen. Es ist jedes Mal eine wohltuende Pause von der Realität, wenn man das Buch aufschlägt und gemeinsam mit Gro in diese weite Welt eintaucht. Ein Ort, der LeserInnen, aber ggf. auch die Protagonistin zum Loslassen einlädt.

Die Hörbuchfassung ist ebenso gelungen: Sandrine Mittelstädt führt mit ihrer klaren und ruhigen Stimme souverän durch die Geschichte und verleiht ihr eine zusätzliche Tiefe.

Ob gelesen oder gehört – die Geschichte mit der Frau und dem Fjord hat uns auf beiden Wegen sehr berührt. Romy Fölck sagt es in ihrem Blurb schon ganz richtig: “Dieses Buch ist ein Sehnsuchtsort, den man nicht mehr verlassen will.”

 

Die drei ??? – Höhenangst (201)

Schon vor Erscheinen der 201. Die drei Fragezeichen-Folge haben wir uns gefragt, worum es darin wohl gehen wird. Da wir mindestens zu 50 % an Höhenangst leiden, war die Aufregung entsprechend groß. Wir haben für dich einmal reingehört.


Ein mysteriöser Anruf

Der für Recherchen und Archiv zuständige Detektiv erhält spät abends einen Anruf von einer Person, die sich nicht zu erkennen geben möchte. Mit maschinell veränderter Stimme behauptet die Person, dass Bob der einzige Augenzeuge eines Mordes sei. Bob versteht die Welt nicht mehr und tut das Telefonat zunächst als Scherz ab.

Zuvor am Tag war er bei der Lesung von Ben Hustler, der aus seinem neuen Thriller “Höhenangst” gelesen hatte. Bob konnte sogar ein Gespräch und eine Signatur in seinem eigenen Buchexemplar ergattern.

Ein Thriller, der auf wahren Begebenheiten beruht?

Bob erzählt seinen Detektivkumpels von seinem Erlebnis. Mit der Zeit kristallisieren sich eindeutige Parallelen zwischen dem Thriller “Höhenangst” und der Realität heraus. Warum aber wurde ausgerechnet Bob ins Visier genommen?

Die drei Fragezeichen ermitteln und kommen der Auflösung des Thrillers Höhenangst gefährlich nah …


Fazit

Inhalt:

Zunächst entwickelt sich “Höhenangst” zu einem spannenden Fall. Als aber klarer wird, was konkret dahintersteckt, desto skurriler wird es und desto mehr ist unser Interesse an diesem Fall leider auch gesunken. Interessant fanden wir tatsächlich die Aufmachung des Hörspiels. Der Thriller und die Realität haben sich immer mehr angeglichen – fast ein bisschen meta. Die Auflösung war für uns zu weit hergeholt und iiiiirgendwie hätten wir uns auch etwas spannenderes vorgestellt.

Schön fanden wir, dass Lesley Dimple in dieser Folge wieder einen größeren Part eingenommen hat. Sie eckt an der ein oder anderen Stelle heftig bei Justus an. Dieser ist sich natürlich keiner Schuld bewusst und befeuert das Ganze noch.

Auch wenn das Ende uns nicht überzeugt, haben wir uns zumindest ganz gut unterhalten gefühlt.

Sprecherleistung:

Sprecher-technisch ist “Höhenangst” solide. Maximal auffallend ist die Stimme von Angie. Angelika Bartsch, die hinter dieser Stimme steckt, verleiht ihr – passend zum Charakter – viel Boshaftigkeit. Als Hörer hat man automatisch eine Abneigung gegenüber dem Charakter. Angelika Bartsch ist eigentlich Schauspielerin, ihre Stimme ist vielen aber auch aus Radio-Hörspielen bekannt.

Geräusche und Musik:

Geräusche und Musik sind gewohnt gut abgemischt und entsprechend der Situationen hinterlegt.

Cover und Titel:

Cover und Titel passen schon mal perfekt zusammen. Unser Magen zieht sich jedenfalls beim Blick auf das Cover zusammen. Wir sehen einen Lift in den Bergen bei Sonnenuntergang, während eine schwarze Gestalt am Lift hängt und droht, in die Tiefe zu fallen. Würde diese Person nicht am Lift hängen, wäre das Cover nahezu idyllisch.

Gesamtspiellänge:

ca. 80 Minuten

Produktionsjahr:

2019


Besetzung:

Erzähler | Axel Milberg
Justus Jonas, Erster Detektiv | Oliver Rohrbeck
Peter Shaw, Zweiter Detektiv | Jens Wawrczeck
Bob Andrews, Recherchen und Archiv | Andreas Fröhlich
Ben Hustler | Christian Brückner
Loomy | Achim Schülke
Angie | Angelika Bartsch
Lesley | Ann Montenbruck
Buchhändlerin | Victoria Fleer
Inspektor Cotta | Holger Mahlich
Mrs. Andrews | Heidrun von Goessel
Kathy | Celine Fontanges
Harry | Woody Mues


Die drei Fragezeichen Folgenübersicht


 

kassettenbox auf der Leipziger Buchmesse 2018

Es ward mal wieder Buchmesse-Zeit! Die kassettenbox hat sich das natürlich nicht zweimal sagen lassen und so ging es auch 2018 wieder einmal zur Leipziger Buchmesse, um die neuesten Trends in Sachen Bücher, Hörbücher – und für uns natürlich besonders interessant – Hörspiele erleben zu können.

Die beste Entscheidung für uns in diesem Jahr war die Anreise am Donnerstag. Bisher waren wir immer samstags auf der Messe und dieses Jahr haben wir uns einfach mal zwei Tage Urlaub genommen – das war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. ;) Donnerstag und Freitag – mit einer Nacht in Leipzig – Luxus pur – sagen wir euch.

Leipziger Buchmesse 2018

Der Messe-Donnerstag (15.03.18)

Am Donnerstag ging es also gegen Mittag auf die Messe – bei schönstem Sonnenschein. In Ruhe sind wir über die Messe geschlendert, von Halle zu Halle – es war sehr angenehm gefüllt – man hatte Zeit, sich die einzelnen Büchertische anzusehen, ohne, dass einem ständig jemand in die Hacken tritt oder dergleichen. Wer schon einmal auf der Buchmesse war, weiß, wovon wir sprechen. Auch die Hörspielarena war nur mäßig gefüllt. Der Eindruck, dass der Hörspielbereich Jahr für Jahr schrumpft, ist auch 2018 wieder aufgekommen. Nichtsdestotrotz tun die Organisatoren und auch die Aussteller selbst viel dafür, dass man sich wohlfühlt und ein bisschen Hörspielwelt mit nach Hause nehmen kann.

Hörspielarena Leipziger Buchmesse 2018

Die Hörspielstation der Hörspielarena.

Gegen Nachmittag ging es dann zur Lesung von Kathrin Weßling. Sie hatte ihren dritten Roman im Gepäck “Super, und dir?”. Darin geht es um die 31-jährige Marlene Beckmann, die immer allen und vor allem sich selbst gerecht werden will und an dem Druck irgendwann zugrunde geht. Immer muss alles toll, schön, 1A sein – Social Media sei Dank! Kathrin Weßling hat einen dabei in einen Sog gezogen – wir selbst sind ja ebenso in dieser Generation aufgewachsen und können hier gut nachempfinden. Daher danke für diese inspirierende Lesung und die Widmung im Buch! <3 Kathrin Weßling ist bodenständig, lustig und das auf eine Art, die einfach geradeaus ist. Das nimmt man ihr ab und das liest man im Buch, was wir ziemlich klasse finden.

Super und dir von Kathrin Weßling

Im Anschluss haben wir bei Matabooks vorbeigeschaut. Matabooks ist ein junges Unternehmen aus Dresden, das zukünftig vegane Bücher aus Graspapier produziert und dadurch die Möglichkeit gibt, einen Beitrag zum Umwelt-, Klima- und Tierschutz zu leisten. Wir waren am Stand und haben mal ein Näschen genommen. Es ist verrückt, aber es riecht tatsächlich nach Gras! Aktuell sammelt Matabooks Geld über eine Startnext-Kampagne ein. Falls du also dieses innovative Projekt unterstützen möchtest, freut sich das Team von Matabooks über deine Teilnahme an der Kampagne! Wir finden die Idee klasse und glauben, dass Matabooks auf jeden Fall Zukunftspotential hat!

matabooks

matabooks auf der Leipziger Buchmesse.

Ausgeklungen haben wir den Messetag in der Messebuchhandlung – der Geldbeutel sagt Danke …!

Buchkauf bei der Leipziger Buchmesse

Buchkauf auf der Leipziger Buchmesse.

Der Messe-Freitag (16.03.18)

Freitag lag die Buchmesse ganz im Zeichen des verschneiten Winters – kontrastreicher hätte es zum Donnerstag nicht sein können. Neben dem allgemeinen Stöbern auf der Messe, haben wir uns eine Talkrunde im Forum “Hörbuch + Literatur” angehört. Das Thema: “Hörbuch streamen – Fluch oder Segen für die Branche?” Zu Gast waren (v. l. n. r. sitzend): John Ruhrmann (Bookwire),  Thilde Nybro Pfeifer (Saga Egmont), Sebastian Pobot (Maritim) und Johannes Ackner (Buchfunk).

Podiumsdiskussion Leipziger Buchmesse

Talkrunde auf der Leipziger Buchmesse.

Das Thema ist für uns natürlich dahingehend interessant, da man Hörbuch auch gut durch Hörspiel ersetzen kann. Ist es Fluch oder Segen, dass man die ganzen Hörspiele bei Spotify & Co. streamen beziehungsweiese auch downloaden kann? Wir sind hier zwiegespalten. Unsere Liebe zu den alten Medien ist bekannt (hihi), aber nichtsdestotrotz gehen natürlich auch wir mit der Zeit. Wie sagte Sebastian Pobot von maritim so schön:

Der Hauptumsatz wird mit Streaming generiert. CDs sind “Alibiprodukte” für die Fans, die was in der Hand halten wollen.

Wir sind im Allgemeinen nicht allzu große Fans der CD, aber manche Hörspiele sind es einfach wert, im Regal stehen zu können und nicht nur als liebloser Download auf dem Smartphone.

Ein weiterer kleiner Abstecher in die Hörspielarena hat uns ein Treffen mit Falk Puschmann und Matthias Arnold beschert. Die beiden Hörspieler haben ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert und ein Rezensionsexemplar gab es on top! Danke dafür!

Falk Puschmann und Matthias Arnold

V.l.: Falk Puschmann und Matthias Arnold.

Im Anschluss haben wir uns noch die Lesung von Mareike Fallwickl mit ihrem Debüt-Roman “Dunkelgrün fast Schwarz” angehört. Ähnlich wie bei Kathrin Weßling hat uns die Geschichte um eine Dreiecksfreundschaft sehr berührt. Der Buchkauf steht hier aber leider noch aus – wird aber definitiv nachgeholt!

Mareike Fallwickl

Mareike Fallwickl liest aus ihrem Debüt-Roman “Dunkelgrün fast Schwarz”.

Insgesamt hat es sich mal wieder sehr gelohnt, nach Leipzig zu fahren. Es ist ähnlich wie beim Hörspielhören oder beim Buchlesen. Man schaltet den Kopf einmal komplett aus, lässt sich fallen und verbringt ein, zwei Tage in einer Parallelwelt. Kein Wunder, dass der Messeblues im Anschluss immer so hart ausfällt. Leipziger Buchmesse ist eines unserer Highlights im Jahr – daher möchten wir an dieser Stelle noch einmal allen danken, die uns die Teilnahme in diesem Jahr wieder möglich gemacht haben. Es war uns ein Fest und wir freuen uns schon auf kommendes Jahr! Neben den ganzen gekauften Büchern hatten wir tolle, inspirierende Gespräche mit verschiedensten interessanten Menschen. Die kassettenbox sagt Danke!

Unsere Errungenschaften

Unsere Errungenschaften.

Folge der Woche: Point Whitmark – Die Bucht der 22 Schreie (1)

“Die Bucht der 22 Schreie” ist der Auftakt der Hörspielreihe “Point Whitmark”. Es geht um einen Radiosender, der in der gleichnamigen Stadt angesiedelt ist und von drei Freunden betrieben wird.


Turn the radio on

Die 1. Folge von Point Whitmark dient hauptsächlich der Vorstellung der drei Hauptcharaktere, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, einen kleinen Radiosender namens Point Whitmark zu betreiben und nach der Schule mysteriöse Fälle zu lösen.

Untergang der Albacore

Vor etlichen Zeiten ist vor der Küste Point Whitmarks ein Schiff untergegangen. Dieser Vorfall ist bis heute nie ganz aufgeklärt worden. Viele Mythen ranken sich um den Untergang der Albacore. Nachdem der Frachter vor 30 Jahren auf Grund gelaufen war, verloren 22 Seeleute ihr Leben.

Die drei Schüler Jay Lawrence (Sven Plate), Tom Cole (Kim Hasper) und Derek Ashby (Gerrit Schmidt-Foss) glauben, in den Untergangsgeschichten eine Themenreihe für ihren Radiosender gefunden zu haben. Schließlich liegt das Wrack des geheimnisvollen Frachters versunken vor der nordamerikanischen Küste. In den Tiefen des Atlantiks droht den Freunden ein furchtbares Schicksal …

Briefe aus dem Jenseits

Die drei Jungs beginnen mit der Recherche und versuchen, die näheren Umstände der Jahrezehnte zurückliegenden Tragödie zu ergründen. Doch damit scheinen sie die Seelen der 22 ertrunkenen Seeleute zur schrecklichen Rückkehr beschworen zu haben. Denn prompt erreichen sie schriftliche Ermahnungen, die die eindringliche Warnung enthalten, nicht weiter zu ermitteln. Das Unheimliche: Die Briefe scheinen aus dem Jenseits zu kommen und von den 22 toten Seeleuten verfasst worden zu sein. Gefahr aus dem Reich der Toten!

Hinzu kommt die anstehende Bürgermeisterwahl von Point Whitmark sowie zahlreiche Beschwerden über die Radio-Berichterstattung der drei Jungen.


Fazit

Inhalt:

Point Whitmark ist eine Hörspielreihe für Jugendliche bzw. Hörspielfreunde, die auf Atmosphäre und Brutalität gut und gerne verzichten können. Die drei Freunde – Jay Lawrence, Tom Cole und Derek Ashby – sind mitnichten ein schlechter Abklatsch von Die drei Fragezeichen – im Gegenteil: Die Serie Point Whitmark bietet an der einen oder anderen Stelle mehr Tiefgang und frische Ideen mit ordentlich Humor.

Kritisch anzumerken ist an dieser Stelle, dass die Zusammensetzung der Hauptdarsteller stark an den drei Detektiven Justus, Peter und Bob angelehnt scheint. Schließlich haben wir es mit drei Jungs zutun, die noch zur Schule gehen – darunter ein Sportler, ein technikaffiner Freak und ein ziemlich schlauer und etwas unsportlicher Dritter im Bunde. Hinzu kommt, dass sich die Geschichten in zwei Kleinstädten – sei es Point Whitmark oder Rocky Beach – mit Sheriff als ausführendem Organ der Justiz abspielen. Zufall oder Absicht?

Nichtsdestotrotz macht die Serie Lust auf mehr. “Die Bucht der 22 Schreie” ist gut durchdacht, die Spannungsbögen stringent aufgebaut und logisch nachvollziehbar. Die erste Folge ist klar ausbaufähig, zum Einstieg aber bestens geeignet. Dranbleiben – es wird spannender!

Sprecherleistung:

Bekannte Hörspiel- und Synchronsprecher machen die Hörspielgeschichte zu einer unterhaltsamen Krimistory. Die Sprecher transportieren das Unheimliche, vermitteln viel Action und machen aus “Die Bucht der 22 Schreie” ein stimmiges Gesamtkonzept.

Extrem störend ist jedoch die Tatsache, dass die drei Hauptprotagonisten stimmlich schwer auseinanderzuhalten sind. Weniger als bei den drei Fragezeichen, haben Jay, Tom und Derek keine expliziten Charaktereigenschaften, die für einen markanten Wiedererkennungswert sorgen würden. Damit verlieren die Figuren ihre Individualität. Durch die Konturlosigkeit werden die Figuren zu einer einzigen. Ziemlich schade!

Geräusche und Musik:

“Die Bucht der 22 Schreie” ist professionell produziert, gespickt mit schönen Effekten und angenehmer Hintergrundmusik. Besonders gefällt uns der Einstieg in die Folge, da wir die drei Jungen direkt hinter ihren Mikros im Radio erleben dürfen.

Cover und Titel:

Die Cover der Point Whitmark-Reihe sind Geschmacksache. Die Farbgebung ist recht grob. Der Zeichenstil ist unserer Meinung nach nicht für das allgemeine Auge gemacht – zu viel 90er-Jahre-Stil für eine Serie aus den 2000ern. Der Titel “Die Bucht der 22 Schreie” ist hingegend sehr mystisch und Spannung verheißend.

Gesamtspiellänge:

63min22

Produktionsjahr:

2001


Besetzung:
Erzähler Jürg Löw
Jay Lawrence Sven Plate
Tom Cole Kim Hasper
Derek Ashby Gerrit Schmidt-Foss
Direktor Reno Jürgen Uter
Matt Stinger Raimon Weber
Bürgermeister Morris Henning Schlüter
Stadtrat Riverdale C.-D. Clausnitzer
Sheriff Baxter Andreas Becker
Cassandra Harris Tanja Kuntze
Deputy Nelson Roger Trash
Mrs Bushland Ines Burkhard
Vater Callahan Heinz Ostermann
Arbeiter Christian Tasche

kb-nachgefragt: Felsenstrand

Einer unserer Partner-Blogs ist „Felsenstrand“. An dieser Stelle verraten wir dir, was diesen Blog ausmacht, wer dahintersteckt und was er mit unserer Hörspielwelt zu tun hat.


Lieber Gregor, du betreibst das Blog „Felsenstrand“. Wie kam es zu dieser Webseite und was macht deinen Blog aus?

Die Entstehung hat zwei Ursprünge: Blogs „an sich“ und mein Ansinnen, ein allumfassendes Nachschlagewerk zu den drei ??? zu verfassen.

Ich hatte mich vor Jahren gefragt, warum es denn dieses Nachschlagewerk nicht gibt, und  dann letztlich begonnen, es selbst zu schreiben. Leider bin ich immer wieder ins Stocken geraten und deswegen gibt es das Buch immer noch nicht. Das Stocken lag weniger an einer Schreibblockade, sondern vielmehr an meiner Aufschieberitis und einem viel zu überdimensionierten Anspruch.

Damit ich aber trotzdem immer wieder etwas veröffentliche und überhaupt für mich sichtbar vorankomme, habe ich mir kleinere Häppchen gesucht. Da bin ich dann zwangsläufig aufs Bloggen gekommen.

In dem Zusammenhang habe ich dann auch überrascht festgestellt, dass es kein Blog gibt, das sich ausschließlich den drei ??? widmet. Soweit ich weiß, ist das auch immer noch so. Insofern macht dies mein Blog schon aus – wenn man so will ist das Thema ein Alleinstellungsmerkmal. :-)

Inhaltlich möchte ich nicht nur die Hörspiele abdecken, sondern gerade auch die Bücher. Einerseits liebe ich Bücher, und andererseits sind die Hörspiele teilweise stark gekürzt, so dass einiges von der Atmosphäre und der Hintergrundgeschichte schlicht fehlt. Und durch die Kürzungen werden die Hörspiele oftmals auch unlogisch. Als Beispiel mag hier der seltsame Wecker dienen – wer nur das Hörspiel kennt, wird Probleme haben, zu erklären, was das für Zahlen sind, die auf einem Zettel auftauchen und was mit „Nimm dir das Buch vor“ gemeint ist.

Neben den eigentlichen Geschichten um die drei Detektive gibt es natürlich noch einiges zu erzählen: Die Geschichte der Reihe ist an sich schon ungewöhnlich, und wenn ich jemals dazu kommen sollte, die lizenzrechtlichen Probleme aufzurollen, dann wird es sogar abenteuerlich und spannend. Und vielleicht finde ich auch irgendwann heraus, wer sich hinter dem Autoren-Pseudonym „Ben Nevis“ verbirgt …

Du schreibst auf deinem Blog über Die drei Fragezeichen, über die Bücher, aber auch über die Hörspiele. Was genau fasziniert Dich am gesprochenen bzw. geschriebenen Wort bei den drei Detektiven?

Ich würde gerne schreiben, dass die Geschichten der Reihe einen besonderen Reiz ausmachen und sie vor Sprachwitz nur so explodieren. Tatsächlich ist es aber so, dass die Faszination der Nostalgie und Gewohnheit entspringt.

Ich lebe (wenn ich die große Pause zwischen etwa 15 und 35 ignoriere) seit Anbeginn der Hörspielserie mit den drei Detektiven. Seit etwa 2008 bin ich wieder dabei und mit meinem Blog hat sich ein bestimmter Rhythmus entwickelt: Ich lese immer das neue Buch, bevor ich die neue Folge höre. Das Buch lese ich immer am Stück. In der Regel läuft im Hintergrund die Hörspielmusik von Carsten Bohn. Da kommt vielleicht die Nostalgie am besten zum Ausdruck.

Eventuell kann ich doch noch mit Faszination aufwarten: Der unglaubliche Korpus der Fälle ist schon faszinierend. Eigentlich müsste ja alles schon einmal da gewesen sein – die Autoren haben immer noch ausreichend neue Einfälle. Gelegentlich mit einigen „Anleihen“ oder zumindest mit Bezügen zu anderen Fällen, aber immer noch so, dass ich die Einfälle als „neu“ bezeichnen würde.

Bei den Hörspielen fasziniert mich das Trio der Hauptsprecher. Das ist jetzt vielleicht keine Überraschung, aber bei einigen Folgen ist schon sehr gut zu merken, dass sie aufeinander eingespielt sind – zum Beispiel, wenn sie sich gegenseitig in die Pfanne hauen (s. Nebelberg oder verschollener Pilot). Und ich finde leider auch faszinierend, wie Europa es immer wieder schafft, Produktionsfehler zu fabrizieren.

Hast du abgesehen von Die drei Fragezeichen ein Lieblingshörspiel oder eine -hörspielserie? Verrätst du uns ein paar Geheimtipps?

Dank Spotify höre ich mich gelegentlich durch andere Hörspiele durch. Wirklich hängen geblieben bin ich eigentlich nur bei „Sherlock Holmes“ mit dem wundervollen Christian Rohde (https://www.youtube.com/watch?v=rWF_lHjFDAg).

„John Sinclair“ habe ich dank des Vollplaybacktheaters kennen gelernt. Dazu muss ich aber schon in Stimmung sein :-)

Wenn man tolle Sprecher mag, ist „Professor van Dusen“ auch sehr schön. Die Geschichten, die ich da bisher gehört habe, waren allerdings etwas dünn.

Für Verschwörungstheoretiker ist „Offenbarung 23“ zu empfehlen. Gerade die frühen Folgen mit David Nathan sind lecker für die Ohren. Insgesamt sind hier unglaublich viele bekannte Stimmen versammelt.

Eine Frage, die uns auf der Seele brennt: Bist du ein Kassettenkind?

 Ein großes „JA“!

Ich habe noch einige meiner alten Kassetten von früher (schwarz mit gelbem Etikett und vollständig gelb). Meine Einstiegsdroge waren die fünf Freunde und die Märchenschallplatten von Europa. Dazu gesellten sich dann Commander Perkins, die drei ??? und Masters of the Universe.

Und ja, ich habe Bandsalat erlebt und dadurch Kassetten verloren. Und ich wurde vom „TACK!“ am Ende der ersten Seite geweckt.

Am 30. September erschien eine neue Folge von Die drei Fragezeichen, “… und der letzte Song“. Über das Hörspiel möchten wir an dieser Stelle noch nicht sprechen. Aber wie hat dir denn das Buch gefallen?

 Gut! Es hat sich aber anders als die letzten Bücher angefühlt. Das liegt vielleicht daran, dass die Geschichte von Ben Nevis stammt – seine Geschichten sind oft … nun, „anders“. Mir fehlen da die Worte, das besser zu beschreiben. Aus seiner Feder stammen zum Beispiel der verschollene Pilot, die Rache der Samurai und (hüstel) Todesflug.

Dieser aktuelle Fall ist sehr ruhig geschrieben. Sogar die wenigen Szenen, die aktionsreicher sind, fühlten sich ruhig an. Der Fall selbst ist fein konstruiert und ein reiner Ermittlungsfall. Die Jungs werden so charakterisiert, wie wir es aus den klassischen Fällen kennen: Justus redet geschwollen, Peter ist sportlich und Bob darf recherchieren. In den Fällen aus jüngerer Zeit war diese Charakterisierung oft in den Hintergrund getreten.

Die Geschichte ist gespickt mit Details und hat Rockmusik als Hintergrund. Ein weiteres klassisches Element sind Rätselverse, diese treten in dieser Geschichte in Form eines Songtextes auf.

Es gibt einige Wendungen in dem Fall, die ich hier natürlich nicht aufführen werde. Da die Geschichte einigermaßen komplex ist, erwarte ich deutliche Kürzungen im Hörspiel. Ich vermute, dass der Anfang im Hörspiel ausführlich dargestellt wird, und am Ende die Auflösung abrupt kommt. Ich hoffe, dass dabei die Logik der Geschichte einigermaßen erhalten bleibt.

Was hast du mit deinem Blog Felsenstrand noch vor?

Ich möchte regelmäßiger Beiträge schreiben und wieder mehr Hintergrundinformationen liefern. Die Statistikelfen haben mir nämlich verraten, dass meine Leser über Suchmaschinen zu mir finden und definitiv nicht wegen meiner Rezensionen kommen.

Optisch möchte ich mein Blog entschlacken. Footer weg, Header etwas ausbauen, und mehr eigene Bilder.

Und ich möchte einen Newsletter einführen. Gelegentlich haben mir Leser schon mitgeteilt, dass das eine sinnvolle Einrichtung sein könnte, weil sie so mehr von dem ganzen Drumherum mitbekommen. Neben den zahlreichen Neuerscheinungen gibt es eine Reihe von Terminen, die nirgendwo gebündelt aufgeführt sind (Lesungen, Theateraufführungen, Ausstellungen etc.)