Heikedine Körting im “Andresen – Der Schleswig-Holstein Talk”

Wir kennen sie alle und wir bewundern sie alle: Heikedine Körting – liebevoll die Königin des Hörspiels genannt. Jetzt ist sie zu Gast bei Jan Malte Andresen im Schleswig-Holstein Talk.

41 Minuten über das Leben der Hörspielkönigin

In 41 Minuten erfahren wir so einiges über die Hörspielproduzentin, über ihr Leben, über das, was sie eigentlich machen wollte und warum sie noch nicht in ihren wohlverdienten Ruhestand gegangen ist (zu unserem Glück!). Sie spricht u. a. über ihre innige Beziehung zu ihren “Kindern”, den Sprechern der Die drei Fragezeichen, die ja inzwischen auch gestandene Herren sind und doch gar nicht mehr so jung – wie zum Start der Hörspielserie und gibt zudem Blacky zum Besten.

Heikedine Körting ist eine großartige Frau, die das Hörspiel als Medium seit Jahrzehnten geprägt hat und natürlich auch heute noch prägt. Im Gespräch mit Jan Malte Andresen plaudert sie aus dem Nähkästchen. Emotional, lustig & allemal fesselnd – wie ein gutes Hörspiel.

Und das Gute ist, obwohl dieser Talk eigentlich erst ab dem 28. Mai 2019 öffentlich ist, können wir und du bereits jetzt schon reinhören. Hier geht es zum Gespräch mit Heikedine Körting.

Die drei Fragezeichen – Eine Ära für sich!

Nein – hier handelt es sich nicht um eine weitere Hörspielrezension der “Die drei Fragezeichen”! Wir möchten an dieser Stelle mal ein bisschen zurückblicken und schauen, womit wir es hier eigentlich genau zu tun haben.

Drei Fagezeichen – Bücher als Grundstein

Der erste Buchband des ursprünglich aus Amerika stammenden Detektivtrios feiert in diesem Jahr nämlich sein 50. Jubiläum. “Die drei Fragezeichen und das Gespensterschloss” erschien 1968 erstmals in deutscher Sprache und die Begeisterung für jeden weiteren Fall sollte auch 50 Jahre später nicht abnehmen. Ziemlich verrückt eigentlich! Im Jahr 1979 war dann auch die Geburtsstunde der ersten sechs Drei Fragezeichen Hörspiele. Wie wir alle wissen, hat sich das Hörspiellabel EUROPA mit Heikedine Körting und ihrem inzwischen leider verstorbenen Ehemann Andreas Beurmann dem Thema angenommen und bislang 191 Fälle für die drei Detektive veröffentlicht.

Justus, Peter und Bob sind nicht einfach nur Detektive

Aber das “Drei Fragezeichen”-Universum macht viel mehr aus. Es sind nicht nur die Bücher oder die Hörspiele – es ist auch nicht der Toaster oder das Detektiv-Duschgel. Es ist die Nostalgie. Es geht darum, alte Freunde zu treffen, mit ihnen gemeinsam zu rätseln und Fälle verschiedenster Art zu lösen. Es geht um Tradition. Es geht darum, dass man gemeinsam mit den drei Detektiven aufgewachsen ist  und Tag für Tag bzw. Nacht für Nacht gemeinsam eingeschlafen ist. Es geht um Freundschaft. Es geht darum, in eine Welt einzutauchen, in der man Justus, Peter und Bob als Kumpels trifft und es geht darum, dass am Ende (gefühlt) alles gut wird. Es sind – weder für dich noch für uns – nicht nur Bücher und schon lange nicht nur Hörspiele.

Aus diesem Grund sind die Live-Veranstaltungen der Drei Fragezeichen so sehr beliebt und sicherlich ist auch deswegen die Zahnbürste oder auch das Waffeleisen ein Dauerbrenner.

Danke Robert Arthur

Wir sind zwar nicht so auf die Bücher gepolt, aber da sie den Grundstein für alles Weitere gelegt haben, müssen wir hier selbstverständlich dankbar sein! Ohne die drei Fragezeichen würde es die kassettenbox nämlich auch gar nicht geben. So ganz nebenbei gesagt.

Einen schönen Artikel zum Thema findest du auch aktuell im Tagesspiegel: Die drei ??? – Aus Raum und Zeit gefallene Detektive. Hier erfährst du vor allem mehr zur Geschichte der Die drei Fragezeichen – Bücher. In jedem Fall lesenswert!

DreamLand Grusel – In den Fängen des Todes (25)

Auf der Hörmich 2017, vor ein paar Wochen also, konnten wir gefühlte Unmengen an Rezensionsexemplaren abstauben. DreamLand Grusel war mit von der Partie, weshalb wir Folge 25 “In den Fängen des Todes” dieses Mal als Folge der Woche aus der kassettenbox gezogen haben. Die Hörspiel-Reihe „DreamLand Grusel“ wurde 2005 als Hommage an H.G. Francis ins Leben gerufen. Sie umfasst neben eigenen Werken auch Fortsetzungen der beliebten Gruselreihe des Kultautors. Lehnt euch zurück und haltet euch fest, denn es wird tatsächlich gruselig.


Gruselszene deluxe

Eine alte, brüchige Frauenstimme erscheint – ein alter Mann wird von einer anderen Gestalt bedroht. So der Einstieg ins Hörspiel.

Seniorenresidenz Seelenfrieden

Wir befinden uns in einer Seniorenresidenz, die sich in einer Art Schloss befindet und in dem alte Menschen ihren Lebensabend verbringen wollen. Vor allem gut betuchte Senioren leben in dieser Residenz.

Sir John Williams (Christian Rode), Larry (Rainer Schmitt) und Kurt Wagner (Peter Groeger) sitzen zusammen und spielen eine Runde Schach. Larry verliert haushoch gegen den Sir, was sonst eigentlich nicht seine Art ist. Er wirkt bedrückt, nahezu zerstreut und offenbart, dass er da einer Sache auf der Spur ist. Er beobachtet schon seit längerer Zeit, dass etwas in der Residenz nicht stimmt. Senioren sterben, obwohl es ihnen noch gar nicht so schlecht ging, die O-Ton Larry “eigentlich noch recht rüstig waren”. Larry kommt das Ganze seltsam vor.

Larry wird zum Opfer

Larry macht sich in der kommenden Nacht auf die “Jagd”, um zu schauen, ob ihm etwas Eigenartiges auffällt. Als er genug gesehen hat, beschließt er umzukehren. Doch dann wird er von einer Gestalt überfallen und niedergeschlagen. Larry taucht am nächsten Morgen nicht mehr auf …

Erst mal kein Seelenfrieden mehr

Sir John Williams und Kurt Wagner stellen natürlich bereits beim Frühstück fest, dass ihr Schachfreund fehlt und ermitteln ab sofort selbst. Was ist mit Larry und den anderen Bewohnern passiert, die kürzlich verstarben? Haben sie einen natürlichen Tod gefunden oder hat hier jemand nachgeholfen? Der Seelenfrieden wird in der Seniorenresidenz zunächst nicht gefunden und dann bringen sich Sir John Williams und Kurt Wagner auch noch selbst in Gefahr …


Fazit

Inhalt:

Es ist doch irgendwie mal erfrischend, wenn keine Jugendlichen, sondern Senioren ermitteln. Die 25. Folge von DreamLand Grusel fanden wir spannend, gruselig, aber auch amüsant – also grundsätzlich hörenswert, selbst wenn sie teilweise etwas abdreht. Sie war in unseren Ohren also ziemlich vielseitig. Das Senioren-Ermittlerteam aus Sir John Williams und Kurt Wagner harmoniert zudem super gut – nicht zuletzt, weil sie äußerst nett miteinander umgehen (“mein lieber Freund”).

Wer also Grusel mag und auch vor nicht realen Kreaturen zurückschreckt, der ist hier gut aufgehoben.

Sprecherleistung:

Das Hörspiel lohnt sich nicht zuletzt, weil Heikedine Körting eine Sprecherrolle in dieser Folge übernimmt. Karin Lieneweg (ak Tante Mathilda) hat ebenfalls eine Rolle in dieser Folge. Es ist doch immer wieder schön, alte Bekannte zu treffen. Aber das Hörspiel bietet natürlich noch viele weitere großartige Sprecher:

Christian Rode, wir kennen ihn nicht nur zuletzt als Sherlock Holmes, macht seine Rolle als Sir John Williams großartig! Wir hören ihm generell sehr gern zu. Seine Stimme wirkt immer sehr authentisch, egal in welche Rolle sie schlüpft.

Auch hervorheben möchten wir hier die Sprecherin von Dr. Catherine Gale nämlich Ursela Monn. Ihre Stimme ist so klangstark und echt eine Wucht.

Wolfgang Rüter als Erzähler dient für uns in diesem Gruselhörspiel als eine Art ruhige Seele. Seine Stimme beruhigt den Hörer zwischen den einzelnen Szenen.

Sprechertechnisch wurde hier auf jeden Fall nicht gespart. Das kann sich sehen und natürlich vor allem hören lassen.

Geräusche und Musik:

Die Geräuschkulisse der ersten zwei Minuten hatte es bereits in sich. Wir sind schon ziemliche Schisser und normalerweise hätten wir nach diesen zwei Minuten auch schon ausgeschaltet, aber wir wollten dem Hörspiel dann doch eine Chance geben. Der Gruselfaktor kommt zumindest für uns sehr gut rüber.

Die düstere Stimmung wird durch leise, langsame Melodien verstärkt. Knarzende Türen und hallende Stimmen sorgen für ihr Übriges. Uns haben Geräusche und Musik auf jeden Fall gefallen.

Cover und Titel:

Das Cover ist düster in einem blau-schwarzen Ton gehalten. Zu sehen ist die Villa Seelenfrieden, die alles andere als friedlich erscheint. Eine Kreatur steht in der Tür, der man wahrscheinlich unter keinen Umständen – weder bei Tag noch bei Nacht – begegnen möchte. Der Titel ist sehr allgemein gehalten. “In den Fängen des Todes” lässt viel Raum für Spekulationen, was wir grundsätzlich immer gut finden. Ein Titel, der zu viel verrät, ist kein guter Titel.


Fakten

Genre:

Horror / Grusel

Label:

DreamLand Productions

Gesamtspiellänge:

75min

Produktionsjahr:

2016


Besetzung:
Erzähler Wolfgang Rüter
Sir John Williams Christian Rode
Kurt Wagner Peter Groeger
Larry Rainer Schmitt
Dr. Catherine Gale Ursela Monn
Schwester Jasmin Heikedine Körting
Elizabeth Burns Karin Lieneweg
Physiotherapeut Max Björn Schalla
Pfleger Josh Sven Plate
Pfleger Greg Tilo Schmitz
Seelenfresser Udo Schenk
Mr. Steed Bodo Wolf
Steve Bert Stevens

 


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag haben wir ein Rezensionsexemplar von Dreamland Productions erhalten. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

kb-nachgefragt: Interview mit Jan-Friedrich Conrad, Hörspielmusiker

Die drei Fragezeichen – das sind 46 Mio. verkaufte Tonträger. An etlichen davon hat Jan-Friedrich Conrad mitgetüftelt. Gemeinsam mit seinen vielen Musiker-Kollegen. Er ist Komponist der Hörspielreihe “Die drei Fragezeichen”. Seit 30 Jahren sitzt er hinterm Mischpult und lieferte bis Folge 151 (Schwarze Sonne) die kultige Melodie zu Beginn einer jeden Folge. Außerdem sorgt er für die wichtigen Spannungsmomente innerhalb der Geschichten. Stimmung erzeugen, das ist das Credo von unserem Hörspielmusiker.

& wo sind die Musiker? Jan-Friedrich ist ein ganzes Orchester. Er spielt alle Instrumente selbst: die akustischen, elektrischen und elektronischen, die analogen und digitalen, die handfesten und virtuellen!

Welche Rolle spielt Musik in einem Hörspiel?

Jan-Friedrich Conrad: Musik erzeugt Atmosphäre, bildet Überleitungen, transportiert “Bedeutung” auf mehreren Ebenen. Es gibt gelegentlich ein Leitmotiv für die Detektive. Insbesondere kann Musik aber mit Zeichen Bedeutung erzeugen, das ist die so genannte Semiotik in der Musik. Wenn ich beispielsweise Streichertöne dissonant im Diskant wiederhole, forte, dann setze ich einen Verweis auf die Dusch-Szene in Hitchcocks “Psycho”. Eine schaurige Orgel würde eher auf die Stimmung eines Agatha-Christie-Mord-Rätselfalles verweisen und so weiter.

Du bist anerkannter Musikproduzent und Komponist, kennst Dich bestens aus in Sounddesign und Tontechnik, bist als Autor, Dozent und Publizist tätig, tourst als Rockmusiker mit Gitarre, Bass und Keyboard durch die Gegend … Nicht zuletzt führst du als Heilpraktiker eine eigene Praxis mit dem Schwerpunkt Gesprächspsychotherapie. Bist du ein Multigenie, der seine Leidenschaften zum Beruf gemacht hat, oder schlichtweg ein Arbeitstier? ☺

J.-F. Conrad: Das ist eine Frage der Perspektive. Ich würde es bescheidener ausdrücken. Ich muss meine Brötchen verdienen, meine Steuern bezahlen und mein Instrumentarium auf der Höhe der Zeit halten. Da habe ich jeden Tag das Gefühl, mich ganz schön ranhalten zu müssen. Live toure ich derzeit nicht. Aber bei unseren Musical-Produktionen spiele ich gerne in der Band, was so anfällt – Gitarre, Bass oder Keyboards.

Nimm uns mit auf eine kleine Zeitreise – Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Hörspiellabel EUROPA?

J.-F. Conrad: EUROPA-Gründer Andreas “Onkel Titus” Beurmann war nicht nur ein berühmter Sammler, Restaurator und Kenner historischer Tasteninstrumente, sondern auch ein Freak und aktiver Künstler, wenn es um elektronische Musikinstrumente ging. Und er hielt in seiner Eigenschaft als Professor für Musikwissenschaft in der damaligen EUROPA-Villa in der Hamburger Agnesstraße Seminare über Musikelektronik ab.

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Jan-Friedrich unterwegs in Italien

Die ließ ich mir als Student der Musikwissenschaften natürlich nicht entgehen, und ich dachte strategisch genug, nicht ohne Demo-Cassette da hinzugehen. Die Musik gefiel sofort. Ich vergesse nie, wie Andy Beurmann nach dem Hören erst mal nichts sagte, sondern vom Erdgeschoss in den zweiten Stock rief: “Heikedine! Heikedine! Kommst Du mal eben?” Die Geschwindigkeit, mit der Entscheidungen gefällt und umgesetzt wurden, habe ich sofort registriert und mir zum Maßstab gemacht. Ich verließ das Haus dann mit einem Skript für “Das Schlosstrio”, einer Telefunken-M15-Senkelmaschine zum fachgerechten Aufnehmen meiner Titel – und mit einer riesigen Chance, aus dem mir entgegengebrachten Vertrauen etwas zu machen.

Ein Gedankenexperiment: Die kassettenbox konzipiert ihr eigenes Hörspiel: eine Weltraum-Trash-Saga mit fiktiven Charakteren aus einer fernen Galaxie. Das Manuskript ist fertig, die Sprecher sind gebucht, der Geräuschemacher ist engagiert. Du bist für die passende Musik zuständig. Wir alle sind noch ganz frisch im Geschäft und haben keinen Schimmer, welche Musik zu unserem Hörspiel passen könnte. Wie entscheidest Du dich?

J.-F. Conrad: Ich würde fragen, ob es Remineszenzen an andere Weltraum-Epen geben soll, etwa an Science-Fiction der 60er-Jahre. Dann hätte ich gleich “Orgel und Theremin” im Ohr. Die Atmo von “Star Wars” wäre orchestraler, man könnte aber auch sehr modern, abstrakt elektronisch denken. Kurz: Ich würde fragen, welche Atmo Ihr wollt, auf was Ihr Bezug nehmt. Keine Geschichte wird in einem leeren Raum ohne Rückgriff auf das Vorhandene erzählt. Also muss man sich das bewusst machen, bedienen, oder absichtlich brechen.
Und, äh: Lass rüberwachsen, machen wir!

Wieviel Freiraum lässt Dir das Hörspiellabel EUROPA bei der Komposition der passenden Musik?

J.-F. Conrad: Jeden. André Minninger ist der engagierteste, kritischste Co-Regisseur, den man sich denken kann, und er denkt viel über Musik nach. Er ist offen für vieles, und wenn es nicht passt, kann er es wunderbar direkt sagen, mit Eigenschaftswörtern, die sogar ich verstehe. So erziele ich eine hohe Trefferquote, ohne dass ich mich wiederhole. Es gehört zum Geschäft, dass man auch Ausschuss produziert, aber das ist nicht viel, und er dient dazu, sich noch genauer zu verstehen, was man will und was die ästhetischen Ideen der Regie sind. Danke, André!

Von Dir stammt die neuere Titelmelodie der Hörspielserie Die drei ??? Sie wurde mit Hilfe eines Vocoders eingesungen. Um was handelt es sich dabei genau?

J.-F. Conrad: Der Vocoder ist verblüffenderweise eines der ältesten Instrumente der Musikelektronik. Man kann ihn verkürzt erklären, dann wird man ihm aber nicht gerecht. Es ist im Grunde eine so genannte Filterbank, die ein Signal, etwa das eines Synthesizers in Echtzeit so filtert, dass der spektrale Gehalt eines anderen Signals, eines Mikrofons, nachgebildet wird. Da die Vokale und Konsonanten bestimmte Frequenzspektren aufweisen, erkennt man diese wieder.

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Jan-Friedrichs Wirkungsstätte – sein heimisches Tonstudio

Die Worte “Die drei Fragezeichen” hatte ich also gesprochen (nicht gesungen), während der Sequenzer den Synthesizer die Harmonien spielen ließ. Der Vocoder macht daraus diesen charakteristischen Effekt. Das Ganze passierte beim Mastering, live.

Die Hörspielserie “Die drei Fragezeichen” hat, obwohl sie in einem fiktiven Kalifornien spielt, etwas sehr Deutsches an sich, wie Elektronische Musik. Da ist dieses aufgeklärte Ingenieursdenken, eine Ästhetik, die das Mysteriöse liebt, aber das Magische als Erklärung ablehnt. Das passt immer wieder zu elektronischen Arrangements, obwohl die akustischen Instrumentierungen auch immer wieder für eine Wertigkeit sorgen.

Wieviel Musik steckt in einer typischen Die drei ???-Folge?

J.-F. Conrad: Die Frage kann ich nicht präziser beantworten als jede Hörerin oder jeder Hörer. Immer mal wieder etwas, würde ich sagen.

Auf welche Melodien welcher Folgen der drei ??? bist Du besonders stolz oder anders: Welche Melodien könntest Du Dir tagtäglich anhören?

J.-F. Conrad: Ich denke wenig in Folgen oder kann abrufen, wo was eingesetzt worden wäre. Und ich würde meine eigene Musik nicht täglich hören wollen, wohl aber “manchmal”. Die Musik der Inka-Mumien-Planetariums-Hörspielvariante ist sehr atmosphärisch dicht geraten.

Bist Du selbst Die drei ???-Hörer und wenn ja, welcher der drei Detektive ist Dein Favorit?

J.-F. Conrad: Ich höre immer mal wieder die Fragezeichen, tauche auch ein in die Geschichte. Ich habe keinen Favoriten, sondern wundere mich manchmal eher, dass die Geschichte so konstruiert ist, dass es einen “Ersten Detektiv” gibt, der mehr Held ist als die beiden anderen Freunde. Es funktioniert ja offensichtlich gut, aber es wäre mir selbst nie eingefallen, es so zu schreiben, dass der Justus immer der hartnäckigste Denker ist.

Bekommen wir demnächst wieder etwas auf die Ohren von Dir?

J.-F. Conrad: Ja, erstens bin ich ständig dabei, Heikedine Körting und André Minninger zu bemustern und zu beliefern. Immer, wenn ich kreativ bin, sammle ich das und stelle es den beiden vor. Und außerdem plane ich Releases meiner Musik, ganz zeitnah, nur dass die Details noch nicht ganz feststehen. Ich produziere Hörspielmusik, da gibt es viel Neues, aber auch manches alte, was unveröffentlicht ist und nun kommen soll. Hierbei ist insbesondere der nicht physische Vertrieb interessant, also Download, aber insbesondere auch – weil es einfach für den Hörer günstiger ist – als Streaming in allen großen Portalen.

Ich mache aber auch Instrumentalmusik, die für sich steht, ohne „Hörspielmusik“ zu sein, und nicht zuletzt habe ich Musicals komponiert, die wir mit Piehls Showpalast auch auf die Bühne gebracht haben und weiter bringen werden. Ich werde da alsbald einiges liefern, da ich jetzt die Strukturen für den Online-Vertrieb und das Streaming geschaffen habe. Das neue Hörspielmusik-Album steht in den Startlöchern, ich gebe Euch sofort Bescheid, wenn es in den Online-Musikdiensten zu hören ist! Ich kann es nur heute noch nicht sagen, da das Kleingedruckte der Verträge, die dazu gezeichnet werden müssen, in diesen Tagen noch verhandelt wird. Ich gehe aber von diesem Winter aus!

Jan-Friedrich, wir danken Dir herzlich für dieses Gespräch.


Wenn du mehr über den Hörspielmusiker und Komponisten Jan-Friedrich Conrad erfahren willst, besuch ihn doch mal auf seiner Webseite.


Hier gelangst du zu unserem kassettenbox Vocoder Sample. Es lohnt sich!