Die Weisse Lilie – Krieg in Boston – Kapitel 3

Das Finale der Staffel 2 steht uns bevor – mit einem mehr als dramatischen Anfang und einem spannenden Ende befinden wir uns also nun in Kapitel 3 – Krieg in Boston. Besser hätte man diese Staffel wohl nicht nennen können und das sagen wir, wo wir doch die letzte Folge hier noch gar nicht besprochen haben. Umso mehr waren wir gespannt auf das große Finale in Boston …


Wir haben es mit einem Sprengsatz auf der internationalen Sicherheitskonferenz in München zu tun. Es gab eine riesige Explosion. Die Terroristen sind noch auf freiem Fuß. Es gab viele Verletzte, darunter ebenfalls Carol (Sonja Szylowicki). Ihr wurde ein USB-Stick zugesteckt, der aller Voraussicht nach nichts Gutes bedeutet. Samira Barzani (in dieser Folge hat sie keinen Sprechteil) ist weiterhin auf der Flucht. Miles (Stephan Benson) und sein Partner Sam Haden (Timo Kinzel) müssen Howard (André Beyer) schützen, trotz dessen, dass sie ihn verdächtigen, selbst an der ganzen Geschichte beteiligt zu sein. Derweil ist Daniel Porter (Martin Sabel) immer noch dran, Howard ausfindig zu machen. Nachdem die Cops auf Howards Wahlkampfauftritt hereingelegt wurden, ist Howard in großer Gefahr. Die Folge: Ein Blutbad und ein Aufeinandertreffen von Porter und Howard …


Fazit

Inhalt:

Drei Mal versucht, drei Mal gescheitert. Die Weisse Lilie ist einfach nichts zum Einschlafen. So bekommt man auch bei der dritten Folge der zweiten Staffel immer wieder Herzrasen, weil es plötzlich so spannend wird. Es bleiben weiterhin viele Fragen offen, einige werden sicherlich auch beantwortet. Die Frage ist nur: Wie geht es weiter? Was passiert mit Howard? Was passiert mit Porter? Was passiert mit Barzani? Es bleibt spannend und wir sind heiß auf Staffel 3, die ja zum Glück gerade in Produktion ist.

Im Vergleich zu Folge 1 und 2 war die letzte Folge aus “Krieg in Boston” unserer Meinung nach inhaltsmäßig die Schwächste. Die Handlung wird nicht allzu sehr vorangetrieben – allerdings lernt man (abermals ;)) neue Charaktere kennen und trotzdem bleibt es mitreißend.

Sprecherleistung:

Was uns bei Folge 2 noch gar nicht aufgefallen ist, dass wir es hier mit der Stimme von Daredevil zu tun haben. Jerry Finnigan wird von Tim Knauer gesprochen. Das kam uns doch des nachts, als wir ganz genau hingehört haben und der Superheld mit den super Sinnen aus New York vor unseren Augen erschien. Solche Momente hat man als Hörspielhörer wohl immer wieder. ;)

Sonja Szylowicki, aber natürlich auch die Polizistensprecher Stephan Benson und Timo Kinzel geben wieder eine 1A Performance ab. Über die Sprecherleistung müsste man bei dieser Serie wohl kaum noch diskutieren – oder was meinst du?

Geräusche und Musik:

Geräusche und Musik, die Spannung versprechen. Wenn der Herzschlag mithört, dann hat man wohl alles richtig gemacht. Zwar könnte man meinen, dass der Handlungsstrang in Folge 3 nicht wirklich weitergeführt wird, allerdings machen das Geräusche und Musik wieder wett.

Cover und Titel:

Cover und Titel sind bei der Reihe “Die Weisse Lilie” nicht so relevant. Jede Staffel folgt einem Titel und einer Farbe, in der die Lilie auf dem Cover erscheint. Nahezu mystisch, aber düster und spannend trifft es auch.


Fakten

Genre:

Actionthriller / Politkrimi

Label:

Folgenreich

Gesamtspiellänge:

66min

Produktionsjahr:

2018


Besetzung:
Erzähler Mark Bremer
Michael Howard André Beyer
Daniel Porter Martin Sabel
Henry Miles Stephan Benson
Jerry Finnigan Tim Knauer
Samuel Haden Timo Kinzel
Iris Fairchild Ulrike Johannson
Sean Mitchell Achim Buch
Craig Austin Johannes Berenz
Nancy Reedman Katrin Decker
Frank Monroe Holger Mahlich
Carol Nolasco Sonja Szylowicki
Marcus Calmond Norman Matt
Nick Nicolas König
Russell Joachim Kretzer
Dylan Marios Gavrilis
Tom Olaf Reichmann
Charles Bané Clemens Gerhard
Nachrichtensprecherin Susanne Sternberg
US-Präsident Robin Brosch
Scott Sven Matthias
Aufsicht Dirk Hardegen
Techniker Henning Sund
Mike Benjamin Oechsle

In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag hat uns das Team von Folgenreich ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Die Weisse Lilie – Krieg in Boston – Kapitel 2

Wir haben uns gestern Abend endlich noch einmal die Zeit genommen und haben in das 2. Kapitel “Krieg in Boston” der “Die Weisse Lilie“-Reihe reingehört. Kurz gesagt: Sie hat ihre Wirkung gezeigt, denn der Schlaf im Anschluss war alles andere als erholsam. Wie uns die Fortsetzung gefallen hat und was im Groben passiert ist, erfährst du jetzt.


[Achtung Spoiler!]

Während Samira Barzani beschließt zu fliehen und die Bedrohung ihre Familie heimsucht, befinden sich das MSP mit Henry Miles (Stephan Benson) und Sam Haden (Timo Kinzel) immer noch in den Ermittlungen. Miles findet heraus, wie Barzani mit dem Mord von Ajamu zusammenhängt. Ihre Halbschwester kann Beweise vorlegen, die aber leider noch nicht zu 100 % wasserdicht sind. Unterdessen versucht Sam Haden dem Mörder von Ajamu und Ola Informationen über seine Auftraggeber zu entlocken. Mehr oder minder erfolglos.

Barzani ist auf dem Weg nach New York, um sich dort mit ihrer Freundin und Kollegin Chloe zu treffen. Sie hat wichtige Daten bezüglich Howard rausschmuggeln können, wobei das meiste allerdings verschlüsselt ist. Bei der Übergabe geht alles schief, was schiefgehen kann, sodass Barzani weiterhin auf sich allein gestellt ist. Ihre neue Aufgabe: Carol Nolasco (Sonja Szylowicki) auf der internationalen Sicherheitskonferenz in München treffen. Sie soll sich mit der Entschlüsselung der Daten beschäftigen.

Währenddessen treffen sich Jerry Finnigan, Daniel Porter (Martin Sabel) und Kingsani in Boston. Auch dieses Treffen geht nicht reibungslos vonstatten. Allerdings macht Porter einen für ihn wichtigen Fund und kann erstmals ein paar Puzzleteile zusammensetzen …

In München angekommen versucht Barzani Nolesko den USB-Stick zu übergeben. Nolesko allerdings hat zunächst andere Probleme und willigt nicht ein. Unterdessen wird von einer Bombenexplosion mit 19 Toten am Münchner Flughafen berichtet. Die Konferenz wird nicht unterbrochen und Nolesko kann ihren Vortrag abhalten, als plötzlich im Saal eine Bombe detoniert. Tote Menschen, Blut, abgetrennte Gliedmaßen, Verletzte und Trümmerteile – überall. Doch das ist noch nicht genug – die Terroristen sind noch nicht fertig …


Fazit

Inhalt:

Wir haben es hier mit einer hochkarätigen, schnellen Folge zu tun, bei der man alles tun sollte – bloß nicht weghören. In “Krieg in Boston – Kapitel 2” überschlagen sich die Ereignisse. Besonders überwältigend ist natürlich wieder einmal das Ende mit dem Cliffhanger, wenngleich man als CD-Box-Besitzer weiß, dass es weitergeht. Einige wenige Fragen werden durch die 2. Folge in Boston beantwortet, viele neue Fragen werden aufgeworfen (dieses Prozedere kennen wir ja bereits ;)). Aber das macht das ganze Hörspiel so spannend. Man fiebert mit und hofft, dass Barzani irgendeinen Weg findet, um diesen USB-Stick in sichere Hände zu übergeben. Ob sie es am Ende schafft, bleibt offen.

Uns hat die insgesamt 5. Folge wieder einmal sehr gut gefallen. Vor allem ist man durch die vielen Flashbacks sehr nah am Geschehen dran, sodass man denkt, man erlebt diese Szene gerade selbst (teilweise nicht sehr wünschenswert!). Besonders beeindruckend sind die letzten Minuten, aber hier müssen wir übergehen zu Punkt “Geräusche und Musik”.

Unser glasklarer kb-tipp: Hör unbedingt weiter!

Sprecherleistung:

So langsam hat man sich an die ein oder andere Stimme gewöhnt, sodass man sich nicht bei jeder weiteren Szene fragt: “Wer ist denn das schon wieder?”. Das ist wichtig, denn es kommen ja trotzdem immer wieder neue Charaktere dazu. An der Leistung der Sprecher haben wir nichts zu bemängeln. Wir haben es hier ja auch mit Profis zu tun. :)

Geräusche und Musik:

Wir können nicht aufhören  von “Geräusche und Musik” in “Die Weisse Lilie” zu schwärmen. Hier passt einfach so vieles so gut zusammen. Aber eines ist auch klar: Wenn man schreckhaft ist, hat man es bei dieser Hörspielreihe nicht leicht. Besonders in der Abschlussszene geht es wieder richtig zur Sache. Es ist so grauenvoll und beeindruckend zugleich, wie die Produzenten hier gearbeitet haben. Es – wirkt – alles – so – erschreckend – echt. Wir sind baff, Timo und Benni.

Cover und Titel:

Cover und Titel sind bei der Reihe “Die Weisse Lilie” nicht so relevant. Jede Staffel folgt einem Titel und einer Farbe, in der die Lilie auf dem Cover erscheint. Nahezu mystisch, aber düster und spannend trifft es auch.


Fakten

Genre:

Actionthriller / Politkrimi

Label:

Folgenreich

Gesamtspiellänge:

75min

Produktionsjahr:

2017


Besetzung:
  • Erzähler – Mark Bremer
  • Daniel Porter – Martin Sabel
  • Henry Miles – Stephan Benson
  • Samuel Haden – Timo Kinzel
  • Frank Monroe – Holger Mahlich
  • Carol Nolasco – Sonja Szylowicki
  • Safi – Jan David Rönfeldt
  • Kingsani – Dela Dabulamanzi
  • Ansager – Robert Levin
  • Rezeptionsdame – Annika Tenter
  • Soldat 1 – Eugene Boateng
  • Soldat 2 – David Debrah
  • Carols Begleiter – Wolfgang Riehm
  • Busfahrer – Fabian Monasterios
  • Kellnerin – Laura Büssing
  • Weitere Rollen – Doumbia Mandjou, Moussa Issiaka

In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag hat uns das Team von Folgenreich ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

kb-nachgefragt: Interview mit den Produzenten von Die Weisse Lilie

  1. Die Weisse Lilie – das ist eine im Jahr 2016 gestartete Hörspielserie mit bis dato vier Folgen. Das ist erst der Anfang – geplant sind jedenfalls noch viele weitere. Ende Januar erschien die 4. Folge “Krieg in Boston – Kapitel 1”.

Am Montag haben wir es bereits angeteasert & jetzt hat das Warten ein Ende. Wir haben Timo Kinzel und Benjamin Oechsle, ihres Zeichen Produzenten der Hörspielserie “Die Weisse Lilie”, ein paar Fragen rund um die Serie gestellt.

Lieber Timo, lieber Benni, „Die Weisse Lilie“ ist hochspannend und akustisch eine Wucht. Was macht für Euch das Hörspiel aus?

Timo: Vielen Dank erstmal für das Interview und euer Lob! Als wir mit der Serie angefangen haben, haben wir uns im Prinzip vorgenommen, eine Geschichte zu schaffen, die so klingt, wie wir sie als Hörspielhörer selbst gerne hören würden. Uns ist wichtig, dass wir eine spannende, individuelle Handlung haben, die komplex ist und bei der man am Ball bleiben muss. Und bei der Sprache halten wir es lieber etwas umgangssprachlicher, also schön authentisch.

Benni: Ein besonderes Augenmerk legen wir auf das Sounddesign. Da betreten wir Neuland und wollen die Schauplätze immer mit so vielen Details und passenden Panoramen versehen, dass man auf Kopfhörern das Gefühl hat, mitten in der Szene zu sein – selbst wenn es nur eine vermeintlich „leichte“ Büro-Szene ist. Mit den ersten vier Kapiteln sind wir unserer Vorstellung von gutem Kopfkino auch schon recht nah gekommen. Und es ist toll zu sehen, dass es auch anderen Leuten gut gefällt!

Die ersten drei Kapitel machen deutlich, dass es sich bei Eurer Serie um eine sehr komplexe Geschichte handelt. Wieso spielt sie ausgerechnet in Boston und im Kongo?

Timo: Ja, das stimmt, selbst für uns ist es manchmal gar nicht so einfach, den Überblick auf die komplexen Geschehnisse zu behalten. ;-) Aber gerade dieser Aspekt macht beim Schreiben der Geschichte wahnsinnig viel Spaß – parallel laufende Handlungsstränge miteinander zu verbinden.

Die Idee, Boston und den Kongo als Startpunkt der Geschichte zu nehmen, kam – glaub ich – relativ spontan. Wir hatten damals in den Jahren 2009 und 2010 angefangen, unsere vielen Ideen, die wir gesammelt hatten, zu einer richtigen Geschichte zu formen und dabei haben wir beispielsweise auch überlegt, welche außenpolitischen Ereignisse wir miteinfließen lassen wollen. Und die damaligen Ereignisse im Kongo fanden wir ziemlich spannend. „Die Weisse Lilie“ wird sich im Laufe der Zeit aber noch weiter über den Globus bewegen, der Kongo und Boston werden also nicht die einzigen beiden Handlungsorte bleiben.

Benni: Wir wollten die Geschichte auf jeden Fall in den USA spielen lassen, weil dort viele Stränge der globalen Politik zusammenlaufen. Ich glaube, dass wir uns damals überlegt hatten, dass Städte wie New York oder Los Angeles einfach zu abgedroschen sind und Boston etwas Frisches aber vom Stadtbild her auch etwas Altes, Europäisches zu bieten hat.

Mit welcher der bisher da gewesenen Figuren könnt Ihr Euch am meisten identifizieren?

Benni: Miles … zumindest am Montagmorgen ;-)

Timo: Miles, auf jeden Fall, ja. Dieser ausgeprägte Gerechtigkeitssinn, den er hat, den kann man gut nachempfinden. Und Stephan Benson spricht diese Figur auch einfach unfassbar gut!

Die Akustik eines Hörspiels ist wichtig. „Die Weisse Lilie“ bietet diesbezüglich enorm viel und sorgt dafür, dass der Hörer gar nicht mehr weghören kann, selbst wenn er wöllte. Wie seid Ihr die Musik- und Geräusche-Umsetzung angegangen?

Benni: Das Sounddesign steht bei uns, neben der Geschichte, immer im Mittelpunkt. Hier war ich bei vielen anderen großen Produktionen enttäuscht und ich hab mir immer gedacht, dass man die Atmosphäre dichter und packender gestalten kann, wenn man keine Mühen scheut. Wir sind dann im Vorfeld der Produktion losgezogen und haben wahnsinnig viele Sounds selbst aufgenommen. Die ganzen Autos und Jeeps, die im Hörspiel zu hören sind, haben wir in einer 12-stündigen Fieldrecording Session in Brandenburg aufgenommen. Dafür hatten wir uns einen alten Toyota Jeep organisiert, einen VW Passat und einen Ford Focus.

Auch viele der sogenannten „Foleys“ (Kleidungsrascheln, Fußschritte, etc.) haben wir selbst erstellt. Dafür haben wir im Studio sechs Klappen im Boden, in denen jeweils ein anderer Untergrund ist (Kieselsteine, Sand, Erde, etc.) auf denen man die Fußschritte dann mit verschiedenen Schuhen erstellt.

Natürlich kommen auch viele Sounds aus Soundlibraries, die wir uns extra für das Hörspiel gekauft haben. Ich stehe zum Beispiel total auf die Libraries von „Boom-Library“. Außerdem ist es sehr schwer, in Deutschland selbst Waffen aufzunehmen. ;)

Timo: Und bei der Musik war uns ein prägnantes Titelthema sehr wichtig, etwas, das ins Ohr geht. Während der Szenen muss die Musik wiederum subtil sein. Da müssen oftmals gar nicht großartige Melodien auftauchen, meist wirken da spannungsvolle Klangflächen sehr gut.

Unterm Strich wollten wir einen düsteren, leicht melancholischen Soundtrack, der die Stimmung der Geschichte gut widerspiegelt. Und den hat unser Komponist Jochen Mader von Audionerve brilliant umgesetzt. Das Titelthema stammt allerdings noch aus früheren Tagen von Johannes Arzberger, einem befreundeten Musiker von uns. Der Track ist sogar schon entstanden, bevor wir mit der eigentlichen Produktion des Hörspiels angefangen haben. Als wir noch an den Skripten geschrieben haben.

In der Rolle der Hörspielmacher: Wie läuft das ganze Konstrukt Hörspiel – von der Planung bis zur Umsetzung – eigentlich so ab?

Benni: Nach jeder Veröffentlichung beginnt alles von vorne. Wir müssen die Skripte umschreiben und ergänzen. Auch wenn die grobe Handlung des Hörspiels schon fertig konzipiert ist, entwickeln sich die Charaktere und die Story dynamisch mit jeder Folge weiter. Deshalb werden die vorhandenen Skripte angepasst, neue Szenen geschrieben und weiter Brainstorming gemacht bis alles sitzt. Das ist bei einer so komplexen Story manchmal das Zeitaufwendigste. Wer kennt wen und warum. Was muss zeitlich wann passieren usw.

Dann geht es ans Sprecher Casten. Für manche Rollen testen wir etliche Sprecher, bis wir genau das haben, was wir brauchen.

Der Sprachschnitt kommt dann als nächstes. Da haben wir durchaus manchmal zwei Stunden Sprachaufnahme, die nach dem Sprachschnitt noch sechs Minuten fertigen Dialog ergeben. Wenn etwas gar nicht passt, muss der Sprecher einige Takes nochmal neu einsprechen.

Wenn der Sprachschnitt fertig ist, geht es ans Sounddesign. Dort werden erstmal die „Atmos“ gesetzt, also alle Hintergrundgeräusche. Danach werden grob die einzelnen Personen vertont. Also: Wie bewegen sie sich vor der „Kamera“. Links, rechts. Vorne, hinten. Das Ganze mit Fußschritten und Kleidungsrascheln. Und dann gibt es die „Cinematic FX“. Also tiefe „Drones“, Klänge, die Angst erzeugen sollen. „Hits“ um etwas zu unterstreichen, etc. Diese Prozesse durchläuft man etliche Male, bis so eine Szene fertig ist. Man kann bei einer komplexen Szene wie der Flucht aus Goma aus Folge 3 durchaus mit sechs Stunden Sounddesign pro vertonter Minute rechnen.

Timo: Und sobald der zeitliche Ablauf festgelegt ist, geht die Szene an unseren Komponisten Jochen, der die ersten Entwürfe dazu schreibt. Auch hier durchläuft man meist mehrere Korrekturschleifen, bis alles so ist, wie wir uns das vorstellen.

Dann kommt der Mix, in dem die einzelnen Komponenten (Sprache, Sounddesign, Musik) zusammengemischt werden und so in der Lautstärke angepasst werden, dass es genau passt. Nach mehrmaligem Testhören und Korrigieren wird das Ganze dann gemastert. Also tontechnisch poliert und laut gemacht. Dann muss alles erneut gecheckt werden. Und dann ist das Hörspiel fertig.

Nebenbei werden die neuen Cover und Animationen für die Homepage erstellt, neue Infos zu Charakteren und Sprechern auf der Seite eingefügt und die Lilien-Weltkarte aktualisiert.

Wenn dann das Hörspiel bei Amazon, iTunes, Google Play und auf der Website eingepflegt ist und die Promo-Mails an die Rezensenten verschickt wurden…. geht es wieder von vorne los.

Wieso eigentlich „Die Weisse Lilie“? Wieso habt ihr euch nicht für eine gelbe Tulpe oder gar eine rote Nelke entschieden? Und noch fix hinterher: Seid ihr blumenaffin?

Benni: Haha, nein. Blumenaffin auf keinen Fall. Bei mir geht jede Zimmerpflanze sofort ein.

Timo: Bei mir genauso, Pflanzen können sich halt schlecht bemerkbar machen. ;-)

Benni: Die Lilie als Titelname haben wir – glaube ich – gewählt, weil sie ein Symbol des Todes ist. Aber es klang vor allem einfach gut, da haben wir uns instinktiv dafür entschieden.

Timo: Ja genau, die Weisse Lilie als Symbol von Tod, Unschuld und Macht. Das fanden wir damals beim Schreiben der ersten Skripte irgendwie passend, als wir gemerkt haben, dass wir am liebsten eine Geschichte erzählen wollen, die sich um essentielle Dinge unserer Zeit dreht: Krieg, Macht, Ungerechtigkeit, Leben und Tod.

Zu guter Letzt eine der wichtigsten Fragen: Wann können wir mit den nächsten Kapiteln rechnen?

Timo: Die aktuelle 4. Folge „Krieg in Boston – Kapitel I“ ist ja gerade am 31.01.2017 herausgekommen. Wir versuchen, möglichst immer alle vier Monate ein neues Kapitel zu veröffentlichen. Da wir momentan kein Label im Rücken haben, können wir uns auch die Zeit nehmen, die wir brauchen.

Benni: Diesen Veröffentlichungszyklus von vier Monaten können wir leider auch nicht unterschreiten. Wir machen die Serie ja neben dem Beruf und der Familie. Das ist mitunter verdammt stressig. Wenn also alles glatt läuft, sollte die nächste Folge Ende Mai zum Download erhältlich sein.

Timo & Benni, wir danken Euch herzlich für dieses Gespräch.

Folge der Woche: Die Weisse Lilie – Krieg in Boston – Kapitel 1

Krieg in Boston – die neue Sequenz der Reihe “Die Weisse Lilie” geht in die erste Runde. Kapitel 1 ist am 31. Januar 2017 erschienen. Wir wollten natürlich nicht lange warten und haben für dich reingehört. Trommelwirbel: Hiermit präsentieren wir Die Weisse Lilie – Krieg in Boston – Kapitel 1 als unsere Folge der Woche.

Der folgende Text kann Spuren von Spoilern enthalten!


Ein Maulwurf im Team

Samira Barzani (Céline Fontanges) telefoniert mit einer ihr vertrauten Person namens Chloe (Vanida Karun). Sie weiß, dass Michael Howard (André Beyer) Dreck am Stecken hat. Sie hat alle Puzzleteile zusammen und kann beweisen, dass es tatsächlich so ist: Korruption, illegale Waffendeals, kriminelle Firmenübernahmen – und das ist längst nicht alles. Howard schrecke auch nicht vor Mord zurück. Barzani sieht eine Verbindung zum Kongo.

Michael Howard ist Abgeordneter und Barzani gehört zu seinem Wahlkampfteam. Wie im Gespräch mit Chloe angedeutet, scheint er Verdacht zu schöpfen. Kurze Zeit später wird klar, dass Howard nicht nur vermutet, sondern ganz genau weiß, dass Barzani der Maulwurf ist …

Porter finden, bevor er Howard findet

Auf dem Revier kommen Henry Miles (Stephan Benson) und Sam Haden (Timo Kinzel) Daniel Porter (Martin Sabel) immer näher. Er befindet sich inzwischen in Südafrika und will weiter nach Boston, um den Abgeordneten Michael Howard umzubringen. Das nächste Ziel: Personenschutz für Michael Howard, auch wenn dies Miles sauer aufstößt. Die Mission für Miles und Haden lautet: Findet Porter, bevor er Howard findet.

Wer wird auf wen angesetzt?

Während sich Porter in Kapstadt befindet und mit Jerry (Tim Knauer) per Telefon die weiteren Schritte plant, hören Iris Fairchild (Ulrike Johannson), Lamar Johnson (Sascha Rotermund) sowie Sean Mitchell (Achim Buch) das Gespräch ab. Porter lebt – das ist gut und schlecht. Die drei versuchen diese Tatsache für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Es wird bekannt, wer die zwei Kongolesen in Boston auf dem Gewissen hat und letztlich überlassen sie Porter den Fall Howard, der – wie geplant – in die USA einreist.


Fazit

Inhalt:

Die vierte Folge und damit das erste Kapitel von “Krieg in Boston” beantwortet einige Fragen, wobei auch hier wieder neue aufgeworfen werden. Terrorismus, Cyberattacken und organisierte Kriminalität stehen im Fokus. Viele verschiedene Handlungsstränge werden hier aufgeführt und wenn der Hörer nicht ganz bei der Sache ist, kann er schnell den Faden verlieren.

Anders als bei den Kapiteln zuvor, bleibt in dieser Folge die Spannung ein bisschen auf der Strecke. Aber das ist gar nicht weiter schlimm, weil dafür der Handlungs-Overload aus den vorherigen Folgen etwas abgebaut wird. Auf ein paar Fragen findet man Antworten, sodass man einige Verflechtungen zu verstehen beginnt. Barzani rückt in den Fokus der Ermittlungen durch Miles und Haden. Es bleibt abzuwarten, ob sie noch lange eine Rolle spielt oder ob sie demnächst auch umgelegt wird.

Wir selbst fiebern richtig mit und hoffen natürlich, dass Miles und Haden dem ganzen Konstrukt um Die Weisse Lilie sowie Howard und Porter auf die Schliche kommen.

“Krieg in Boston – Kapitel 1” ist der Beginn von etwas noch Größerem. Wir sind definitiv gespannt auf die Fortsetzung.

Sprecherleistung:

Die Sprecherliste ist irrsinnig lang, was darauf schließen lässt, wie vielschichtig und tiefgründig die ganze Hörspielserie ist: vom Erzähler über die Nachrichtensprecherin bis hin zu einem der Hauptcharaktere Henry Miles. Die Sprecher sind mit Bedacht ausgewählt und machen auch die vierte Folge der Hörspielserie “Die Weisse Lilie” zu einer ganz besonderen. Egal ob sachlich, aufgebracht, wütend, ängstlich oder arrogant – die Sprecher dieser Serie machen ihren Job großartig.

Geräusche und Musik:

Die dramatische Musik untermalt den Ernst der Lage. Nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch die Musik trägt dazu bei. “Die Weisse Lilie” ist keinesfalls ein Hörspiel zum Nebenbeihören. Wir wiederholen uns gerne, da man es nicht oft genug sagen kann: Kopfhörer auf und die Serie erwacht zum Leben.

Cover und Titel:

Anders als die drei Folgen zuvor ist das Cover in ein dunkles Blau getaucht. Der Krieg in Boston beginnt und das nicht zuletzt auf dem Cover. Die Dramatik wird auch hier deutlich.


Fakten

Label:

Lily Sound GbR

Gesamtspiellänge:

54min31

Produktionsjahr:

2017


Besetzung:
Erzähler Mark Bremer
Daniel Porter Martin Sabel
Henry Miles Stephan Benson
Samuel Haden Timo Kinzel
Frank Monroe Holger Mahlich
Carol Nolasco Sonja Szylowicki
Sean Mitchell Achim Buch
Lamar Johnson Sascha Rotermund
Iris Fairchild Ulrike Johannson
Michael Howard André Beyer
Jerry Finnigan Tim Knauer
Samira Barzani Céline Fontanges
Peter Flemming Volker Hanisch
Neil Bennet Konstantin Graudus
Chloe Farell Vanida Karun
Ansager Robert Levin
Yusuf Browning  Martin May
Dr. Irvine Michael Bideller
Ean Kai Henrik Möller
Sekretärin Manuela Bäcker
Pilot Achim Schülke
Chris Jens Wendland
Kellner Marc Bargmann
Nachrichten Manuela Bäcker