Folge der Woche: Sherlock Holmes – Die Originale – Shoscombe Old Place (50)

Sherlock Holmes und Dr. Watson haben es endlich mal wieder in die Kategorie “Folge der Woche” geschafft. Mit der Jubiläumsfolge “Shoscombe Old Place” (50), die ebenso als Vinyl erhältlich ist, starten wir nicht nur in die neue Woche, sondern sogleich in ein neues Jahr mit der kassettenbox.


Ein aufgewühlter Cheftrainer

Sherlock Holmes und sein Assistent Dr. Watson werden vom Cheftrainer des Shoscombe Gestüts, Mr John Mason (Wolf Frass), beauftragt. Mason berichtet, es gingen merkwürdige Dinge auf dem Gestüt vor sich. Sein Arbeitgeber Sir Robert Norberton (Reent Reins) verhalte sich äußerst merkwürdig. Man könne vermuten, er sei verrückt geworden. Holmes und Watson spitzen natürlich sofort ihre Ohren.

Das Leben auf Shoscombe Old Place

Sir Robert Norberton wohnt mit seiner Schwester Lady Beatrice auf Shoscombe Old Place. Er selbst hat hohe Schulden und verdankt es seiner Schwester, auf dem Areal leben zu können. In wenigen Wochen findet ein sehr wichtiges Pferderennen für Sir Robert Noberton statt, welches er mit Shoscombe Prince, dem besten Pferd überhaupt, bestreiten muss und möchte. Er erhofft sich, durch dieses Rennen neues Kapital zu gewinnen und auch auf eigenen Beinen stehen zu können. Da er hoch verschuldet ist, muss er dieses Derby unbedingt gewinnen.

Ein sonderbares Verhalten

Mr Mason ist aufgewühlt, weil Sir Robert tagelang nicht geschlafen und sich auch sein Verhalten gegenüber seiner Schwester vollkommen verändert hat. Diese hat sich seit einer Woche in ihrem Zimmer verbarrikadiert. Sherlock Holmes und Watson sind hier gefragt. Warum ist Sir Robert Noberton so neben der Spur? Hat es eine Auseinandersetzung zwischen den Geschwistern gegeben?

Sherlock Holmes hat eine ganz eigene Theorie – voll von Mumien, Morden und Intrigen. Ob sich diese wohl bewahrheitet?


Fazit

Inhalt:

Die Jubiläumsfolge kann nicht gänzlich überzeugen, hat hier und da jedoch gute Ansätze. Vor allem die Einführung der Geschichte verläuft vielversprechend und authentisch. Nur hätte man daraus konzeptionell sehr viel mehr machen können. Die Auflösung des Falls enttäuscht leider. Sherlock Holmes Theorie war diesbezüglich um Längen spannender als die Auflösung selbst. Andererseits könnte man auch sagen, dass mit dieser Folge der Hörspielhörer erfolgreich hinters Licht geführt wurde. Wie dem auch sei: Das Hören hat abermals Spaß gemacht.

Sprecherleistung:

Christian Rode als Sherlock Holmes. Dazu muss man eigentlich gar keine großen Worte mehr finden. Das passt wie die Faust aufs Auge. Auch Watson hat in der 50. Folge wieder alles gegeben – so fungiert er hier und da sogar als Erzähler und führt den Hörer in die Geschichte ein. Die Jubiläumsfolge sticht vor allem auch durch den prominenten Besuch von Reent Reins hervor, der die Rolle des Sir Robert Norberton übernommen hat.

Geräusche und Musik:

Wir haben es hier mit außergewöhnlich altertümlicher Musik zu tun, die nicht nur für Atmosphäre sorgt, sondern auch für Spannung. Leider kann diese Spannung nicht durchweg aufrechterhalten werden. Das vermag weniger an der Musik und den Geräuschen liegen, als vielmehr daran, dass “Shoscombe Old Place” inhaltlich nicht mehr hergibt.

Cover und Titel:

Weder Cover noch Titel verraten viel über die Handlung des Hörspiels. Dies kann gut oder schlecht sein. Manch ein Hörer findet es gerade gut, weil man noch nicht genau weiß, worauf man sich einlässt. Wir sehen es in der Tat eher positiv. Wir haben uns zurückgelehnt und der Folge zwar mit hoher Erwartung, aber ohne voreingenommen zu sein, gelauscht.

Gesamtspiellänge:

62min25

Produktionsjahr:

2010


Besetzung:
Sherlock Holmes Christian Rode
Dr. Watson Peter Groeger
John Mason Wolf Frass
Sir Robert Norberton Reent Reins
Josiah Barnes Kai-Henrik Möller
Stephens, Butler Michael Harck
Mrs Carrie Norlett, Zofe Claudia Gahrke
Mr Norlett Volker Bogdan
Kutscher Donald Arthur

Folge der Woche: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle: Der siebte Monat (26)

Bei “Sherlock Holmes” denkt man, beim Genre Hörspiel, zuallererst an die Klassiker-Fälle, die Maritim zwischen 2003 und 2011 als Original-“Sherlock Holmes”-Hörspielserie mit den beliebten Holmes- und Watson-Sprechern Christian Rode und Peter Groeger vertont hat. Hier findest du einige Blogeinträge dazu. Beachtung haben jedoch auch die neuen Fälle verdient, die bei wechselnden Hörspiel-Labels produziert werden. Diese bewahren häufig Traditionen, sind aber durch neue narrative Elemente geprägt und storytechnisch hier und da komplizierter.

“Der siebte Monat”, Folge 26 der Reihe “Die neuen Fälle” ist am 29. Juli dieses Jahres erschienen. Es handelt sich um eine Audio-Produktion – genauer eine Hörspiel-Pastiche* – vom Label Romantruhe Audio, einem deutschen Vertrieb und Produzenten von Büchern und Hörspielen, in Zusammenarbeit mit All Score Media.

* Was das genau ist, erfahrt ihr bei Sherlock Holmes Wiki.


Kongress über Psychoanalyse und Hysterie

Sherlock Holmes (Christian Rode) und Dr. Watson (Peter Groeger) reisen nach Hastings, in eine idyllische Küstenstadt. Um an einem medizinischen Kongress teilzunehmen, quartieren sie sich in ein Hotel ein, das 1849 errichtet wurde. Schon nach kurzer Zeit entpuppt sich die Reise als Geisterjagd, denn seit kurzem ist der Geist des Hotels verflucht. Ein gewisser Lord treibt sein Unwesen und spukt herum. Man munkelt, es ertönten Geräusche wie das Stöhnen eines Menschen.

Ein rätselhafter Küstenmord

Der Hotelbesitzer Peter Westlake (Werner Ziebig) ist von einer Klippe gestoßen worden. Sergeant Hopkins (Reent Reins) nimmt den Sohn des Ermordeten Hoteliers – Robert, Rufnahme Bobby (Daniel Montoya) – mangels Alibi in Haft. Mögliches Motiv: jahrelange Misshandlungen durch seinen Vater. Jener leugnet jedoch die ihm vorgeworfene Tat und beteuert aus tiefem Herzen seine Unschuld. Eine weitere Verdächtige, mit Gelegenheit und Motiv (wie Holmes es zu sagen pflegt), ist die gute Dame Helen Pritchard (Annekathrin Munz).

Ein düsteres Familiengeheimnis

Wo ein Mord, da ist Sherlock Holmes Spürsinn gleich geweckt. Er nimmt die Ermittlungen im Mordfall Westlake auf. Ist schließlich Stewart Hopkins selbst der Täter? Und dann tritt auch noch Inspector Lestrade (Lutz Harder) höchstselbst in Erscheinung. Die Suche nach dem Täter erscheint aussichtslos. Die Indizien überschlagen sich und des Schlüssels Lösung scheint in dem halben Jahrhundert alten Gedicht zu liegen. Schließlich umhüllt die Familie Westlakes ein grausames Familiengeheimnis …


Fazit

Inhalt:

“Der siebte Monat” ist ein kriminologisches Dickicht voll Energie und Leichtigkeit. Der Autor Eric Niemann greift mal wieder einige Motive aus den alten Vorlagen von Arthur Conan Doyle auf: ein gelangweilter Meisterdetektiv, welcher – der Ruhe überdrüssig – von Watson beinahe unfreiwillig aus London katapultiert wird und dort mit mysteriösen Vorgängen konfrontiert wird. Unterhaltsame Dialoge runden das Hörvergnügen ab.

Punkteabzug in der B-Note: Einmal im Hotel angekommen, dauert es einige Zeit, bis die Handlungsstränge zum eigentlichen Kern der Geschichte zusammengezurrt werden. Der Weg zur Aufklärung verläuft äußerst ruhig und ist stärker von Dialogen als von Handlungen geprägt. Achtung Spoiler! Die kleinteilige Spurensuche, die darin gipfelt, dass es lediglich Indizien, aber bis zuletzt keine eindeutigen Beweise gibt, ist absolut spannend umgesetzt. Szenarischer Höhepunkt sind die Hörspielschnipsel, die ohne die Figuren Holmes und Watson auskommen (zwei weitere Figuren widmen sich einem merkwürdigen Rätsel). Das gibt dem Hörer einen vermeintlichen Wissensvorsprung!

Alles in allem ist “Der siebte Monat” ein neueres Sherlock-Abenteuer mit einem spannenden Hintergrund, mehreren Geheimnissen, spannenden Rätseln, ausdrucksstarken Protagonisten und lebendigen Dialogen. Das Finale bringt noch einmal alle Beteiligten auf die Bühne, liefert überraschende Wendungen und schließt mit einer moralischen, fast schon philosophischen Fragestellung. Dialoglastige und ruhige Folge mit Seltenheitswert – Chapeau!

Sprecherleistung:

Neben den bekannten Stimmen der beiden Hauptfiguren sind sechs weitere Sprecher im Einsatz. Die Hörspiel-Crew macht durch die Bank hervorragende Arbeit. Allen voran Daniel Montoya vermag stimmlich zu überzeugen mit seinem freundlichen Gemüt, seinem Aufbegehren gegen seinen Vater, der späten Verzweiflung – all das wird eindringlich und glaubwürdig umgesetzt. Reent Reins alias Stewart Hopkins ist geprägt von einem unverkennbaren Klang, die eine äußerst interessante Figur erschafft. Annekathrin Munz, die Helen Pritchard ihre Stimme leiht, kann durch Rhythmus-Gefühl überzeugen.

Geräusche-Umsetzung:

“Der siebte Monat” ist von einer gewissen Ruhe geprägt, was sich auch auf die akustische Gestaltung auswirkt. Daher wurden einige zarte Zwischenmelodien eingebunden, die dem Gesamteindruck des Hörspiels gerecht werden sollen: Harmonie! Spannung wird hier und da jedoch auch erzeugt. Die Geräusche sind stimmig eingefügt und sorgen so für eine authentische, keinesfalls künstlich-überladene Atmosphäre.

Cover und Titel:

Das Cover zur Folge zeigt eine malerische Landschaftsaufnahme mit dem klassischen Motiv des Mannes am stürmischen Meer, dahinter sanfte Hügel. Die Gestalt von Sherlock Holmes hebt sich mit dessen typsischen Attributen deutlich ab. Das Coverbild ist in der Art eines alten Ölgemäldes gestaltet – damit erinnert es ganz stark an das Gemälde Der Wanderer über dem Nebelmeer von Caspar David Friedrich (1818).

Der Titel “Der siebte Monat” passt perfekt und macht unglaublich neugierig. An dieser Stelle nehmen wir natürlich nichts vorweg!

Gesamtspiellänge:

1h 19min 41sec

Produktionsjahr:

2016


Lieblingszitat:

Dr. Watson: “Jeden Morgen ein Brandy vertreibt alle Sorgen, Holmes.”

Sherlock Holmes: “Das Gewissen, mein lieber Watson, ist eine Wunde, die nie heilt,”, [Watson seufzt], “aber an der keiner stirbt.”


Besetzung:
Sherlock Holmes Christian Rode
Dr. Watson Peter Groeger
Inspector Lestrade Lutz Harder
Stewart Hopkins Reent Reins
Peter Westlake Werner Ziebig
Robert „Bobby“ Westlake Daniel Montoya
Bartholomew Cobb Nicolai Tegeler
Helen Pritchard Annekathrin Munz

Folge der Woche: Sherlock Holmes – Die Originale: Die fünf Orangenkerne (4)

Es ist mal wieder an der Zeit, die kassettenbox mit bester britischer Detektivarbeit zu füllen. Wie könnte uns dies besser gelingen als mit einer weiteren Folge der Woche aus der Sherlock Holmes-Sphäre. *Trommelwirbel* Hiermit präsentieren wir dir Die fünf Orangenkerne. Viel Spaß beim Lesen!


Ein nörgelnder, quengelnder, alter Mann

Oberst Openshaw (Eckart Dux) beklagt sich darüber, dass die heutigen Reichen für ihr Geld nicht hart arbeiten mussten, so wie er (auf den Plantagen damals … ). Ihm wurde der goldene Löffel nicht in die Wiege gelegt. Er hat hart geschuftet, um dort zu sein, wo er jetzt steht. Der Oberst scheint ein recht unzufriedener Mensch zu sein. Er motzt herum und schimpft ebenso mit seiner Haushälterin Mabel (Marina Erdmann), die schlechten Kaffee kocht.

Ein Brief mit Obstinhalten

Kurz darauf erhält Oberst Openshaw in Anwesenheit seines Neffen einen Brief. Er beinhaltet Obst, genauer gesagt: Überreste einer Orange. Fünf Orangenkerne! Der Oberst ist ganz außer sich und verfällt in Panik. Sein Neffe John Openshaw (Charles Rettinghaus) ist ganz verwundert, um nicht zu sagen schockiert, über dessen Reaktion. Er kann sich partout nicht erklären, wieso sein Onkel so scharf auf diesen Briefinhalt reagiert. „Ich bin tot“, sagt Oberst Openshaw. Welche Geschichte mag dahinterstecken?!

John Openshaw spricht in der Bakerstreet vor

John Openshaw sieht keinen anderen Ausweg, als bei Sherlock Holmes in der Bakerstreet anzuklopfen. Der junge Openshaw erklärt die Lage und zeigt das Kuvert, in dem die Orangenkerne abgegeben wurden. Auf der Innenseite des Kuverts findet sich ein Satz: „Leg die Papiere an die Sonnenuhr“. Vermutlich ist damit die Sonnenuhr im Garten der Openshaws gemeint. Was aber meint die Abkürzung KKK, die ebenfalls auf dem Kuvert steht?

Sherlock Holmes und Dr. Watson sind höchstmotiviert, um dieses Rätsel zu lösen. Gemeinsam mit John Openshaw fahren sie zum Anwesen der Openshaws. Doch da ist es schon passiert. Achtung Spoiler! Oberst Openshaw liegt im Gartenteich – tot.

Ein Fall für Sherlock Holmes & Dr. Watson

Viele offene Fragen ergeben sich: Was hat es mit den Orangenkernen auf sich? Wieso reagierte Oberst Openshaw so entgeistert, als er den Brief öffnete? Können Sherlock Holmes und sein Assistent Dr. Watson das Rätsel lösen? Und von wem wurde Oberst Openshaw umgebracht? Hat es etwas mit Openshaws Vergangenheit in den USA zu tun?


Kurzfazit

Inhalt:

Ein simpler Brief mit fünf Orangenkernen. Was kann dies schon bedeuten? Sollte dies etwa spannend sein? Zunächst kann man sich darunter keinen detektivischen Fall ableiten. Frei nach dem Motto „Die Vergangenheit holt uns alle irgendwann ein“ führt der vierte Fall von Sherlock Holmes – die Originale in die Geschichte von Oberst Openshaw.

Klassisch und rational wird der Inhalt des Hörspiels wiedergegeben. Spannung kommt dabei zunächst nicht auf; erst als auch John Openshaw in Gefahr gerät, wird der Hörer ein bisschen angefixt. Für den jungen Openshaw eröffnen sich ganz furchterregende Tatsachen aus der Vergangenheit seines Onkels. Zusätzlich kann man bei dieser Folge auch geschichtlich dazulernen. Und am Ende irrt sich sogar ein Sherlock Holmes, was tiefgreifende Folgen mit sich bringt …

Ganz abgesehen von diesem Fall sind wir der Meinung, dass ein Hörspiel nicht immer spannend sein muss, damit es sich lohnt, zuzuhören. Sherlock Holmes & Dr. Watson sind Grund genug, um ihren Fällen zu lauschen, da sie als Figuren hervorragend harmonieren und ein kleiner Schmunzler im Hörspiel auch sehr viel wert sein kann.

Sprecherleistung:

Eckart Dux als Oberst Openshaw übernimmt die Rolle des unzufriedenen alten Greises. Dies macht er brillant. Man kann die Sichtweisen des Obersts nachvollziehen, dennoch schafft Eckart Dux es, den Oberst unsympathisch erscheinen zu lassen.

Charles Rettinghaus, der John Openshaw seine Stimme leiht, hat in zahlreichen anderen Hörspielen mitgewirkt. So ist seine Stimme auch bekannt aus den Hörspielen Bibi & Tina, wo er die Stimme des Holger Martin einnimmt und Geisterjäger John Sinclair, wo er die Stimme für verschiedenste Charaktere darstellt. Im 21. Fall von Sherlock Holmes – Die Originale übernimmt Rettinghaus ebenfalls eine Figur.

Die Stimmen von Sherlock Holmes und seinem Kollegen Dr. Watson sind, wie gewohnt, 1A umgesetzt.

Geräusche-Umsetzung:

Die Geräusche stehen in diesem Hörspiel eher im Hintergrund, allerdings werden sie auf klassische Weise, wie man es bei Sherlock Holmes gewohnt ist, ins Geschehen integriert.

Gesamtspiellänge:

70min00


Lieblingszitat(e):

Sherlock Holmes: “Wie kann ich Ihnen behilflich sein, Mr Openshaw?”
John Openshaw: “Indem Sie sich mit Obstkernen genauso gut auskennen wie mit arabischen Pantoffeln!”

Ein unserer Meinung nach sehr schönes Zitat, das Sherlock Holmes erst mal genauso “doof” dastehen lässt, wie er das mit seinen wirren, für ihn rationalen, Gedanken bei manch anderem tut.

John Openshaw: “Wissen Sie, wer meinen Onkel ermordet hat?”
Sherlock Holmes: “Ja und Nein!”
Dr. Watson: “Holmes … HOLMES … was ist denn das schon wieder für eine Antwort. Jetzt rücken Sie schon raus mit der Sprache!”

Sherlock Holmes ist Justus Jonas in so vielen Dingen soo ähnlich! Oder umgekehrt?!


Besetzung:

Sherlock Holmes Christian Rode
Dr. Watson Peter Groeger
John Openshaw Charles Rettinghaus
Oberst Openshaw Eckart Dux
Mabel Marina Erdmann
Sergeant Pimbelton Udo Schenk
Zahlmeister Achim Schülke
Jim Henry König
Jed Peter Betram
Zeitungsjunge Till Endemann
Polizist Volker Bogdan

Folge der Woche: Sherlock Holmes – Die Originale: Die drei Garridebs (11)

Der fiktive Detektiv Sherlock Holmes ist eine Kunstfigur, die vom britischen Schriftsteller Arthur Conan Doyle geschaffen wurde. Seine Romane spielen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Für die Kriminalliteratur ist Holmes revolutionär: Seine neuartige forensische Arbeitsmethode beruht schlichtweg auf detailgenauer Beobachtung und nüchterner Schlussfolgerung. Das erinnert stark an unseren Ersten Detektiv Justus Jonas!

Sherlock Holmes gilt bis heute als Vorzeigedetektiv, der durch seine analytisch-rationale Denkweise als Stereotyp des perfekten Privatdetektivs gilt. Der Kanon umfasst zahlreiche Erzählungen, darunter 56 Kurzgeschichten und vier Romane. Aufgrund des Erfolgs und der Bekanntheit von Sherlock gibt es unendlich viele Verfilmungen und Vertonungen. Die Hörspiel-Reihe “Sherlock Holmes – Die Originale” gibt es kostenlos bei Spotify.


“Die drei Garridebs” ist ein vom Maritim Verlag produziertes Hörspiel. Es erschien als Nr. 11 in seiner Sherlock Holmes-Reihe. Die Handlung basiert auf der Kanon-Erzählung Die drei Garridebs.


Ein seltsamer Brief

Sherlock Holmes (Christian Rode) erreicht ein “in finanzieller Hinsicht” höchst kurioser Brief. Der US-amerikanische Anwalt namens John Garrideb (Michael Schwarzmaier) berichtet darin von einem seltsamen Erbe, das er antreten könne, sobald er zwei weitere Männer mit dem Nachnamen Garrideb ausfindig gemacht habe. Nathan Garrideb (Edgar Bessen), einen alten Wissenschaftler, habe er bereits gefunden.

& ein noch seltsameres Erbe

Selten hat Sherlock Holmes von einem derart ungewöhnlichen Testament gehört: Der Amerikaner Alexander Hamilton Garrideb, schlichtweg begeistert von der Seltenheit seines Nachnamens, hinterlässt sein gesamtes Vermögen im zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich. John Garrideb, der weder verwandt noch bekannt ist mit dem ursprünglichen Garrideb, wird lediglich eine Bedingung gestellt: Er muss zwei weitere Garridebs ausfindig machen, mit denen er das Geld dann zu gleichen Anteilen aufteilen kann.

Das Garrideb-Mysterium

In England macht John schnell einen gewissen Nathan Garrideb ausfindig. Dieser schaltet schließlich Sherlock Holmes ein, da weitere Nachforschungen zum Scheitern verurteilt sind. John Garrideb reagiert höchst unerfreut auf diese Kontaktaufnahme. Die Suche nach dem letzten Garrideb gestaltet sich schwieriger als erwartet, trotzdem behagt es John Garrideb überhaupt nicht, dass Sherlock und Watson (Peter Groeger) sich an dieser ungewöhnlichen Suche beteiligen möchten.

Zu viele Garridebs

Einige Zeit vergeht als John Garrideb nunmehr eine Anzeige mit dem Namen des vermeintlichen dritten Garrideb findet. Daraufhin schickt er Nathan zum letzten unbekannten Garrideb in der Runde. Sherlock Holmes beweist schlussendlich sprachliches Talent, indem er den Verbrecher anhand sprachlicher Abweichungen zwischen britischem und amerikanischem Englisch entlarven kann.


Kurzfazit

Inhalt:

Brillantes Verwirrspiel um drei Garridebs und ein Millionenerbe.

Dies ist die erste von wenigen Sherlock-Holmes-Episoden (Die Originale), in denen ein Telefon in der Baker Street Erwähnung findet und tatsächlich auch benutzt wird. Ziemlich modern für diese Zeit ist auch die Nutzung des Londoner Telefonsbuchs.

In der Geschichte (Achtung Spoiler!) wird Watson angeschossen. Ein zugleich tragischer und schöner Moment! Denn die Wunde ist es ihm wert: Zum ersten Mal zeigt Sherlock Holmes in seiner Angst und Sorge um seinen alten Freund Watson seine wahre Zuneigung. Prädikat: äußerst hörenswert!

Sprecherleistung:

Sherlock Holmes und Dr. Watson laufen mit ihrer Sprechweise und ihrem Sprechwitz zur wahren Höchstform auf.

Geräusche-Umsetzung:

Klassisch-dezente Sherlock-Holmes-Musik sowie passende Geräusche in dramatischen Hörmomenten wie etwa die Überwältigung des Verbrechers und die Schusswunde von Dr. Watson.

Gesamtspiellänge:

67min13


Lieblingszitat(e):

Sherlock Holmes sichtet gemächlich seine Post.

Dr. Watson: “Und Holmes? Ist etwas Interessantes dabei?”
Sherlock Holmes: “Na das Übliche, Watson: Ersuchen um Hilfe bei der Vertuschung von Frauengeschichten, Bitten um Ratschläge, … Fanpost.”
Dr. Watson: “Also nichts, das der Größe Ihres Geistes angemessen wäre.”
Sherlock Holmes: “Sie sagen es, Watson …!”

Mit Sherlock Holmes haben wir wohl in unserer kassettenbox das ideale Pendant zu Justus Jonas gefunden!


Besetzung:
Sherlock Holmes Christian Rode
Dr. Watson Peter Groeger
Inspektor Lestrade Volker Brandt
John Garrideb Michael Schwarzmaier
Nathan Garrideb Edgar Bessen
Mr. Holloway Torsten Münchow
Polizist Manfred Erdmann