Kleiner Drei – Ein Hörspiel von Josef Ulbig

Kleiner Drei ist ein bei der Lauscherlounge am 18. Oktober 2019 erschienenes Hörspiel. Regie geführt von Josef Ulbig, gesprochen von u. a. Max Riemelt, Eva Meckbach und Johannes Klaußner, handelt es sich um ein Hörspiel über Freundschaft, Liebe und das Kinder kriegen.

Rosa bietet sich an, für das Paar Moritz und Kemal die Leihmutterschaft zu übernehmen. Sie ist die beste Freundin von Kemal. Sie weiß, dass sich die Beiden schon längere Zeit Nachwuchs wünschen. Allerdings ist das Kinder kriegen für gleichgeschlechtliche Paare schon aus administrativen Gründen nicht so einfach. Daher bietet Rosa an, von den Beiden ein Kind zu bekommen und es für sie auszutragen. So weit, so gut.

Das Besondere am Hörspiel ist die Erzählweise. Die Geschichte wird von hinten nach vorne erzählt, was ggf. zuerst ungewöhnlich klingt, weil man dann ja bereits zu Beginn weiß, wie die Geschichte ausgeht. Aber das macht in diesem Fall gar nichts, da man als Hörer emotional direkt einsteigt und man unbedingt erfahren möchte, wie es zu diesem Ende kommen konnte und was die Personen dazu bewegt hat, so zu handeln und sich so zu entscheiden. Kleiner Drei ist ein neues Hörspielerlebnis.


Fazit

Inhalt:

Kleiner Drei ist ein sehr emotionales Hörspiel. Es geht darum, was es mit einem Menschen macht – mental – wenn man beschließt für beste Freunde eine Leihmutterschaft einzugehen. Josef Ulbig schafft es, in 90 Minuten eine Geschichte rückwärts zu erzählen, ohne, dass man sich eine Minute lang langweilt. Zu Beginn waren wir tatsächlich skeptisch. Was soll das für ein Hörspiel sein, das das Ende zuerst erzählt? Aber je länger man zuhört, desto interessanter wird es und desto mehr leuchten einem die Entscheidungen der einzelnen Charaktere ein. Man lernt sie so auf eine andere Weise kennen – das Experiment ist geglückt.

Sprecherleistung:

Wir lieben Max Riemelt. Schon immer & schon allein deswegen haben wir uns sehr auf das Hörspiel gefreut. Er ist nicht nur ein guter Schauspieler, sondern eben auch für das Hörspiel-Medium als Sprecher gut geeignet. Mit Eva Meckbach und Johannes Klaußner hat er zwei Kollegen an seiner Seite, die viel Erfahrung mitbringen. Eva Meckbach ist ebenfalls Schauspielerin und gefragte Hörbuchsprecherin. Kollege Klaußner ist ebenfalls viel vor der Kamera in Film und Fernsehen zu sehen. Die Drei bilden ein homogenes Sprechertrio.

Cover und Titel:

Auf dem Cover sind die drei Sprecher der Hauptcharaktere zu sehen bzw. Ausschnitte von ihren jeweiligen Gesichtern. Zusammen ergibt sich ein “neues” Gesicht.

Wieso lautet der Titel Kleiner Drei? Sicherlich wird der Titel etwas mit den Zeichen “<” und “3” zu tun haben, die gemeinsam ein Herz <3 ergeben. Im Hörspiel geht es um tiefe Freundschaft und natürlich auch Liebe. Es geht um Liebe zwischen Freunden, Vertrauen, Hoffnung, Schmerz und insgesamt eben um sehr viele Emotionen. Kleiner Drei wird aber bestimmt auch mit der Konstellation der drei Hauptcharaktere zu tun haben.

Hörspieltrailer:

Wenn du einmal reinlauschen möchtest, findest du hier einen Trailer zum Hörspiel.

Gesamtspiellänge:

90 Minuten

Erscheinungsdatum:

18.10.2019

Besetzung:

In den Hauptrollen:

Max Riemelt / Eva Meckbach / Johannes Klaußner

In den Nebenrollen:

Peter Lontzek / Julia Lowack / Gabriele Blum / Nana Spier / Magdalena Helmig / Julia Stoepel / Asad Schwarz-Msesilamba / Traudel Sperber / Eva Schulz / Ulrike Kapfer / Anton Weil


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das Rezensionsexemplar von der Lauscherlounge zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Folge der Woche: Radio-Hörspiel – Fast genial (WDR)

Fast genial ist auch unsere neue Folge der Woche. Es handelt sich hierbei um das Hörspiel zum gleichnamigen Roman von Benedict Wells. Das Hörspiel ist eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks Köln und wurde im Jahr 2012 aufgenommen (Regie und Bearbeitung: Anja Herrenbrück; Redaktion: Georg Bühren). Wieso die kassettenbox gerade dieses Stück ausgespuckt hat, lässt sich leicht beantworten: per Zufall. An dieser Stelle möchten wir noch den WDR Hörspielspeicher verlinken. Wenn du mal nicht weißt, was du hören willst, wirst du bei dieser Sammlung auf jeden Fall fündig!

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Ob das Hörspiel „Fast genial“ genauso gut ist wie das Werk von Wells, das erfährst du jetzt und hier.


Schwierige Familienverhältnisse

Francis lebt mit seiner Mutter im Trailerpark in Claymont bei New Jersey. Sie sind arm dran, aber das war nicht immer so. Jetzt wird es immer schlimmer. Francis Mutter geht es gesundheitlich gar nicht gut. Sie ist psychisch kaputt und muss sogar in eine Klinik eingewiesen werden. Francis lebt derweil allein im Trailerpark. Er ist 17 Jahre alt, was man ihm aber nicht ansieht, da er groß und muskulös ist. Er hat einen jüngeren Halbbruder Nicky (13), der bei seinem Vater Ryan lebt. Die beiden führen ein wohlhabendes Leben in New York. Ryan ist nicht Francis leiblicher Vater. Seinen richtigen Vater kennt Francis nicht. Er weiß auch nicht, wie er heißt.

Die Liebe und ein Abschiedsbrief

Während sich seine Mutter in der Klinik befindet, kommt ihn ihr Sohn oft besuchen. Dabei macht er die Bekanntschaft mit Anne-May, einem Mädchen, das sich umbringen wollte und daher ebenfalls Patientin in der Klinik ist. Francis ist sofort begeistert von ihr und kann gar nicht mehr von ihr lassen. Als seine Mutter versucht, sich in der Klinik das Leben zu nehmen, findet Francis eine Art Abschiedsbrief, in dem sie Andeutungen darüber macht, wer Francis Vater wirklich ist …

Ein Abenteuer unter drei Freunden

Daraufhin macht sich Francis mit seinem besten Kumpel Grover und der aus der Klinik ausgebüxten Anne-May, auf den Weg zur Westküste. Ohne zu wissen, was sie erwartet oder vorfinden werden, stürzen sich die zwei mit Francis in ein Abenteuer, das sie so schnell nicht vergessen werden. Auf dieser Reise kommen viele Wahrheiten ans Licht, die Liebe und Freundschaft im Allgemeinen spielen eine sehr große Rolle in dieser Geschichte – genauso wie das Glücksspiel. Ein Hörspiel vom Erwachsenwerden und von der wichtigen Rolle, die ein Vater in einem Leben einnimmt.


Fazit

Inhalt:

Das Hörspiel ist von 336 Seiten auf ca. 50 Minuten heruntergebrochen worden. Dennoch hat es die wichtigsten Einzelheiten der Geschichte mit aufgegriffen. Es gibt keinen Erzähler, sodass das Hörspiel nur vom Dialog lebt. Und es lebt definitiv. Durch die passende Musik und die Stimmen, kommt das Abenteuer im Allgemeinen und das Gefühlsleben von Francis im Speziellen sehr gut zur Geltung. Klar ist, dass es sich um eine Zusammenfassung handelt. Es gibt keine Ortsbeschreibungen oder ausufernden Dialoge (die gibt es im Buch aber auch nicht), sodass sich wirklich auf das Wesentliche konzentriert wird. Wer das Buch vorab liest, wird auch einen anderen Blick auf das Hörspiel haben. Du hast das Buch noch nicht gelesen, das Hörspiel aber gehört? Dann schreib uns gerne und sag uns, wie dir das Hörspiel gefallen hat.

Geräusche-Umsetzung:

Die Musik spielt im Hörspiel eine wichtige Rolle. Es werden viele Musikstücke abgespielt, die das Alter der drei Jugendlichen untermalen. Eminem ertönt ziemlich oft und das ist auch kein Zufall. Im Buch sieht der Protagonist oft Parallelen zwischen dem US-amerikanischen Rapper und seinem Leben. Die Zwischenszenenmusik ist teilweise dramatisch bzw. tiefgehend. Insgesamt macht es Spaß, zuzuhören.

Sprecherleistung:

Die Stimmen der Akteure wirken sehr echt und kommen authentisch rüber. Man hat das Gefühl, dass sie einem direkt in den Kopf steigen, weil sie sehr nah am Geschehen sind. Das ist nicht bei allen Hörspielen so. Hier denkt man, die Personen stehen direkt vor einem, weil die Stimmen laut und deutlich ohne störende Geräusche im Hintergrund wirken. Die Stimmen der einzelnen Charaktere sind sehr gut ausgewählt. Francis Stimme ist eher dunkel, die von Grover mehr verspielt und freundlich. Sie ist so, wie man sich eine Stimme eines besten Freundes, der für einen durchs Feuer gehen würde, vorstellt. Anne-Mays Stimme ist gleichzeitig verspielt und geheimnisvoll. Bei ihrem Charakter ist diese Mischung aber gerade richtig. Sowohl die Sprecherauswahl als auch deren Leistung bewerten wir daher als sehr gelungen.

Gesamtspiellänge:

48min13

Produktionsjahr:

2012


Hörspiel zum Nachhören:

Im WDR-Hörspielspeicher kannst du “Fast genial” unter folgendem Link nachhören.


Besetzung:
Francis Ole Lagerpusch
Anne-May Natalia Rudziewicz
Grover Jonathan Dümcke

kb-nachgefragt: Interview mit Anna Basener, Autorin von Be My Match

Liebe Anna Basener, wofür entscheidest Du Dich: für ein gut gemachtes Hörspiel oder einen durchschnittlichen Spielfilm mit deinem/er Lieblingsschauspieler/in?

Anna Basener: Ich gucke kaum Spielfilme, schon gar keine durchschnittlichen. Ich schalte Filme auch schnell aus, wenn sie mich langweilen oder mir nicht gefallen. Also definitiv das gute Hörspiel!

Von der fixen Idee bis zum Hörspielmanuskript – Gib uns Einblicke in den kreativen Entstehungsprozess einer Autorin.

Anna Basener: “Be My Match” war eine Auftragsarbeit, also war der Initiator Audible. Sie hatten einen Text von mir in der VICE gelesen und daraufhin gefragt, ob ich was Romantisches für sie schreiben will. Sie wollten was Junges, einen frischen Tonfall. Ich habe noch nie vorher ein Hörspiel geschrieben, sondern viel Prosa. Ich kam also zum Hörspielschreiben ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde. Aber ich schreib’ gern Dialoge und hatte sofort Lust drauf. Ich habe dann als erstes die Figuren konzipiert und mit Audible besprochen. Dann die ersten Folgen, dann besprochen, dann weiter schreiben. Und so ging das immer weiter, bis wir zehn Folgen hatten.

Mit welcher der Hauptfiguren in “Be My Match” würdest Du gerne einen Tag verbringen? Was würdet ihr zusammen unternehmen?

BeMyMatch_CoverAnna Basener: Ich würde gern mit Ludwig eine Führung im Spreepark (stillgelegter Freizeitpark in Berlin) machen. Und danach aufs Badeschiff (schwimmendes Freibad in der Spree), oder so. Er würde es dann wahrscheinlich komplett mieten. Dann hätten wir es für uns und unsere Freunde. Das wär bestimmt sehr fein. Und vielleicht würde ein bisschen was von Ludwigs hedonistischer Dandy-Ausstrahlung auf mich abfärben.

Die schillernde Welt der Online-Dating-Portale lässt uns glauben, dass Liebe algorithmisch kalkulier- und vorhersagbar sei. Was glaubst Du?

Anna Basener: Ich glaube nicht, dass Liebe vorhersehbar ist, aber sie ist zumindest wahrscheinlicher, wenn man ähnliche Interessen hat. Und das finden Dating-Plattformen ja für einen raus. Online-Dating ist eine weitere Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, und das ist immer gut. Mir ging es in “Be My Match” auch weniger darum, dass mit Hilfe des Dating-Portals ein Paar entsteht, sondern, dass sich vier Menschen kennenlernen, die sich sonst größtenteils nicht begegnet wären. Und da prallen dann Welten aufeinander. Das finde ich spannend.

Jan und Sophie “matchen” so gar nicht, wollen es aber trotzdem – vielmehr gerade deswegen – miteinander versuchen und daten sich: zehn lange Wochen! Wie bist Du auf die Idee gekommen, ein Hörspielskript zu diesem Thema zu schreiben?

Anna Basener: Audible hat als Auftraggeber schon einen Rahmen gesetzt. Es sollte in der Serie um Dating gehen, Vorbild war ein bisschen das Projekt ’40 Days of Dating’ aus den USA. Es ist nicht fiktional und lebt von seiner visuellen Umsetzung. Dort versucht ein Paar seiner Beziehung mit einem Regelwerk zu begegnen. Das hat mich auf Online-Dating und Tinder gebracht, da geht es ja auch um Berechnungen, die angestellt werden, um ein gutes Match zu finden.

Weshalb hast du ein Radio-Setting für Deine Geschichte ausgewählt?

Anna Basener: Ich wollte einen auditiven Beruf für eine der Figuren. Radiomoderation und Hörspiel passen sehr gut zusammen. Man kann damit spielen, dass die Hörer des Hörspiels zu Hörern der Radioshow werden, und sie dann mit hinter die Kulissen nehmen. Ich fand das sehr spannend.  Außerdem hat mich Dating und Verlieben als Teil von Unterhaltungsshows interessiert. Auf jedem Privatsender sucht irgendwer eine Frau oder Schwiegertochter oder C-Promis planen ihre Hochzeiten … Meine Hauptfigur Jan findet so was total scheiße und muss trotzdem mitmachen. Der Konflikt hat mich interessiert.

BeMyMatch_Gruppenbild Cast+Regie+Autorin

Cast, Regie & Autorin von “Be My Match” (©Audible)

Die Macher von “Be My Match” versprechen eine „komplett andere Dating-Serie“, die unseren Hör- und Sehgewohnheiten zuwiderläuft. “Be My Match” sprenge die Grenzen zwischen Film und Hörspiel. Kannst Du das bestätigen? Inwiefern unterscheidet sich “Be My Match” von anderen Formaten?
Anna Basener: “Be My Match” ist aus zwei Gründen komplett anders. Zum einen ist es nicht im Studio aufgenommen, sondern an realen Orten. Wenn ich ins Skript Bikini Berlin oder Nachts, Straße geschrieben habe, dann haben sie auch dort aufgenommen. Die Geräusche sind echt, sie sind die des Ortes, also zum Beispiel einer Straße, die nachts anders klingt als tagsüber. Die Schauspieler standen auch nicht allein am Mikro und haben ihren Text abgelesen, sie haben fast völlig frei im Raum gespielt, sich bewegt und berührt. Sie waren wirklich mehr Schauspieler als Sprecher. Und deshalb ist es auch fast filmisch. Wir waren bei den Aufnahmen ja richtig an Sets mit Drehgenehmigungen, und das hört man auch. Die Athmo ist nicht künstlich reingebaut, die Location ist enorm wichtig für den Klang der Szene.

Und was den zweiten Grund für „komplett anders“ angeht: Dafür muss man das Hörspiel bis zu Ende hören. Das kann ich hier nicht spoilern.

Be My Match” spielt on location, also am ‘Ort des Geschehens’. Wieviel Berlin steckt im Hörspiel?

Anna Basener: Schon recht viel. Es wurde zum Beispiel im Bergmannkiez und im Lafayette aufgenommen. Es geht natürlich um die Geschichte und die Figuren, aber vielleicht spielt Berlin eine wichtige Nebenrolle, denn man kann die Stadt ja genauso hören wie die Figuren.

In der Rolle der Autorin: Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit der Regie, den Produzenten und Schauspielern?

Anna Basener: Sehr wichtig, besonders weil es ja mein erstes Hörspiel war. Johanna Steiner, die Regisseurin, und ich haben viel über die Figuren gesprochen, und dann habe ich ihr staunend beim Inszenieren zu gesehen. Ich war einfach baff, wie gut sie mich versteht und transportiert hat, wo ich auch hinwollte. Die Schauspieler waren allesamt großartig. Es ist einfach sehr spannend, den eigenen Text gesprochen und dann gespielt zu hören.

Was macht “hörspielgerechtes” Schreiben aus?

Anna Basener: Alles, was passiert, braucht ein Geräusch. Mir war klar, dass ich keinen Erzähler wollte. Also muss alles im Dialog passieren oder auditiv sein. Beschreibungen bringen einem gar nichts, das musste ich mir ein paar Mal sagen. Ich fand das aber auf eine gewisse Art auch befreiend. Es ist ja mit Regeln oft so, dass sie einen auf den ersten Blick zwar limitieren, einem es dann aber innerhalb der Regulierung wieder leicht machen. Ich musste mir auch nicht groß überlegen, wie Räume aussehen oder Möbel beschreiben, wie das bei Prosa manchmal ist. Davon war ich befreit. Das hat Spaß gemacht.

Planst Du weitere Hörspielprojekte?

Anna Basener: Ja, aber das ist alles noch nicht spruchreif …

Anna, wir danken Dir herzlich für dieses Gespräch.

Mehr Informationen zur Hörspielserie “Be My Match” gibt es in unserem kb-spezial.

 

kb-spezial: Hörspielserie Be My Match

“Be My Match” ist eine Hörspielserie von Anna Basener, eine Produktion des Hörspielstudio XBerg (Lauscherlounge) im Auftrag von Audible Studios.

Von der fixen Idee bis zum Hörspielmanuskript, die schillernde Welt der Online-Dating-Portale und die Wahl des Radio-Settings: Wir haben bei der Autorin nachgefragt und weitere Details zum Hörspiel erfahren:

Zum Interview mit Anna Basener


Die Hörspielserie

Jan (Richard Barenberg) ist alleinstehender Weltenbummler und moderiert Radioshows. Nun soll er anstatt seiner schnöden Reiseberichte zehn Wochen lang ein Mädchen daten, das laut Matching-Algorithmus so gar nicht zu ihm passt – ein waghalsiges Dating-Experiment! Sophie (Nora Jokhosha) ist Jans ganz persönliche Dating-Hölle: Spaßbremse, unspontan, unkreativ und so gar nicht frech unterwegs. Sie ist ein wenig verbissen und kann Jans Lederjacke mitsamt seinem Gehabe überhaupt nicht leiden.

Swipe for love – Wischen, faven, texten, daten

Die digitale Welt offenbart viele Verheißungen. Zu guter Letzt ist es einfach bequem, sich die noch ofenwarme Pizza binnen Minuten vor die Haustür liefern zu lassen. Fehlt ein Smoothie-Mixer, füllt er schon am nächsten Morgen das Küchenregal. So ist es nicht verwunderlich, dass die Menschen auch in Sachen Liebe auf das Netz vertrauen (angeblich verliebt sich ja auch alle elf Sekunden ein Single über eine bekannte Online-Partnervermittlung mit Sitz in Hamburg!).

Die verrücktesten Dating-Portale versprechen den Perfect Match. Dating-Apps bringen Frutarier, Computer-Nerds und Normalos an eine Bar, ins Kino, auf die Couch oder auch gleich ins Bett. Die Hörspielserie “Be My Match” dreht sich um die alles entscheidende Frage: Ist Liebe wirklich kalkulierbar? Was ist mit all den Singles, die laut Berechnungsschlüssel nicht zu uns passen? In den meisten Fällen kommt es nicht zu Dates, die den Matching-Algorithmen widersprechen. Was passiert, wenn sich zwei Menschen trotzdem treffen? Jan und Sophie, das unperfect match!

Alle, die auf mein Profil klicken sind Freaks und notgeile Idioten. (Jan)

Verkopfte Chemikerin mit Doktortitel (36) trifft freiheitsliebenden Digitalnomaden (30)

Radio-Intendant Maninger (der stimmlich übrigens im Verborgenen bleibt!) zwingt Jan, sich auf ein Dating-Experiment einzulassen. Seine Redaktionsassistentin Katinka (Maja Maneiro) meldet ihn bei einem Dating-Portal an, um eine Frau zu suchen, die nicht mit Jan “matched”. In der Radiosendung soll Jan mit Paartherapeutin Dr. Hennes (Judy Winter) pikante Details besprechen, ganz offen Woche für Woche von seinen Dates mit Sophie berichten.

Jan (Richard Barenberg) und Sophie (Nora Jokhosha) von "Be My Match" (©Audible)

Jan (Richard Barenberg) und Sophie (Nora Jokhosha) von “Be My Match” (©Audible)

Sophie ist promovierte Chemikerin, handelt vom Kopf her und hätte sich ohne Drängen ihres schwulen besten Freundes Ludwig (Jeremias Koschorz) niemals bei bemymatch.de angemeldet. Sophie schlägt sich mit ihrem rational-analytischen Werkzeug durchs Leben, ist dabei ganz unabhängig von der Männerwelt. Verheirateter Unternehmensberater aus München adé! Ludwig glaubt, dass Sophie den “richtigen Mann” finden wird. Damit Ludwig an seiner Disseration weiterschreibt, datet Sophie einen Mann, der so gar nicht in ihr Beuteschema passt.

Sexy & das wars

Das einzige, was Jan und Sophie verbindet, ist ein erstes schlechtes Date und ihre gegenseitige äußere Anziehungskraft. Die beiden stoßen sich ab, teilen keine gemeinsamen Interessen, haben unterschiedliche Wertevorstellungen und Ansprüche an das Leben. Dennoch ist Jan felsenfest davon überzeugt, dass er jeder Frau auf dieser Welt zitternde Knie bereiten kann.

Jan kann Sophie schließlich dazu überreden, sich auf das Annäherungsexperiment einzulassen. Sie vereinbaren zehn weitere Dates, halten ihre Motivationen aber im Verborgenen. Sophie führt Jan an der Nase herum und managed ihre wissenschaftlichen Feldversuche. Diese weiß wiederum nicht, dass Jan im Radio arbeitet und Woche für Woche intime Details ausplaudert … So weit, so skurril!

Das Konzept: on location

Audbile feiert mit “Be My Match” von Anna Basener Premiere. Erstmalig wurde ein authentisches vor-Ort-Hörspiel geschaffen. “Be My Match” liefert uns eine ehrliche Geräuschkulisse aus der Hauptstadt: Liebe, Leidenschaft und rotzig-freche-Dialoge mit Großstadtflair. Die große Liebe finden – und das nicht im Tonstudio, sondern in den Straßen und Cafés von Berlin & in garantiert mehr als elf Sekunden!

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Beim Dreh von “Be My Match” in Friedrichshain (©Audible)

Unser Fazit: Filmproduktion ohne Linse

Aufnahmen vor Ort sind keine Neuerfindung des Rades – Stereo und Raumtiefe gehören zu den Klassikern des Hörspiel-Genres. “Be My Match” gelingt es jedoch, mit viel Action und Effekten auch eine jüngere Zielgruppe anzusprechen. Durch die filmischen bzw. theatralen Inszenierungen hinter dem Mikrofon wird die Geschichte zum Leben erweckt. Man hat als Hörer beinahe das Gefühl, mittendrin – am Ort des Geschehens – zu sein. Diese positiven Aspekte lassen uns manch konstruiert wirkende Szene – etwa die Tatsache, dass Sophie und Ludwig so spät von Jans Radioshow Wind bekommen – vergessen.

Gesamtlänge:

5h 11min (10 Folgen à 30min)

Besetzung:
Radiomoderator Jan Richard Barenberg
Sophie Nora Jokhosha
Ludwig Jeremias Koschorz
Katinka Maja Maneiro
Paartherapeutin Dr. Hennes Judy Winter
In weiteren Rollen:
Otto Strecker
Hanna Chaka
Claude-Albert Heinrich
Anna Basener
Masha Sedgwick

Gelangt hier zu ausgewählten Hörproben.

Zum Trailer geht es hier entlang.