HD-Vinyl – was ist das?

Wir sind ja bekanntlich nicht nur Kassettenfans der – für uns – ersten Stunde, sondern auch Freunde der guten, alten Schallplatte. So ist doch tatsächlich das ein oder andere Hörspiel auf Vinyl in unser Hörspielregal gewandert – neben den drei Detektiven aus Rocky Beach auch Sherlock Holmes oder auch andere Hörspielserien.

Unsere Begeisterung für die runde Platte ist dabei keine Einzigartigkeit, so scheint sie seit geraumer Zeit wieder mehr in den Läden vertrieben zu werden. Genau genommen hat der Umsatz des kultigen Mediums seit 2013 (29 Mio. Euro Umsatz) wieder stetig zugenommen. Im Jahr 2015 lag der Umsatz noch bei 50 Mio. Euro, während er im letzten Jahr bei 74 Mio. Euro gemessen wurde.

Was macht das Hören von Schallplatten eigentlich so besonders?

Diese Frage beantwortet sicherlich der ein oder andere für sich anders. Für uns ist es ein besonderes Gefühl nach Hause zu kommen, eine Kassette ins Kassettendeck zu legen und auf Play zu drücken. Genauso ist es bei Schallplatten. Es verleiht einem dieses besondere Gefühl, das man aus der Vergangenheit kennt, wenn der Vater seine Liebnlings-LP im Wohnzimmer aufgelegt hat und genau dieses Gefühl wird immer wieder abgespielt, sofern der Schallplattenspieler angeschmissen wird. Es ist also eine große Portion Nostalgie dabei! 

Was ist denn jetzt eigentlich HD-Vinyl?

HD-Vinyl soll den Sound der Schallplatte optimieren. Dabei soll die Schallplatte nicht nur besser klingen, sondern gleichzeitig auch weniger umweltschädlich sein. So wie wir es bereits vom Fernseher kennen, wird eben auch die Schallplatte hochauflösend. Wieso auch nicht? 

Dem Thema hat sich das österreichische Startup REBEAT angenommen. 

Die neuen, verbesserten Platten decken einen größeren Frequenzbereich ab, außerdem passen bis zu 30 Prozent mehr Ton-Informationen auf die Platte. Die Produktion läuft grundlegend anders als bei herkömmlichen Schallplatten: Die Audiodaten werden zunächst von einem Konstruktionsprogramm aufbereitet, anschließend schreibt ein Laser die Daten auf die Pressmatrize. Das ist nicht nur genauer, sondern geht auch deutlich schneller als das herkömmliche Herstellungsverfahren mit Schneidemaschinen aus den 60ern, die mechanisch die Toninformationen in die Matrize kratzen. Weil weniger Chemikalien zum Einsatz kommen und die Pressmatrizen länger verwendet werden können, wird durch die neue Technik die Umwelt geschont.

Quelle: stern.de

Aber was natürlich besonders wichtig ist: HD-Vinyl soll auch über deinen jetzigen Schallplattenspieler abspielbar sein. Man muss sich also nicht extra einen neuen Spieler zulegen. Warten wir doch mal ab, was das kommende Jahr so bringt. Ob sich HD-Vinyl tatsächlich durchsetzen wird? Wir werden sehen … :).

Weitere Informationen zum Thema findest du beispielsweise im Musikexpress.

kb-nachgefragt: Interview mit den Produzenten von Die Weisse Lilie

  1. Die Weisse Lilie – das ist eine im Jahr 2016 gestartete Hörspielserie mit bis dato vier Folgen. Das ist erst der Anfang – geplant sind jedenfalls noch viele weitere. Ende Januar erschien die 4. Folge “Krieg in Boston – Kapitel 1”.

Am Montag haben wir es bereits angeteasert & jetzt hat das Warten ein Ende. Wir haben Timo Kinzel und Benjamin Oechsle, ihres Zeichen Produzenten der Hörspielserie “Die Weisse Lilie”, ein paar Fragen rund um die Serie gestellt.

Lieber Timo, lieber Benni, „Die Weisse Lilie“ ist hochspannend und akustisch eine Wucht. Was macht für Euch das Hörspiel aus?

Timo: Vielen Dank erstmal für das Interview und euer Lob! Als wir mit der Serie angefangen haben, haben wir uns im Prinzip vorgenommen, eine Geschichte zu schaffen, die so klingt, wie wir sie als Hörspielhörer selbst gerne hören würden. Uns ist wichtig, dass wir eine spannende, individuelle Handlung haben, die komplex ist und bei der man am Ball bleiben muss. Und bei der Sprache halten wir es lieber etwas umgangssprachlicher, also schön authentisch.

Benni: Ein besonderes Augenmerk legen wir auf das Sounddesign. Da betreten wir Neuland und wollen die Schauplätze immer mit so vielen Details und passenden Panoramen versehen, dass man auf Kopfhörern das Gefühl hat, mitten in der Szene zu sein – selbst wenn es nur eine vermeintlich „leichte“ Büro-Szene ist. Mit den ersten vier Kapiteln sind wir unserer Vorstellung von gutem Kopfkino auch schon recht nah gekommen. Und es ist toll zu sehen, dass es auch anderen Leuten gut gefällt!

Die ersten drei Kapitel machen deutlich, dass es sich bei Eurer Serie um eine sehr komplexe Geschichte handelt. Wieso spielt sie ausgerechnet in Boston und im Kongo?

Timo: Ja, das stimmt, selbst für uns ist es manchmal gar nicht so einfach, den Überblick auf die komplexen Geschehnisse zu behalten. ;-) Aber gerade dieser Aspekt macht beim Schreiben der Geschichte wahnsinnig viel Spaß – parallel laufende Handlungsstränge miteinander zu verbinden.

Die Idee, Boston und den Kongo als Startpunkt der Geschichte zu nehmen, kam – glaub ich – relativ spontan. Wir hatten damals in den Jahren 2009 und 2010 angefangen, unsere vielen Ideen, die wir gesammelt hatten, zu einer richtigen Geschichte zu formen und dabei haben wir beispielsweise auch überlegt, welche außenpolitischen Ereignisse wir miteinfließen lassen wollen. Und die damaligen Ereignisse im Kongo fanden wir ziemlich spannend. „Die Weisse Lilie“ wird sich im Laufe der Zeit aber noch weiter über den Globus bewegen, der Kongo und Boston werden also nicht die einzigen beiden Handlungsorte bleiben.

Benni: Wir wollten die Geschichte auf jeden Fall in den USA spielen lassen, weil dort viele Stränge der globalen Politik zusammenlaufen. Ich glaube, dass wir uns damals überlegt hatten, dass Städte wie New York oder Los Angeles einfach zu abgedroschen sind und Boston etwas Frisches aber vom Stadtbild her auch etwas Altes, Europäisches zu bieten hat.

Mit welcher der bisher da gewesenen Figuren könnt Ihr Euch am meisten identifizieren?

Benni: Miles … zumindest am Montagmorgen ;-)

Timo: Miles, auf jeden Fall, ja. Dieser ausgeprägte Gerechtigkeitssinn, den er hat, den kann man gut nachempfinden. Und Stephan Benson spricht diese Figur auch einfach unfassbar gut!

Die Akustik eines Hörspiels ist wichtig. „Die Weisse Lilie“ bietet diesbezüglich enorm viel und sorgt dafür, dass der Hörer gar nicht mehr weghören kann, selbst wenn er wöllte. Wie seid Ihr die Musik- und Geräusche-Umsetzung angegangen?

Benni: Das Sounddesign steht bei uns, neben der Geschichte, immer im Mittelpunkt. Hier war ich bei vielen anderen großen Produktionen enttäuscht und ich hab mir immer gedacht, dass man die Atmosphäre dichter und packender gestalten kann, wenn man keine Mühen scheut. Wir sind dann im Vorfeld der Produktion losgezogen und haben wahnsinnig viele Sounds selbst aufgenommen. Die ganzen Autos und Jeeps, die im Hörspiel zu hören sind, haben wir in einer 12-stündigen Fieldrecording Session in Brandenburg aufgenommen. Dafür hatten wir uns einen alten Toyota Jeep organisiert, einen VW Passat und einen Ford Focus.

Auch viele der sogenannten „Foleys“ (Kleidungsrascheln, Fußschritte, etc.) haben wir selbst erstellt. Dafür haben wir im Studio sechs Klappen im Boden, in denen jeweils ein anderer Untergrund ist (Kieselsteine, Sand, Erde, etc.) auf denen man die Fußschritte dann mit verschiedenen Schuhen erstellt.

Natürlich kommen auch viele Sounds aus Soundlibraries, die wir uns extra für das Hörspiel gekauft haben. Ich stehe zum Beispiel total auf die Libraries von „Boom-Library“. Außerdem ist es sehr schwer, in Deutschland selbst Waffen aufzunehmen. ;)

Timo: Und bei der Musik war uns ein prägnantes Titelthema sehr wichtig, etwas, das ins Ohr geht. Während der Szenen muss die Musik wiederum subtil sein. Da müssen oftmals gar nicht großartige Melodien auftauchen, meist wirken da spannungsvolle Klangflächen sehr gut.

Unterm Strich wollten wir einen düsteren, leicht melancholischen Soundtrack, der die Stimmung der Geschichte gut widerspiegelt. Und den hat unser Komponist Jochen Mader von Audionerve brilliant umgesetzt. Das Titelthema stammt allerdings noch aus früheren Tagen von Johannes Arzberger, einem befreundeten Musiker von uns. Der Track ist sogar schon entstanden, bevor wir mit der eigentlichen Produktion des Hörspiels angefangen haben. Als wir noch an den Skripten geschrieben haben.

In der Rolle der Hörspielmacher: Wie läuft das ganze Konstrukt Hörspiel – von der Planung bis zur Umsetzung – eigentlich so ab?

Benni: Nach jeder Veröffentlichung beginnt alles von vorne. Wir müssen die Skripte umschreiben und ergänzen. Auch wenn die grobe Handlung des Hörspiels schon fertig konzipiert ist, entwickeln sich die Charaktere und die Story dynamisch mit jeder Folge weiter. Deshalb werden die vorhandenen Skripte angepasst, neue Szenen geschrieben und weiter Brainstorming gemacht bis alles sitzt. Das ist bei einer so komplexen Story manchmal das Zeitaufwendigste. Wer kennt wen und warum. Was muss zeitlich wann passieren usw.

Dann geht es ans Sprecher Casten. Für manche Rollen testen wir etliche Sprecher, bis wir genau das haben, was wir brauchen.

Der Sprachschnitt kommt dann als nächstes. Da haben wir durchaus manchmal zwei Stunden Sprachaufnahme, die nach dem Sprachschnitt noch sechs Minuten fertigen Dialog ergeben. Wenn etwas gar nicht passt, muss der Sprecher einige Takes nochmal neu einsprechen.

Wenn der Sprachschnitt fertig ist, geht es ans Sounddesign. Dort werden erstmal die „Atmos“ gesetzt, also alle Hintergrundgeräusche. Danach werden grob die einzelnen Personen vertont. Also: Wie bewegen sie sich vor der „Kamera“. Links, rechts. Vorne, hinten. Das Ganze mit Fußschritten und Kleidungsrascheln. Und dann gibt es die „Cinematic FX“. Also tiefe „Drones“, Klänge, die Angst erzeugen sollen. „Hits“ um etwas zu unterstreichen, etc. Diese Prozesse durchläuft man etliche Male, bis so eine Szene fertig ist. Man kann bei einer komplexen Szene wie der Flucht aus Goma aus Folge 3 durchaus mit sechs Stunden Sounddesign pro vertonter Minute rechnen.

Timo: Und sobald der zeitliche Ablauf festgelegt ist, geht die Szene an unseren Komponisten Jochen, der die ersten Entwürfe dazu schreibt. Auch hier durchläuft man meist mehrere Korrekturschleifen, bis alles so ist, wie wir uns das vorstellen.

Dann kommt der Mix, in dem die einzelnen Komponenten (Sprache, Sounddesign, Musik) zusammengemischt werden und so in der Lautstärke angepasst werden, dass es genau passt. Nach mehrmaligem Testhören und Korrigieren wird das Ganze dann gemastert. Also tontechnisch poliert und laut gemacht. Dann muss alles erneut gecheckt werden. Und dann ist das Hörspiel fertig.

Nebenbei werden die neuen Cover und Animationen für die Homepage erstellt, neue Infos zu Charakteren und Sprechern auf der Seite eingefügt und die Lilien-Weltkarte aktualisiert.

Wenn dann das Hörspiel bei Amazon, iTunes, Google Play und auf der Website eingepflegt ist und die Promo-Mails an die Rezensenten verschickt wurden…. geht es wieder von vorne los.

Wieso eigentlich „Die Weisse Lilie“? Wieso habt ihr euch nicht für eine gelbe Tulpe oder gar eine rote Nelke entschieden? Und noch fix hinterher: Seid ihr blumenaffin?

Benni: Haha, nein. Blumenaffin auf keinen Fall. Bei mir geht jede Zimmerpflanze sofort ein.

Timo: Bei mir genauso, Pflanzen können sich halt schlecht bemerkbar machen. ;-)

Benni: Die Lilie als Titelname haben wir – glaube ich – gewählt, weil sie ein Symbol des Todes ist. Aber es klang vor allem einfach gut, da haben wir uns instinktiv dafür entschieden.

Timo: Ja genau, die Weisse Lilie als Symbol von Tod, Unschuld und Macht. Das fanden wir damals beim Schreiben der ersten Skripte irgendwie passend, als wir gemerkt haben, dass wir am liebsten eine Geschichte erzählen wollen, die sich um essentielle Dinge unserer Zeit dreht: Krieg, Macht, Ungerechtigkeit, Leben und Tod.

Zu guter Letzt eine der wichtigsten Fragen: Wann können wir mit den nächsten Kapiteln rechnen?

Timo: Die aktuelle 4. Folge „Krieg in Boston – Kapitel I“ ist ja gerade am 31.01.2017 herausgekommen. Wir versuchen, möglichst immer alle vier Monate ein neues Kapitel zu veröffentlichen. Da wir momentan kein Label im Rücken haben, können wir uns auch die Zeit nehmen, die wir brauchen.

Benni: Diesen Veröffentlichungszyklus von vier Monaten können wir leider auch nicht unterschreiten. Wir machen die Serie ja neben dem Beruf und der Familie. Das ist mitunter verdammt stressig. Wenn also alles glatt läuft, sollte die nächste Folge Ende Mai zum Download erhältlich sein.

Timo & Benni, wir danken Euch herzlich für dieses Gespräch.

kb-nachgefragt: Interview mit Jan-Friedrich Conrad, Hörspielmusiker

Die drei Fragezeichen – das sind 46 Mio. verkaufte Tonträger. An etlichen davon hat Jan-Friedrich Conrad mitgetüftelt. Gemeinsam mit seinen vielen Musiker-Kollegen. Er ist Komponist der Hörspielreihe “Die drei Fragezeichen”. Seit 30 Jahren sitzt er hinterm Mischpult und lieferte bis Folge 151 (Schwarze Sonne) die kultige Melodie zu Beginn einer jeden Folge. Außerdem sorgt er für die wichtigen Spannungsmomente innerhalb der Geschichten. Stimmung erzeugen, das ist das Credo von unserem Hörspielmusiker.

& wo sind die Musiker? Jan-Friedrich ist ein ganzes Orchester. Er spielt alle Instrumente selbst: die akustischen, elektrischen und elektronischen, die analogen und digitalen, die handfesten und virtuellen!

Welche Rolle spielt Musik in einem Hörspiel?

Jan-Friedrich Conrad: Musik erzeugt Atmosphäre, bildet Überleitungen, transportiert “Bedeutung” auf mehreren Ebenen. Es gibt gelegentlich ein Leitmotiv für die Detektive. Insbesondere kann Musik aber mit Zeichen Bedeutung erzeugen, das ist die so genannte Semiotik in der Musik. Wenn ich beispielsweise Streichertöne dissonant im Diskant wiederhole, forte, dann setze ich einen Verweis auf die Dusch-Szene in Hitchcocks “Psycho”. Eine schaurige Orgel würde eher auf die Stimmung eines Agatha-Christie-Mord-Rätselfalles verweisen und so weiter.

Du bist anerkannter Musikproduzent und Komponist, kennst Dich bestens aus in Sounddesign und Tontechnik, bist als Autor, Dozent und Publizist tätig, tourst als Rockmusiker mit Gitarre, Bass und Keyboard durch die Gegend … Nicht zuletzt führst du als Heilpraktiker eine eigene Praxis mit dem Schwerpunkt Gesprächspsychotherapie. Bist du ein Multigenie, der seine Leidenschaften zum Beruf gemacht hat, oder schlichtweg ein Arbeitstier? ☺

J.-F. Conrad: Das ist eine Frage der Perspektive. Ich würde es bescheidener ausdrücken. Ich muss meine Brötchen verdienen, meine Steuern bezahlen und mein Instrumentarium auf der Höhe der Zeit halten. Da habe ich jeden Tag das Gefühl, mich ganz schön ranhalten zu müssen. Live toure ich derzeit nicht. Aber bei unseren Musical-Produktionen spiele ich gerne in der Band, was so anfällt – Gitarre, Bass oder Keyboards.

Nimm uns mit auf eine kleine Zeitreise – Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Hörspiellabel EUROPA?

J.-F. Conrad: EUROPA-Gründer Andreas “Onkel Titus” Beurmann war nicht nur ein berühmter Sammler, Restaurator und Kenner historischer Tasteninstrumente, sondern auch ein Freak und aktiver Künstler, wenn es um elektronische Musikinstrumente ging. Und er hielt in seiner Eigenschaft als Professor für Musikwissenschaft in der damaligen EUROPA-Villa in der Hamburger Agnesstraße Seminare über Musikelektronik ab.

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Jan-Friedrich unterwegs in Italien

Die ließ ich mir als Student der Musikwissenschaften natürlich nicht entgehen, und ich dachte strategisch genug, nicht ohne Demo-Cassette da hinzugehen. Die Musik gefiel sofort. Ich vergesse nie, wie Andy Beurmann nach dem Hören erst mal nichts sagte, sondern vom Erdgeschoss in den zweiten Stock rief: “Heikedine! Heikedine! Kommst Du mal eben?” Die Geschwindigkeit, mit der Entscheidungen gefällt und umgesetzt wurden, habe ich sofort registriert und mir zum Maßstab gemacht. Ich verließ das Haus dann mit einem Skript für “Das Schlosstrio”, einer Telefunken-M15-Senkelmaschine zum fachgerechten Aufnehmen meiner Titel – und mit einer riesigen Chance, aus dem mir entgegengebrachten Vertrauen etwas zu machen.

Ein Gedankenexperiment: Die kassettenbox konzipiert ihr eigenes Hörspiel: eine Weltraum-Trash-Saga mit fiktiven Charakteren aus einer fernen Galaxie. Das Manuskript ist fertig, die Sprecher sind gebucht, der Geräuschemacher ist engagiert. Du bist für die passende Musik zuständig. Wir alle sind noch ganz frisch im Geschäft und haben keinen Schimmer, welche Musik zu unserem Hörspiel passen könnte. Wie entscheidest Du dich?

J.-F. Conrad: Ich würde fragen, ob es Remineszenzen an andere Weltraum-Epen geben soll, etwa an Science-Fiction der 60er-Jahre. Dann hätte ich gleich “Orgel und Theremin” im Ohr. Die Atmo von “Star Wars” wäre orchestraler, man könnte aber auch sehr modern, abstrakt elektronisch denken. Kurz: Ich würde fragen, welche Atmo Ihr wollt, auf was Ihr Bezug nehmt. Keine Geschichte wird in einem leeren Raum ohne Rückgriff auf das Vorhandene erzählt. Also muss man sich das bewusst machen, bedienen, oder absichtlich brechen.
Und, äh: Lass rüberwachsen, machen wir!

Wieviel Freiraum lässt Dir das Hörspiellabel EUROPA bei der Komposition der passenden Musik?

J.-F. Conrad: Jeden. André Minninger ist der engagierteste, kritischste Co-Regisseur, den man sich denken kann, und er denkt viel über Musik nach. Er ist offen für vieles, und wenn es nicht passt, kann er es wunderbar direkt sagen, mit Eigenschaftswörtern, die sogar ich verstehe. So erziele ich eine hohe Trefferquote, ohne dass ich mich wiederhole. Es gehört zum Geschäft, dass man auch Ausschuss produziert, aber das ist nicht viel, und er dient dazu, sich noch genauer zu verstehen, was man will und was die ästhetischen Ideen der Regie sind. Danke, André!

Von Dir stammt die neuere Titelmelodie der Hörspielserie Die drei ??? Sie wurde mit Hilfe eines Vocoders eingesungen. Um was handelt es sich dabei genau?

J.-F. Conrad: Der Vocoder ist verblüffenderweise eines der ältesten Instrumente der Musikelektronik. Man kann ihn verkürzt erklären, dann wird man ihm aber nicht gerecht. Es ist im Grunde eine so genannte Filterbank, die ein Signal, etwa das eines Synthesizers in Echtzeit so filtert, dass der spektrale Gehalt eines anderen Signals, eines Mikrofons, nachgebildet wird. Da die Vokale und Konsonanten bestimmte Frequenzspektren aufweisen, erkennt man diese wieder.

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Jan-Friedrichs Wirkungsstätte – sein heimisches Tonstudio

Die Worte “Die drei Fragezeichen” hatte ich also gesprochen (nicht gesungen), während der Sequenzer den Synthesizer die Harmonien spielen ließ. Der Vocoder macht daraus diesen charakteristischen Effekt. Das Ganze passierte beim Mastering, live.

Die Hörspielserie “Die drei Fragezeichen” hat, obwohl sie in einem fiktiven Kalifornien spielt, etwas sehr Deutsches an sich, wie Elektronische Musik. Da ist dieses aufgeklärte Ingenieursdenken, eine Ästhetik, die das Mysteriöse liebt, aber das Magische als Erklärung ablehnt. Das passt immer wieder zu elektronischen Arrangements, obwohl die akustischen Instrumentierungen auch immer wieder für eine Wertigkeit sorgen.

Wieviel Musik steckt in einer typischen Die drei ???-Folge?

J.-F. Conrad: Die Frage kann ich nicht präziser beantworten als jede Hörerin oder jeder Hörer. Immer mal wieder etwas, würde ich sagen.

Auf welche Melodien welcher Folgen der drei ??? bist Du besonders stolz oder anders: Welche Melodien könntest Du Dir tagtäglich anhören?

J.-F. Conrad: Ich denke wenig in Folgen oder kann abrufen, wo was eingesetzt worden wäre. Und ich würde meine eigene Musik nicht täglich hören wollen, wohl aber “manchmal”. Die Musik der Inka-Mumien-Planetariums-Hörspielvariante ist sehr atmosphärisch dicht geraten.

Bist Du selbst Die drei ???-Hörer und wenn ja, welcher der drei Detektive ist Dein Favorit?

J.-F. Conrad: Ich höre immer mal wieder die Fragezeichen, tauche auch ein in die Geschichte. Ich habe keinen Favoriten, sondern wundere mich manchmal eher, dass die Geschichte so konstruiert ist, dass es einen “Ersten Detektiv” gibt, der mehr Held ist als die beiden anderen Freunde. Es funktioniert ja offensichtlich gut, aber es wäre mir selbst nie eingefallen, es so zu schreiben, dass der Justus immer der hartnäckigste Denker ist.

Bekommen wir demnächst wieder etwas auf die Ohren von Dir?

J.-F. Conrad: Ja, erstens bin ich ständig dabei, Heikedine Körting und André Minninger zu bemustern und zu beliefern. Immer, wenn ich kreativ bin, sammle ich das und stelle es den beiden vor. Und außerdem plane ich Releases meiner Musik, ganz zeitnah, nur dass die Details noch nicht ganz feststehen. Ich produziere Hörspielmusik, da gibt es viel Neues, aber auch manches alte, was unveröffentlicht ist und nun kommen soll. Hierbei ist insbesondere der nicht physische Vertrieb interessant, also Download, aber insbesondere auch – weil es einfach für den Hörer günstiger ist – als Streaming in allen großen Portalen.

Ich mache aber auch Instrumentalmusik, die für sich steht, ohne „Hörspielmusik“ zu sein, und nicht zuletzt habe ich Musicals komponiert, die wir mit Piehls Showpalast auch auf die Bühne gebracht haben und weiter bringen werden. Ich werde da alsbald einiges liefern, da ich jetzt die Strukturen für den Online-Vertrieb und das Streaming geschaffen habe. Das neue Hörspielmusik-Album steht in den Startlöchern, ich gebe Euch sofort Bescheid, wenn es in den Online-Musikdiensten zu hören ist! Ich kann es nur heute noch nicht sagen, da das Kleingedruckte der Verträge, die dazu gezeichnet werden müssen, in diesen Tagen noch verhandelt wird. Ich gehe aber von diesem Winter aus!

Jan-Friedrich, wir danken Dir herzlich für dieses Gespräch.


Wenn du mehr über den Hörspielmusiker und Komponisten Jan-Friedrich Conrad erfahren willst, besuch ihn doch mal auf seiner Webseite.


Hier gelangst du zu unserem kassettenbox Vocoder Sample. Es lohnt sich!

Folge der Woche: Die drei ??? und der letzte Song (183)

Das Die drei ???-Universum ist um eine Folge reicher – “und der letzte Song” heißt das neue Werk und verspricht laut Klappentext eine Menge Spannung. Hast du sie schon gehört? Wenn nicht, dann mach dich auf teilweise gute, stellenweise aber auch langatmige Unterhaltung gefasst.


Besuch vom alten Rockstar

Lenny The Rock (Peter Kirchberger), ein alter Freund von Titus (Rüdiger Schulzki) und Mathilda (Karin Lieneweg) – und zufällig auch noch ein ziemlich bekannter Musikstar – kommt auf den Schrottplatz, um Familie Jonas zu besuchen. Alle sind total aus dem Häuschen, weil sie sich eine ganze Weile nicht mehr gesehen haben.

Ein ominöses Päckchen & eine Einladung

Lenny bringt ein Päckchen alter Musikstücke mit und fragt an, ob Titus sie bewerten könne, damit er sie verkaufen und den Erlös dann spenden kann. Viel wichtiger ist Lenny allerdings, dass Titus das Päckchen erst einmal an sich nimmt und aufbewahrt. Ein weiteres Anliegen ist sein 65. Geburtstag. Er lädt seinen Freund Titus, dessen Frau Mathilda und die drei Detektive zu seiner Party ein, die bei ihm zu Hause auf Moonlight Star stattfinden und natürlich mit eigener Live-Musik untermalt werden soll. Bei Justus, Peter und Bob kommt Vorfreude auf.

Bewerten oder beschützen?

Im Anschluss informieren sich die drei Detektive in ihrer Zentrale über Lenny The Rock. Was ist Moonlight Star und mit wem lebt er dort? Anschließend stöbern sie in dem Päckchen, welches Lenny Onkel Titus überreicht hat und kommen zu dem Schluss, dass sie den Inhalt weniger bewerten, sondern vielmehr auf ihn aufpassen sollten. Aber wieso? Was steckt dahinter?

Die Party auf Moonlight Star beginnt …

Auf Moonlight Star angekommen, sind die drei Detektive, aber auch Onkel Titus und Tante Mathilda, hin und weg von Lennys Anwesen. Der sympathische Rockstar empfängt seine fünf Gäste und ist überglücklich, dass die Feier überhaupt stattfinden kann, denn tags zuvor – kurz nach seinem Besuch auf dem Schrottplatz – hätten seine Bremsen am Auto versagt und er wäre frontal gegen einen Baum geprallt. Während Lenny dies als harmlosen Zwischenfall abtut, ist Justus sofort besorgt und vermutet einen Zusammenhang zwischen den Musikstücken auf dem Schrottplatz und Lennys Unfall.

… und gerät aus dem Ruder

Dann taucht auf einmal ein Mann auf, der Lenny als Dieb beschimpft und ihm sein Bier ins Gesicht schüttet. Tim Durnell (Douglas Welbat) scheint ebenso ein Songwriter zu sein. Als dieser verschwindet, sehen Bob und Peter, wie Justus ihm hinterherläuft. Als die beiden Detektive ihrem Ersten folgen, machen sie eine blutige Erfahrung. Bevor Lenny und seine Band das Konzert beginnen, bittet der Rockstar darum, sämtliche Aufnahmen mit Handy zu unterlassen.

Während des Auftritts kracht Lenny plötzlich im Boden der Bühne ein und verschwindet daraufhin spurlos. Ist das Teil der Show oder eine Entführung? Wer oder was steckt dahinter? Die drei Detektive machen sich auf die Suche nach dem Rockstar und finden einen Briefumschlag, der erklärt, wieso Lenny verschwunden ist. Doch nach und nach kommen weitere Rätsel ins Spiel. Justus, Peter und Bob haben allerspätestens jetzt einen neuen Fall.


Fazit

Inhalt:

Musikfolgen mit den drei Fragezeichen finden bei uns immer großen Anklang. Daher hatten wir vorab relativ hohe Ansprüche an die 183. Folge. Leider hat sie uns nur auf der A-Seite überzeugt. Justus, Peter und Bob untersuchen Lennys Päckchen und merken schon da, dass der Musiker die Musikstücke sicher nicht verkaufen möchte. Mit der „Lappalie“, dass die Autobremsen in Lennys Auto nicht funktioniert haben, ist zumindest unserem ersten Detektiv klar, dass das alles nicht mit rechten Dingen zugeht. Als Lenny dann auch noch auf seiner eigenen Geburtstagsfeier verschwindet, wird spätestens hier deutlich, dass es sich um einen neuen Fall für die drei Detektive handelt. Soweit so gut.

Die B-Seite hingegen wird dominiert von unzähligen Charakteren, die man akustisch nur schlecht auseinanderhalten kann sowie von zu langen Handlungssträngen oder plötzlichen Cuts. Es kommt nur selten Spannung auf und mit viel Witz ist die Folge leider auch nicht ausgestattet. Es hat gut angefangen, das Ende (die B-Seite) hat uns aber leider, auch aufgrund einiger Verständnisschwierigkeiten, nicht überzeugen können. Schade!

Sprecherleistung:

Die Sprecherleistung können wir in dieser Folge leider nicht durchweg positiv bewerten. Bei Tante Mathilda hat man ständig den Eindruck, als würde sie im nächsten Moment anfangen in Tränen auszubrechen – sie schluchzt durchweg! Justus, Peter und Bob haben hingegen wieder eine solide Leistung abgegeben. Lennys Bandkollegen und viele weitere Charaktere, die erst auf der B-Seite in Erscheinung treten, klingen stimmlich sehr ähnlich. Das macht es schwer zu folgen. Auffällig ist natürlich auch die Stimme von Lenny, alias Peter Kirchberger. Sie klingt sehr aufgesetzt und gewollt cool, was ein bisschen schade ist.

Positiv aufgefallen ist allerdings der Klang von Onkel Titus neuer Stimme. Rüdiger Schulzki hat eine unaufgeregten Klang in seiner Stimme, die den Onkel Titus, so wie wir ihn kannten (Andreas E. Beurmann), gut widerspiegelt, auch wenn sie natürlich nicht 100 % das sein kann, was sie vorher war.

Geräusche-Umsetzung:

Die Geräusche stehen in einer Musikfolge natürlich im Vordergrund, so auch in „und der letzte Song“. Die Klänge sind tiefgehend und die Musik von Lenny The Rock – wie der Name schon sagt – ist rockig vom Feinsten. Die Geräusche sind in dieser Folge absolut gelungen.

Cover und Titel:

Nicht zuletzt das Cover hat die Ansprüche auf die Folge erhöht. Für Musikliebhaber ist das Cover der 183. Episode der Die drei Fragezeichen ein Traum.

Der Titel „und der letzte Song“ kann irreführend sein, wird einem während des Hörens allerdings immer klarer. Man hätte die Folge aber auch anders benennen können. Wie wäre es z. B. mit „und der verschwundene Rockstar“? Über den Titel lässt sich wohl streiten. Wir sind nicht ganz überzeugt davon.

Gesamtspiellänge:

76min27

Produktionsjahr:

2016


Lieblingszitat:

Bob: „Er lebt dort [auf Moonlight Star, dem Anwesen, das er sich nach und nach zusammengekauft hat] mit seiner Frau Sue Tamara, mit der er seit 10 Jahren in zweiter Ehe verheiratet ist. Interessant…“
Justus: „Kinder?“
Bob: „Ich bin doch kein Melderegister! … Also offiziell hat er keine, aber bei so einem Rockerleben [lacht].“


Besetzung:
Erzähler Thomas Fritsch
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Tante Mathilda Karin Lieneweg
Onkel Titus Rüdiger Schulzki
Inspektor Cotta Holger Mahlich
Lenny The Rock Peter Kirchberger
Sue Tamara Maria Hartmann
Sax Sandler Christian Concilio
Tim Durnell Douglas Welbat
Ron Gosta Liptow
Keith Tobias Schmidt
Debbie Peterson Maud Ackermann
Frank Wheeler Timo Wenzel
Joe Stefan Brönneke
Clayton Gordon Piedesack
Kellnerin Simona Pahl

B-Seite: Die drei ??? – und die Musikpiraten (52)

Vermutlich kennt jedes Kassettenkind dieses Problem: Man hört das Hörspiel zum Einschlafen, schaltet den Kassettenrekorder an, macht es sich bequem und die A-Seite läuft und läuft und läuft … Sie läuft so lange bis der typische Rekorderknall ertönt und die Geschichte erlischt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Augen schon streichholzmüde oder man ist möglicherweise schon längst eingeschlafen (das Szenario, bei dem man von einem lauten Knall wieder wach geworden ist, lassen wir mal außen vor!).

Was aber ist mit der B-Seite?

Der B-Seiten-Tag

Oftmals ist es so, dass nur die A-Seite gehört wird und man demzufolge gar nicht weiß, wie das Hörspiel ausgeht, also wie die Geschichte eigentlich ihr Ende findet. An dieser Stelle möchten wir nun Abhilfe schaffen. Für euch, damit ihr endlich Lücken schließen und Hörspielfragmente aneinanderfügen könnt – aber natürlich auch für uns, da wir auch bei unseren geliebten drei Detektiven und anderen Hörspielen nicht immer genau wissen, wie es ausgeht. Es bleibt also auch für uns spannend …

Was heißt das konkret?

Wir suchen uns Hörspiele aus, deren B-Seite (oder zweite Hälfte) wir kommentieren möchten. Dabei gehen wir lediglich auf den Inhalt des Gehörten ein. Der Inhalt der A-Seite wird vorausgesetzt und an dieser Stelle nicht wiederholt (wenn du die Folge noch nicht kennst und du Glück hast, haben wir über das Hörspiel vielleicht schon mal in unserer Folge der Woche gesprochen). Klar sollte sein, dass wir zu hundert Prozent spoilern!

Lange Rede kurzer Sinn – wir starten mit “Die drei ??? und die Musikpiraten (52)”.


Inhalt

Justus und Bob befinden sich bei ‘Galactic Sound’. Sie schauen sich mit dem Toningenieur die Studios an und stellen fest, dass Tonbänder fehlen. Das ist seltsam, da die Studios immer abgeschlossen werden. Wer kann die Bänder gestohlen haben oder anders gefragt: Wer hat Zugang zu den Studios?

Auf der Spur nach Namen

Die zwei Detektive vergeuden keine Zeit, sondern nehmen sofort die Fahndung auf. Als sie auf dem Parkplatz ankommen, fährt der große blonde Mann vom Vergnügungsfest gerade weg. Der musste es gewesen sein! Zunächst etwas geknickt, stellt Justus dann fest, dass er die Zulassungsnummer des Wagens hat. Damit können sie auf den Fahrer schließen und ganz eventuell auch auf die Musikpiraten …

Kurze Zeit später – inzwischen ist auch Peter dazu gestoßen – finden sich Justus und Bob in der Personalabteilung wieder und fragen nach den Leuten, die entlassen wurden, gekündigt oder sich krank gemeldet haben. Sie prüfen die Listen und stellen schließlich fest, dass der grüne Crysler, der vom Parkplatz weggefahren ist, einem Mann namens Brick Kalin gehört. Sie finden einen weiteren Namen heraus: Thanom. Das kann nur der Hausmeister von ‘Galactic Sound’ sein …

Als sich die drei Detektive aufmachen wollen, stellen sie fest, dass alle vier Reifen von Peters Wagen zerstochen wurden. Das kann kein Zufall sein oder?

Ein Zwischenfall: Die Hula Hoops sitzen fest

Im Anschluss erhält Bob einen Anruf. Die ‘Hula Hoops’ sitzen fest – ihnen ist das Benzin ausgegangen und sein Chef kann auch nicht aushelfen. Wieder einmal bleibt die Arbeit an unserem „Recherchen-Bob” hängen. Er muss einspringen und die Band zu ihrem Wettbewerb fahren.

Die drei Fragezeichen machen sich mit einer Taxe – wie Bob so schön sagt! -auf den Weg und ermitteln gleichzeitig für ‘Galactic Sound’. Als sie die Band von der Tankstelle, an der sie steckengeblieben sind, abgeholt haben und sie notgedrungen darüber informiert haben, was sie vorhaben, sind die Musiker Feuer und Flamme und möchten ihren Teil dazu beitragen.

Zwei Gruppen von Musikpiraten

Mit versammelter Mannschaft fahren sie im „Leichenwagen“ von Sax Sandler zu Kalin. Die drei Detektive pirschen sich an das Haus, während die ‘Hula Hoops’ im Auto warten und versprochen haben, die Polizei zu rufen, wenn Justus, Peter und Bob nach 30 Minuten noch nicht wieder draußen sind. Kurze Zeit später stellen die drei Fragezeichen fest, dass Kalin tatsächlich die Masterbände bei ‘Galactic Sound’ gestohlen hat. Ob er der große Musikpirat ist?

Sie belauschen ein Gespräch zwischen ihm und dem Hausmeister Thanom und begreifen nun, dass auch die anderen Diebe vom Vergnügungsfest vor Ort sind. Plötzlich geht alles so schnell, dass Justus, Peter und Bob nicht mehr rechtzeitig handeln können. Sie sitzen in der Falle. Bald darauf hocken auch die ‘Hula Hoops’ neben ihnen.

Es stellt sich heraus, dass es tatsächlich zwei Musikpiraten gibt. Kalin hat mit Thanom zusammengearbeitet:

Aber dann erzählte Thanom seiner Schwester Porntip, was da lief. Und die steckte es ihrem Freund Prem. Da beschlossen Prem und sein Partner, ihren Kleinhandel mit mieser Ware größer aufzuziehen und klauten die hochwertigen Bänder (Bob)

Und so kam eines zum anderen. Kalin und Thanom haben versucht Prem und seinem Partner die Bänder auf dem Vergnügungsfest in Rocky Beach wieder abzunehmen. Letzterer versteckte diese in der Not in Bobs Karton, den er dabeihatte. Und so entwickelte sich abermals ein Fall für die drei Fragezeichen …

Der schleimige Molch

Plötzlich wird auch klar, wer der große Übeltäter ist: Nämlich Mr. John Henry Butler, der schleimige Molch. Die drei Fragezeichen schaffen es, sich aus ihrer brenzligen Lage zu befreien und bekämpfen gemeinsam mit den ‘Hula Hoops’ die Musikpiraten inklusive ihren Leader. Die Polizei kann alle Kriminellen abziehen.

Am nächsten Tag befinden sich Justus, Peter und Bob und die ‘Hula Hoops’ bei Mr. Lara, dem Musikproduzenten. Sie hören sich die Demokassette der ‘Hula Hoops’ an, denen anschließend auch noch ein Plattenvertrag angeboten wird.

– Ende –

Einschätzung

Die B-Seite der Musikpiraten nimmt noch einmal an Fahrt auf. Mit einer lustigen und unterhaltsamen Nebenhandlung mit den ‘Hula Hoops’ wird das ernste Thema der Piraterie etwas aufgelockert. Teile scheinen etwas unrealistisch zu sein, wie etwa der “Befreiungskampf” unserer Detektive, als sie bei Kalin in der Patsche sitzen. Aber das mindert keinesfalls den Spaß beim Zuhören. Dass ausgerechnet der schleimige Molch alias Mr. John Henry Butler (dieser Name klingt auch einfach nach einem stinkreichen Geschäftsmann, der nicht so nach dem Gesetz schaut) der Übeltäter ist, verwundert im Nachhinein überhaupt nicht.

“und die Musikpiraten” ist und bleibt auch auf der B-Seite ein Klassiker. Das Thema Musik, Kassetten und Piraterie ist auch bei Hörspielhörern hoch im Kurs.