Und auf Erden Stille – Staffel 1 – Folgenreich

Am 29. Januar 2021 ist die erste Staffel der Hörspielserie “Und auf Erden Stille” bei Folgenreich / Universal Music erschienen. Buch und Regie stammen aus der Feder von Balthasar von Weymarn, für Sounddesign, Musik und Produktion ist Jochim-C. Redeker verantwortlich. Jede der zehn Episoden hat eine Spieldauer zwischen 20 und 30 Minuten.

Der Klappentext

Die 16jährige Rhiannon lebt mit 200 anderen Überlebenden der Großen Katastrophe tief unter der Erde in einem verlassenen Bergwerk. Mit ihrer Armbrust geht sie tagsüber auf die Jagd nach Luchsen, Rentieren und Hunden. Als ein Bericht des Informationstrupps Rhiannons verschollen geglaubten Vater anklagt, ein für die Große Katastrophe verantwortliches Virus geschaffen zu haben, wird sie verbannt. Sie darf nur zurückkehren, wenn sie ein Gegenmittel findet. Und so macht Rhiannon sich auf den gefahrvollen Weg zu dem Ort, der einmal Manhattan hieß …

Die Endzeit-Hörspielserie »Und auf Erden Stille« ist das neue Meisterwerk von Jochim-C.Redeker und Balthasar von Weymarn (INTERPLANAR Produktion GbR), den beiden Machern der erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten MARK BRANDIS-Hörspielserie. In zehn dicht gewebten Episoden begleiten wir die junge Heldin durch eine veränderte Welt, die sowohl vertraut als auch erschreckend fremd ist. Auf einer großen akustischen Leinwand erwarten die Hörer lebensnahe Figuren, intensive Dialoge, spektakuläres Sounddesign, epische Musik und die Antwort auf die Frage, warum »auf Erden Stille« ist …

Cover zur Hörspielserie “Und auf Erden Stille”

Zum Audiotrailer geht es >>> hier <<< entlang!
Hörprobe zur 1. Staffel

Unser Eindruck

Erzählt in zehn Episoden, erfahren wir immer mehr von dieser ungewöhnlichen Welt und wie sie so geworden ist — ohne Autos, Flugzeuge, Elektrizität und mit viel weniger Menschen auf dem Planeten. Gemeinsam mit der Heldin erleben wir die Gefahren, die auf dem Weg zu Fuß nach New York City auf Rhiannon lauern.

Die Endzeit-Hörspielserie ist das neue Werk der beiden Macher hinter der MARK BRANDIS-Serie. Die akustische Leinwand, die wir schon in Episode 1 kredenzt bekommen, hat es in sich. Die Figuren agieren lebensnah, die Dialoge sind intensiv, das Sounddesign ist beeindruckend und nicht zuletzt die Musik kommt episch ziemlich daher.

Die Hörspielserie behandelt ein Thema, das aktueller denn je ist: ein gefährliches Virus. Anfänglich waren wir etwas skeptisch, allerdings ist die Parallele zur aktuellen Krise auch spannend. Die Zukunft im Hörspiel ist jedoch weitaus düsterer und erzählt die Geschichte der jungen Rhiannon, die nach der Apokalypse als Waisenkind in einer Menschenkolonie aufgewachsen ist und nun, Jahre später, in die große weite Welt aufbricht, um die Spuren ihres Vaters zu suchen.

Klare Empfehlung unsererseits, allerdings muss man das Genre Science-Fiction mögen und sich auf dystopische Szenarien einlassen können. Übrigens: Folgenreich hat bereits verkündet, dass es eine zweite Staffel garantiert geben wird.

Besetzung:

Erzählerin | Vera Teltz
Rhiannon | Sarah Alles
Ranger | Björn Schalla
Max Bucerius | Konrad Bösherz
Jerome Beaucarte | Oliver Stritzel
Lisa | Derya Flechtner
Finn | Richard Barenberg
Anna | Ulrike Kapfer
Krzysztof |Detlef Bierstedt
Miguel | Daniel Montoya
Ben | Tilmar Kuhn
Lennart | Benno Lehmann
José | Tanya Kahana
Luke | Wolfgang Rositzka
Martinus | Uve Teschner
Malcolm | Dirc Simpson
Jeff | Arne Kapfer
Bud | Rene Otto
Garlef Roth | Daniel Claus
Kommissarin Bülker | Sabine Ehlers
Colonel Grech | Carlo Kitzlinger
Vanusa Schmidt | Luisa Wietzorek

u.v.m.

Weitere Informationen: www.folgenreich.de


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das CD-Boxset von Glücksstern-PR zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Ein neuer Anfang: Jan Tenner – Der neue Superheld (1)

Da haben die Besucher auf der diesjährigen HÖRMICH nicht schlecht gestaunt, als die druckfrischen JAN TENNER-Hörspiele am Stand von Zauberstern Records auslagen. Zugegeben: auch wir, denn wer mag nicht diese kultige Hörpsielserie aus den 80ern? Wir sind bereit: Ein neuer Anfang!

Das hat sich Zauberstern auch gedacht und sich doch glatt die Audiorechte bei KIDDINX Studios Berlin für diese Neuproduktion der Serie gesichert. Zum Start der neuen JAN TENNER-Serie gibt es gleich sechs Hörspielfolgen auf einen Schlag, um dem Helden auf die Sprünge zu helfen und allen Hörern zu signalisieren: Da kommt noch mehr!

Lizenzrechte hin oder her, auch die wichtigen Sprecher stammen aus der Zeit von damals. Allen voran: Lutz Riedel (als Jan Tenner), Marianne Groß (als Laura) und Wilfried Herbst (als Computer Mimo). Aber auch viele neue sind mit am Set: Till Hagen als Erzähler, Sarah Riedel als Lara, Olivia Büschken als Tanja, Kaspar Eichel als Professor Futura, Thomas Kästner als General Forbett, Helmut Gauss als Zweistein und Florian Clyde als Jan Tenner Junior.

Ein neuer Anfang: JAN TENNER beim Stand von Zauberstern Records auf der HÖRMICH 2019

>>> Hier findet ihr alle Infos zu den einzelnen Folgen der neuen JAN TENNER-Hörspielserie.


Ein neuer Anfang? Worum geht’s?

In Westland herrscht seit einer Reihe von Jahren Frieden. Ganze vier Jahre sind seit dem letzten Abenteuer von Jan Tenner ins Land gegangen. Die Zeit der immer wieder neuen Bedrohungen aus dem All scheint vorüber zu sein … Doch der Schein trügt!

Denn der Frieden ist schlagartig vorbei, als Professor Futura (Kaspar Eichel) General Forbett (Thomas Kästner), Jan (Lutz Riedel) und Laura (Marianne Groß) völlig außer sich in sein Forschungsinstitut nach Greyville ruft. Etwas schier Ungeheuerliches sei geschehen. Beim Versuch, seine ehemalige Assistentin aus dem Kälteschlaf zu erwecken, geschieht die Katastrophe! Es vergehen dann 30 Jahre …

Sind Professor Futura, General Forbett und Tanja wirklich tot? Werden Jan Tenner und Laura das Rätsel lösen? Und was ist mit Mimo?


Fazit

Inhalt:

JAN TENNER ist zurück! Allein schon diese Tatsache ist schon ein Grund zum Feiern und zum Warmlaufen unserer Abspielgeräte! Und die erste Folge bietet allerhand Stoff. Denn wir glauben, dass hier sowohl Kassettenkinder (und Fans der ersten Stunde) auf ihre Kosten kommen werden und den Hörspiel-Nachwuchs gleich mitanstecken. Jung und Alt werden der ersten Folge viel an Spaß und Spannung abgewinnen können. Kurzum: ein kurzweiliger Hörgenuss und eine klare Empfehlung von der kassettenbox!

Sprecherleistung:

Im 2019er Reboot von JAN TENNER setzt man glücklichweise (soweit möglich) auf die bewährten Stimmen und lässt die gealterten Helden nun 30 Jahre später stimmlich in Aktion treten. Das klappt gut, da der Großteil der Handlung nun von Jan und Lauras Sohn, Jan Tenner jr. und dessen Schwester Lara getragen wird. Eine weitere Hommage an das Original ist die Rückkehr von Tanja (Olivia Büschken). Diese war in den ersten drei Episoden die Assistentin von Professor Futura und wird in den neuen Folgen nun wieder eine wichtige Rolle spielen.

Geräusche und Musik:

In technischer Hinsicht kann sich “Ein neuer Anfang” hören lassen und wunderbar an die Classics-Folgen anknüpfen. Effekte und Musik geben Raum, um die neuen Abenteuer in Szene zu setzen und sorgen für einen reibungslosen Übergang von den alten Folgen zur neuen Serie. Für Sounddesign/Mixing & Mastering ist übrigens der geschätzte Autor und Hörspielproduzent Tom Steinbrecher verantwortlich, der auch für die Musik mit seinem Projekt OctoGain sorgt.

Für die Storys ist übrigens wieder Autor Kevin Hayes an Bord. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich der berühmte SciFi- und Fantasy-Autor Horst Hoffmann. In den 80ern hat er die Superhelden-Serie von H.G. Francis nach sechs Folgen übernommen und sie zur SciFi-Hörspielserie JAN Tenner (wie wir sie kennen) umgebaut.

Cover und Titel:

Wie genial ist der Titel der ersten Folge? Den haben wir sofort gefeiert. Denn er trifft es auf den Punkt. Der neue Anfang ist nicht etwa die gute alte Zeit, sondern eine Fortsetzung derselben. Die Sprecher sind älter geworden, viel Zeit ist vergangen. Die alten Folgen muss man aber keinesfalls kennen, man kann neu starten.

Wir freuen uns, dass dieser Zeitsprung seine Berücksichtung findet. Das Artwork der ersten sechs Folgen ist nahezu genial und fast noch besser umgesetzt, als auf den Original-Kassetten-Covern.

>>> Alle Infos zu “Ein neuer Anfang” könnt ihr hier nachlesen.


Fakten

Genre:

Science Fiction / Fantasy

Label:

Zauberstern Records

Gesamtspiellänge:

ca. 53 Minuten

Erscheinungsdatum:

27.09.2019


Besetzung:

Erzähler | Till Hagen

Jan Tenner sr. | Lutz Riedel

Jan Tenner jr. | Florian Clyde

Laura | Marianne Groß

Tanja | Olivia Büschken

Lara | Sarah Riedel

Professor Futura | Kaspar Eichel

General Forbett | Thomas Kästner

General Grimes | Kevin Kraus

Mimo | Wilfried Herbst


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das Rezensionsexemplar von Zauberstern Records zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Krieg der Welten nach H. G. Wells Teil 1

Im Juni 2018 ist der 1. Teil der Hörspielreihe Krieg der Welten nach H. G. Wells bei Folgenreich erschienen. Ursprung der Geschichte ist natürlich Der Krieg der Welten von H. G. Wells aus dem Jahr 1898, es zählt noch heute als grundlegendes Werk für die Science-Fiction-Literatur. Schon 1938 hatte man eine Hörspielfassung umgesetzt, 80 Jahre später haben Christian Gailus und Oliver Döring den Krieg der Welten noch einmal aufleben lassen und inzwischen in drei Teilen zu einem Hörerlebnis gemacht.  Wir haben bei Folgenreich um ein Rezensionsexemplar gebeten und dieses für diese Woche gleich mal als Folge der Woche deklariert.


Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte im Vereinigten Königreich ein euphorischer Zukunftsoptimismus, der technische Fortschritt war im vollen Gange. Simon Schuster, seines Zeichens Journalist, war in Paris auf der Weltaustellung, als es auf der Oberfläche des Mars einen Gasausstoß gegeben hatte. Es handele sich wohl größtenteils um Wasserstoff, das sich mit großer Geschwindigkeit auf die Erde zubewegte. Leider war es nicht bei einem Gasausstoß geblieben. Ob es sich dabei um einen gezielten Angriff handelte? Aber das würde gleichzeitig bedeuten, dass es auf dem Mars intelligentes Leben gäbe … Die Gasausstöße ließen irgendwann nach, als eines Tages ein erstes Geschoss die Erde erreichte und Teile des Vereinigten Königreiches in Schutt und Asche legte. Das hingegen war aber leider erst der Anfang …


Fazit

Inhalt:

[Achtung Spoiler]

Im Grunde hat der 1. Teil der Hörspielreihe nicht viel Handlung. Simon Schuster kehrt an seinen Wohnort zurück und praktisch im nächsten Moment sind die Marsmenschen da. Der Krieg hat sozusagen begonnen. Aber wir wissen ja, dass die Handlung bei einem Hörspiel nicht immer die ausgereifteste sein muss. Bei einem Hörspiel muss das Zusammenspiel zwischen Handlung, Sprechern und Geräuschen passen. Und das ist auf jeden Fall gelungen.

Simon Schuster ist Journalist und scheint ein recht tougher Typ zu sein. Immer mittendrin oder zumindest in der Nähe des Geschehens. Als er auf den Professor Ogilvy (Peter Groeger) stößt, scheint das zunächst ein gutes Zweiergespann zu werden. Doch das währt nicht lange, auch wenn das Verhalten von Ogilvy wirklich vorbildlich ist. Allerdings ist es vielleicht nicht seine klügste Entscheidung, mit den Marsmenschen reden zu wollen. Naja – im Nachhinein hat man selbst immer gut reden. :) Schade ist der Ausgang jedenfalls doch – da wir uns an den Professor durchaus als Charakter hätten gewöhnen können.

Etwas negativ oder zumindest dümmlich ist uns Schusters Ehefrau , Cathy (Marieke Oeffinger) aufgefallen, als sie versucht, Möbelteile für die Flucht vor den Marsmenschen einzupacken. Mal ganz ehrlich: Wer braucht Lampenschirme zum Überleben? Aber anscheinend hat sie nicht gut einschätzen können, wie groß die Gefahr tatsächlich ist … :).

Zusammengefasst: Das Hörspiel geht gut rein und hat mit 58 Minuten eine angenehme Länge. Wir hören gleich mal in  Teil 2 rein und hoffen aber gleichzeitig, dass handlungstechnisch etwas mehr drin ist.

Sprecherleistung:

Von Adam Sandler sind wir ja gar kein großer Fan, aber Dietmar Wunder ist ja sooooo viel mehr. Zum Glück. Bei Krieg der Welten ist er sowohl Erzähler als auch aktiver Charakter, was uns positiv aufgefallen ist. In der Regel haben wir es mit externen Erzählern zu tun, die von oben auf die Geschichte herabschauen und die Geschehnisse beschreiben. Hier ist der Erzähler selbst Teil der Geschichte. Dietmar Wunder ist ein großartiger Sprecher. Seine tiefe Stimme in Kombination mit der richtigen Hintergrundmusik … in unseren Ohren unbeschreiblich gut. Manch einer mag bemängeln, dass man möglicherweise direkt in eine andere Hörspielreihe katapultiert wird, nämlich keiner anderen als John Sinclair.

Aber nicht nur Dietmar Wunder ist hier positiv hervorzuheben. Auch Peter Groeger, leider im Januar 2018 verstorben, hat in Krieg der Welten Teil 1 einen Sprecherpart übernommen, nämlich den des Professor Ogilvy. Es handelt sich zwar um eine kleinere Rolle, aber dafür schließt man den Professor gleich ins Herz. Er scheint einer dieser guten Menschen zu sein, die nicht sofort auf Krawall aus sind, sondern, die Kommunikation vorziehen. Peter Groeger setzt das in unseren Ohren perfekt um. Groeger war u. a. Synchronsprecher für Stan Lee in diversen Marvel Filmen, Sprecher des Watson in der Hörspielreihe Sherlock Holmes von maritim sowie Sherlock Holmes – Die neuen Fälle von Romantruhe. Er war außerdem Schauspieler und Regisseur. Ruhe in Frieden!

Geräusche und Musik:

“Was ist denn das für ein Sound?” (Bob Andrews in Die drei Fragezeichen – Die Musikpiraten) – aber dieses Mal ist es sehr positiv gemeint. Die Erzählerstimme in Kombination mit diesem Sound ist wahrlich ein Ohrenschmaus. Als Hörer ist man mittendrin (statt nur dabei), die Explosionen gehen tiefer als unter die Haut … wenn man dieses Hörspiel mit Kopfhörern hört, zuckt man hier und da, weil man sich jetzt fragt, ob das tatsächlich passiert oder ob man hier gerade nur ein Hörspiel hört. Also wir sind Geräusche-technisch überzeugt, denn hier wurde ein echtes Hörerlebnis geschaffen, so wie man es sich bei Hörspielen wünscht: Echtes Kino im Kopf.

Cover und Titel:

Beim Titel hätte man jetzt nicht groß etwas ändern können, von daher lassen wir das bei der Bewertung jetzt einfach einmal außen vor. Das Cover zeigt, worum es größtenteils im Hörspiel geht. Es kracht ordentlich und die Menschen fliehen. Aus unserer Sicht ist das Cover daher wahrheißtsgemäß umgesetzt. Ob es jetzt unbedingt ansprechend ist, sei einmal dahin gestellt.


Fakten

Genre:

Science Fiction

Label:

Folgenreich

Gesamtspiellänge:

ca. 58 Minuten

Erscheinungsdatum:

01.06.2018


Besetzung:

Simon | Dietmar Wunder
Ogilvy
| Peter Groeger
Soldat
| Reinhard Kuhnert
Gregg
| Oliver Stritzel
Gryson
| Hans Bayer
Stuart
| Nico Sablik
Cathy |
Marieke Oeffinger


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag wurde uns das Rezensionsexemplar von Folgenreich zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Die Zeitmaschine nach H.G. Wells (Oliver Döring)

Die “Zeitmaschine” bildet den Auftakt zur Hörspielreihe rund um die Kurzgeschichten H.G. Wells. Es folgen “Das Imperium der Ameisen” und der Dreiteiler “Krieg der Welten”. Für die Produktion war Hörspielproduzent Oliver Döring (u.a. “Star Wars”, “John Sinclair”, “End Of Time”) verantwortlich. Hören wir einmal genauer hin, was es mit dem Wells’schen Remake-Debüt auf sich hat!


Zur Romanvorlage:

Die Zeitmaschine (“The Time Machine”) von 1895 ist die erste literarische Beschreibung einer Zeitreise in die Zukunft und gilt heute als Vorreiter für die moderne Science Fiction-Literatur; ohne dabei jedoch die gängigen Klischees zu bedienen.  Im Mittelpunkt der Dystopie steht ein junger Forscher und Erfinder, der mit einer selbstgebauten Zeitmaschine die Gegenwart hinter sich lässt und ferne Zeitebenen bereist. Im Jahr 802.701 angekommen, findet er schließlich eine Erde vor, auf der fast alles menschliche Leben erloschen ist – bis er auf das Volk der freundlich-naiven Eloi trifft, die scheinbar in paradiesischen Zuständen leben. Doch dann entdeckt er, dass die Eloi von den nachtaktiven, monsterartigen Morlocks aus dem Untergrund beherrscht und gewissermaßen als Schlachtvieh gehalten werden. Doch es gibt kein Weg zurück …

Lange vor Einstein

Groß und zeitlos – der Roman von H.G. Wells ist keineswegs veraltet und spannend bis in die heutige Zeit. H.G. Wells war, ebenso wie Jules Verne, seiner Zeit weit voraus. Er machte sich Gedanken über Zeitreisen, die vierte Dimension und die Relativität, lange bevor dies Bestandteil von Einsteins Forschung wurde. Auch überrascht seine Vorstellung der Zukunft, die auf den ersten Blick paradiesisch erscheint, doch dann dystopisch widerspiegelt, wie eine Zivilisation, die wissenschaftlich auf dem höchsten Stand war, langsam verfällt und nur ein paar wenige verfallene Bauten in der Natur zurücklässt. „Die Zeitmaschine“ ist ein nach wie vor spannender Roman, der nicht nur Science Fiction-Fans erfreut, sondern auch der Gesellschaft einen Spiegel vorhält und das aktueller denn je.


Während in dem ersten Teil die Grundsituation vorgestellt und die Entwicklung der Menschheit skizziert wird, konzentriert sich die Handlung im zweiten Teil auf Jacks Erlebnisse in der weit entfernten Zukunft bei den Eloi. Neben all der Spannung wird auch die menschliche Entwicklung von Weena sehr gekonnt dargestellt, die sich langsam an Jacks Neugier ein Beispiel nimmt und selbst anfängt, nachzudenken und zu hinterfragen. Gekrönt wird dies von einigen philosophischen Fragen, die Jack am Ende im Kreise seiner Freunde stellt.

Hier kommt eine kleine Inhaltsangabe:

Auf Zeitreise: Jack Milton

Jack Milton (Hans-Georg Panczak) liebt das Zeitreisen. Sehr zum Leidwesen der Universität, die dem ambitionierten Professor die Unterschlagung von Forschungsgeldern vorwirft. Seine Freunde halten zu ihm, doch der Zeitreisende wird schon bald sichtbare Ergebnisse präsentieren müssen, um Zeit und Geld zu legitimieren.

Bei seinen Zeitreisen nimmt Jack immer einen Kassettenrekorder – ;-) – mit, um seine Berichte aufzuzeichnen. Im Jahr 4000 unternimmt der Zeitreisende einen Zwischenstopp; hier herrscht ein Überwachungsstaat und es gibt kein Geld mehr. Man hält Jack für einen Terroristen und macht Jagd auf ihn. Jack ist in der weit entfernten Zukunft zwar sicher angekommen, doch da seine Zeitmaschine verschwunden ist, hat er keine Chance, zurückzukehren. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als bei den freundlichen Eloi zu bleiben. Doch trotz der Friedlichkeit ihrer Welt wundert sich Jack über den Gleichmut der Erdenbewohner. Dann lernt er die faszinierende Weena  (Luisa Wietzorek) kennen …

Jack führt es ins Jahr 802.701. Die Menschheit hat von 1914 bis dato fünf Weltkriege geführt. Am Schluss des Hörspiels, bevor Jack erneut in die Zukunft reist, zerstört er seine Pläne der Zeitmaschine, damit sie nicht für militärische Zwecke missbraucht werden kann.


Fazit

Inhalt:

Die folgenreiche Hörspieladaption von H.G. Wells “Die Zeitmaschine” ist ein Zweiteiler, der es in sich hat. “Die Zeitmaschine” bietet viel inhaltlichen Freiraum für leise Zwischentöne. Auch kommt immer wieder eingestreut zum Ausdruck, dass die Menschheit, die Politik und die Gesellschaft – selbst mit fortschreitender Erdzeit – keineswegs schlauer oder reifer geworden ist.

Erzählt wird die packende Geschichte eines Mannes, der in eine ferne Zukunft reist und dort das Grauen erlebt. Die Inszenierung ist äußerst aufwendig. Oliver Döring verlässt sich nicht darauf, dass der angestaubte Stoff schon irgendwie durch den Namen des Autors und den Bekanntheitsgrad der Geschichte genug Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird und man mit einer 08/15-Produktion die üblichen Käufer in die Läden bringen kann – im Gegenteil: Oliver Döring belebt die Geschichte neu und verpasst ihr eine Verjügungskur.

Regisseur Oliver Döring versetzt die Erfindung der Zeitmaschine in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts, in die Zeit nach der ersten Mondlandung, der ersten Personal Computer und der Concorde, in der die technologische Entwicklung große Schritte gemacht hat. Ebenso war dies eine Epoche der Angst vor Kriegen, Weltuntergang und unkontrollierbaren neuen Technologien, was den heutigen Hörern den moralischen Hintergrund des Zeitreisenden näher bringt.

Sprecherleistung:

Schon die ersten Augenblicke lassen ein außergewöhnliches Hör-Abenteuer vermuten: Ein immer lauter werdendes Ticken einer alten Uhr empfängt den Hörer, bevor Ex- “John Sinclair”- Mitstreiter Joachim Kerzel die Kurzansage übernimmt, um dann von futuristisch anmutenden Klängen scheinbar hinweggefegt zu werden. Schon befindet sich der Hörer in der vermeintlich guten alten Zeit, im viktorianischen England, im Jahre 1894, inmitten “Filby”- Rufen und dem Getrappel einer Pferdekutsche. Doch auch hier verweilen wir nur sehr kurze Zeit.

“Die Zeitmaschine” versammelt herausragende „Hollywood-Synchronstimmen“, darunter Maximiliane Häcke, Nico Sablik und Joachim Kerzel. Das Sprecherteam ist bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt. Hans-Georg Panczak (u. a. Stimme von Mark Hamill, Richard Thomas, „Harry Shearer“) ist natürlich wieder als Jack zu hören. Er versteht es, die Spannungsbogen der Geschichte gut nachzuzeichnen. Luisa Wietzorek (Emma Roberts, Isabel Lucas, Jenna Coleman) ist mit ihrer sanften Stimme eine sehr gute Besetzung für die Rolle der Weena, wobei sie die voranschreitende Wandlung der Eloi gekonnt darstellt. Auch Marianne Groß kann als Roboterfrau begeistern. Sie passt ihre ausdrucksstarke Stimme gekonnt an die kühle Ausstrahlung der Figur an.

Die Dialoge wirken lebendig, transportieren Spannung und Emotionen und werden in Verbindung mit dem Soundkonzept zu einer authentischen Produktion, die die gesamte Bandbreite der Geschichte deutlich werden lässt und klarmacht, warum dieses Buch zu den Klassikern der Weltliteratur zählt.

Geräusche und Musik:

Durch das fantastische Sounddesign und die filmreife Musik wird Wells visionäres Werk zum Kopfkino. Döring bringt in jeder kleinsten Szene technische Spielereien mit ein, die sehr passend sind und die Wirkung unterstützen. Ansonsten ist die Umsetzung für Döring ungewöhnlich ruhig. Viele Melodien sorgen für einen atmosphärischen Verlauf, während in den Schlusszenen unter der Erde einige passend plazierte Geräusche für den Gruselfaktor sorgen.

Cover und Titel:

Das schwarze Cover mit der riesigen, weißen Uhr springt beim ersten Titel sofort ins Auge. Vor der Uhr steht ein Mann im Anzug, der nur von hinten zu sehen ist. Im Titel-Schriftzug ist ebenfalls eine Uhr zu sehen. Schon auf den ersten Blick erkennt der Betrachter, worum es in diesem Hörspiel geht; ein echter Hingucker. Die Schriftzüge wirken technisch klar und futuristisch. Das eigentliche Motiv auf dem zweiten Cover bildet ein menschliches Gesicht, das in viele technische Symbole eingerahmt ist.

Was macht eigentlich … Oliver Döring?

Produzent Oliver Döring ist ein Urgestein der Hörspielszene und seit den ersten 70er-Folgen der “John Sinclair- Edition 2000”- Hörspielserie (sowie den ersten neun Classic-Folgen) gut bekannt. Döring hat auch bei weiteren Serien den Hut auf: “Don Harris”, “Star Wars”, “End of Time”, “The Border” und “Foster”.


Fakten

Genre:

Science Fiction

Label:

IMAGA / Folgenreich

Gesamtspiellänge:

Teil 1 und 2 je ca. 59 Minuten

Produktionsjahr:

VÖ: 29.09.2017


Besetzung:

– Teil 1 –

Jack Hans-Georg Panczak
Cabbs Bernd Rumpf
Peter Udo Schenk
Mr. Blank Oliver Stritzel
Mr. Chose Reinhard Kuhnert
Mrs. Watchett Susanna Bonaséwicz

sowie Alexander Doering, Sascha Rotermund, Peter Groeger, Roland Wolf, Asad Schwarz, Nico Sablik, Jaron Löwenberg, Christian Puciata, Hans Bayer, Berenice Weichert, Marieke Oeffinger, Matthis Schmidt-Foß, Antje Von Der Ahe und Joachim Kerzel.

– Teil 2 –

Weena Luisa Wietzorek
Mr. Blank Oliver Stritzel

sowie Marianne Groß, Maximiliane Häcke, Juliane Ahlemeier, Nico Sablik, Marcus Staiger, Annika Gausche und Joachim Kerzel.


In eigener Sache:

Für diesen Blogbeitrag hat uns das Team von Folgenreich ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Der Text wurde in Eigenregie erstellt und spiegelt unsere persönliche Meinung wider. Sie wurde in keiner Weise von Autoren, Produzenten oder Labels beeinflusst.

Folge der Woche: Perry Rhodan – Unternehmen STARDUST (1)

Bisher haben wir bei unseren Hörspiel-Besprechungen einen Bogen um Science Fiction und Weltraum-Content gemacht. Das soll sich fortan ändern: Mit Perry Rhodan nehmen wir einen absoluten Hörspiel-Klassiker der 80er Jahre in unser Repertoire auf. Hinein in die Welt des Perry Rhodan, dem Major der US-Space-Force, Raumforschungs-Kommando der USA.

1983 ging das Label EUROPA mit den ersten Folgen dieser Hörspielserie an den Start. Innerhalb von zwei Jahren bearbeitete H. G. Francis, langjähriger Perry Rhodan-Autor, die ersten 19 Perry Rhodan-Heftromane für eine 12-teilige Hörspielserie. Mit Spiellängen zwischen 38 und 50 Minuten erschien Perry Rhodan zunächst ausschließlich auf Kassette, Ende der 90er-Jahre wurde eine Neuauflage der Hörspielserie auf den Markt gebracht. Die leicht gekürzten Folgen erschienen auf CD und MC.

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Angriff aus heiterem Himmel

Ein grünlich-fluoreszierendes Feuer hat die Funkanlagen ihres Mondpanzers zerstört. Perry Rhodan (Uwe Friedrichsen), Kommandant der ersten amerikanischen Mondexpedition, und sein Begleiter Reginald Bull (Rolf Jülich) sind verloren – trotz erfolgreicher Landung auf dem Trabanten unserer Erde. Diese Expedition hatte vor ihnen kein Amerikaner erfolgreich durchführen können.

Unternehmen STARDUST gescheitert

Es kommt alles anders, als es die Weltraumexpediteure ursprünglich geplant hatten. Die Verantwortlichen von STARDUST, Rhodan und Bull, finden sich mitten im Nirwana wieder. Mit ihren Raumanzügen können sie sich nur langsam durch die Ringgebirge des Mondes fortbewegen. Der Weg ist mühsam und kräftezehrend. Schon seit mehreren Stunden suchen die Männer mit Hilfe ihres Ortungsgerätes nach dem Raumschiff ihrer asiatischen Freunde.

Eine außerirdische Macht

Statt eines Raumschiffes der asiatischen Föderation treffen der Kommandant und sein Begleiter auf ein unbekanntes Flugobjekt, das – so kann Perry Rhodan ausschließen – definitiv nicht von der Erde stammen kann. Das gigantische, kugelartige Raumschiff mit einem Durchmesser von mindestens 500 Metern muss von einem fernen Planeten stammen. Es scheint eine Bruchlandung erlitten zu haben. Davon zeugt die Rodung des halben Kraterwalls.

Aus Feinden werden Verbündete

Perry Rhodan gebraucht seinen Verstand und beschließt: Auseinandersetzung und Verhandlungsgeschick sind der einzige Schlüssel, um Hilfe zu erhalten. Denn sämtliche Funkkontakte zur Erde sind gekappt worden. Die außerirdische Macht verlangt offenbar, dass Rhodan und Bull Stillschweigen über deren Anwesenheit auf dem Mond wahren. Mit Hilfe eines Transportbandes erhalten die Männer Einlass zum unbekannten Weltraumkoloss.

Ein fremdes Imperium

Während die Männer emporschweben, scheinen sämtliche Schwerkräfte außer Kraft gesetzt. Im Inneren des Schiffes empfängt sie ein menschenähnliches Wesen. Der Fremde ist groß und schmal, hat albinotisch rote Augen und trägt weißes Haar. Abgezehrt und schwach, wirken seine Bewegungen hilflos wie die eines todkranken Mannes. Der kranke Arkonide Crest (Ernst von Klippstein) und weitere Kommandanten leisten unseren Weltraumexpediteuren schließlich Schützenhilfe bei der Rückkehr zur Erde. Auch wenn das fremde Imperium die Menschen als unterentwickelte Spezies – gar als primitive Wesen – ansieht, die einen atomaren Krieg befürworten, sagt Crest den beiden Männern schließlich Unterstützung zu. Dahinter steht die Vision der Menschheit, die Eroberung des Kosmos in den nächsten Jahrzehnten voranzutreiben.


Fazit

Inhalt:

Inhaltlich kann die Folge durchaus überzeugen. Wer auf Weltraum-Content aus den 80ern steht, wird definitiv seine Hörfreude haben. Wem hingegen Raumschiffe, fliegende Untertassen und unbekannte Lebewesen zu abgespaced sind: Finger weg!

Sprecherleistung:

Die Sprecherbank agiert durchweg überzeugend. Allen voran sind da natürlich die beiden Hauptsprecher Rhodan und Bull, alias Uwe Friedrichsen und Rolf Jülich, hervorzuheben. Der Erzähler Peer Schmidt umrahmt das Hörspiel durch seine souveräne Stimme, die der eines Märchenerzählers gleichkommt. Ernst von Klippstein verleiht dem kranken Crest eine authentische Note – eben ein Außerirdischer aus dem Bilderbuche!

Geräusche-Umsetzung:

Famose Geräusche und Science Fiction-Musik aus den 80ern. Fans von Star Wars, Star Trek und anderen Weltraum-Sagas kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Geräusche und Musik erinnern an den Star Wars-Soundtrack.

Cover und Titel:

Das Cover zur Folge ist gelungen. Bei der Betrachtung fühlt man sich, als wäre man selbst Teil der Mondexpedition. Der Titel ist hingegen wenig aufregend, bringt aber den Inhalt treffend auf den Punkt.

Gesamtspiellänge:

49min53

Produktionsjahr:

1983 (MC) / 1999 (CD/MC)


Lieblingszitate:

Reginald Bull: “… und wir waren so stolz auf unseren Erfolg. Wir haben den Mond erreicht – welch ein Schritt für die Menschheit. Und jetzt das … Was meinst du, was wir für die da drüben da sind?”
Perry Rhodan: “Sag nicht Affen!”
Reginald Bull [skeptisch]: “Du bist verdammt stolz …”
Perry Rhodan: “Ich bin stolz, ein Mensch zu sein, ja! Wir haben den Mond bezwungen und wir werden irgendwann auch die Sterne erreichen.”
Reginald Bull [ungläubig schmunzelnd]“Ich fange an, bescheiden zu werden angesichts dieses Raumkolosses …, aber Major Perry Rhodan redet davon, die Sterne zu erobern!”

Reginald Bull: “Ich dachte irgendjemand oder irgendetwas würde uns empfangen [feixend] … ‘n Tintenfischmonster oder sowas ähnliches.”


Besetzung:
Erzähler Peer Schmidt
Perry Rhodan Uwe Friedrichsen
Reginald Bull Rolf Jülich
Crest Ernst von Klippstein
Thora Judy Winter
Dr. Manoli Henry Kielmann
Captain Flipper Peter Lakenmacher
Roon Jürgen Thormann
Butaan Walter Schiebel
General Pounder Horst Naumann